Hier klicken MSS Öle & Betriebsstoffe für Ihr Auto Jetzt informieren 30 Tage lang gratis testen Cloud Drive Photos UHD TVs Learn More TDZ HI_PROJECT Hier klicken Mehr dazu Fire Shop Kindle Ghostsitter longss17

Kundenrezensionen

4,4 von 5 Sternen
138
4,4 von 5 Sternen
Format: Gebundene Ausgabe|Ändern
Preis:14,95 €+ Kostenfreie Lieferung mit Amazon Prime
Ihre Bewertung(Löschen)Ihre Bewertung


Derzeit tritt ein Problem beim Filtern der Rezensionen auf. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.

am 23. Januar 2014
Schicksal! Das ist wohl das Wort, das mir gleich zu Beginn, bereits nach den ersten 3 Sätzen in den Sinn kam. Ich gehöre wohl zu den Menschen, die an Schicksal glauben. Verkettungen unglücklicher Zufälle nennen es die anderen vielleicht, Für mich jedoch geschieht nichts im Leben „einfach nur so“.
Aber war es wirklich Schicksal? Diese Frage beschäftigte mich während des gesamten Romans ... und auch noch lange danach ...
Schon auf der ersten Seite war ich erstaunt über die kraftvollen und ausdrucksstarken Worte der (zu dem Zeitpunkt) 16 jährigen Autorin Anna Seidl.
Rückblenden in Form von Erinnerungen an Ereignisse vor dem Amoklauf zeigten mir den ganz normalen, grundsätzlich glücklichen Teenageralltag der Protagonistin Miriam. Immer wieder wird man aber zurück gerissen in die Gedanken und Gefühle die Miriam nun nach diesem schrecklichen Amoklauf beschäftigen. Ein heftiger Kontrast, der mich als Leser in ein regelrechtes Gefühlschaos zog.
So glücklich diese Erinnerungen auf den ersten Blick scheinen, man lernt Miriam und ihre Freunde, insbesondere natürlich ihrer toten Freund Tobi auch von einer hin und wieder doch gemeinen Seite kennen und so regten sich bei mir schnell die gleichen Gedanken, wie sie die Protagonistin mit sich tragen muss. Wieso kam es zu dem Amoklauf und wer trägt Schuld daran? Schuld – das ist eine der großen Fragen, die es für Miriam zu beantworten gilt. Doch nicht nur für sie ...
Die tiefen Einblicke in die Gefühls- und Gedankenwelt der Protagonistin, wie auch die Handlungen ihrer Freunde wirkten auf mich gleichermaßen realistisch und verstörend.
Wie Episoden wechseln sich in diesem Roman die Rückblicke in das Leben VOR dem Amoklauf mit dem Hier und jetzt im Schatten der Tragödie ab und tief berührt erlebte ich, wie sich Miriam Schritt für Schritt ein wenig Glück und Normalität zurückerkämpft.
Immer im Hinterkopf wie jung die Autorin ist muss ich gestehen, dass ich schwer beeindruckt von der Intensität dieser Geschichte war. DAS hätte ich nicht erwartet. Mir war klar, dass dieses Thema mich nicht unbeeindruckt zurücklassen würde ... auf diese Emotionen war ich allerdings nicht gefasst.
Hier geht es nicht um ein Einzelschicksal und auch nicht um richtig und falsch. Wenige Minuten verändern nicht nur das Leben eines Menschen oder einiger Schüler ... Hier geht es um soviel mehr und jeder für sich kämpft …. Gewinnt ... oder verliert.
Gibt es irgendetwas, das mich an diesem Roman nicht beeindruckt hat? Die Antwort ist ein ganz klares NEIN! Ich war vom kraftvollen und sicheren Schreibstil der jungen Autorin ebenso beeindruckt, wie ich von der Story ergriffen und erschüttert war. Die Figuren dieses Romans, allen voran natürlich die Protagonistin Miriam, sind nicht nur sehr gut ausgearbeitet, sondern auf fast erschreckende Art realistisch und ihre Angst, Sorge, Verzweiflung und Hoffnung nahezu spürbar.

„Es wird keine Helden geben“ ist ein Roman, der mich durch seine Intensität noch nachhaltig beschäftigt hat. Eindringlich wird man hier mit einem Thema konfrontiert, dass man sonst nur aus den Nachrichten kennt und kommt nicht umhin, auch seine eigenen Gedanken zu diesem Thema zu vertiefen. Anna Seidl verdient meinen größten Respekt für diese eindringliche Geschichte, die schon jetzt zu meinen Lese-Highlights 2014 gehört.
0Kommentar| 8 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 20. Januar 2014
Dieses Buch hat mich einfach nur von den Socken gehauen. Anna Seidel ist nämlich “erst” 18 Jahre alt (hat das Buch mit 16 geschrieben!!!) und ich wundere mich sehr über das unfassbare Thema, dem sie sich in ihrem Debüt angenommen hat und wie sie mich bis auf die letzte Seite fesseln konnte.

In “Es wird keine Helden geben” berichtet uns die 15jährige Miriam von einem Schultag, an dem sie fast verschlafen hätte, wenn nicht die Guten-Morgen-SMS ihres Freundes gewesen wäre. Ein Tag, der sich wie jeder andere in der Unendlichkeit vieler Schultage eingereiht hätte. Doch an diesem Tag wird alles anders sein. Und es wird keine Helden geben.

“Ja, wir lassen Philipp einfach zurück. Und ja, die Folgen sind mir bewusst. Ich weiß, dass das seinen Tod bedeuten könnte. So herzlos es auch scheinen mag – würde ich
bleiben, würde ich mein Todesurteil unterschreiben. Hier denkt jeder zuerst an sich. Es gibt keine Helden. Die sind eine Erfindung der Filmindustrie.”

Das Thema des Buches, ihr habt es vielleicht schon erraten, ist der Amoklauf. Der Junge Matias, von vielen gehänselt, weil er ziemlich ungepflegt erscheint, rächt sich an Schülern und Lehrern und richtet ein grausames Blutbad an. Hierbei fand ich ziemlich gut, dass das Mobbing in Erinnerungsfetzen Miriams beleuchtet wurde und dem Leser als Grund präsentiert wurde. Keine Fachsimpeleien über Killerspiele und was wir alles verbieten sollten. Aber diese Art von Kritik braucht das Buch auch gar nicht, es übt auch ohne Killerspiele und Medienrummel eine ordentliche Portion Gesellschaftskritik.

Im Fokus stehen allerdings nicht die Gründe oder irgendwelche kritischen Fragen. Viel beeindruckender, und mit beeindruckend meine ich eine stetige Gänsehaut und fast schon ein Atem-Anhalten, fand ich, wie Anna Seidel mich an Miriams Leben hat teilhaben lassen. Miriam muss zusehen, wie ihr Freund erschossen wird, sie versinkt in einer Art Depression, muss sich durch die Trauerarbeit kämpfen und dann nimmt sich auch noch ihre beste Freundin das Leben. Ich konnte fast am eigenen Körper die inneren Schmerzen und Hilflosigkeit nachvollziehen. Es tat mir in der Seele weh, was das Mädchen nach dem Ereignis durchmachen musste und ich weiß aus eigener Erfahrung, dass sowas Zeit braucht und dass so bald nicht alles wieder okay sein würde. Anna Seidl gelingt es dabei zu verdeutlichen, was für eine unfassbare Situation, welche Tragödie sich in diesem Moment abspielt und dass sich die Gründe nicht immer plakativ festmachen lassen. Es gibt kein schwarz und weiß. Zu Beginn gibt Miriam Matias die ganze Schuld, bezeichnet ihn als Monster. Doch nach und nach fällt ihr auf, dass sie und ihre Freunde vielleicht nicht ganz unschuldig an seinem Verhalten gewesen sind.

“Wir haben Matias Staudt aus ganz verschiedenen Gründen gemobbt. Die einen, weil sie sich dadurch selber nicht so klein fühlten. Andere, weil sie Angst hatten, selbst
gedisst zu werden, wenn sie nicht mitmachten. Und wieder andere haben mitgemacht, weil sie es genossen, Macht über Schwächere zu haben. Und ich habe einfach nicht
darüber nachgedacht.”

Doch wie soll ein 15jähriges Mädchen damit umgehen? Aus Miriams Perspektive erfährt man sehr eindrucksvoll, was für einen Schaden so ein Amoklauf anrichten kann. Für Jugendliche, Freunde, Familien und die Schule selbst. Ich muss gestehen, dass mich der Stil und die Erzählung teilweise sehr tief berührt haben und ich viel mit Miriam gelitten habe. Ein wirklich sehr schlaues und erwachsenes Buch. Ich bin gespannt, was uns die junge Schriftstellerin noch präsentieren wird!
0Kommentar| 4 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 28. August 2016
Endlich mal ein Buch, dass dort ansetzt, wo andere aufhören: Nach der Tat. Die Tat wird zwar auch kurz und schockierend geschildert, spielt aber eher die Rolle des "Eintritts" in die eigentliche Handlung. Hier wird im Rahmen eines Romans die fiktive 15-jährige Überlebende eines fiktiven Schulamoklaufes begleitet in ihrer Verwirrtheit, ihrer Fassungslosigkeit, in ihrem tiefen Schmerz über den Verlust ihres Freundes, ihrer Wut, ihrer Hilflosigkeit, ihrer Angst. Sie hardert mit ihrem Schicksal. Ist Überleben wirklich Glück in einer solch extremen Situation? Sie muß erleben, wie ihre beste Freundin, die beim Amoklauf an ihrer Seite war, daran zerbricht. Sie lernt, dass es nur zwei Möglichkeiten nach dem ÜBERLEBEN geben kann, entweder weiter LEBEN oder auch daran zerbrechen. Das alles ist ein langer, ein schmerzhafter Prozess, den die noch sehr junge Schriftstellerin Anna Seidl mit kurzen, eindringlichen Sätzen beschreibt. Nie pathetisch, nie übertrieben oder rührselig, sondern wie ein stiller Beobachter hat sie das Buch in der Ich-Form geschrieben und sich dabei so tief in die Materie hineinversetzt, dass ich mich mehrfach gefragt habe, ob sie das alles nicht sogar selbst erlebt hat. - Vielleicht sieht ein tatsächliches Amokopfer dies anders, aber für mich kommt die Schilderung der Seelenqualen, des Kampfes um die Rückgewinnung eines Stückes Normalität und schließlich die beginnende Verarbeitung und damit einhergehend die Veränderung und Weiterentwicklung der jungen Miriam sehr authentisch rüber. Das Buch ist zutiefst berührend und stimmt nachdenklich auch im Hinblick auf den jungen Täter und seine augenscheinlichen Motive. ... Fazit: Klare 5 Sterne und die Bitte an die Schriftstellerin um weitere Bücher mit dieser Aussagekraft und aktuellen Brisanz in dieser schnörkellosen Eindringlichkeit.
0Kommentar| 2 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
TOP 500 REZENSENTam 8. April 2014
Wenn nichts mehr ist, wie es war. Kurz, nachdem es zur Pause geläutet hat, hört Miriam einen Schuss. Zunächst versteht niemand, was eigentlich passiert ist, aber dann herrschen Chaos und nackte Angst. Matias, ein Schüler aus ihrer Parallelklasse, schießt um sich. Auch Miriams Freund Tobi wird tödlich getroffen. Miriam überlebt - aber sie fragt sich, ob das Leben ohne Tobi und mit den ständig wiederkehrenden Albträumen überhaupt noch einen Sinn hat. Waren sie und ihre Mitschüler Schuld an der Katastrophe?

Zunächst einmal: Anna Seidl hat "Es wird keine Helden geben" im zarten Alter von nur sechzehn Jahren geschrieben (oder zumindest die erste Fassung). Es ist eine beträchtliche Leistung, wenn man es in diesem Alter schon schafft, ein so gutes und nachdenkliches Buch zu schreiben, das den Leser derart berühren kann.

Und deshalb hatte ich auch keine Probleme in die Geschichte zu finden, sondern war von der ersten Seite an gefesselt. Das Buch ist in der Ich-Form geschrieben und setzt direkt mitten im Tatgeschehen ein. Durch diese Erzählform erfährt man als Leser jede Menge über die Gedanken und Gefühle der Protagonistin Miriam und das sorgt dafür, dass der Roman einem sehr nahe geht. Ich hatte beim Lesen oftmals das Gefühl, dass ich mittendrin bin und selbst jetzt nach dem Lesen lässt mich das Buch noch nicht richtig los. Super finde ich auch, dass in den Roman immer wieder Erinnerungen von Miriam eingeschoben werden, denn so lernt man ihr Leben vor dem Amoklauf kennen, das vorher eigentlich sehr durchschnittlich und typisch für einen Teenie war.

Trotzdem hatte ich das Gefühl, dass manchmal das Thema Amoklauf zu kurz kam. Der eigentliche Amoklauf wird am Anfang sehr knapp abgehandelt und hier hätte ich mir noch mehr gewünscht. Das betrifft auch die Art und Weise, wie andere Schüler mit der Tat umgehen, denn davon erfährt man nur vage am Rand. Oder wie die Tat durch die Medien geht, wie die Öffentlichkeit reagiert etc. Manchmal hatte ich das Gefühl, dass Miriams Trauer um ihren toten Freund im Vordergrund steht und nicht der Amoklauf an sich. Diesbezügliche Reflexionen, auch über die Schuldfrage, werden nur sehr oberflächlich angestellt und das finde ich persönlich etwas schade, denn so erschien mir der Roman nicht ganz so tiefgründig wie anfangs erwartet (oder erhofft).

Von den Charakteren steht natürlich die Protagonistin Miriam im Vordergrund und das allein schon deshalb, weil sie die Ich-Erzählerin ist und man die Handlung quasi durch ihre Augen und Gedanken erlebt. Sie ist - zumindest bis zu dem entscheidenden Tag - ein typisches fünfzehnjähriges Mädchen in der Pubertät mit Hauptinteresse an Shopping, Freundinnen und Jungs. Ich fand sie als Charakter gut durchdacht und glaubwürdig, allein ihr plötzlich gutes Verhältnis zur bis dato verschollenen Mutter fand ich zu harmlos dargestellt. Überhaupt muss ich zugeben, dass ich Miriams Wiedersehen mit ihrer verschwundenen Mutter ziemlich überflüssig und störend fand, denn dies ist ein Handlungselement, das meiner Meinung nach unbedingt in diesen Roman passt. Die Nebencharaktere bleiben blasser, aber das ist wahrscheinlich in erster Linie der Erzählweise geschuldet.

Trotzdem ist "Es wird keine Helden geben" ein Buch, das unter die Haut geht, zum Nachdenken anregt und tief berührt. Manche Gedanken von Miriam haben mich mitten ins Herz getroffen, v.a. ihre philosophischen Überlegungen über das Leben. Es hört sich vielleicht kitschig an, aber es stimmt, denn mich hat der Roman dazu gebracht, mein eigenes Leben kritisch zu hinterfragen. Ja, wir sind für unser Leben selbst verantwortlich und jeder neue Tag ist ein Geschenk. Das hört sich banal an, aber Bücher wie "Es wird keine Helden geben" führen uns so fundamentale Dinge wieder vor Augen, die wir sonst im Alltag gerne mal außer Acht lassen.

Fazit: "Es wird keine Helden geben" ist für mich persönlich eins der besten Jugendbücher der letzten Monate und sollte fast schon Pflichtlektüre werden. Ein sehr empfehlenswertes Buch trotz kleiner Schwächen, nicht nur für Jugendliche.
0Kommentar|War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 23. Januar 2014
Zitat Seite 14
"Wenn die Stille dir das Leben rettet, definierst du neu, was laut und was leise ist"

Für die fünfzehnjährige Miriam, sollte es dem ersten Anschein nach, ein völlig normaler Schultag werden. Doch dann fallen plötzlich Schüsse und alles bricht in Panik aus. Miriam flüchtet sich mit ihrer besten Freundin Joanna auf die Toilette um sich dort zu verstecken und erlebt die schlimmsten Minuten ihres Lebens.Wie durch ein Wunder überlebt Miriam und ihre Freundin den Amoklauf ihres Mitschülers. Doch sie muss mit ansehen, wie ihr Freund Tobias schwer verletzt wird, und er letztendlich stirbt. Für sie beginnt die schlimmste Zeit in ihrem Leben. Denn sie hat nicht nur ihren Freund verloren, ihre erste große Liebe, auch ihre Freundinnen drohen an dem Geschehenen zu zerbrechen und ziehen sich von ihr zurück.Und für Miriam stellt sich immer mehr eine Frage in den Vordergrund, trägt sie eine Mitschuld an alle dem, weil sie Jahrelang den Täter selber mit diskriminiert hat ?

Zitat Seite 202
"Ich fühle mich so schuldig.Ich habe ihm nicht geholfen.
Ich habe ihn nicht gerettet. Ich weiß nicht mal warum !
Wieso war ich nicht bei ihm ?
Wieso stand ich einfach nur still in der Ecke ?"

Meine Meinung

Von Anfang an hat mich dieses Buch in seinen Bann gezogen und gefesselt. Schon bei Seite dreizehn, musste ich feststellen, dass ich mehrmals das Atmen vergessen hatte. Denn man wird als Leser sofort unmittelbar in Geschehen katapultiert, was ich bis jetzt in der Form noch nicht erlebt habe. Die Autorin Anna Seidl, die übrigens erst 19 Jahre jung ist. Und dieses Buch schon mit 16 Jahren geschrieben hat, schafft es durch ihren tollen Schreibstil, die Gefühle in diesem Buch toll und authentisch rüber zu bringen. Man erlebt so viele Gefühle in diesem Buch. Da wäre von Angst, Schuld, Trauer, Hoffnung, Verzweiflung biss hin zu Hass alles dabei.

Zitat
Man kann die Angst riechen.Man kann nach ihr greifen.
Er ist unter uns. Wir können sie hören, die Schüsse
Sie sind laut. Viel zu laut.

Die Protagonistin Miriam ist mir schnell ans Herz gewachsen. Auch wenn sie in diesem Buch nicht gerade ein Unschuldslamm war. Aber sie hat es ja selber erkannt, dass ihr früheres Verhalten, sicherlich mit einer der Gründe war, die einen Schüler zu solchen grauenvollen Taten treiben kann. Denn Mobbing ist auch ein Thema, das in diesem Buch aufgegriffen und authentisch beschrieben wird.

Wir erfahren auch die Gefühle und Ängste die Miriam nach der Tat täglich mit sich rum schleppen musste. Vor allem die Schuldgefühle ihrem Freund gegenüber, weil sie ihm nicht zu Hilfe geeilt ist, fand ich schrecklich. Wie soll ein so junger Mensch damit klar kommen ? Sehr schlimm fand ich es zu sehen, wie unterschiedlich die Freundinnen, das Geschehene verarbeitet haben, oder gar daran zerbrochen sind.Man sieht auch, wie machtlos die Familienangehörigen in solchen Situationen sind, wenn das eigene Kind niemand mehr an sich heran lässt. Und man zittert als Leser die ganze Zeit mit Miriam, ob sie über das Schlimmste hinweg kommt und für sich noch einen Weg findet, wieder zu LEBEN.

Mein Fazit

Zitat Seite 244
"Wir müssen Entscheidungen treffen.Wir dürfen uns nicht immer verstecken.
Wir sollten LEBEN. Denn dafür sind wir da.
Das ist der einzig wahre Grund."

Es wird keine Helden geben, ist ein wirklich tolles, tiefgründiges und sehr bewegendes Buch. Es hat mich schon nach den ersten Seiten überzeugt. Ich kann es wirklich nur weiter empfehlen. Der Schreibstil ist wirklich leicht und flüssig zu lesen. Die Protagonisten sind sehr authentisch. Und die Handlung ist einfach nur erschreckend und spannend zu gleich. Deswegen vergebe ich volle fünf von fünf Sternen.
0Kommentar| 5 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 24. Februar 2015
// Worum es geht //

Kurz nach dem Klingeln zur Pause hört Miriam einen Schuss. Zuerst weiß keiner, was eigentlich geschieht, doch dann bricht Chaos aus.
Schüler und Lehrer laufen wild durcheinander. Überall herrscht nackte Angst, denn Matias, ein Junge aus Miriams Parallelklasse, schießt um sich.
Auch Tobi, Miriams Freund, wird tödlich getroffen. Sie selbst überlebt.
Doch erst danach wird ihr bewusst was das bedeutet. Und ob es überhaupt ein Glück war, dass sie überlebt hat. Kann ihr Leben noch schön und gut verlaufen? Hat es überhaupt noch einen Sinn weiterzumachen, nach all dem?
So viele Fragen schwirren in Miriams Kopf herum, während sie irgendwie versucht einen neuen Sinn für ihr Leben zu finden und die traumatischen Ereignisse des Amoklaufs zu verarbeiten.

// Was ich davon halte //

Allein der Klappentext hat mir eine Gänsehaut beschert und ich wusste, dass ich an diesem Buch nicht vorbei kommen werde. Es ist nicht ganz einfach eine Rezension dazu zu schreiben, denn die Thematik ist sehr harte Kost. Ich habe immer mal wieder eine Pause beim lesen einlegen müssen, um über das nachzudenken, was dort geschrieben stand.
Es sind so viele wichtige Gedanken in diesem Buch zusammengefasst, mit denen man sich nicht nur dann beschäftigen sollte, wenn man ein solches Erlebnis verarbeiten muss.
Trotzdem versuche ich jetzt meine Gedanken zu diesem Buch aufzuschreiben.

Der Aufbau des Buches gefällt mir sehr gut. Man steigt sofort ein am Tag des Amoklauf und erlebt aus der Sicht von Miriam wie dieser abläuft. Man kann die Angst und Verzweiflung aber auch den Schockzustand des Mädchens durch die Zeiten spüren und ich hatte wirklich eine Gänsehaut. Dieses Gefühl der Hilflosigkeit und der puren Angst, dass man im nächsten Moment erschossen werden könnte, ist wirklich greifbar gewesen.
Schon allein da war mir klar, dass ich dieses Buch nicht zu oft aus der Hand legen würde.

Es geht damit weiter, dass Miriam die ersten Tage und Wochen mit den Auswirkungen des Amoklaufes zu kämpfen hat. Sie fühlt sich leer, allein, unverstanden und vor allem hat sie das Gefühl, dass auch sie hätte sterben sollen. Dass es vielleicht besser gewesen wäre, wenn sie ebenfalls tot wäre, denn dann müsste sie all das nicht fühlen.
All diese Gefühle, Gedankengänge und die Verzweiflung die Miriam durchlebt sind unfassbar gut beschrieben. Die Worte, die Anna Seidl dafür gefunden hat, sind einfach unglaublich berührend und herzergreifend. Je weiter man in das Buch vordrang, desto eher bekam man auch als Leser ein Gespür dafür, wie es in Miriam aussah, was sie alles nicht aussprechen wollte und aus welchen Gründen sie nicht darüber sprach oder letztendlich doch den Mund aufmachte.

Durch Rückblenden, die Erinnerungen von Miriam an ihr Leben vor dem Amoklauf beinhalten, bekommt man auch einen Einblick in das "frühere" Leben des Mädchens. Sie war hübsch, unglaublich beliebt, hatte einen tollen Freund und wunderbare Freundinnen. Ihr Leben war sozusagen perfekt.
Je mehr sie aber darüber nachdenkt, desto eher wird ihr bewusst wie oberflächlich sie selbst und auch ihr Leben war. Wie sehr sie sich um Kleinigkeiten geschert hat, anstatt ihr Leben wirklich zu leben.
Genau diese Rückblenden und den anschließenden Gedankengängen von Miriam haben mir besonders gut gefallen, auch wenn ich einige Male Tränen vergossen habe.

Anna Seidl hat mit diesem Jugendbuch etwas unglaubliches geschaffen. Die Gedankengänge eines Mädchens, das etwas so traumatisches wie einen Amoklauf überlebt hat, mit solch treffenden und wunderbaren Worten zu beschreiben und zu erzählen hat mich wirklich ergriffen und unglaublich beeindruckt.
Es ist ein sehr trauriges Buch, doch die Gedanken der 15jährigen Miriam haben auch mir zu denken gegeben.
Gute Ratschläge, um mit dem eigenen Leben zurecht zu kommen, kann man aus diesem Buch eindeutig annehmen. Etwas ganz wichtiges ist mir daraus mal wieder klar geworden: man sollte genau das tun, was man möchte und worauf man Lust hat. Egal was andere Menschen dazu sagen, denn später irgendwann wird man es bereuen, weil man es nicht getan hat oder aber, man wird vielleicht nie die Gelegenheit dazu haben, es tatsächlich zu tun.

// Fazit //

Ein unfassbar ergreifendes Buch, mit tollen Worten und Gedanken darin. Sehr treffend wird hier beschrieben, wie ein 15jähriges Mädchen mit den traumatischen Erlebnissen eines Amoklaufs zurecht kommen muss und wie sie versucht wieder ins Leben zurück zu finden.
5 / 5 Sterne.
0Kommentar| Eine Person fand diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 29. Dezember 2014
In diesem Buch geht es um die Folgen eines Amoklaufs, indem die Ich-Erzählerin Miriam von ihren Gefühlen und Erfahrungen berichtet.
In dem einen Moment ist noch alles in Ordnung und im nächsten Moment liegen ihre Mitschüler blutend auf dem Boden.

Das Buch handelt von der alleinigen Bewältigung des Geschehens. Der Amoklauf wurde selbst in wenigen Seiten abgehandelt.

Der Schreibstil war mir leider an vielen Stellen zu pathetisch, gerade zum Ende hin, trägt die Autorin ziemlich dick auf. Trotzdem lässt sich die Geschichte sehr gut lesen und durch diese (übertrieben) gefühlvolle Darstellung kann man schon mal ein Tränchen verdrücken.

In den ersten 150 Seiten versucht Miriam den Schock des Amoklaufs und den Tod ihres Freundes zu verarbeiten. Sie legt dabei ziemlich egoistische Züge an den Tag und bemitleidet sich selbst. Das möchte ich gar nicht weiter bewerten, denn jeder Mensch wird mit solch einem Erlebnis anders umgehen. Als Leser war es nur manchmal nicht nachzuvollziehen, warum sie sich so eingemauert hat und die angebotene Hilfe nicht in Anspruch genommen hat.

Dann kippt die Stimmung plötzlich und das Mädchen beginnt sich zu öffnen und wieder positive Dinge zu sehen.
Es wird von der Therapie berichtet und von den Veränderungen in ihrem ganzen Leben. Nichts ist mehr wie es war, aber im zweiten Teil des Buches schafft es die Autorin der Protagonistin neuen Lebensmut einzuhauchen. Das hat mich dann auch wieder mit der Geschichte versöhnt.

Es ist in Ordnung, dass Miriam versucht den Täter auch als Opfer zu sehen und somit einen Denkanstoß zu geben, wie manche Reaktionen von einem selbst, bei anderen Menschen ggf. Verletzungen hervorrufen.

Mir hätte es gefallen, wenn ich noch eine andere Sicht auf das Geschehen bekommen hätte, z.B. durch Gespräche mit den Freunden. Auch über die Hintergründe des Täters hätte ich gerne mehr erfahren. So bleibt die Erzählung leider ziemlich einseitig.

Fazit:
Das Buch berichtet über ein Mädchen, dass mit den Folgen eines Amoklaufs leben muss und versucht über den Verlust ihres Freundes hinwegzukommen. Der Schreibstil ist an manchen Stellen sehr theatralisch und rührselig, aber das Thema an sich hallt noch lange nach. Kleinere Logikfehler sind zu verschmerzen. Ich vergebe 4 tolle Sterne.
0Kommentar| Eine Person fand diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 29. März 2017
Für Miriam beginnt ihr Tag, wie jeder andere auch. Schnell noch in die Lieblingsjeans gehüpft, muss sie sich beeilen, um nicht zu spät zum Unterricht zu erscheinen. Ihre Freundinnen warten bereits ungeduldig. Noch ahnen die jungen Mädchen nicht, dass dieser Tag kein gewöhnliches Ende nehmen wird.

Worum geht's?
Miriam ist ein ganz gewöhnlicher 15-Jähriger Teenager. Sie lästert mit ihren Freundinnen, geht liebend gern auf Partys und hasst Hausaufgaben. In ihrem Leben scheint alles perfekt zu laufen, vor allem jetzt, wo sie mit Tobi zusammen ist. Doch mit nur einem Wimpernschlag scheint sich ihr ganzes Leben schlagartig zu verändern. Kurz vor dem Pausenklingeln hören die Schülerin und ihre Klassenkameraden, wie plötzlich Schüsse durch die Gänge hallen. In ihren Köpfen herrscht gähnende Leere und zeitgleich schrillen Alarmglocken. Jeder weiß, dass er diesen Amoklauf überleben will! Diese jungen Menschen haben doch gerade erst damit begonnen, große Pläne für ihre Zukunft zu schmieden.
Um sich vor einem Angriff zu schützen, flüchten die fünf Freundinnen gemeinsam auf die Toilette. Dabei werden sie Augenzeuge dieser Gräueltat, denn auch Tobi bezahlt mit seinem Leben.
Alles, was nach diesen Schreckensminuten noch folgt, scheint Miriam nichtig. Wie soll sie denn in einer Welt weiterleben, in der sie gar nicht mehr sein möchte?
Stück für Stück findet sie zurück in ein altes, neues Leben und versucht dabei die Frage ihrer Freundin zu beantworten - Sind die Schuld daran?

Würde ich es noch einmal lesen?
Anna Seidl verfügt über eine unglaubliche Sprachgewalt. (Ich hoffe, dass ganz bald noch weitere Meisterwerke von ihr zu lesen sind.) Das Buch konnte ich keine einzige Sekunde aus der Hand legen.
Nicht nur, weil es sich sehr flüssig lesen lässt, sondern auch, weil man unbedingt erfahren möchte, wie es mit Miriam, Tobi und ihren Freundinnen nun weitergeht. Was treibt einen Menschen dazu, unschuldige Menschen zu töten?
Wenn die Geschichte vorbei ist, beginnt der Leser automatisch, sich eigene Gedanken zum Thema Amoklauf zu machen. (Mich hat es dazu angeregt, über den Umgangston mit meinen Mitmenschen nachzudenken).
Auch habe ich das Buch meiner ehemaligen Deutschlehrerin als Schullektüre vorgeschlagen. Es ist etwas ganz anderes zum schnöden Faust und Co.

Unbedingt lesen!
0Kommentar|War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
TOP 1000 REZENSENTam 22. April 2014
Das Jugendbuch *"Es wird keine Helden geben"* ist das Debüt der 16jährigen Anna Seidl und erscheint im Oetinger Verlag.

Nach einer Schulstunde hört Miriam einen Schuss. Nach dem Schock herrschen Chaos und Angst. Ein gemobbter Schüler aus ihrer Parallelklasse läuft Amok.
Miriam muss mit ansehen, wie ihr Freund Tobi angeschossen wird. Als der Täter die Waffe auch auf sie richtet, kommt er durch einen Einsatz eines SEK ums Leben. Sie erleidet einen Streifschuss. Danach ist alles anders. Miriam ist traumatisiert und das Weiterleben fällt ihr schwer.

Meinung:

Anna Seidl hat das Buch aus Miriams Perspektive geschrieben. Eingeschobene Rückblenden geben Informationen über ihr Leben: ihr Verhältnis zu ihren Eltern, ihre erste Liebe zu Tobi und die Begegnung mit dem Amokläufer. Als Leser steckt man tief in Miriams Person.
Auch der Schreibstil hat mich sehr überrascht. Die 16jährige Autorin hat flüssig und auf eine fesselnd zu lesende Art geschrieben, die man so jungen Leuten eigentlich kaum zutraut. Dabei wirkt alles sehr authentisch!

Der Amoklauf am Anfang des Buches dauert nur wenige Seiten. Er ist absolut realitätsnah und schockierend dargestellt. Die kurze Tat zieht unendliches Leid und die Verarbeitung von Alpträumen nach sich.
Miriam beginnt ihren Kampf gegen das Trauma und den Verlust von Tobi.
Sie muss den Weg zurück ins Leben finden. Trauer, Wut, Verzweiflung und Schuldgefühle sind zu überwinden. Miriam denkt über ihr Leben nach und muss es neu ordnen. Eine Psychologin unterstützt sie dabei.

Dieses Buch zeigt auf, dass so ein Erlebnis nicht einfach vergessen werden kann. Aber es zeigt auch die Hoffnung auf, aus seinem Leben das beste zu machen und die Zeit sinnvoll zu nutzen.
Anna Seidl zeigt die Devise auf, dass man seine Träume auch leben und nicht für die Ferne planen soll.

Fazit:

Ein tief berührendes und ergreifendes Buch, dass zum nachdenken anregt und einfach unheimlich emotional nachwirkt.
Hut ab vor der jungen Autorin Anna Seidl!
Außerdem eine Empfehlung als Pflichtlektüre zum Thema Mobbing an Schulen.
0Kommentar| Eine Person fand diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 18. Oktober 2016
INHALT:
Als das erste Mal ein Schuss in der Schule zu hören ist, ändert sich das Leben aller Beteiligten von ein auf den anderen Moment. Panik bricht aus und alle versuchen sich in Sicherheit zu bringen. Auch die 15 jährige Miriam. Ihr Freund wird von dem Schützen, einem Jungen aus ihrer Parallelklasse, vor ihren Augen erschossen. Ihre Welt bricht zusammen.
Wie soll man mit dieser Erinnerung weiterleben? Hat es überhaupt noch einen Sinn zu leben? Hätte Miriam ihren Freund retten können?
Miriam versucht alles, um ihr Leben weiterleben zu können, doch das ist gar nicht so einfach, wenn alle um sie herum zerbrechen und schließlich scheitern...

MEINE MEINUNG:
Eigentlich habe ich bei diesem Buch eher mit einer sehr spannenden Geschichte gerechnet, welche es aber definintiv nicht ist, denn es erzählt die Geschichte nach dem Amoklauf. Aber gerade dies verleiht dem Buch etwas ganz besonderes, emotionales und authentisches!

Der Schreibstil der Autorin ist sehr schön und tiefgründig, was perfekt zu der Geschichte gepasst hat. Auch der Handlungsaufbau hat mir sehr gut gefallen, denn zunächst ist das Buch aufgrund des Amoklaufs spannend, aber dann beruht es nur noch auf das, was"danach" geschieht. Dies wurde sehr berührend beschrieben und schön ausgearbeitet, sodass man richtig in die Geschichte abtauchen und sich darauf einlassen konnte.
Die kurzen Abschnitte von vor dem Amoklauf, waren sehr abwechslungsreich, da diese Szenen einen sehr starken Kontrast zu dem "was nach dem Amoklauf geschehen ist" bieten.
Auch die Frage "Wer oder was hat den Jungen dazu veranlasst Amok zu laufen?", ist ein großer Teil des Buches, welches mich sehr zum Nachdenken angeregt hat.

Die Protagonistin Miriam hat mir gut gefallen, denn sie versucht ihr Leben in den Griff zu bekommen, auch wenn dies in so einer Situation nicht leicht ist. Miriam entwickelt sich im Laufe der Geschichte enorm weiter. Ihre Denk- und Handlungsweisen verändern sich, was auch die schönen Seiten des Lebens hervorruft.

Dennoch hat mir an manchen Stellen dieses Gewisse etwas gefehlt, dass das Fass zum überlaufen gebracht hätte, deshalb konnte ich nicht ganz 5 Sternschnuppen vergeben.

FAZIT:
Ein sehr trauriges und authentisches Buch, welches man sich definitiv mal anschauen sollte!

Ich vergebe 4,5 von 5 Sternschnuppen!
0Kommentar|War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden