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Kundenrezensionen

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am 30. April 2017
dieses Buch war für mich sehr schwer zu lesen, sehr düstere Stimmung zieht sich das ganze Buch hindurch zu, hat mich nicht überzeugt
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VINE-PRODUKTTESTERam 4. Oktober 2010
Ägypten ist uns scheinbar vertraut und zugleich unendlich fremd. Vertraut, da jeder schon Bilder der wunderbaren Grabbeigaben des Tut-anch-Amun bewundert hat oder in einem Museum vor ägyptischen Hieroglyphen stand. Fremd, da spätestens mit der islamischen Eroberung eine dreitausendjährige Kulturtradition unterging und durch etwas völlig Neues ersetzt wurde.
Hier die Brücke in eine ferne Vergangenheit zu schlagen ist eine besondere Herausforderung - die J.Mathes hervorragend gemeistert hat! Nie erliegt sie der Versuchung (wie ein bekannter Autor), das alte Ägypten in eine mystische Rauchwolke zu hüllen. Die durch ein Originaldokument aus dem 12. Jh. v. Chr. belegte Intrige am Hofe des greisen Pharao Ramses III wird ebenso spannend wie menschlich glaubwürdig geschildert, da die männliche Hauptperson Cheru-ef anfänglich im guten Glauben an der Verschwörung teilnimmt, die das unter Kriegsfolgen und hohen Abgaben leidende Land in eine bessere Zukunft führen soll. Doch auch die rein unpolitisch-persönliche Perspektive, verkörpert durch die von Cheru-ef geliebte Achtaj, Dienerin im Frauenhaus, ermöglicht einen weiteren Blick in eine verworrene Zeit, in der sich alte Gewissheiten aufzulösen scheinen, ohne dass sich Neues abzeichnet. Und so begegnen wir zwar mehr oder wenig Schuldigen, nie aber einer simplen Schwarzweiß Perspektive. Mathes nützt den ihr durch fundierte Recherche vertrauten historischen Rahmen in ebenso spannender wie souveräner Weise, lässt die Figuren damals gebräuchliche Sprachbilder verwenden und zeigt zugleich das ewig Menschliche ihres Schicksals. Kein historisierender, sondern ein historischer Roman im besten Sinne, der spannende Unterhaltung mit Einblicken in Alltag und Denkweise einer faszinierenden Kultur verbindet.
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am 10. Oktober 2010
»Tage des Seth« ist Judith Mathes' zweiter historischer Roman, fünf Jahre nach ihrem bravourösen Erstlingswerk »Tage des Ra«. Mit ca. 380 Seiten kommt er deutlich "kompakter" daher als sein Vorgänger, der über 1000 Seiten hatte. Er handelt von der sog. Haremsverschwörung zur Zeit Ramses III., spielt also nur wenige Jahrzehnte nach der Geschichte, die Judith Mathes in »Tage des Ra« erzählt hat. Sie streut daher mit einem leichten Augenzwinkern einige Verweise auf Figuren ihres ersten Romans ein, die mir als Fan jedesmal ein Lächeln entlockten. Aber zur Klarstellung: »Tage des Seth« ist ein eigenständiger, in sich abgeschlossener Roman und keine Fortsetzung von »Tage des Ra«.

Die zwar fiktive, aber auf den historischen Tatsachen einer überlieferten Gerichtsverhandlung beruhende Geschichte ist interessant, stellenweise richtig spannend und erzählt auch eine schöne Liebesgeschichte. Das macht es dem Leser leicht, sich mit den Hauptfiguren, der Dienerin Achtaij und dem Arzt Cheru-ef, zu identifizieren und gebannt deren Schicksal zu verfolgen. Beide werden in den Strudel um die sogenannte Haremsverschwörung hineingezogen. Beide stehen formal auf der Seite der Verschwörer und lehnen innerlich dennoch deren Ziele ab. Aus verständlichen Gründen müssen sie dies natürlich geheim halten - sogar voreinander, solange sie die wahren Gedanken des Anderen nicht kennen. Das macht es nicht einfacher, als sie merken, dass sie sich ineinander verlieben. Und als dann Achtaij in Gefahr gerät, weil ihre wahre Gesinnung enttarnt wurde, kann Cheru-ef ihr nicht offen helfen, sonst stünde schnell auch sein Name neben ihrem auf der Todesliste.

Aber die fesselnde Handlung ist nur ein Aspekt, der dieses Buch in die Top-Ägyptenromane hebt. Der andere ist, dass Judith Mathes Szenen und Personen so detailreich beschreibt, dass vor dem geistigen Auge ein präzises Bild davon entsteht, wie das Ägypten der Pharaonen ausgesehen haben mag, wie man sich kleidete und welche Sprichworte benutzt wurden. Dabei verwendet sie auch in diesem Buch wieder viele Originalbezeichnungen, anstatt gebräuchlichere moderne Ausdrücke zu verwenden. Auch wenn dadurch gelegentliches Nachschlagen im Glossar nötig ist, trägt es für mich doch zur "historischen Atmosphäre" und damit zum Lesevergnügen bei. Neben der Begriffserklärung runden zwei Karten und ein Namensverzeichnis, das auch zeigt, welche der Personen historisch belegt und welche erfunden sind, die Zusatzinformationen des Anhangs ab. Positiv hervorheben möchte ich auch den als Lesezeichen zu verwendenden Faden - warum hat nicht jedes Buch so einen?

Negativ fallen nur ein paar Kleinigkeiten auf. Da ist zum einen der Widerspruch zwischen der Überschrift und dem Beginn des 1. Kapitels. Und auch die Tatsache, dass nicht alle kursiv gedruckten Originalausdrücke auch tatsächlich im Glossar erklärt werden, hat mich gestört. Aber wir jammern hier auf ganz hohem Niveau. Nur wenige Autoren schreiben so detailgetreu und historisch präzise. Und bei vielen anderen Ägyptenromanen fehlen nicht nur einige Begriffserklärungen, sondern gleich das gesamte Glossar!

Der Roman hat definitiv 5 Sterne verdient. Er ist toll erzählt, hat gut herausgearbeitete Figuren, ist detailreich, fesselnd, bewegend, historisch fundiert und hat das "Bonusmaterial", das m.E. zu einem historischen Roman dazugehört. Das Buch hat nur ein einziges Problem: Es wird immer mit seinem Vorgänger verglichen werden - und wird dabei immer den Kürzeren ziehen. »Tage des Ra« war ein Meisterwerk! »Tage des Seth« füllt diese Fußstapfen nicht ganz aus, ist aber ein Ägyptenroman der Spitzenklasse und ein würdiger Nachfolger.
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am 6. März 2017
Wir befinden uns im Ägypten zur Regierungszeit des großen Pharao Ramses III. ungefähr im Jahre 32 der damaligen Zeitrechnung oder 1156 vor Christi.
Eingebettet in eine emotional berührende Liebesgeschichte zwischen Achtaj, einer Dienerin im Herrscherhaus und Cheru-ef einem jungen Arzt und Heiler zugleich der Obersten der Schutzbefohlenen im Frauenhaus, beschreibt die Autorin eine Zeit und deren Lebensumstände so detailreich und spannend, dass sie den Leser unweigerlich in ihren Bann zieht.
Die beiden müssen aufgrund mysteriöser Vorkommnisse erkennen, dass der Pharao und somit ganz Ägypten sich in großer Gefahr befinden. Ein Mordanschlag auf den Herrscher ist geplant.
Die Autorin verknüpft gekonnt diese fiktive Geschichte mit wissenschaftlich belegten historischen Ereignissen, der sogenannten „Haremsverschwörung“. Wundervoll und bildhaft beschrieben sind sowohl die Charaktere wie auch das gesamte Umfeld und Ambiente der damaligen Zeit, sie lassen das alte Ägypten auf unnachahmliche Art vor unserem inneren Auge erstehen.
Man fühlt sich als Leser direkt in die damalige Zeit hineinversetzt, atmet den Staub der Wüste, genießt die Kühle in den Auen des Nils, lebt und leidet mit dem einfachen Volk und ist überwältigt von der Pracht der Tempel und Paläste, dies ist vor allen Dingen auch darauf zurückzuführen, dass es der Autorin wirklich gut gelungen ist, ein sprachlich authentisch erscheinendes Szenario zu entwickeln.
Es ist auch für Nichtkundige der ägyptischen Geschichte relativ leicht, dem Geschehen zu folgen, in einem Glossar werden sowohl damals gebräuchliche Begriffe von Judith Mathes anschaulich verdeutlicht wie auch die historisch belegten Personen und ihr Bezug zur Geschichte erläutert.

Wer sich für das alte Ägypten interessiert und wirklich in diese Epoche eintauchen möchte ohne trockene Geschichtsbücher zu wälzen, dem sei dieser historisch fundierte Roman ausdrücklich empfohlen
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Ich habe mein Exemplar des Romans im Zuge der Leserunde auf Lovelybooks von Judith Mathes erhalten, vielen Dank an dieser Stelle!

Das Cover macht schlichtweg wahnsinnig neugierig und ich bin sicher, dass ich nicht die Einzige bin, die sich bei einem Blick darauf in den Tiefen des Internets jegliche ägyptische Zeichen ansieht und fasziniert die erste Seite des Romans aufschlägt.

Ich höre immer wieder, dass viele Menschen keine historischen Romane lesen möchten, da sie "keine Ahnung von Geschichte hätten". Dass aber historische Romane auch diese Menschen erreichen möchten, zeigt "Tage des Seth". Eine spannende Geschichte wird mit historischen Fakten und Eindrücken verknüpft. Wird ein Fachbegriff der alten Zeit verwendet, so wird dieser erklärt und dem Leser verständlich dargelegt.
Als großer Fan des alten Ägypten, konnte mich die Geschichte abholen und in ihren Bann ziehen. Die Spannung ist, besonders gegen Ende, fast greifbar und steigert den Spaß am Lesen ins Unermessliche.

Die Charaktere sind breit gefächert und, wie mir die Autorin verraten hat, auch an ägyptische Persönlichkeiten der früheren Zeit angelehnt. Besonders Iset und Achtaj haben sich in mein Herz geschlichen.

Das Lesen eines historischen Romans kann nur Spaß machen, wenn die Sprache angepasst und doch verständlich ist. Dieser Spagat gelingt Judith Mates brillant und ich freue mich auf weitere Romane der Autorin.
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am 7. März 2017
Tage des Seth von Judith Mathes, erschienen im dotbooks Verlag am12. Dezember 2016

Der Pharao ist alt und gebrechlich. Im Palast regt sich Widerstand gegen den Gott Ramses III. Die Frauen im Frauenhaus planen die Ermordung des Pharaos und das Einsetzen des leicht zu beeinflussenden Sohnes der Nebenfrau Tija. Das Volk ist arm und die Nachbarländer gefährlich und der Pharao ist nicht fähig das Ma’at, die göttliche Ordnung aufrecht zu erhalten.

In diese Welt der kommt der Heiler Cheru-ef, der in diesen Strudel der Revolution gezogen wird und sich in die Dienerin Achtaj verliebt. Achtaj bemerkt die Veränderungen die sich im Frauenhaus zeigen, das Flüstern hinter vorgehaltener Hand, das Verstummen, wenn jemand den Raum betritt, aber sie ist nicht eingeweiht in den großen Plan.

Die Autorin schafft mit “Die Tage des Seth” einen wundervollen historischen Roman, der einen eintauchen lässt in die Welt des alten Ägyptens. Er ist politisch, er ist eine Liebesgeschichte und gleichzeitig ein Krimi. Ein Buch wie ein Ueberaschungsei.

Historische Fakten und Personen werden liebevoll mit ausgedachten Personen und Ereignissen ausgeschmückt und zu einem tollen Kopfkino verarbeitet, dass einen die Gewürze und den Sand des Landes fast schon spüren lässt. Ich bin so begeistert gewesen, dass ich mir nach der Lektüre des halben Buches schon das Buch “Tage des Ra” gekauft habe um noch etwas in Judith Mathes Ägypten bleiben zu dürfen. Ich hoffe, dass da noch mehr kommen wird. Klare Leseempfehlung.

 
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am 22. März 2017
Tage des Seth von Judith Mathes ist ein Einzelband.

Die Geschichte punktet mit einem wundervollen Schreibstil, mit sehr viel Liebe zum Detail und historischen Fakten. Ich kann mir gut vorstellen, dass es genau so damals im alten Ägypten zu Zeiten Ramses III. so ausgesehen hat.

Die Charaktere
Achtaj - sie ist die Dienerin der Königlichen Nebenfrau Tija, ist immer an der Seite ihrer Herrin und so entgeht ihr nicht, dass sich etwas ändert - stürmische Zeiten ziehen auf, irgendetwas ist im Anflug.
Cheru-ef - er begegnet Achtaj zum ersten Mal auf einem Schiff. Damals weiß er nicht, welche Rolle die junge Dienerin noch in seinem Leben spielen wird.
Nebst diesen beiden Charakteren sind da noch unzählige mehr, die alle ihren Teil zum Gelingen dieser detailgetreuen, liebevoll gestalteten Erzählung beitragen.

Die Story
Der Pharao, Leben, Heil, Gesundheit, ist krank. Zu krank, um Ägypten weiterhin mit göttlichem Segen und Willen zu regieren. Also was wäre besser geeignet, als eine kleine Verschwörung, um frischen Wind ins Land zu bringen. Doch diese Verschwörung bringt nichts als Kummer, Tod und Verderben - Die Tage des Seth sind angebrochen.

Mein Fazit
Mich hat die Geschichte absolut von den Socken gehauen. Wahnsinnig gut erzählt, toll recherchiert. Man könnte meinen, Judith Mathes hat einen Trip in die Vergangenheit gebucht, sich alles aus nächster Nähe angeschaut und dann darüber geschrieben. So viele Details, so viel Historik - da macht es richtig Spaß, in die Vergangenheit einzutauchen.
Und dabei ist der Roman kein Stück trocken, sondern voller Spannung, mitreißend und einfach zum Verschlingen!
Ich empfehle dieses Werk jedem, der historische Romane mit Action, Intrigen und vor allem viel Spannung zu Schätzen weiß, aber auch alle Neueinsteiger in die Vergangenheits-Lektüre sind hier herzlich willkommen, da es einfach Spaß macht, dieses Buch zu lesen!

Mein Highlight
Authentizität. Und Cheru-ef. Ich mag ihn einfach!
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am 6. März 2017
"Tage des Seth" entführt den Leser ins alte Ägypten, genauer ins Jahr 1156 vor Christus oder in der Zeitrechnung der Ägypter ins Jahr 32 des Pharao Ramses III. (Leben, Heil, Gesundheit).

Und es sind wahrlich stürmische Zeiten. Das einfache Volk leidet unter der Armut und dem Hunger und auch die Reichen und Mächtigen sind nicht sonderlich zufrieden mit dem alternden Herrscher. Doch auch der Nachfolger lässt innerhalb des Palastes keine Jubelstürme ausbrechen, erwartet man sich doch vom Horus-im-Nest auch nicht viel mehr als von seinem Vater.
So passiert es dass sich einige Verschwörer, darunter auch die königliche Nebenfrau Tija und der Heiler Cheru-ef sich zusammen schließen und einen fast unglaublichen Plan schmieden. Der Pharao und sein Sohn müssen sterben um Ägypten wieder zu dem zu machen, dass es einmal war. Ein prachtvolles, ruhmreiches und glückliches Land.

Die Autorin Judith Mathes schafft es von Anfang an eine unglaublich realistische Atmosphäre zu schaffen. Ohne großes Vorwort steigt sie mitten in die Geschichte ein und zieht den Leser mit.
Zu Beginn ist die Fülle an Namen, Personen und Berufsbezeichnungen fast ein wenig überwältigend und man braucht einige Seiten bis man den Überblick hat wer wer ist. Das Glossar am Ende des Buches kann hierbei durchaus hilfreich sein. Ich persönlich hätte es angenehmer gefunden, wenn dies am Anfang zu finden gewesen wäre. Da ich erst nach Beendigung des Buches darüber gestolpert bin.

Im Gegensatz zu vielen anderen historischen Romanen ist "Tage des Seth" an keiner Stelle langweilig oder langatmig. Und auch Leser die sich mit den Sitten und Gebräuchen des alten Ägyptens nicht so gut auskennen, können dank der ausführlichen Erklärungen der Autorin dem Roman ohne Probleme folgen.

Besonders hervorheben möchte ich, dass dieser Roman ohne das klassische schwarz-weiß Denken auskommt. Bei einer Verschwörung gegen einen Herrscher denkt man automatisch daran, dass es die Guten und die Bösen gibt. Doch dies sucht man vergebens in "Tage des Seth". Jedes Mal wenn man denkt, dass man endlich verstanden hat wer gut und wer böse ist, wirft die Geschichte alle Überlegungen über einen Haufen.
Die Hauptpersonen sind vielschichtig, tiefgründig und offenbaren immer wieder Wünsche, Sehnsüchte und Schwächen die man im ersten Augenblick nicht erwartet hat.

"Tage des Seth" ist ein wunderbar spannender, aufregender und packender Roman, der definitiv nicht nur für Ägypten Fans geeignet ist.
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Vermutlich im 32. Jahr seiner Regierungszeit erlag am 15. Schemu III. (7. April 1156 v. Chr.) der ägyptische Pharao "Ramesseheqaiunu, User-Ma'at-Ra-Meri-Imun" den Folgen eines gegen ihn gerichteten Mordanschlages. Ein späterer Papyrus schildert ausführlich den Prozess, der den Vorantwortlichen des Komplottes gegen den - heute als Ramses III. bezeichneten - Herrscher der 20. Dynastie gemacht wurde....

....fünf Jahre nach dem Erscheinen ihres (zur Zeit der 19. Dynastie spielenden) Romanerstlings "Tage des Ra. Historischer Roman" (2005) kreiert die studierte Romanistikerin und Germanistin Judith Mathes aus den wissenschaftlich nicht umumstrittenen Überlieferungen dieser Verschwörung ihren zweiten Roman. Anders als bei dem mit 1072 Seiten umfänglich recht üppig ausgefallenen Vorgänger, hat sich die Autorin für geschichtliche Rundfunksendungen beim Bayerischen Rundfunk bei ihren "Tage des Seth" mit 384 Seiten begnügt.

Bereits der Titel als auch das dazu korrespondierende Buchcover sind bestens gewählt, erwecken sie doch das Interesse für den wohl rätselhaftesten Gott des altägyptischen Pantheons. Der Verteidiger der Sonnenbarke des Ra gegen die Apophisschlange sollte im Laufe der Jahrhunderte schließlich selbst zur Verkörperung von Auflösung, Finsternis, Chaos und Widersacher gegen die göttliche Ordnung mutierten. Ihren wohl durchdachten Bezug zum Romantitel macht die Autorin schließlich mit den Worten des Thronfolgers - dem späteren Ramses IV. - deutlich: "Seth, der Grausame, hält dieses Land in seiner Hand. Vorbei sind die goldenen Tage König Ramses', nun herrscht der Furchtbare über Kemet. Tage des Seth, das sind unsere Tage, das ist unsere Zeit!" (S. 312)

Die Schlüssigkeit von Romantitel und -cover ist jedoch nicht die einzige Aspekt, der Judith Mattes' Roman einmal mehr von reisserischen Titeln wie "Der Zorn des Seth" von Sabine Wassermann oder endlos in die Länge gezogenen, anachronistischen Elaboraten à la Christian Jacq (z. B. Ramses, Bd. 1. Der Sohn des Lichts plus Serials), welche die geweckten Erwartungen nicht erfüllen, wohltuend abhebt....

....obgleich die beiden Protagonisten ihrer spannenden Geschichte, die Dienerin Achtaj und der Oberste der Schutzleute im Frauenhaus Cheru-ef der schriftstellerischen Freiheit entsprungen sind, zeigt ein Personenverzeichnis im Anhang (S. 375), dass es sich beim überwiegenden Teil der Akteure um historisch belegte Personen handelt! Mit Ausnahme der in direkter Rede, aus dem Mittelalter stammenden und daher anachronistisch gebrauchten Begriffe Hexenweib (S. 99), Hofschranzen (S. 279) und Griesgram (S. 284) ist es der Autorin gelungen ein sprachlich recht authentisches sprachliches Szenario zu entwickeln. Während bei weniger versierten Romanautoren gedankenlos z. B. von Bier, Gauen oder Wesir die Rede ist, bedient sich Mathes' erfreulicherweise der altägytischen Entsprechungen Henqet, Sepa-ut und Tjatj. Ein sechseitiges Glossar (S. 377 ff.) vermittelt dem Leser Erklärungen für eine Vielzahl historisch korrekter Bezeichnungen, die im Roman benutzt werden. Ein Plan der "Totenstadt von Waset (Theben West bei Luxor)" und ein Karte "Ägypten und der Vordere Orient im 12. Jahrhundert v. Chr." runden das Gesamtbild ab.

Die "Tage des Seth" sind nicht nur inhaltlich und historisch schlüssig, auch die geographischen und baulischen Angaben sind realistisch, was timediver® nicht zuletzt aufgrund seiner zwei Ägyptenreisen bestätigen kann. Bleibt zu hoffen, dass noch weitere Romane dieser Qualität folgen werden. Zur Überbrückung der Wartezeit sei die Pentalogie um die Erbauung der Pyramiden während der vierten Dynastie von Guy Rachet (Band 1: Die Sonnenpyramide) empfohlen.

Prädikat "besonders wertvoll" - 5 Amazonsterne.
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am 23. Januar 2012
Ägyptenromane gibt es wie Sand am Meer. Dieser hier kann wahrlich den Titel "historischer Roman" führen, weil er das Umfeld nicht einfach nur "historisierend" benutzt (wie das z.B. bei Jacq der Fall ist), sondern lebendig werden lässt und in unsere Zeit transportiert. Die Autorin scheint ihr Metier gut zu kennen.
Dabei hilft natürlich die belegte Ausgangssituation der Haremsverschwörung unter Ramses III. Das hilft, um die Handlung historisch zu verankern. Aufgrund der oft doch spährlichen Quellenlage gleiten Ägyptenromane in die sonst üblichen - eben "historisierenden" - Spekulationen ab. Dass ein historischer Roman natürlich trotzdem viel Phantasie braucht, steht außer Frage. Wichtiger deshalb in meinen Augen: Die Beschreibungen der Lebensumstände am Hof und auf dem Lande, sowie die von rituellen Abläufen, tragen dazu bei, dass ein lebendiges Bild des 12. Jhdt. v.Chr. entsteht. Die Autorin kennt die Orte gut.
Der spannende Erzählstil, angemessen gebrauchtes, zeitgemäßes Vokabular und ein fulminantes Finale schaffen eine gute Dramaturgie und lassen die Geschichte sehr unterhaltsam werden.

Personenregister, Karten und Glossar sind gute Hilfen.

Sehr zu empfehlen, für diejenigen, die aus diesem Genre etwas Gutes in die Hand bekommen wollen.
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