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Kundenrezensionen

5,0 von 5 Sternen
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am 23. Oktober 2008
Überblick:
Das Buch 'Archetypenspiel' von Gunter Lösel bietet einen gut verständlichen, einladenden und theoretisch fundierten Einblick in die Welt unserer Begegnungsmuster und Grunderwartungen auf der Bühne oder im Alltag. Es verknüpft die Archetypen des Zwischenmenschlichen mit eindeutigen Grundgesten, die für das alltägliche Interagieren mit Menschen spannend sind, vor allem aber das theatrale Zusammenspiel bereichern.
Nach einer theoretischen Einordnung und Darstellung des Archetypenspiels werden 10 Archetypen mit ihren Grundgesten vorgestellt.

Zielgruppen:
Das Buch bietet sich zum einen für Schauspieler bzw. Theatergruppen an, die auf der Suche nach einer pragmatischen Methode sind, um das Modell der 'Archetypen' oder dessen Weiterentwicklung 'Heldenreise' körperlich im spontanen Spiel umzusetzen.
Zum anderen eignet sich das Buch auch für Menschen, die daran interessiert sind, das 'Archetypenspiel' im alltäglichen Leben zu entdecken und für ihre tägliche Kommunikation zu nutzen.

Aufbau und Inhalte:
Die ersten zwei Kapitel 'Was sind Archetypen?' und 'Wichtige Fragen zum Archetypenspiel' bilden die theoretische Grundlage des Buches. Im Mittelteil werden in zehn Kapiteln die Archetypen ausführlich beschrieben und mit ihrer Grundgeste verbunden. Ziel ist hier, ein Gefühl für die unterschiedlichen Archetypen zu bekommen. Abschließend gibt es eine praktische Übersichtstabelle mit Archetypen und Grundgesten und ein Kapitel zur praktischen Anwendung.
Auf den ersten 14 Seiten werden die Tradition der Archetypenlehre, im Besonderen die von C.G. Jung, die Entwicklung und Bedeutung der Heldenreise und darauf aufbauend die Idee des Archetypenspiels vorgestellt. In durchaus knapper aber sehr verständlicher Art und Weise erhält der Leser einen Einblick in Ursprünge und Entfaltungen der Archetypen. Er entdeckt, wo uns die Archetypen und Heldenreisen in der heutigen Welt begegnen. Gunter Lösel nimmt Bezug auf alte Mythen, Märchen und Geschichten von nebenan, um in alles andere als kapriziöser Weise sein Konzept des Interagierens vorzustellen und nahe zu bringen. So erscheint die Idee, die Archetypenlehre mit dem Körperlichen zu verbinden, um sie erlebbar und auf der Bühne realisierbar zu machen, logisch und weckt Neugierde. Die Grundgesten stellen ein Bindeglied zwischen den (bekannten) Modellen der Archetypen und dem Wunsch, sie körperlichen umzusetzen dar.
Im Hauptteil von 172 werden die wichtigsten Archetypen vorgestellt: 'der Held/ die Heldin', 'Verbündete/ Gefährten', 'Schatten', 'Mentor', 'Schwellenhüter', 'Trickster', 'Mutter', 'Anima/Animus', 'Kind', 'Der Sack'.
In diesen Kapiteln wird der Archetyp zunächst allgemein vorgestellt: Was macht diesen Archetypen aus? Welche Funktion hat er? Welche Charaktereigenschaften gehören zu ihm? In welchen Beziehungen steht er? Nach diesem Überblick folgt die Verknüpfung mit der Grundgeste, die bildlich dargestellt und auch sehr anschaulich beschrieben wird. Die theoretischen Eigenschaften werden also körperlich gemacht. Meistens erscheint die Grundgeste, nachdem man sich mit dem jeweiligen Archetypen beschäftigt hat, sehr nahe liegend, stellt eine Verbildlichung des Gelesenen dar. Besonders anschaulich sind die eingeflochtenen Geschichten ' Märchen, Sagen oder auch Lieder -, die das Gefühl für den bestimmten Charakter noch unterstützen. Das 'Archetypenspiel' stellt die Beziehungen unter den Archetypen in den Vordergrund. So schweben die Charaktere nicht - wie so oft z.B. in improvisierten Szenen -in ihrem eigenen Kosmos sondern die gemeinsamen Welten werden leichter erkennbar. Dieser Schwerpunkt erleichtert es, nicht einzelne Personen nebeneinander, sondern ein Zusammenspiel zu verstehen und zu erreichen.
Nicht in jedem Kapitel, aber an einigen Stellen finden sich konkrete Übungen, mit denen der Archetyp erprobt bzw. erlebt werden kann. Praktisch sind die Zusammenfassung, die 'Kurzdramaturgien', am Ende jedes Kapitels, die das Erinnern erleichtern, wenn man das Kapitel schon mal gelesen hat oder einen Überblick verschaffen, wenn man diesen Archetyp erst kennen lernen möchte.
Als praktisch erweisen sich die anschließenden Kapitel des Buches: Eine Übersichtstabelle über Archetypen und Grundgesten und Grundübungen stellen eine gute Hilfe für das eigene Ausprobieren des Archetypenspiels dar. Anregungen, wie die Grundformen der Begegnung in Tanz, Theater oder Improvisationstheater angewendet werden können bilden den ' leider kurz geratenen - Abschuss des Buches.

Fazit:
Das 'Archetypenspiel' ist ein außerordentlich lesenswertes Buch, das freundlich, fundiert und praxisnah zur Aneignung der Archetypen mit ihren Grundgesten anregt ' sowohl als Übungsbuch für die Theaterpraxis, als auch als Lektüre, die Anregung für die Beziehungen gibt, in denen wir uns bewegen!
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