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am 24. Oktober 2005
Wie in den Vorgängerromanen der nicaraguanischen Autorin G. Belli sind es wieder starke Frauen, die im Mittelpunkt der Geschichte stehen. Ob es eine oder zwei sind, das sollten sich alle, die das Buch zur Hand nehmen, selbst entscheiden. Lucia, 17 Jahre alt lebt in einer Klosterschule und wird von Manuel, einem Geschichtsdozenten in die Geschichte der spanischen Prinzessin Johanna (die Wahnsinnige) ver- oder geführt. Eine Geschichte des ausgehenden 16. und beginnenen 17. Jahrhunderts wird aus den Augen einer jungen Frau beschrieben, die hin- und hergerissen ist zwischen dem spanischen Königspaar (ihre Eltern) und dem heißgeliebten Phillip (der Schöne), mit dem sie in Flandern lebt. Oder auch nicht? Die Grenzen zwischen den Geschichten um Johanna und Phillip und Lucia und Manuel sind nicht erkennbar, ihre Leben scheinen ineinander verwoben. Gioconda Belli erzählt ihren Roman in der ihr eigenen großartigen Sprache von Leidenschaft und Erotik. Ein großes Buch. ein leidenschaftlicher Roman, eine gefühlvolle Geschichte der Liebe!
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am 7. Februar 2011
Da die Handlung in den vorangegangenen Rezensionen mehrfach ausgeführt wurde, werde ich an dieser Stelle auf eine erneute Zusammenfassung verzichten und mich lediglich meiner Einschätzung widmen. Der historische Handlungstrang der "Johanna der Wahnsinnigen" ist gut recherchiert und lebendig geschrieben, so dass der Leser sich durchaus in die Renaissance zurückversetzt fühlt. Durch Manuels Erzählung und Lucìas Rezeption dieser erhält man einen guten Einblick in die Verhältnisse der damaligen Zeit, die Ohnmacht der Frauen und die Bewältigung dieser Umstände. Auch die Heldin Lucia, aus deren Perspektive der Roman geschrieben wurde, ist vielschichtig dargestellt und bewirkt so, dass man die psychische und körperliche Verführung zumindest aus ihrer Sicht bewegend erlebt.

Was aber das große Manko des Romans ausmacht, ist der Held, Manuel. Da zu einer Verführung zwei Personen gehören, spielt die Figur des Manuel eine wesentliche Rolle. Nur kann dieser für mich nicht überzeugen. Allein die Beschreibung eines um die vierzig Jahre alten Mannes, Raucher mit weißen Haaren und einem Hang zum Puzzeln und Modellbau erzeugte bei mir schon ein unattraktives Bild. Aber über Geschmack lässt sich ja bekanntlich streiten. Was für mich schließlich die erotische Stimmung immer wieder zerstörte, war der Gedanke, dass ein sehr viel älterer Mann eine minderjährige Waise sexuell verführt und beim ersten Geschlechtsakt sie gegen ihren Willen nimmt und somit meiner Meinung nach vergewaltigt. Das grenzt an Perversität und zerstört so die intendierte Liebesgeschichte. Für mich funktioniert die Handlung damit nicht mehr, mal abgesehen von dem unglaubwürdigen Schluss. Aus diesem Grund kann ich nur zwei Sterne geben, auch wenn Frau Belli einen guten Schreibstil hat.
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am 28. März 2014
Sehr begeistert war ich vom wunderbaren Schreibstil der lateinamerikanischen Autorin Gioconda Belli, die in ihrem 509-seitigen historischen Roman "Das Manuskript der Verführung" sehr gekonnt Gegenwart und Vergangenheit verknüpft.

Kurz zum Inhalt:

Der spanische Historiker Manuel verliebt sich in die junge und noch jungfräuliche Lucia, die in einem Kloster lebt. Manuel interessiert sich sehr für die Geschichte des spanischen Königshauses aus dem 15. Jahrhundert. Ganz besonders angetan hat es ihm Johanna, die später Königin von Spanien wurde und ihre Beziehung zu Philipp dem Schönen, den sie recht schnell heiratete. In der Gegenwart sieht Manuel in Luca "seine Johanna" und legt ihr mit verführerischem Geschick die von Leid und Leidenschaft geprägte Geschichte nahe. Er kommt ihr dadurch auch körperlich immer näher...
Der Roman bewegt sich von der Gegenwart um Manuel und Luca zurück in die Vergangenheit um Johanna und Philipp, es geht vor und zurück - zurück und vor...
Johanna und Philipp liebten sich seiner Zeit sehr leidenschaftlich. Eifersucht und Gier spielte dann jedoch auch eine große Rolle. Johanna als Erbin der spanischen Krone wurde schließlich Opfer von politischen Intrigen. Sowohl ihr Ehemann Philipp als auch später ihr eigener Sohn Karl wenden sich gegen Johanna. Man warf ihr Wahnsinn vor und Johanna gelangte in Isolationshaft, die sehr lange andauerte.
Zurück in die Gegenart: Manuel schlüpft in die Rolle von Philipp und Lucia gibt sich ihrem "Historienmeister" hin. Doch wie die damalige Geschichte von Johanna und Philipp, so endet auch die Geschichte von Lucia und Manuel tragisch...

Fazit: Ein gelungener, sehr gut recherchierter und auch erotischer historischer Roman! Lediglich die Story von Manuel und Lucia war nicht immer sehr glaubhaft dargestellt und wirkte mitunter etwas "kitschig". Deshalb auch keine 5 Sterne...
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am 28. März 2008
Ein ganz wundervoller Roman über eine Frau, die an ihrer Herkunft und an ihrer Bestimmung scheiterte: Juana de Castilla y León, Königin von Spanien. Belli hat dies herrlich verwoben in die Geschichte einer jungen Frau, die im Madrid der Francozeit sich selbst, ihre Sexualität und die Liebe zur Geschichte entdeckt.
Aber mußten die Beschreibungen des geschlechtlichen Aktes so überwiegen. Ich bin nicht prüde, aber es nervte. Die kleinen Unstimmigkeiten, was den spanischen Tagesablauf betreffen, werden nur den Spaniern auffallen und sind unwichtig, aber die deutsche Fassung hatte einige Übersetzungsfehler z.B. aus dem Aufstand der kastilischen Städte wurde ein Aufstand der Dörfer. ohoh.
Überwiegend doch ein schöner Roman!
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am 8. Januar 2011
Die 3 Punkte gebe ich für den literarischen Stil. Das Buch ist süffig geschrieben, die Erotik greifbar und berauschend.
Aber es tut mir Leid, ich kann mich den z.T. begeisterten Kommentaren meiner Vorrezensienten nicht anschließen. Abzüge mache ich für die zweigleisige Story um 2 Paare (eines historisch belegt, eines zeitgenössisch imaginär), die für mich unglaublich an den Haaren herbeigezogen ist. Dabei werden z.T. Klischees bedient, die das ganze auch noch ins Lächerliche ziehen.

Es treten auf:
Lucia, ein Waisenkind aus dem Kloster, jungfräulich, jedoch mit beginnender Leidenschaft.
Manuel, ein älterer Mann mit dem speziellen Etwas, spanischer Adliger, besessener Historiker, der das Mysterium des Wahnsinns von Johanna, Königin von Spanien, zu ergründen sucht.
Hier steigen wir ein in den geschichtlich verbürgten Teil des Romans: Als Tochter des spanischen Königshauses wurde Johanna mit Philipp dem Schönen, einem Habsburger, vermählt. Nach anfänglichem Liebesrausch nimmt Philipp seine Mätressenwirtschaft wieder auf. Im Gegensatz zu den Monarchinnen ihrer Zeit nimmt Johanna das jedoch nicht hin: Sie verfolgt Philipp mit rasender Eifersucht. Nachdem Johanna jedoch Erbin der spanischen Krone ist, wird sie zum Spielball der Politik. Nicht nur Philipp, auch ihr Vater Ferdinand und später ihr eigener Sohn Karl bestimmen nun über ihr Geschick. Mit dem Argument, sie sei wahnsinnig, wird sie in eine Isolationshaft verbracht, die erst nach einem sehr langen Leben endet. Am Ende wird sie tatsächlich wahnsinnig.

Zurück in die Gegenart: Manuel glaubt, sich als Mann nicht in die Gedankenwelt Johannas einfühlen zu können. Daher wählt er Lucia (die ihm zu Johanna sehr ähnlich zu sein scheint) als Medium: Kaum dass er ihr ein Renaissancekleid übergestreift hat, IST sie Johanna, durchlebt die Schlüsselszenen des Lebens der Königin.
Was so ein bisschen Samt und Seide auf der nackten Haut doch ausmacht ... schon bei der Hochzeitsnacht Philipps mit Johanna liegt eine unglaubliche Erotik in der Luft. Was läge da näher, als dass Manuel in die Rolle von Philipp schlüpfen würde - natürlich nur zu wissenschaftlichen Zwecken ;O). War Johanna ihrem Mann sexuell hörig ? Ja, auch in dieser Frage muß natürlich gründlichst nachgegangen werden.

Willig wie einstmals Johanna gibt sich Lucia ihrem Lehrmeister hin. Sie unterliegt dem Zauber, ihrer eigenen mageren Existenz zu entfliehen und taucht immer weiter in die satte Welt der Renaissance ein, Sex (mit Philipp/Manuel) inklusive.

Wie auch Johannas und Philipps Geschichte endet die Verbindung Manuels mit Lucia schließlich tragisch: Manuel stirbt im Feuer eines Museums, einmal mehr auf der Spur Johannas. Lucia bringt seine Tochter (klar: ein Junge hätte definitiv nicht zum Plott gepasst) zur Welt. Es sind solche Details, die den zeitgenössischen Teil dieses Romans so derartig unglaubhaft machen, ebenso wie z.B. die Konstellation "armes" Waisenkind aus dem Kloster/spanischer Adliger.

Meine Meinung: Johanna, genannt die Wahnsinnige, hätte besseres verdient als die Rahmenhandlung für einen Softporno zu bieten. Ihr ist schon zu Lebzeiten soviel Unrecht wiederfahren, da hätte dieses Buch wirklich nicht not getan. Aber über Geschmack läßt sich bekanntlich streiten.
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am 20. Juli 2008
Lucia ist 17, verwaist und lebt hinter dicken Klostermauern im Madrid des 20. Jahrhunderts. Als sie auf Manuel trifft, Universitätsdozent und leidenschaftlicher Forscher auf den Spuren Johannas der Wahnsinnigen, wird ihr ein gewagtes Angebot unterbreitet. Manuel wird ihr die Lebensgeschichte Johannas erzählen, wenn Lucia versucht die Gefühle der spanischen Königin auf ihrem Weg von der verzweifelten Liebe zu ihrem Ehemann bis hin zu ihrem Tod im Klosterverlies nachzuvollziehen. Im Kleid Johannas und mit Manuels Stimme am Ohr begibt sich Lucia auf die Reise. Doch dann wird nicht nur sie von der Vergangenheit eingeholt...

Das Manuskript der Verführung" ist, wie der Titel es verspricht, die Geschichte einer Verführung. Die lateinamerikanische Autorin Gioconda Belli beschreibt jedoch keine erotisch körperliche Verführung, sondern eine Psychische. In ihrem Roman ist die Heldin Lucia Johanna". Beide Figuren wandern zielstrebig über die poetisch formulierten Zeilen, eilen durch die Geschichte, um zu einem phänomenalen Schlusspunkt zu gelangen, der die Königin und die Klosterschülerin für immer miteinander verbinden wird. Es sind nicht nur die physischen Ähnlichkeiten, die Lucia und Manuel auf den Spuren Johannas von Kastilien und Phillips des Schönen wandeln lassen. Vielmehr sind es die Charakterzüge der beiden historischen Figuren, die Belli in ihrem Roman wiedererweckt, die sich auf tragische Weise in dem von der Vergangenheit verfolgten Manuel vereinen. Lucia, aus deren Perspektive die Geschichte geschildert wird, bleibt stumme Beobachterin der Szenerie. Sie lässt sich als Spielfigur durch die Vergangenheit und die Gegenwart schieben, emotional abgeschottet und gleichzeitig im Kern ihrer Anteilnahme partizipierend. Denn viel stärker noch als die Liebe und die Leidenschaft, handelt dieser Roman von der Verzweiflung und der Unmöglichkeit, sie auszudrücken. Lucia und Manuel starren gebannt auf Johanna, die Wahnsinnige, welcher es in einer Zeit, in der Gefühle unter dem Deckmantel von Macht und religiöser Kasteiung verborgen bleiben mussten, gelingt, ihre Emotionen auf der Stirn zu tragen. Den beiden zeitgenössischen Figuren bleibt dieses Verhalten ein Rätsel. Sie verweilen in der Undurchsichtigkeit, bleiben oberflächlich und schwach, während wir der historischen Johanna durch die Mauern der Jahrhunderte hindurch, tief in die Seele blicken dürfen.

Ein gewagter Roman der Vergangenheit und Gegenwart spannend und intelligent miteinander verbindet, dessen Protagonisten jedoch unter der überwältigenden emotionalen Macht der historischen Figuren ein wenig verblassen.
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TOP 1000 REZENSENTam 21. Dezember 2007
Die 17jährige Lucia ist Waise und lebt in einem Klosterinternat in Madrid. Bei einem Ausflug mit ihren Großeltern lernt die den Geschichtsdozentin Manuel kennen. Dieser ist fasziniert von ihrer Ähnlichkeit mit der spanischen Königin Johanna aus dem 15. Jahrhundert. Daher bittet er Lucia, sich auf ein Experiment mit ihm einzulassen, sich in die Geschichte von Johanna der "Wahnsinnigen" hineinversetzen zu lassen und ihre Empfindungen dabei zu schildern. Manuel ist besessen von Johanna und bald beginnt die Grenze zwischen Vergangenheit und Gegenwart zu verschwimmen.

Die Geschichte um Lucia und Manuel bildet eigentlich nur den Rahmen für die Schilderung von Johannas Leben. Der Roman wirkt gut recherchiert und regt durchaus zum Nachdenken an, da lediglich die Geschichte von Lucia und Manuel fiktiv ist, während Johannas Erzählung auf recherchierten Fakten beruht. Es ist erschreckend, wie Frauen früher dem Machtstreben von Männern zum Opfer gefallen sind. Johanna, die rechtmäßige Erbin des spanischen Throns, fällt zuerst der Machtgier ihres Mannes, dann ihres Vaters und zum Schluss ihres eigenen Sohnes zum Opfer. Eine Frau, die eigentlich die uneingeschränkte Macht haben sollte, wird durch diese Männer für verrückt und somit regierungsunfähig erklärt und mit 30 Jahren bis zum Ende ihres Lebens weggesperrt und bewacht. Dass Johanna dies zum Teil mit selbst zu verantworten hat - auf Krisen, Druck und Fremdbestimmung reagiert sie stark emotional mit der Verweigerung der Nahrungsaufnahme und der Vernachlässigung ihrer eigenen Hygiene - mag heute kaum noch nachzuvollziehen sein, wenn man die extremen Belastungssituationen betrachtet, in denen sie sich wiedergefunden hat. Johanna war rebellisch und hat für damalige Zeiten sehr unkonventionell reagiert. Die Geschichte um diese ungewöhnliche "Heldin", die ihrem Schicksal nicht entkommen und nicht gegen die männliche Welt ankommen konnte, ist sehr interessant, fesselnd und ergreifend. Leider wird der zweite Handlungsstrang um Manuel und Lucia ein wenig vernachlässigt und die Entgrenzung von Vergangenheit und Gegenwart hat nicht wirklich stattgefunden. Aus diesem Strang hätte man mehr als nur den Rahmen für Johannas Geschichte machen können.
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am 27. November 2005
eine spannende geschichte, die auf historischen recherchen beruht, eine poetische Sprache, die der Leidenschaft hoch erotischer Szenen gerecht wird, und eine politische Aussage, die die negative Beurteilung starker Frauen durch männliche Diagnosen relativiert - unbedingt zu empfehlen!
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am 14. Januar 2008
Der Madrider Universitätsdozent Manuel Sandoval y Rojas, Historiker, stellt akribische Nachforschungen an über Königin Johanna, die aufgrund ihrer besessenen Liebe und Eifersucht zu Philipp dem Schönen", verrückt geworden ist und auch Johanna, die Wahnsinnige" genannt wurde. Obwohl zur Ehe mit Philipp II. gezwungen, liebt sie diesen leidenschaftlich. Sie wurde ihrer Kinder und Rechte beraubt und von Philipp immer wieder betrogen. Johanna raste vor Eifersucht und aufgrund ihrer Weigerung sich zu fügen wurde bis an ihr Lebensende in einem Kloster nahe Valladolid gefangen gehalten.

Manuel lernt nun die wesentlich jüngere Lateinamerikanerin Lucia kennen und sieht ihre äußere Ähnlichkeit mit Johanna. Er bietet ihr an, ihr die geschichtlichen Zusammenhänge und Fakten um Johanna und Philipp detailliert zu erzählen. Die einsame und schwärmerische Lucia lässt sich danach von Manuel dazu verleiten, in die Rolle der historischen Figur zu schlüpfen, in Kleidern im damaligen Stil. Sie soll sich auch in die Gedankenwelt Johannas hineinversetzen. Er erhofft sich so einen Einblick in das Gefühlsleben von Johanna, der ihm bisher verschlossen blieb.
In heimlichen Treffen in seiner Wohnung erzählt er Lucia Abschnitte aus Johannas Leben und es gelingt auch, das Mädchen in die Persönlichkeit Johannas und in das 15. Jahrhundert eintauchen zu lassen. Als die Erzählung bei der stürmischen und hocherotischen Begegnung von Johanna mit Ihrem späteren Ehemann ankommt, verschwimmen für Manuel und Lucia die Grenzen zwischen Realität und Geschichte. Die beiden werden ein Liebespaar und Lucia sammelt ihre ersten erotischen Erfahrungen. Die Grenzen zwischen Realem und Surrealem verschwimmen immer mehr, die beiden können im Gefühlstaumel nicht mehr abgrenzen, welche Gefühle ihnen gehören und welche zu den historischen Personen.

Gioconda Belli verwebt die historischen Ereignisse um das tragische Leben der spanischen Königin Johanna von Kastilien (1479 bis 1555) mit dieser fiktiven Begebenheit um die 17jährige Klosterschülerin Lucia im Madrid der 60er Jahre. Sie schreibt einen großartigen, gut recherchierten Roman um zwei beeindruckende Frauen, bei dem sie sehr geschickt zwischen Gegenwart und Vergangenheit hin- und herspringt und auch die Perspektiven wechselt. Einzig der dramatische Show-down erscheint etwas eigenartig und unpassend.
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am 12. August 2009
Obwohl die Geschichte ungefähr in unserer Zeit spielt, versetzt sie den Leser bald in das 15. Jahrhundert, in das Leben von Johanna der Wahnsinnigen und zu den Umstände, die ihr diesen Beinamen beschert haben.
Lucia ist eine 17jährige Klosterschülerin, die genug von der Eintönigkeit der Schule hat. Seit dem Tod ihrer Eltern ist sie dort untergebracht und sie fühlt sich einsam. So einsam, dass sie sofot auf das Angebot des Universitätsdozenten Manuel eingeht, der möchte, dass sie sich wie Johanna kleidet, um seiner Obsession zu frönen, während er Lucia von deren Leben erzählt und sich danach berichten lässt, wie sich Johanna gefühlt hat. Und dann beginnen die Zeiten und die Personen zu verschwimmen. Lucia ist Johanna - Johanna ist Lucia. Und dann, irgendwann ist da Johannas große Liebe Phillipp, der dann irgendwie zu Manuel zu werden scheint und Manuel zu Phillipp...die Grenzen verwischen, verschwinden. Und Lucia ist hin und her gerissen zwischen ihren Identitäten und der Frage, wen sie nun liebt: Phillipp oder Manuel? Oder sind beide ein und die selbe Person? So wie sie Lucia und Johanna zugleich ist?
Verwirrend, wunderschön, voller Gefühl und doch distanziert, aufrüttelnd und schockierend.
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