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VINE-PRODUKTTESTERam 4. Oktober 2012
Francois Barattes "Die Römer in Tunesien und Libyen" ist von der Aufmachung her ein typischer Zabern-Bildband. Ein einführender Text zum Forschungsstand wird mit zahlreichen sehr schönen Abbildungen aufgewertet. Leider ist das Zusammenspiel von Text und Fotografien in diesen Bildbändern von unterschiedlicher Qualität.

In diesem Band fragt sich der Leser häufig nach welchem Prinzip die Bilder ausgesucht wurden. So kann es passieren, dass ein Gebäude, eine Skulptur oder ähnliches nur in einem Halbsatz erwähnt werden und auf der folgenden Seite eine großformatige Abbildung von dem Erwähnten zu finden ist, während ein Kunstwerk in einem langen Absatz behandelt wird, aber in dem Band nicht visualisiert wird. Neben der Auswahl hätte auch die inhaltliche Einbindung des Bildmaterials besser sein können. Zwar wird wirklich auf jedes Bild im Text verwiesen, aber oft kann der Leser aus der Visualisierung keinen Mehrwert ziehen, weil zu wenige Informationen dazu im Text und in den Untertiteln der Fotos angeboten werden. Beides, die Auswahl als auch das Zusammenspiel zwischen Bildern und Text, ist in anderen Zabern-Bildbänden besser gelungen.

Das Buch bietet dennoch eine fundierte Einführung zu Leben, Kultur und Entwicklung der römischen Provinz africa proconsularis und der angrenzenden Gebiete. Die Vermischung von römischer, punischer und numidischer Kultur wird verständlich herausgearbeitet. Kritisch ist nur zu sehen, dass der Autor stellenweise zu sehr aufzählend von Beispiel zu Beispiel übergeht, wodurch das Buch etwas langatmig wird. Das Bildmaterial selbst ist ebenfalls gelungen und schön anzusehen. Gebäude und Landschaften sind so eingefangen, dass der Leser Lust bekommt, die Orte zu besuchen.

Fazit: Eine fundierte Einführung, die allerdings ein wenig kurzatmiger geschrieben sein könnte und mit ihrem an sich sehr schönen Bildmaterial didaktisch sehr viel besser umgehen könnte.
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VINE-PRODUKTTESTERam 29. April 2012
Die heutigen politischen und religiösen Grenzen lassen vergessen, wie anders die Mittelmeerwelt früher einmal ausgesehen hat. Gut acht Jahrhunderte lang war auch die südliche Küste europäisch dominiert - vom römischen Sieg über Karthago 146 v. Chr. bis endgültigen islamischen Eroberung der Stadt um 698 n. Chr. Diese Epoche hat gerade in Tunesien und dem ihm damals politisch zuzurechnenden westlichen Libyen eine reiche Fülle an Baudenkmälern und archäologischen Zeugnissen hinterlassen, denen sich dieses Buch widmet. Aus etlichen eigenen Reisen kann der Rezensent bestätigen, dass die römische Hinterlassenschaft Tunesiens und Libyens (deren Dichte die des heutigen Italiens oder Südfrankreichs übertrifft) ebenso umfassend
wie ausführlich beschrieben wird. Dies zeigt sich an der Behandlung von in Reiseführern oft ausgelassenen, aber umso sehenswerteren "Geheimtipps" wie z.B. Haidra (Tunesien) oder Ghirza (Libyen). Eine Gesamtkarte des römischen Nordafrika (einschließlich Algeriens, S. 8/9) und des spätantiken Siedlungsschwerpunkts im heutigen Tunesien (S. 115) ermöglichen die Orientierung, die allerdings darunter leidet, dass nicht alle im Text aufgeführten Stätten verzeichnet sind und die heutigen Namen fehlen. Dafür gibt es eine sehr gute Zeittabelle (S. 141) sowie Pläne von Karthago, Leptis Magna und Sabratha.

Trotz seiner gut verständlichen (und flüssig übersetzten) Sprache wendet sich das Buch eher nicht an Einsteiger, sondern an diejenigen, die bereits Hintergrundwissen haben und sich einen fundierteren Überblick über die römische Epoche Nordafrikas verschaffen wollen. Zur ersten Orientierung ist nämlich der Aufbau des Buches wenig hilfreich, das die Sehenswürdigkeit sowohl regional als auch thematisch strukturiert, so dass man die Monumente eines Ortes gelegentlich in verschiedenen Kapiteln behandelt findet (Z.B. die Theater von Sabratha und Leptis Magna unter den jeweiligen Ortsbeschreibungen, der Circus von Leptis Magna dagegen und die mächtige Arena von Thysdrus im Kapitel "Die wichtigsten monumentalen Bauwerke", Rubrik "Spielstätten"). Qualitativ hochwertige Abbildungen der Mosaiken, vor allem aus dem Bardo-Museum, vermitteln eine Ahnung vom Glanz des Alltags in dieser über viele Jahrhunderte lang blühenden Provinz des Römischen Reiches.
Erfreulicherweise wird auch die Periode des allmählichen Niedergangs bis zum Ende der oströmischen Herrschaft im späten siebten Jahrhundert nicht ausgespart, die durch innerchristliche Kämpfe (Donatistenstreit), den Einfall der Vandalen und die allmähliche Schrumpfung der Städte gekennzeichnet ist. Hier eignet sich allerdings die sachlich-distanzierte Sprache des Autors kaum dazu, die menschliche Dramatik dieser Zeiten zu vermitteln, so dass sich zur Ergänzung der Katalog "Das Königreich der Vandalen" aus dem gleichen Verlag mit seinen Zeitzeugenstimmen empfiehlt (siehe meine Rezension vom Nov. 2009) Eine ausführliche Literaturliste, die allerdings den Schwerpunkt auf französischsprachige Quellen legt, rundet das insgesamt sehr lohnende Buch ab.
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HALL OF FAMETOP 1000 REZENSENTam 2. März 2012
"..... et ceterum censeo carthaginem esse delendam."
(Marcus Porcius Cato Censorius, 234 v. Chr. - 149 v. Chr.)

Als international renommierte Koryphäe für das provinzialrömische Nordafrika ist der Autor, Dr. Francois Baratte, nicht nur als Professeur d'Archéologie de l'Antiquité tardive an der Universität Paris-Sorbonne (Paris IV) tätig, sondern auch als Korrespondierendes Mitglied des Deutschen Archäologischen Institutes affiliiert.

Die dem Staatsmann und Feldherren "Cato dem Älteren" zugeschriebene Empfehlung (Eingangszitat) an den Römischen Senat sollte sich mit dem Ende des 3. Punischen Krieges im Jahre 146 v. Chr. erfüllen. Nie mehr, so glaubte man damals, könne auf diesem Stück Erde wieder etwas erblühen. Hauptstadt der neuen Römischen "Provinz Africa" wurde Utica. Der römische Sinn für Macht und Machbarer erlaubte es jedoch dem Volkstribunen Gaius Sempronius Gracchus, bereits 24 Jahre später einen ersten, wenn auch missglückten, Versuch einer Koloniegründung auf den Ruinen Karthagos zu unternehmen. Nach seinem Sieg in der Schlacht bei Thapsus (46 v. Chr.) errichtete Julius Caesar auf dem Gebiet des geschlagenen numidischen Königs Jubas I., die "Provinz Africa nova", zu der große Teile Numidiens (Algerien) und Tripolitaniens (Libyen) gehörten. Die ältere Provinz wurde nun "Africa vetus", bzw. "Africa propria" genannt. Im Jahre 44 v. Chr., kurz vor seiner Ermordung, unternahm Julius Cäsar dann einen zweiten Gründungsversuch einer Kolonie, die den Namen "Colonia Iulia Concordia Carthago" tragen sollte. Schließlich war es Gaius Octavius der im Jahre 29. v. Chr. 3000 Siedler entsandte und zwei Jahre später als Princeps Augustus im Rahmen einer territorialen Neuordnung des Reiches beide Provinzen zu "Africa proconsularis" vereinigte. Die neue Provinz entwickelte sich rasch zu einer der schönsten im Reich, nicht zuletzt aufgrund ihrer wirtschaftlichen Bedeutung, denn für die Getreideversorgung Roms und damit für die innere Ruhe aufstrebenden Weltreichs spielte sie eine entscheidende Rolle. Hinzu kam, dass "Africa proconsularis" in kultureller und politischer Hinsicht im besonderen Maße vom Vorbild Rom geprägt wurde. In keiner anderen Provinz wetteiferten die führenden Persönlichkeiten mehr miteinander, um sich durch Wohltätigkeit und Geschenke an die Gemeinschaft hervorzutun. In der Spätantike wurden unter Kaiser Diokletian (Reg. 284 - 305) von der Provinz die "Byzacena" und die "Tripolitiana" abgespalten. Zusammen mit "Numidia", "Mauretania Sitifensis" und "Mauretania Caesariensis" bildeten sie nunmehr die sechs Provinzen des spätrömischen Nordafrika....

....so dass der für den Band gewählte Untertitel "Nordafrika in römischer Zeit" nicht ganz treffend ist, weil er nur die einstige, ungeteilte "Provinz Africa proconsularis" im heutigen Tunesien und Libyen zum Gegenstand hat, die archäologischen Orte im westlich davon gelegenen Gebiete jedoch ausspart. Gleichwohl wird unmittelbar nach dem Vorwort eine doppelseitige "Karte des römischen Nordafrika", das vom Atlasgebirge im Westen bis zur Großen Syrte im Osten reicht, geboten.

Im ersten von insgesamt sieben Kapiteln werden die natürlichen Bedingungen im geographischen Kontext von Landschaften und Klima, die Entwicklung und die Verwaltungsorganisation der einstigen Provinz "Africa proconsularis" vorgestellt. Nachfolgend wird auf die urbane Kultur, Fragen einer romanisierten Gesellschaft und die soziale Vielfalt in den ländlichen Gegenden eingegangen. Die letzten drei Kapitel behandeln den Wandel in der Spätantike mit der Blüte des Christentums, die Eroberung durch die Vandalen und die Byzantiner, sowie die nachrömische Zeit.

Der Text wird begleitet von einer Vielzahl beeindruckender Farbfotos, die timediver® an seine fünf Tunesien-Reisen und die Besuche des drittgrößten Amphitheaters des römischen Reiches von Thysdrus (El Djem), Curubis (Qurba), Utica, Zaghouan (Wasserheiligtum und Aquädukt) und Girba (Djerba) sowie das "Musée national du Bardo", und das "Musée national de Carthage" mit dem berühmten "Mosaïque de la Dame de Carthage", aber auch an die Ausstellung "Das Königreich der Vandalen: Erben des Imperiums in Nordafrika" - mit einem in Stein gemeißelten, kreuzförmigen Taufbecken - erinnern.

Eine Zeittafel und Bibliographie bilden den Abschluss eines Bandes, der beweist, dass sich Tunesien aufgrund seiner reichen archäologischen Vermächtnisse für weitaus mehr als einen Badeurlaub eignet. Zudem bietet er nach der libyschen Revolution auch Anreize, die dortigen Stätten aufzusuchen.
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am 22. Februar 2013
Der Löwenanteil der archäologischen Literatur zu Nordafrika ist in französischer Sprache erschienen. Erfreulich, dass der Zabern Verlag mit diesem Band ein umfangreicheres deutsches Werk vorlegt.
Ebenso erfreulich, dass einmal nicht der zweite Punische Krieg Hannibals gegen die Römer (218-202 v.Chr.) oder die Person Hannibal, der schon in so vielen Monographien nachgegangen wurde, Thema ist, sondern die römische Zeit in Nordafrika, d.h. vom endgültigen Fall des punischen Karthago 146 v.Chr. bis zur arabischen Eroberung 698 n.Chr. Dabei werden die Städte Algeriens und Marokkos so gut wie ganz beiseite gelassen, und selbst Tripolitanien ist ausführlich nur durch Leptis Magna vertreten. Vielmehr ist das heutige Tunesien Schwerpunkt des Buches. Es geht also, auf den Punkt gebracht, darum, wie die Römer mit der 146 v.Chr. gewonnenen Provinz "Africa Proconsularis" umgegangen sind, was sie dort gebaut und bewirkt haben und wie das Verhältnis römischer Siedler zu Indigenen gewesen ist.
Das Buch ist in drei große Abschnitte gegliedert. Nach einer Einführung zu Land und Geschichte (S. 10-21) werden die wichtigen Orte des römischen Nordafrika vorgestellt, aber nicht geographisch geordnet (Stadt für Stadt), sondern thematisch, wobei man den einzelnen Städten immer wieder unter je verschiedenen Gesichtspunkten begegnet (S. 22-113). Den Schluss bildet die spätantike Geschichte bis zur arabischen Eroberung (S. 114-140).
Auffällig ist die Häufung der Lässlichkeiten im Ausdruck und in der Interpunktion. Manche sprachlich etwas merkwürdige Partie scheint auch auf die Übersetzung aus dem Französischen zurückzugehen. Durch ein gutes Lektorat wäre das leicht zu vermeiden gewesen. Schade auch, dass auf der Übersichtskarte auf S. 8f. viele der im Text erwähnten Orte fehlen. Hier wie auch an manch anderer Stelle hat man das Gefühl, der Band sei eher für Leute mit Vorwissen verfasst, die Tunesien schon einmal bereist haben und über Lage oder Gestalt der Städte einigermaßen Bescheid wissen (ich habe mir den Band nach einem Besuch Tunesiens gekauft, es hat mich also nicht gestört; ich weise aber darauf hin, falls jemand das Buch ganz ohne Vorwissen als ersten Einstieg lesen will). Und schließlich noch eine inhaltliche Bemerkung: In dem Kapitel zum 439-533 existierenden Vandalenreich auf nordafrikanischem Boden (S. 131-134) wird mehrfach darauf abgehoben, der Wechsel der Herrschaft sei ein geringerer "Bruch" in wirtschaftlicher und kultureller Hinsicht gewesen, als in der Forschung allgemein angenommen. Ob dies zutrifft, mag dahingestellt sein. Auffällig ist aber doch, dass ein vergleichbarer "Bruch" für die arabische Eroberung Ende des 7. Jhs. dann wenige Seiten später relativ unkritisch zwischen den Zeilen durchklingt - ein Eindruck, der zumal dadurch verstärkt wird, dass der Band mit dem Jahr 698 n.Chr. endet.
Alles in allem ein recht ansprechendes Werk, das vor allem als Nachbereitung einer Tunesienreise empfohlen werden kann.
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am 28. Oktober 2013
Zabern bietet in der Reihe "Sonderbände der Antiken Welt" interessante Überblickswerke an, etwa über verschiedenen Regionen des Imperium Romanum. Dieser Band bietet eine Einführung in eine Region, die nicht nur für die römische Geschichte bedeutend ist und in der sich viele bedeutende Ruinenstädte befinden, die häufig von Reisenden aufgesucht werden.
Struktur
- Einführung
- Geographische Grundlagen
- Geschichte bis Diokletian
- Verwaltung
- Urbane Kultur (Quellen, Städte inkl. Organisation, wichtigste Bauwerke)
- Romanisierung (Sprache, Stadt und Land, Kunst)
- Wirtschaft
- Beziehungen zwischen Stadt und Land
- Stämme
-Spätantike inkl. Christentum
- Vandalen und Byzantiner
- Anfänge der arabischen Herrschaft bis ca. 700
Eine Zeittafel,eine Bibliographie und ein Bildnachweis runden den Band ab.
Der Band hat ein angenehmes Layout mit Ausnahme der Bibliographie (viel zu kleiner Schriftgrad). Abbildungen, Tabellen und Grafiken ergänzen den Text. Der Band ist verständlich geschrieben, Kenntnisse auf Matura/Abiturniveau des Gymnasiums sind sehr von Vorteil.
Der Band bietet an sich eine gute Einführung in die Thematik und behandelt auch viele Aspekte, ein aktuelles Überblickswerk über die Geschichte und Altertumskunde war auch bereits dringend notwendig. Gemindert wird der Wert allerdings dadurch, dass man auf grobe Fehler stößt. (S. 19: Ausschaltung des Gallienus durch Meximinus, in Wirklichkeit handelt es sich statt Gallienus um Alexander Severus.S. 20: Die Christenverfolgung unter Decius fand bereits 249 - 251 statt). Und das sind Fehler, die ich beim Durcharbeiten EINES Kapitels fand, es ist daher zu befürchten, dass sich beim Durcharbeiten des kompletten Buches noch mehr Fehler finden und ich einen weiteren Punkt abziehen muss. Ich habe daher Bedenken, das Buch als Lektüre für Prüfungen zu empfehlen. Eine entsprechende Überarbeitung des Werkes ist daher dringend anzuraten.
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am 23. Juni 2014
Schöne Abbildungen von interessanten archäologischen Stätten in Tuniesien und Libyen, die mir zum Teil bekannt und von mir besucht worden sind
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