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Kundenrezensionen

3,7 von 5 Sternen
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3,7 von 5 Sternen

am 28. Oktober 2017
Es handelt sich um einen knapp 350-seitigen Doppelband, der außer der Titelgeschichte (Erstveröffentlichung: "Ein ungewöhnlicher Beruf") noch das Buch "Ein tüchtiges Mädchen" enthält. Dieser "Leseriese"-Band stammt zwar aus den 1990-er Jahren, die beiden Geschichten der Norwegerin Berte Bratt datieren jedoch schon von 1972 und 1973 - wirken aber noch deutlich älter.

Beide Bände widmen sich kompetenten berufstätigen jungen Frauen - so weit, so gut. Doch ist deren Umgebung schier fassungslos, wie diese "Mädchen" denn tatsächlich in der Lage sein können, "männliche" Berufe auszuüben (Sylvie ist Chauffeurin, Gerd Bürochefin und Handelsbevollmächtigte).

Ohn' Unterlass werden die Hauptfiguren - wie gesagt: erwerbstätige Frauen - in ihrem beruflichen Kontext angesprochen mit: "liebes Kind", "kleines Fräulein", "Kleine", "Mädchen" - und dementsprechend nicht für voll genommen. Da weht der Odem der 1950er- und 1960-er Jahre. Man fasst es kaum, dass es im ach so fortschrittlichen Skandinavien (die Autorin ist Norwegerin) in dieser Hinsicht ebenso übel stand wie in Zentraleuropa.

Kostproben: "Sie sind wirklich ein unartiges kleines Mädchen", so ein Geschäftspartner. Der Chef: "Himmel, was für ein Dickkopf! Sie sollten Klapse kriegen, wahrhaftig! Hören Sie, Kind, ..." Angedroht wird auch, die Protagonistinnen "übers Knie zu legen", und einmal werden tatsächlich Ohrfeigen verteilt.

Aus heutiger Perspektive beinahe unerträglich zu lesen. Sollte man sich nur antun, wenn man nachfühlen möchte, wie es berufstätigen Frauen vor einem halben Jahrhundert erging. Angesichts des herablassenden, verächtlichen, arroganten und geringschätzigen Auftretens des stets männlichen Gegenübers verblasst aus meiner Sicht auch die eigentliche Story.

Ach ja: Natürlich halten die Titelheldinnen stets auch nach ihrem "Prinzen" Ausschau. Weiblich, weich, verständnisvoll und "Dame" zu sein ist viel wichtiger als Fachkompetenz - aus Sicht der Herren. Und Sylvi und Gerd richten sich brav danach. Berte Bratts Bücher enden stets damit, dass die Protagonistin ihren Helden findet und heiratet - und dann natürlich auch nicht mehr zu arbeiten braucht, denn jetzt ist ja endlich ein Herr im Hause - Halleluja.

Ergo: Klassischer Schnulzenstoff. Hochzeit = Ziel schlechthin, unsägliches Glück, Vollendung, Verkörperung aller Ziele. Danach: Vorhang. (Also: wirklich kein empfehlenswerter, geschweige denn realistischer Stoff für heutige Leserinnen.)
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am 3. Januar 2003
Nach dem Tod ihres Vaters und der Liquidation seiner Firma wird für Sylvi alles anders: Nun muss sie ihr Leben pöätzlich selbst in die Hand nehmen. Doch Sylci lässt sich nicht unterkriegen! Als die Generalkonsulin Constanze Allen einen Chauffeur sucht, packt Sylvi die Gelegenheit beim Schopf, bewirbt sich - und wird genommen!
Ein Mädchen als Privatchauffeur= wenn das nur gutgeht! Aber Sylvi beweist schon bald, dass sie mehr kann, als nur Auto fahren.
Als sie mit der Generalkonsulin eine Fahrt durch Frankreich unternimmt, stellt sich bald heraus, dass Sylvi für ihren Beruf wie gesschaffen ist. Doch dann lernt Sylvi den charmantein Jean Garnier kennen, einen jungen Herrn aus bester GEsellschaft. Er hält Sylvi für eine reiche Erbin...
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am 22. Januar 2008
Der Band enthält zwei Romanes "Sylvi macht ihr Glück" und "ein tüchtiges Mädchen".

"Sylvi macht ihr Glück" mochte ich schon beim ersten Lesen gern. Das liegt daran, daß das Buch zwar etwas antiquiert ist (Chauffeurslivree, ein äußerst vorsintflutliches Modell von einem Auto; Franzosen, die beim Heiraten vor allem auf die Mitgift schauen etc.), aber frei von Peinlichkeiten, die bei manch anderem Berte-Bratt-Buch den Genuß erheblich trüben: Sylvi, Tochter eines Reeders, den nur sein plötzlicher Tod vor dem wirtschaftlichen Ruin bewahrt hat, muß sich eine Stellung suchen. Da Autos ihre größte Leidenschaft sind, wird sie Chauffeuse bei der Witwe eines Generalkonsuls. Auf der Reise in ein mondänes Seebad in der Normandie (da haben wohl Deauville oder Trouville Pate gestanden) trifft sie auf Jörn und Jan, zwischen denen sie sich entscheiden muß.

Die zeitliche Einordnung der Geschichte ist unglaublich schwierig, an sich ist jedoch ausgeschlossen, daß das Buch nach 1939 spielt. Auf der einen Seite weist die Geschichte unglaublich moderne Züge auf (moderner als in vielen späteren Berte-Bratt-Büchern, die oft sehr viel engstirniger sind): ein exotischer Beruf, eine Heldin, die in ein- und demselben Buch von mehreren Männern geküsst wird, andererseits beschert uns auch diese Geschichte wieder einmal eine reizende reiche alte Dame, deren einziges Bestreben darin besteht, ihren Mitmenschen zu helfen (mein Kritikpunkt an all diesen reizenden Damen im Berte-Bratt-Universum besteht darin, daß die Damen auf dieses Hobby meistens erst dann verfallen, wenn sie die Heldin des jeweiligen Buches treffen.)

"Ein tüchtiges Mädchen" gehört zu den unbekannteren Geschichten der Autorin, damit aber noch lange nicht zu den schlechteren.

Gerd (ein Frauenname!) ist Sekretärin beim Holzmakler Myrseth. Irgendwann hatte es einmal einen Trygve in ihrem Leben gegeben, den sie im Hotel mit einer anderen Frau erwischt hat, also vergräbt sie sich in ihre Arbeit. Dann trifft sie Helge, und das Spiel scheint sich mit vertauschten Rollen zu wiederholen. "Es ist nicht so wie du denkst..."

Von der Handlung her ist das ausgesprochen modern!
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