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Kundenrezensionen

4,5 von 5 Sternen
11
Ein Kräcker unterm Kanapee (SALTO)
Format: Gebundene Ausgabe|Ändern
Preis:17,00 €+ Kostenfreie Lieferung mit Amazon Prime


am 9. Dezember 2016
Was Alan Bennett so auspackt ist manchmal ganz schnell durchschaubar, manchmal aber auch ein bisschen hinerhältig. Manche Tragik verbirgt sich in den Stories, aber man fühlt sich trotzdem gut unterhalten. Dass dieser Alan Bennett in dem Film über die schrullige alte Dame, die 15 Jahre lang in seiner Hauseinfahrt in einem gebrauchten Bus lebte, auch die Hauptrolle spielt, ist der "Käse" am Kräcker. Als Autor eine absolute Entdeckung für mich. Das kleine rote Büchlein im Leineneinband ist auch optisch ein Hingucker und eignet sich sehr gut als Mitbringsel oder Geschenk. Gerade für Leute, die statt dicker Schwarten lieber gewitzte Short-Stories lesen.
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am 3. Oktober 2013
ist die Beschreibung der Personen, und amüsant, wie alle Bücher von Alan Bennett. Hinzu kommt die gute Ausstattung. Ein schönes Geschenk, besonders für die Liebhaber des englischen Humors.
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am 12. Dezember 2012
Die Geschichten in diesem kurzweiligen Büchlein sind typische Bennett-Geschichten: Skurril und lustig aber immer mit einem Fünkchen, das den Leser nachdenklich oder mitfühlend stimmt. Und natürlich Very British!
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am 1. Oktober 2013
Meine Liebe zum englischen Humor wurde bei dieser Lektüre auf die Probe gestellt...recht skurill, nur für hardliner des britischen Humors!
Eine Person fand diese Informationen hilfreich
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Nicht erst seit dem phänomenalen Erfolg des Bandes "Die souveräne Leserin" ist der britische Dramatiker Alan Bennett zu einer Art Kultautor geworden. Ein Status, den der jetzt vorliegende kleine Band mit tragisch-komischen Geschichten bestätigt.

Eigentlich ist Alan Bennett Dramatiker. Und so lesen sich auch die sechs Monologe, die Bennett 1987 für den BBC geschrieben hat, wie kleine menschliche Dramen, die auch als Theaterstücke, als "szenische" Monologe voller Unmittelbarkeit durchgehen könnten. So erfindet ein Autor also sechs Hauptfiguren (fünf Frauen, einen Mann): Muttersöhnchen und Stubenhocker in den Wechseljahre, trauernde Witwen, Staubsüchtige und übereifrige Briefschreiberinnen.

In einer symbiotischen, fast eheähnlichen Beziehung ("Ein Splitter im Zucker") leben der etwas gestörte Graham und seine demente Mutter. Diese Beziehung gerät durch die Begegnung der Mutter mit dem Jugendfreund Mr. Turnbull etwas aus dem Gleichgewicht. Der Lauf der Ereignisse ist nicht ohne Tragik, so als sich herausstellt, dass Mr. Turnbull eigentlich ein Betrüger ist. Die Mutter, die "bloß ein blaues Auge und einen Tagesausflug nach Fleetwood gekriegt" hat, ist enttäuscht, Graham jedoch zufrieden - und die kleine Welt der beiden wieder in Ordnung.

Die Pfarrersfrau Susan dagegen findet "Ein Bett zwischen Linsen". Sie ist, "dass ich nicht mit Jesus verheiratet war". Ihre Aufgaben nimmt sie mehr oder weniger lustlos wahr. Ebenso die Predigt ihres Mannes, der sich des Themas "Sex" angenommen hat - mit dem Tenor "Ehe ist die Lizenz zum Sex". Susan hat zudem einen Hang zum Alkohol, der sie in Kontakt mit dem jungen Inder, einem Lebensmittelhändler, bringt. Ein gewisser Zynismus ist ihr nicht abzusprechen - während sie die überraschende Liebe (?) lebt. Auch später nicht, als sie von dieser Liebe und vom Alkohol geheilt ist.

Traurige Gestalten und absonderliche Figuren sie alle: die manische Briefschreiberin, die im Gefängnis landet; Lesley, für die es eine "interessante Erfahrung" war, letzte Woche ihren Mann erschossen zu haben; die über siebzigjährige Doris aus der Titelgeschichte "Ein Kräcker unterm Kanapee", die in einem besessenen Kampf mit dem Staub steht, hat bereits "ihren Mann ins Grab gewischt" und ist dabei, sich durch diese Obsession selbst zu erledigen.

Das alles ist very british, voller skurillen Humors, aber auch menschlich sehr anrührend, weil, wie der Autor im Nachwort schreibt, "einige Ereignisse in diesen Geschichten auf tatsächliche Vorfälle in meinem Leben" zurückgehen. Und Alan Bennett gibt keine seiner Figuren der Lächerlichkeit preis. Das Alltägliche in seinen Erscheinungsweisen und Ausprägungen ist bei ihm allerdings immer komisch.
16 Personen fanden diese Informationen hilfreich
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am 8. November 2017
Ich bin auf Umwegen bei Alan Bennett und den Talking heads gelandet. In jeder der Geschichten entfaltet sich das Drama des Lebens der jeweiligen Figur mit ihrer Beschränktheit, begrenzten Sicht auf ihre eigene Situation und der Unausweichlichkeit einer griechischen Tragödie. Die Personen können ihrem Schicksal nicht entkommen. Selbst wenn sie es wollen finden sie den Weg nicht. Die Frau des Pfarrers findet über die Liebe zu dem indischen Händler zwar aus dem Alkoholismus, Zum Schluss denkt sie jedoch, 2 Religionen statt einer zu haben und findet nicht aus der sie belastenden Ehe. Muriel in Soldiering on kann den Gedanken an den Verrat des Sohnes und des Ehemanns nicht ins Gesicht sehen.
Wirklich beeindruckend ist für mich die Verfilmung für die BBC mit Maggie Smith als Susan in Bed among lentils oder Patricia Routledge als Miss Schofield (A Woman of no importance). Es lohnt sich, die Filme anzusehen. Sie sind intens in der sparsamen Inszenierung und transportieren den Text einzigartig. Leider geht in der Übersetzung manche Bedeutung verloren. So ist die Geschichte "Miss Fozzard finds her feet" mit "Miss Fozzard findet ihre Füße" übersetzt. Neben diesem ganz wörtlichen Sinn heißt "to find ones feet" im Englischen aber auch "Sicherheit in einer neuen Situation finden" bzw. ähnlich wie: auf die Beine kommen. Im Titel "Soldiering on" kommt die nahezu preussisch/ militärische Verpflichtung zum Durchhalten zum Ausdruck. Durchhalten auch der eigenen Einstellung wider besseres Wissen?
Die Texte sind jedenfalls ganz großartig, jedoch würde ich sie lieber im Original lesen.
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am 12. August 2010
Beim Lesen stellt der Leser irgendwann mal fest, dass Bennett und Loriot auf frappierende Weise Gemeinsamkeiten haben, auch wenn sie sich kaum gegenseitig inspiriert haben dürften. Auch Bennett ist ein blendender Beobachter von Alltagssituationen und menschlichem Verhalten, seine Protagonisten haben fast alle etwas Kauziges und kommen dem Leser aber doch irgendwie bekannt vor. Doch gibt es natürlich einen sehr grossen Unterschied zwischen den beiden, der eine ist Engländer und der andere ein waschechter Deutscher. Und so haben einige seiner Kurzgeschichten den typischen Hang zum schwarzen, englischen Humor, der seinen Monologen zusätzlich noch mehr Würze verleiht.
Ein Buch für die Ferien, nur leider viel zu kurz.
3 Personen fanden diese Informationen hilfreich
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am 30. April 2010
Nach dem großen Erfolg von Die souveräne Leserin werden nach und nach alle älteren Werke Alan Bennetts wiederaufgelegt, manche erscheinen, wie Ein Kräcker unterm Kanapee erstmals auf Deutsch. Der Band versammelt sechs Monologe (eine Mischung aus Kurzgeschichte und Theaterstück), die Alan Bennett 1987 für die BBC geschrieben hat. Der britische Sender inszeniert sie und zeichnete sie auf. In Buchform erschien Ein Kräcker unterm Kanapee 1988 in Großbritannien unter dem Titel Talking Heads.

In jeder Erzählung steht jeweils eine Person im Mittelpunkt, die einen Monolog hält. Alle sechs kommen eher von der Verliererseite des Lebens - jedoch nicht in ihrer Selbstwahrnehmung. Ob diese gestörte Selbstwahrnehmung ein Schutzmechanismus ist oder auf mangelnden Intellekt zurückzuführen ist, bleibt offen. Aus der beschränkten Sichtweise der Protagonisten ziehen die Texte sowohl ihre Tragik, wie ihre Komik.
Die ersten drei Geschichten vermitteln einen eher positiven Grundton, die man als Leser den Monologisierenden in all ihrer Tragik, zugestehen kann. In "Ein Splitter im Zucker" führt der psychisch gestörte Graham und seine leicht demente Mutter eine eheähnliche Beziehung, die in Gefahr gerät, als seine Mutter ihren Jugendfreund Mr. Turnbull wiedertrifft, der ihr den Hof macht. Als Mr. Turnbull sich als Betrüger herausstellt, triumphiert Graham. Er erkennt nicht, dass seine Mutter dadurch eine große Freude genommen wird und ihr gegenseitiges Abhängigkeitsverhältnis inzestuöse Züge trägt. Die für beide gewohnte Mutter-Sohn-Beziehung ist wiederhergestellt. Nur so kann er glücklich sein. Susan, die Pfarrersehefrau in "Ein Bett zwischen Linsen" ist vielleicht die positivste der Protagonisten. Zum einen durch eine recht kritische Haltung ihrer Umgebung gegenüber, zum anderen dadurch, dass sie sich weiterentwickelt. Sie überwindet durch das Verhältnis zu ihrem indischen Lebensmittel- (und Spirituosen-) Händler ihren Alkoholismus - nur ihren Zynismus überwindet sie nicht. Miss Ruddock, die zwanghafte Beschwerdebriefschreiberin in "Frau mit Füllfederhalter" entwickelt sich ebenfalls weiter. Als sie in Folge ihres uneinsichtigen Verhaltens ins Gefängnis kommt, ist sie unter Verbrechern das erste Mal glücklich - weil sie auch das erste Mal gebraucht wird.
Die letzten drei Geschichten hingegen sind eher von einem negativen Duktus geprägt.
Die Komparsin Lesley aus "Ihre große Chance" ist zwar von einem ungeheurem Tatendrang und Optimismus beseelt, doch keiner der Leser kann glauben, dass sie sich nicht ausgenutzt fühlt, wenn sie mit jedem aus der Filmbrache schläft und dennoch von keinem ernst genommen wird. Auch Muriel in "Aufrecht weiter" sagt sich am Ende "Ich bin kein tragischer Typ" doch ihr Abstieg ist bereits vollzogen. Nach dem Tod ihres kriminellen Mannes, der ihre Tochter jahrelang missbraucht hat, wird sie von ihrem Sohn um sämtliches Vermögen betrogen. Doch all das erkennt sie in ihrer grenzenlosen Naivität nicht. Die vorher so reiche, aktive und sozial anerkannte Frau, lebt jetzt völlig verarmt und isoliert in einem Ferienhaus und schaut den ganzen Tag ungefiltert fern. Niemand wird bemerken, wenn sie stirbt. Schließlich hat sie, so wie Doris, die Fünfundsiebzigjährige aus "Ein Kräcker unterm Kanapee", nichts mehr vor sich als den Tod. Was Doris von den Protagonisten der anderen Geschichten unterscheidet: sie erkennt es: "Jetzt ist es sowieso vorbei." Ob sie erkannt hat, dass ihr Putz-Komplex sie in diese Situation gebracht hat, bleibt wiederum offen.

Alle sechs Geschichten sind, gemäß ihrem ursprünglichen Verwendungszweck, mit Regieanweisungen versehen. Bennett lässt alle seine Protagonisten in einer einfachen, dennoch jeweils eigenen Sprache drauflos erzählen. Mit wenigen Worten vermag er uns die Lebensrealität der Einzelnen Personen zu vermitteln. Wenn man Bennett einen Vorwurf machen kann, dann den, dass außer Graham, alle seine doch recht beschränkten Protagonisten Frauen sind, die noch dazu alle eher der Mittel- bis Unterschicht zuzuordnen sind. Gibt es nicht auch beschränkte Top-Manager, die nicht über ihre Bilanzen hinausblicken können?

Ein Kräcker unterm Kanapee ist wieder in der schönen SALTO-Reihe des Wagenbach-Verlages erschienen. Der Band ist mit einem Nachwort von Alan Bennett versehen, indem er selbstkritisch und selbstironisch seine Texte reflektiert.
6 Personen fanden diese Informationen hilfreich
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am 15. November 2010
in wunderbares Buch!

Es erzählt von Mamas Liebling, einer leidenschaftlichen Trinkerin, der gescheiterten Schauspielerin, der trauernden Witwe, von einer in die Jahre gekommenen Omi, die nicht ins Heim will und von meinem persönlichen 'Liebling', einer älteren Dame die es zu genau nimmt.

Der Autor erzählt still und leise und dennoch eindrucksvoll vom ganz normalen Leben der 'normaler' Menschen. Doch sollte man sich das Ganze näher anschauen. Genauer betrachtet sind dies wunderbare Geschichten verschiedenster Leute, die einen zum Lachen bringen aber auch traurig stimmen.

Ich habe mich köstlich amüsiert bei dieser Lektüre. Ein Büchlein zum Verweilen und reflektieren. Deshalb Vorsicht! Der eine oder andere läuft Gefahr sich in dem Buch wieder zu erkennen.
8 Personen fanden diese Informationen hilfreich
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am 13. Mai 2011
Ein besonders nettes, pralles Geschichtenbuch, ideal auch zum vorlesen, dann haben die Zuhörer auch so viel Spass.

Die Protagonisten werfen die Alltäglichkeiten, in herrliches Licht und Alan Bennett ist wirklich ein Autor der feinen englischen Art.

Immer wieder Bennett!
Anja Ciaxz
Mai 2011
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