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am 28. Mai 2007
Heutzutage muss Humoristisches offenbar stets in Lexikonform gepackt werden, damit auch jeder gleich merkt, dass er ein lustiges Buch kauft und alphabetisch nachlesen kann, was z.B. Frau meint, wenn sie sagt, sie habe "ihre Tage" oder, was der Buchstabe "O" bedeutet, wenn ein Arzt ein Röntgenbild betrachtet.

Bereits bevor die Lexikon- und Ratgeberflut den Buchmarkt überschüttete, hat Ror Wolf unter dem Pseudonym "Raoul Tranchirer" mehrere Ratgeber verfasst, die sich niveautechnisch zu obigem ungefähr so verhalten wie die Championsleague zur Kreisklasse. Günter Kämpf hat daraus vor zwei Jahren dieses Lexikon unter dem Namen "Raoul Tranchirers Taschenkosmos" zusammengestellt. Das Buch enthält Begriffe wie "Carumbamba", "Filzmalz", "Käsefälschung", "Schlundrohr" oder "Zudecke" und verhilft so der Wirklichkeit in einer Zeit, in der manche ernsthaft versuchen, das Wissen der Menschheit auf Buchform zu reduzieren ("Bildung - was man wissen muss", "A short history of nearly everything"), wieder zur Geltung, wie mal ein Kritiker geschrieben hat. Wolfs Humor lässt sich am besten mit Beispielen beschreiben: "Amerika" erklärt er durch drei nichtige Begebenheiten, die Einwohnern dieses Landes widerfahren seien, aber auch überall sonst auf der Welt hätten stattfinden können. Beim Thema "Damenschuhe" erzählt er von den kleinen Freunden eines männlichen Schuhfetischisten.

Wolfs Geschichten sind von einer hinreißenden Nichtigkeit, Subtilität und Detailvernarrtheit, wie ich sie von kaum einem anderen Autoren kenne. Ihre mehrheitliche Pointenfreiheit ist geradezu ein Markenzeichen und Qualitätsmerkmal der erzählten Bagatellen. Sprachlich bewegt sich Wolf irgendwo zwischen Loriot, Kafka und Henscheid und das, ohne zu übertreiben, in Vollendung: Zum Thema "Taschentücher": "Manche Männer zerbeißen die Taschentücher von Damen und gelangen auf diese Weise zu sexueller Erfüllung". Oder über "Tatsachen": "Das Geschlechtliche wird durch die Häufung schleichender Reize betroffen; aber von Worten ist auch auf diesem Gebiet nicht mehr die Rede." Zu "Wurst" schließlich: "Unter Wurst versteht man im allgemeinen ein Erzeugnis der Fleischerei, das trotz aller Verschiedenheiten die gemeinsame Eigenschaft hat, aus einem in dünne Därme gefüllten Gemisch von Fleisch, Fett, Blut, Leber und anderen Dingen zu bestehen." Allein Wolfs Sprache macht dieses Buch zum Kleinod hintergründigen Humors. Das Lexikon ist mit zahlreichen skurrilen Collagen illustriert und im Berliner Klaus Wagenbach Verlag erschienen.
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