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Wäre diese Übersetzung nicht unerklärlicherweise vier Jahre nach der Originalausgabe erschienen, hätte ich mir vor einem Jahr viel Mühe ersparen können. Die Zeitverzögerung wundert mich, weil Hirnforschung im Trend ist und zahlreiche Titel viel schneller ins Deutsch übersetzt werden, die formal und inhaltlich nicht annähernd die Qualität von Schacters Werk erreichen. Doch nun ist es endlich da. Und alle, die bereits „Wir sind Erinnerung" kennen, werden nicht zögern, es anzuschaffen. Meine Besprechung soll aber auch Neulinge dazu motivieren, mit dem bekannten Gedächtnisforscher Bekanntschaft zu schliessen, zumal „Aussetzer" noch lesefreundlicher ist und den Erkenntnisstand bis zur Jahrtausendwende wiedergibt.
Daniel L. Schacter lehrt als Professor an der Harvard University und fesselt Fachwelt sowie Studenten mit seinen klar vorgetragenen Erkenntnissen über die Funktionsweise des menschlichen Informationsspeichers. Auf den ersten Blick verwirrt die Einordnung der verschiedenen Gedächtnisfunktionen. Denn Schacter bezeichnet hervorragende Leistungen als Sünde. Aber diesen Weg gingen bereits die Emotionsforscher, die uns mit der unangenehmen Erkenntnis vertraut machten, dass wir ohne negative Gefühle wie Neid, Wut oder Trauer nicht überlebensfähig wären. Was die mittelalterliche Kirche noch als Todsünde deklarierte und mit Höllenstrafen gleichsetzte, gehört eben zum Menschsein. Und auch beim Gedächtnis gilt: Was in der Gegenwart und für den Einzelnen in einer bestimmten Situation verdammenswert sein mag, ist für das Überleben einer Gattung oft das Erfolgsrezept schlechthin. Schacter gewährt den Lesern also gerade deshalb einen anschaulichen Einblick ins Gedächtnis, weil er in sieben Kapitel sieben vermeintliche Sünden vorstellt, von denen jede absolut notwendig ist, damit dieses Wunderding biologischer Datenspeicherung normal funktioniert. Wer das nach dieser Vorstellungsrunde noch anzweifelt, muss das achte und letzte Kapitel besonders aufmerksam lesen, weil „Die sieben Sünden: Laster oder Tugenden?" bloss eine rhetorische Frage ist. In Fachkreisen zählt der amerikanische Gedächtnisforscher nicht nur wegen seiner wissenschaftlichen Arbeiten zu den ganz Grossen. Neidlos wird ihm zugestanden, seine Sachkenntnisse stilistisch so zu verpacken, dass sie auch einem Laienpublikum zugänglich sind.
Ganz wie es unser Gedächtnis liebt, beginnt das Werk mit einer Geschichte. Und bereits nach der zwölfseitigen Einleitung weiss der Leser das Wesentliche. Mit diesem intellektuellen Rüstzeug ausgestattet lässt er sich gerne auf das Folgende ein. Weil Schacter nicht mit Geschichten spart, fällt es dem neugierigen Leser leicht, sich selber in den zahlreichen tragischen und linkischen Helden selber zu erkennen und so schrittweise Einblick in sein eigenes Gedächtnis zu erhalten. Wir leiden und freuen uns mit den Personen mit, taumeln von einem Aha-Erlebnis zum nächsten, wundern uns, staunen und begreifen langsam, was uns zum Menschen macht und weshalb sein letzten Buch „Wir sind Erinnerung" heisst.
Es gibt nicht viele renommierte Wissenschaftler, die in Stilkunde so gut abschneiden wie Schacter. Wer sich für das Gedächtnis interessiert, wird das Geschenk von Schacter auch mit vierjähriger Verspätung noch gerne annehmen.
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am 12. September 2009
Mehr als 300 Seiten nur über das Thema Gedächtnis! Dabei geht es vor allem um die vermeintlichen Fehlleistungen, die uns Menschen generell oder immer mal wieder passieren. Schacter nennt sie die sieben "Gedächtnissünden" und beschäftigt sich ausführlich mit jeder einzelnen, zieht wissenschaftliche Erkenntnisse heran und gibt hilfreiche Anregungen zum Umgang mit diesen "lästigen" Phänomenen. Besonders wichtig finde ich die Kapitel, die mit der Frage zu tun haben, inwieweit unter diesen Voraussetzungen Zeugenaussagen vor Gericht überhaupt verlässlich sein können. Hierbei kommen vor allem suggestive Einflüsse ins Spiel, die besonderer Beachtung bedürfen. An den Beispielen unschuldiger Menschen, die auf Grund falscher Erinnerungen und Aussagen verurteilt wurden, wird deutlich, wie existentiell wichtig wissenschaftliche Erkenntnisse sein können. Aber Schacter bleibt nicht bei den "Sünden" stehen, sondern weist auch darauf hin, dass es sich bei ihnen im Grunde um die negativen Nebenwirkungen eines an sich sinnvollen Systems handelt. Unser Gedächtnis ist eben (normalerweise) nicht auf die Speicherung und Bewahrung sämtlicher Details unseres täglichen Lebens eingerichtet, sondern arbeitet vorrangig mit Mustern und Gesetzmäßigkeiten. Dies ist nicht nur ökonomisch, sondern trägt zu einem Gefühl von Identität, Ordnung und Sicherheit bei. Wichtig ist, sich der mögliche Fallstricke dieser Prozesse bewusst zu sein.
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am 17. September 2011
Es geht um weit mehr, als um Aussetzer. Um das Gedächtnis und alles drum rum.
7 übersichtlich behandelte Themen, die noch verständlicher durch Beispiele werden.
Ich schaue immer mal wieder nach rückwärts, "wie war das"?
Herr Schacter hat viel recherchiert und sich intensiv beschäftigt, ersichtlich auch durch die 28 Seiten Literaturhinweise. Die Sprache ist gut verständlich, ohne ins Seichte abzurutschen, sogar oft spannend geschrieben.
Es löste einige aha-Erlebnisse aus, ich konnte mich wiederfinden. Wieder einmal wurde mir etwa deutlich, wie sehr sich Zeugen irren können, je mehr, je länger der Vorfall her ist. Gilt für alle Lebensbereiche.
Da Gedächtnis in jedem Alter wichtig ist: ein gutes, sehr empfehlenswertes Buch.
Wer allerdings Übungen sucht und Tipps, müßte andere Bücher durcharbeiten. Ich selbst beziehe diese bei der Gesellschaft für Gehirntraining, Ebersberg, gfg. Die Muskeln trainieren wir, aber das Gehirn hat von selbst zu funktionieren.
U.K.
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am 5. April 2005
„Es liegt mir auf der Zunge" - Ein Phänomen des Alltages, das wohl jeder von uns schon mal erlebt hat. Aber warum blockiert unser Gehirn hin und wieder, kann die gewünschte Information nicht abrufen, vergisst einfach und bewirkt verzerrte Erinnerungen à la déjà-vu Erlebniss?
Der Havard Professor für Psychologie ist Meister in seinem Fach und geht Fragen dieser Art hauptberuflich auf den Grund. Dank neuster wissenschaftlicher Erkenntnisse der Gedächtnisforschung bietet sein neustes Buch neben fundierten Aussagen über unser fragiles Gedächtnis zudem stilistisch ausgereifte und realitätsnahe Erläuterungen über das Vergessen und Erinnern.
Anspruchsvolle Lektüre, die nicht nur für Psychologiestudenten interessant sein dürfte.
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am 9. September 2011
Trotz Schwierigekeiten die nicht in der Verantwortung der Absenderin liegen wurde das Buch in einem sehr guten Zustand pünktlich geliefert. Der Ablauf war trotz Schwierigkeiten einwandfrei und zur vollsten Zufriedenheit durchgeführt wurden. Ich bin sehr zufrieden.
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