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Kundenrezensionen

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am 17. Februar 2007
"Amerika steht kurz vor technologischen Durchbrüchen, die uns in die Lage versetzen, unabhängiger vom Öl zu leben. Diese Technologien werden uns helfen, bessere Hüter unserer Umwelt zu sein - und sie werden uns helfen, der ernsthaften Herausforderung des globalen Klimawandels zu begegnen" erklärte George W. Bush in seiner Rede zur Lage der Nation Ende Januar 2007. Wenige Tage später erscheint beim Lübbe-Verlag Andreas Eschbachs neuer Roman "Ausgebrannt", in dem Eschbach die Abhängigkeit der Weltwirtschaft vom Erdöl thematisiert und sich mit der Frage auseinandersetzt, was geschehen kann, wenn die Menschheit vor der großen Herausforderung steht, dass das Ende des Erdölzeitalter bevor steht.

Der junge Markus Westermann träumt seit seiner Kindheit davon, dass für ihn der amerikanische Traum in Erfüllung geht. Als er beruflich die Möglichkeit bekommt, einige Monate für seinen bisherigen Arbeitgeber in Amerika zu arbeiten, nimmt er sich vor, seinen Traum Wirklichkeit werden zu lassen. Als er während seines Aufenthalts den alten Öltechniker Karl Walter Block kennen lernt, der überzeugt ist, dass die Erde noch genug Öl für die nächsten tausend Jahre birgt und er die Methode kennt, dieses Öl zu finden, sieht Markus seine Chance gekommen mit anderer Leute Ideen und anderer Leute Geld sein Glück zu machen. Er gründet mit Block eine Firma und beide gelangen in kürzester Zeit zu Berühmtheit. Als in Saudi-Arabien das größte Ölfeld der Welt versiegt, liegen die Hoffnungen auf Block und Westermann, aber die Saudis setzen alles daran, die Wahrheit zu vertuschen. Nicht nur im Nahen Osten kommt es zu Unruhen. Das Ende der Welt und der Weltwirtschaft, wie wir sie heute kennen, bahnt sich an. Markus Westermann arbeitet fieberhaft daran, das zu verhindern und die Veränderung der Welt zeigt auch bei ihm ihre Wirkung...

"Ausgebrannt" wird bereits auf dem Cover als Thriller ausgewiesen. Die Kriterien eines Thrillers erfüllt der Roman definitiv nicht. Allerdings ist Eschbachs Roman auch nur schwer den bekannten Roman-Genres zuzuordnen. Die Leistung Andreas Eschbachs liegt darin, dass er eine Vielzahl von Informationen rund um das Erdöl, von seiner Gewinnung, über seine Verarbeitung bis zur Verwendung, aber auch die Abhängigkeit der Weltwirtschaft vom Öl aufbereitet und den Lesern quasi auf dem Silbertablett, verpackt in einer unterhaltsamen Romanhandlung, serviert.

Seinen Roman gliedert Andreas Eschbach in zwei Teile, deren Sprache durchgängig leicht, eher nüchtern und flüssig ist. Der erste Teil erzählt in mehreren Zeitebenen und aus der Sicht verschiedener Personen, deren Verbindungen miteinander dem Leser erst im Laufe der weiteren Handlung klar wird, was bis zum Zusammenbruch des größten Ölfelds der Welt in Saudi-Arabien geschieht. Dabei führt uns Eschbach deutlich vor Augen, dass wir in der heutigen Konsumgesellschaft leben, als ob die Ressource Erdöl unerschöpflich wäre, und den meisten von uns das Bewusstsein über die Bedeutung des Öls in unserer Gesellschaft fehlt. Nur gelegentlich geraten ihm Passagen, die eine Vielzahl von Informationen beinhalten, etwas lehrbuchhaft. Der zweite Teil ist den Veränderungen der Welt mit der beginnenden Ölknappheit gewidmet und Markus Westermanns Suche nach einer Lösung. Dieser Teil, der nur in einer Zeitebene erzählt wird, liest sich deutlich flüssiger als der erste Teil, auch die Handlung wird zunehmend temporeicher und gewinnt durch einige sehr spannende Passagen. Leider enthält das Ende des Romans einige Szenen und Wendungen, die ich als unnötig empfand. Gelegentlich mag es erscheinen, als ob Andreas Eschbach vieles nicht abschließend bearbeitet und diskutiert. Ich empfinde dies aber als positiv, da der Leser so Anstöße zum eigenen Recherchieren und Nachdenken erhält.

Die Charaktere des Romans entwickeln sich mit der Veränderung der Welt; manche scheinbar intelligente, souveräne und starke Person zeigt sich der Krise nicht gewachsen, manche eher zurückhaltende, unscheinbare Person entdeckt im Wandel erst ihre Fähigkeiten. Auch der Protagonist, dessen Charakter zunächst recht klischeehaft erscheint und den man daher auch eher leicht belächelt, macht im Laufe der Handlung eine persönliche Entwicklung.

"Ausgebrannt" von Andreas Eschbach ist kein herkömmlicher Thriller, sondern ein sehr gut geschriebener und informativer Unterhaltungsroman mit einem im wahrsten Sinne des Wortes brandaktuellen Thema - Infotainment vom Feinsten.
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am 3. März 2007
Nach der Lektüre des atemberaubend guten Buches von Andreas Eschbach kam ich an der Hörbuch-Umsetzung nicht vorbei, denn gerne wollte ich die sehr vielschichtige und spannende Entwicklung der Story noch einmal mit dem Wissen um seinen Ausgang verfolgen.

Ich habe den Kauf keine Sekunde bereut, denn mit Ulrich Noethen ist ein Erzähler am Werk, der all sein brillantes schauspielerisches Können in dieser Lesung zur Wirkung bringt. Jede, auch die kleinste Nebenfigur wird bei ihm zum Charakter. Schweizer Deutsch, österreichischer Schmäh und Hochdeutsch mit schwäbischem Akzent sind genauso wie Italo-Deutsch kein Problem für ihn.

Eine überaus gelungene Ergänzung zu dem höchst lesenswerten Buch von Andreas Eschbach, eben Kopfkino vom Feinsten!

Aber natürlich auch ohne vorherige Lektüre des Buches eine Top-Empfehlung!
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am 12. März 2007
KURZ:

"Ausgebrannt" ist einer der besten Wirtschafts-/Wissenschaftsthriller, die ich in den letzten Jahren gelesen habe. Ich kann es jedem empfehlen, der sich für großformatige Thriller begeistert und auch vor recht viel Lehrstoff nicht zurückschreckt.

LANG:

Man nehme eine brisante Grundidee, einen genialen Plot, tolle Charaktere, dazu noch einen Schuss Lehrbuch und ein paar bewährte Eschbachigkeiten - fertig ist ein Welthit.

Die Geschichte ist mitreißend, aufrüttelnd, dramatisch, melancholisch und erzeugt dieses wundervolle Kribbeln auf dem Rücken, dass nur wenige Bücher schaffen. Wenn man nach manchen Kapiteln auf der Veranda dem Sonnnenuntergang hinterschaut und über die Andeutungen dieses Buches und die Folgen nachdenkt, dann ist das ganz großes Kino.

"Ausgebrannt" ist eine typische Hätten-wir-mal-früher-was-gemacht-Geschichte, wie sie mit anderem Thema von vielen Autoren und Filmemachern (Emmerich!) gerne erzählt wird. Doch verglichen mit Eschbach wirken Chrichton&Co einfach nur kitschig und plump. Selten habe ich in diesem Genre solch fein herausgearbeitete Figuren und Handlungen erlebt. Eschbach verbindet zudem gewaltige Weltereignisse gekonnt mit dem Leben des "kleinen Mannes" und kann dadurch diese Geschichte erzählen, ohne unpersönlich zu werden.

Der Autor erzählt die Handlung in verschiedenen Strängen (hauptsächlich vier plus kleinere Einschübe), auf mehreren Zeitebenen und mit Verbindungen untereinander. Der eigentliche Hauptteil wird in einer Rückblende erzählt, die irgendwann mit der Gegenwart zusammenläuft. Das hört sich verwirrend an, das Buch liest sich aber flüssig und man verliert nicht den Faden. Trotzdem sollte man das Buch am besten an wenigen Tagen in einem Rutsch durchlesen.

Inwiefern die gewaltigen Probleme, die laut Eschbach einzutreffen drohen, realistisch sind, weiß ich nicht. Aufgerüttelt hat mich das Buch aber allemal. Einige Schlussfolgerungen erschienen mir jedoch reichlich übertrieben, andere wiederum fehlten mir ganz. Zum Beispiel wird der Klimawandel komplett ignoriert, was vermutlich jedoch den Rahmen dieses Romans gesprengt hätte.

Sauer aufgestoßen sind bei mir einige Deus ex machina-Situationen, Logikfehler und äußerst unwahrscheinliche Zufälle. Auch werden nicht alle Handlungsstränge am Ende sauber aufgelöst, was ein Gefühl der Leere hinterlässt. Man erfährt später beiläufig, das diejenigen tot seien und das war's dann. Manche Einzelheiten, die anfangs wichtig erscheinen, werden später gar nicht mehr erwähnt.

Der Roman braucht zudem recht lange, um ordentlich in Schwung zu kommen und verliert sich auf den ersten paar hundert Seiten in teilweise spannenden, teilweise aber auch unnötigen Details. Wer will denn wirklich wissen, wie genau nun dieses oder jenes Teil eines Bohrturms genannt wird? Besonders in der Mitte des Buches geht ein bisschen die Luft raus und man hat das Gefühl, der Autor traut sich irgendwie nicht an den großen "BANG!" heran. Doch das weiterlesen lohnt sich und im letzten Viertel des Buches - welches schon fast ein Buch für sich ist - hätte ich mir eigentlich ein paar Seiten mehr gewünscht.

Trotz der letztgenannten Minuspunkte bekommt dieses Katastrophenepos gerade noch 5 Sterne von mir. Fazit: Kaufen!
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am 24. März 2015
Thema des Romans ist der Kampf um und das Versiegen von Ölquellen.
Der Hauptcharakter möchte Karriere in Amerika machen, allerdings ist dieses Bestreben eher in der ersten Hälfte des Romans im Vordergrund, danach geht es um das Versiegen von Ölquellen. Die Idee, wie es danach weitergehen könnte finde ich nachvollziehbar. Ich persönlich denke, dass es die Menschheit wahrscheinlich zurückwirft, hoffe aber, dass wir intelligent genug sind Alternativen zu finden und rechtszeitig dagegen zu lenken. Es wird sich irgendwann zeigen.....

In der ersten Hälfte des Romans muss man etwas aufpassen, da zwischen Vergangenheit, ferner Vergangenheit und Gegenwart hin- und hergewechselt wird. Insgesamt ist der Roman aber leicht zu lesen.

Ich fand den Inhalt sehr interessant. Allerdings kann man als Laie (zu welchen ich mich auch zähle) in dem Roman nicht wirklich zwischen echten Fakten und Fiktion unterscheiden, was auch klar ist, da es schließlich ein Roman und kein Sachbuch ist. Deshalb würde ich jedem dazu raten selber nachzuforschen, ehe einem etwas falsch im Kopf hängen bleibt. Ein paar einzelne Details fand ich im Roman nicht wirklich rund, aber da es sich um Kleinkram handelt, zähle ich die jetzt nichts auf.

Insgesamt war der Roman spannend und ich kann ihn weiterempfehlen.
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am 15. Februar 2015
Was passiert eigentlich, wenn uns Bewohnern dieser Erde das Öl ausgeht? Der Autor Andreas Eschbach ist dieser Frage nachgegangen und herauskam eine Geschichte, die so mannigfaltig ist, dass bei mir zu keiner Zeit lange Leseweile aufkam.

In unserer zivilisierten, schnelllebigen Welt geht fast nichts ohne Öl, aber niemandem ist diese Tatsache bewusst und so leben wir verschwenderisch vor uns hin. Genau wie es das Romanpersonal von Andreas Eschbach mit dem Protagonisten Markus Westermann tut, der von einem Bürotower in Amerika träumt, auf dessen Glasfassade sein Name prangt. Der einzige Unterschied zu uns - Markus und der Rest der Welt müssen sich in diesem Buch augenblicklich was einfallen lassen, um zukünftig ohne Erdöl existieren zu können und das tun sie nach Anleitung des Autors dann auch. Ob es nun mehrere Mitglieder aus Markus Familie sind oder der nicht studierte österreichische Ölspezialist Karl Walter Block, ob es Markus asiatische Geliebte Amy-Lee ist oder die CIA oder die Saudis oder, oder ... Es gibt reichlich Charaktere in diesem Buch und allesamt wirkten sie in diesem Öl-Szenario authentisch auf mich. Umso mehr war ich über den etwas abrupten Ausstieg einiger Akteure überrascht. Ich hatte das Gefühl, dass der Autor, ab einem gewissen Zeitpunkt, die umfangreiche Geschichte willkürlich zum Ende bringen musste.

Trotz der vielen Seitenstränge und Zeitebenen bleibt die Handlung immer logisch und nachvollziehbar. Mitunter überfiel mich zwar die Angst, den roten Faden rund um das schwarze Gold zu verlieren, aber Andreas Eschbach nimmt seine Leser vertrauensvoll an die Hand und führt sie souverän durch die Geschichte der Geschichten, bis sie sich vereinen – die Geschichten. Dazu tragen sicherlich die klare Schreibweise und kurzen, übersichtlichen Kapitel sowie die Bemühung, Infodump weitgehend zu vermeiden, jeweils ihren Teil bei.

Zusammengefasst kann ich sagen: „Ausgebrannt“ ist ein dickes Buch mit einem fetten Thema, ich welchem sich die Spannung auf fast keiner Seite verdünnisiert.
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am 16. Juli 2007
Das sehr gekünstelte Ende der Love-Story in diesem Roman hat mich zu einem Stern Abzug verleitet, aber was mir hier besonders gefallen hat, waren die Dinge, die nebenbei passierten.
Zum einen ist der Hauptdarsteller kein zielgerichteter Held, sondern ein Mensch, der einfach Chancen ergreift, wenn sie sich ihm auftun, und der versucht, seine Wünsche zu erfüllen. Eher zufällig gerät er an den mysteriösen Partner, von dem nie ganz klar wird, ob er nun ein Genie ist oder doch dem Wahnsinn verfallen. Oder an die frivole Asiatin, die ihn ständig vernascht und mit der er auf der Überholspur des Lebens dahinrast. Und das eigentlichen Ziel, endlos Erdöl zur Verfügung zu haben, kippt schlagartig um in die andere Richtung. Die Entwicklung holt die beiden Hauptdarsteller ein.

Es kommt der Zusammenbruch, und was hier besticht, ist die Schilderungen des Alltags ohne Öl.
Obwohl noch Öl da ist, wird es auf einmal teuer gehandelt, also mit dem Preis, den es es eigentlich wert ist. Und schon kann sich keiner mehr die teure Ware leisten. Chaos bricht aus, Selbstversorger, früher als spinnige Sonderlinge verachtet, erfahren Aufwind, die Fahrgemeinschaft wird wiederbelebt, der heimische Garten wird umgegraben und wieder für den Anbau von Obst und Gemüse genutzt, weil mit Öl-Dumpingpreisen importierte Ware aus dem fernen Ausland wegfällt, da der Transport endlich so viel kostet, wie er eigentlich wert ist.
Eigentlich müsste die Weltwirtschaft nicht zusammenbrechen, man muss sich nur gehörig umstellen, was den ölsparunerprobten Amerikanern deutlich schwerer fällt als den krisenerschütterten Europäern. Die ausbrechende Willkür und Gewalt in USA machen Angst, würden aber wohl der Realität entsprechen. Intrigen und Gehabe der erdölfördernden Ländern halte ich für gut geschildert, nur fehlen hier die Förderungen in der Nordsee und Russland und deren Auswirkung bei einem Versiegen der arabischen Ölfelder.
Die Möglichkeit, Treibstoff aus Landwirtschaftsabfällen zu gewinnen, wird angedacht, aber der Roman endet, bevor dies weitflächig wirtschaftlich genutzt wird. Der vollkommene Untergang jeglicher modernen Techologie aufgrund von Ölmangel ist sehr dunkel gezeichent. Man kann nur hoffen, dass Politik und Wirtschaft wie auch der gesunde Menschenverstand schneller handeln würden als hier aufgezeichtet wurde. Ein zutiefst beeindruckendes Buch.
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am 31. August 2007
Das Buch ist top! Spannend und fesselnd sprichwörtlich ab dem ersten Satz ("selbst mit dem letzen Tropfen Benzin kann man noch beschleunigen...") greift es in Form eines genialen Romans ein topaktuelles Thema auf: Die Begrenztheit der globalen Erdölvorkommen, unsere Abhängigkeit vom Öl in jeder Lebenslage und das Faktum wie entsetzlich nahe wir dem "peak oil" - dem Zeitpunkt der maximal möglichen Fördermenge sind und welche unglaublich katastrophalen Auswirkungen ab dem ersten Tag des Überschreitens dieses Zeitraums zu befürchten sind...

Eschbach hat top recherchiert ist super informiert über Daten, Fakten, Zahlen. Rhetorisch gibt er Vollgas ab der ersten Seite mit messerscharfen Spitzen& Wendungen. Lesespass pur!

Nach der Lektüre ist man doch recht nachdenklich wie die Menschheit und nicht zuletzt man selbst das nahende Ende des Erdöl....ach was....kaufen & selber lesen. Unbedingt zu empfehlen!!!
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am 21. April 2009
Nach 'Black Monday' war dies mein zweiter Versuch einen guten Thriller zum Thema Erdöl und Versorgungskrise zu lesen. Gut war es, ein Thriller war es nicht. Der Thrill geht auf den 750 Seiten leider all zu oft verloren, durch die geteilte Story und die Zeitsprünge ergeben sich vor allem in der ersten Hälfte des Buches oftmals unerwünschte Brüche. Ab Seite 400 holt die Vergangenheit die Gegenwart ein und das Buch nimmt Fahrt auf. Die Krise spitzt sich zu, die Charaktere werden gefordert und zeigen erstaunliche Entwicklungen. Die gut recherchierten Fakten lassen die düsteren Szenarien der Ölknappheit noch bedrohlicher wirken, während die Drohgebärden der betroffenen Staaten zeigen, wie schnell gute diplomatische Beziehungen in Krisenzeiten belastet werden. Für mich ein gutes Buch mit einem packenden Kern in einer etwas zu ausschweifenden Verpackung.
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am 25. Februar 2007
Was haben ein ganz normales Ehepaar auf der Schwäbischen Alb, also Leute wie Sie und ich, mit einem saudi-arabischen Ölscheich zu tun? Zuerst mal nichts, werden Sie vielleicht sagen. Aber auf den zweiten Blick ...

Gleich vorweg eine Warnung: Nach der Lektüre dieses Buches sieht man einige Dinge anders. Und man ist beunruhigt. So zumindest erging es mir.

Markus Westermann träumt vom Leben und einer großen Karriere in den USA, dem "Land der unbegrenzten Möglichkeiten", und er ist bereit, alles dafür zu tun - auch wenn manches davon nicht ganz legal ist.

Zur selben Zeit wird eine der größten Ängste (wenn nicht sogar DIE größte Angst) unserer Wohlstandsgesellschaft Wirklichkeit: Die Ölreserven gehen zur Neige. Schlimmer noch, es stellt sich nämlich heraus, dass dies schon seit geraumer Zeit der Fall ist. Jetzt, da sich diese Tatsache nicht mehr vor der Öffentlichkeit verheimlichen lässt, steht der Welt eine Katastrophe gewaltigen Ausmaßes bevor, in deren Folge nichts so bleiben wird, wie es war.

Doch dann tritt der Österreicher Block auf den Plan und behauptet, eine Methode entdeckt zu haben, mit der neues Öl gefunden werden kann (wie er z.B. schon in seiner Heimat unter Beweis gestellt hat). Markus, der das große Geschäft wittert, schließt sich mit Block zusammen. Doch wird es den beiden Männern wirklich gelingen, das Ende der Weltordnung wie wir sie kennen, zu verhindern?

Eschbachs neuester Roman "Ausgebrannt" wird vom Verlag als "Thriller" präsentiert, doch aus meiner Sicht ist dieses Buch weitaus mehr als das. Während des Lesens hatte ich ein ähnliches Gefühl wie einst in den 80er Jahren, als ich "The Day after" im Kino sah. Nicht, dass der Roman von einem Endzeitszenario im "klassischen Sinn" erzählen würde, aber er räumt mit der falschen Sicherheit auf, in der wir uns tagtäglich wägen. Denn ewig wird es mit unserem Wohlstand, den Annehmlichkeiten unserer High-Tech-Zivilisation und dem guten Leben nicht weiter gehen. Nicht, wenn wir nicht umdenken. Trotz aller Anstrengungen, eine oder mehrere Alternativen zum Öl aufzutun, ist noch immer keine gefunden worden - nicht einmal die kontrovers diskutierte Atomkraft würde uns vor einer solchen Katastrophe schützen. Und es gibt keinen Plan für die Zeit "danach" ... Genau davon handelt dieser Öko-Thriller, der sich von so vielen artverwandten Büchern besonders dadurch abgrenzt, dass der Autor nicht permanent den mahnenden Finger hebt.

Die einzelnen Handlungsstränge (die Andreas Eschbach am Ende gekonnt zusammenführt) zeigen die möglichen Reaktionen der Weltbevölkerung auf ein solches Fiasko anhand von Einzelschicksalen: einem saudi-arabischen Ölscheich, einem amerikanischen Geheimdienstmitarbeiter, einer religiösen Gemeinschaft und noch vielen weiteren mehr - bis hin zu bereits genanntem "Otto Normal-Energieverbraucher-Ehepaar". Jeder für sich gesehen repräsentiert die unterschiedlichen Haltungen innerhalb unserer Gesellschaft - von Ignoranz bzw. Verdrängung, über das Gefühl der Hilflosigkeit des einzelnen innerhalb des "Systems", bis hin zur gezielten Manipulation der Allgemeinheit durch korrupte Politsysteme zum reinen Zweck der Selbst- und Machterhaltung. Dazwischen erklärt der Autor die Zusammenhänge: Seit wir im Maschinenzeitalter angekommen sind, hat Öl in unserer Geschichte schon immer die entscheidende Rolle gespielt.

Wie schon in "Eine Billion Dollar" hat Eschbach wieder exzellente Recherchearbeit geleistet, nur dass ich diesmal beim Lesen eine permanente Gänsehaut hatte. Das Lesebändchen der gebundenen Ausgabe war bei diesem Buch notwendig für mich, da ich immer wieder pausieren musste, um das Gelesene zu "verdauen".

Ohne Übertreibung ist "Ausgebrannt" eines der eindrucksvollsten Bücher, die ich je gelesen habe - vor allem deshalb, weil dieses hochbrisante Thema jeden Menschen auf dieser Welt betrifft.

Ich muss mich einem meiner Vorrezensenten anschließen, der schrieb, dass das Buch jedem Wirtschaftsboss und Politiker auf den Nachttisch gelegt gehört. Doch nicht nur denen. Ein anderer meinte, Eschbach habe dieses Buch deshalb in den USA angesiedelt, damit es dort veröffentlicht wird. Ich denke jedoch, dass dies nicht der einzige Beweggrund des Autors gewesen sein dürfte. Natürlich wäre eine US-Ausgabe überaus wünschenswert, wirft diese Geschichte doch einen äußerst kritischen (aber nicht anfeindenden!) Blick auf diese (Noch-)Weltmacht, der vielleicht den einen oder anderen US-Bürger (wenn nicht gar Politiker) wachrütteln könnte - obwohl ich persönlich beim derzeit amtierenden Präsidenten meine Zweifel habe.

Fazit:
Ich wünsche diesem Buch viele, viele Leser. Weltweit. Auf dass so viele Menschen wie möglich zu dem selben Schluss gelangen wie einige der Protagonisten des Romans: Selbst denken - und handeln! Ein erster Schritt hierzu ist bereits getan: Wie ich auf der Homepage des Autors gesehen habe, wird der Roman demnächst in Russland erscheinen - ein Land, das in dieser (nur teilweise fiktiven) Geschichte ebenfalls eine nicht unerhebliche Rolle spielt.
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Es gibt Thriller bei denen wünscht man sich sie hätten den Kultstatus eines Dan Browns. Ausgebrannt gehört zu ihnen. Warum? Trotz seiner Länge fesselt das Buch ungemein, auch wenn die Spannung stellenweise etwas nachlässt und... es macht Angst, rüttelt wach und lässt hoffen dass sich die Konsequenzen eines Peak Oil irgendwie vermeiden lassen. Der Peak Oil ist der Höhepunkt der weltweiten Ölförderung, ab diesem Zeitpunkt brechen die Ölförderquoten allerdings ein und mit ihr die gesamte moderne Zivilisation. Das Buch beginnt mit einer Rückblende, nachdem Markus Westermann auf der Flucht einen Autounfall erlitten hat, nachdem er wegen Diebstahl von Firmengeheimnissen im Wert von 100 Mrd. Dollar, Drogenkonsum und einem Mord gesucht wurde.

Schon immer hatte Markus Westermann den Traum Amerikaner zu werden und als er es endlich geschafft hat, zumindest für die Dauer eines Jobs als Lokalisator für geraume Zeit in die USA zu reisen, sieht er seine Chance gekommen. Bei Lakeside und Rowe Inc. hat er 6 Monate Zeit um seinen American Dream umzusetzen, die Chance sind gering, doch Mark S. Westman ist perfekt vorbereitet. Werner und seine Freundin Dorothea (Markus Schwester) entscheiden sich unterdessen für einen Hauskauf, der nur einen kleinen Makel hat, die Ölheizung, weshalb sie hoffen, dass sich der Ölpreis in nächster Zeit nicht erhöhen wird. In den USA begegnet Mark dem Österreicher Karl Walter Block, der einen Vortrag an der University of Chicago halten soll. Der unscheinbare Mann hat eine einzigartige Gabe, er besitzt einen sechsten Sinn für Öl und kann Quellen finden, die sich selbst Experten nicht offenbaren würden. Er und Mark wollen zusammenarbeiten und treten mit der Behauptung an die Öffentlichkeit für die nächsten 1000 Jahre Öl finden zu können. Die Märkte reagieren sofort, eine Renaissance des Öl-Zeitalters steht kurz bevor und daran können auch problematische Entwicklungen in Saudi-Arabien nichts mehr ändern...

Mit Ausgebrannt hat Andreas Eschbach ein erschreckend prophetisches Szenario geschaffen, das es selbst auf 750 Seiten schafft zu fesseln. In Rückblenden vermittelt Ausgebrannt zudem die Geschichte des Öls und erzählt die Familiengeschichte der Westermanns. Zunächst beginnt Ausgebrannt etwas schleppend und man braucht an die 100 Seiten bis man sich an die vielen Rückblenden und Handlungsstränge gewöhnt hat, aber ab dann erkennt man die Qualitäten dieses Werks. Keine Handlungsebene kommt zu kurz, die Charaktere wirken glaubwürdig und erinnern an einen der besseren Fernsehmehrteiler die das deutsche Privatfernsehen zu bieten hat. Schriftstellerisch gekonnt umgesetzt, das muss man dem Autor schon lassen. Auch wenn ich bezweifeln möchte, dass manche der im Buch vorgestellten Konzepte wirklich funktionieren, hat sich Andreas Eschbach große Mühe gegeben, seine Handlung logisch aufzubauen. So wird die grüne Wirtschaft durch den neuen Öl-Boom in eine Krise gestürzt, welche spätere Entwicklungen begünstigt und auch auf geografische, wie kulturelle Eigenheiten wird einigermaßen gut eingegangen, auch wenn Kremsmünster (S. 151) keine Stadt sondern eine Marktgemeinde ist und der Dialekt Karl Blocks einem amüsanten Klischee entsprungen scheint.

Fazit:
Solide gemacht, trotz vieler Handlungsstränge spannend bis zum Schluss und fähig zum Nachdenken anzuregen.
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