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Gerhard Wehr, Christliche Mystiker. Von Paulus und Johannes bis Simone Weil und Dag Hammarskjöld, Verlag Friedrich Pustet, Regensburg 2008, 256 S., ISBN: 978-3791721477

Gerhard Wehr, ausgewiesener Kenner von Erscheinungsformen der Mystik, vermittelt mit seinem Buch einen Überblick über die Geschichte der christlichen Mystik von den Anfängen bis in die Gegenwart. Wehr spannt damit einen weiten Bogen. Anhand des Lebens und Werks herausragender Mystikerinnen und Mystiker entsteht ein umfassendes Panorama christlicher Mystik. Die vom Verfasser ausgewählten Mystiker stammen aus allen Konfessionen, wobei die abendländische Mystik im Vordergrund steht. Wehr beginnt mit den von ihm so genannten drei Gründergestalten christlicher Mystik: Paulus, Johannes und Dionysius Areopagita. Es schließen sich Wegbereiter nach innen an: Augustinus, Bernhard von Clairvaux und Franz von Assisi. Die mittelalterliche Frauenmystik wird repräsentiert durch Hildegard von Bingen, Mechthild von Magdeburg und Marguerite Porète. Die deutsche Mystik der Männer stellt Wehr anhand des mystischen Dreigestirns von Meister Eckhart, Johannes Tauler und Heinrich Seuse dar. Der Autor verweist ebenso auf mystische Impulsgeber der Reformation: Martin Luther, Thomas Müntzer und Sebastian Franck. Die spanische Mystik ist vertreten durch Ignatius von Loyola, Teresa von Avila und Johannes vom Kreuz. Jakob Böhme, Angelus Silesius und Gerhard Tersteegen fasst Wehr unter der Überschrift 'Protestantische Zeugnisse' zusammen. Das letzte Kapitel schließlich ist Mystikern des 20. Jahrhunderts gewidmet: Pierre Teilhard de Chardin, Simone Weil und Dag Hammarskjöld. Die lange Liste zeigt: Es werden tatsächlich fast alle wichtigen Mystikerinnen und Mystiker porträtiert. Einzig die romanische Mystik in der nachreformatorischen Zeit wird nicht eigens aufgenommen.
Die mystischen Porträts folgen allesamt einem einheitlichen Aufbau: Zunächst gibt der Autor einen Einblick in die Biographie, dann folgt das Herausarbeiten wesentlicher mystischer Grundgedanken. Der dritte Teil der Porträts enthält Abschnitte und Zitate aus dem Werk der jeweiligen Mystiker.
Vorgeschaltet ist den mystischen Porträts eine knappe Einführung in das Wesen mystischer Erfahrungen. Wehr geht davon aus, dass es sich dabei um ein Urphänomen religiösen Erlebens handelt, das sich allerdings in sehr unterschiedlichen Nuancen und Gewichtungen zeigen kann.
Insgesamt ein empfehlenswertes Buch, um einen Einblick in das Phänomen christlicher Mystik zu gewinnen. Das Einleitungskapitel über das Wesen mystischer Erfahrung ist etwas kurz geraten. Nicht immer stimme ich mit dem theologischen Urteil des Verfassers überein. So beruht etwa Wehrs Behauptung, dass Luther sein Freiheitsverständnis nicht auf den zwischenmenschlichen Bereich angewendet habe, auf einem Missverständnis. Der Reformator hat durch ein vielfältiges sozialethisches Engagement gezeigt, wie er sich das Eingreifen eines Christen in die Politik vorstellte. Auch ist die Aussage, dass Mystik wesensgemäß über konfessionelle Begrenzungen hinweg weist, im besten Fall eine Wunschvorstellung. Es kann kein Zweifel sein, dass christliche Mystikerinnen und Mystiker z.T. betonte Konfessionalisten waren (was der Autor im Hinblick auf Angelus Silesius selber feststellt).
Immer neu ist man bei der Lektüre erstaunt über den Reichtum mystischer Frömmigkeitsformen in den verschiedenen christlichen Konfessionen.

Prof. Dr. Peter Zimmerling, Leipzig
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am 1. September 2010
In diesem Buch werden in kurzen Kapiteln viele bedeutende Mystiker vorgestellt, dennoch ist es kein Nachschlagewerk, ich konnte das einfach geschriebene Buch gut von vorne bis hinten lesen. Leider ist das ganze Buch vollständig auf Martin Luther ausgerichtet und mit hohem Reformationseifer geschrieben. Während bei Paulus ein längerer Abstecher zur Rechtfertigung (Ursache für die Kirchenspaltung) vielleicht noch zulässig ist, wird es später, wenn z.B. die Geburt von Teresa v. Avila mit den Thesen von Martin Luther in Beziehung gesetzt wird, fast schon komisch. Ob Martin Luther nun ein Mystiker war oder nicht, kann ich nicht beurteilen, die Mehrheitsmeinung jedenfalls beurteilt dies wohl ehr zurückhaltend, was in einem (!) Satz des Buches auch zugestanden wird. Sicher aber hat Martin Luther die Mystik nicht vorangebracht. Ihn zum zentralen Mystiker zu machen, der formal genau in der Mitte des Buches angeordnet wird und auch die meisten Seiten erhält, ist sachlich nicht zu rechtfertigen. Und schadet leider auch der Mysitk, die ist nämlich nicht nur ökumenisch sondern religionsübergreifend!
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