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Kundenrezensionen

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Wem der Name der Autorin "Diana Gabaldon" nichts sagt, der wird wohl kaum auf "Das Meer der Lügen" stoßen. Diana Gabaldon hat sich seit Jahren - ich habe ihr erstes Buch 2001 gelesen - einen Namen gemacht, mit ihrer "Highland Saga". So wird die faszinierende Zeitreise der Engländerin Claire zurück ins 18. Jahrhundert genannt. Claire landet zunächst in Schottland, wo sie Jamie kennerlernt und, ach wer Interesse an der "Geschichte" der beiden hat, sollte sie doch einfach mal lesen - aaaaber sich dabei vieeeeeeeel Zeit nehmen, denn Frau Gabaldon hat mittlerweile sieben Bände geschrieben; jeder Roman so dick, dass ein Gelegenheitsleser beim Anblick vermutlich wegläuft! - Also im Klartext dürfte es sich um gut 9.000 Seiten handeln, und kein Großdruck! :-)

Wer jetzt noch Interesse hat, sollte weiter lesen, bzw. den dürfte meine Kritik am "Meer der Lügen" interessieren.

Viele Fans von Gabaldons Highland-Saga waren enttäuscht vom "Meer der Lügen" weil es wohl nicht so spannend und nicht so reich an Worten bebildert ist. Außerdem ist "Das Meer der Lügen" eher ein Krimi, als ein Schmachtfetzen. - Lieber Leser, das ist - finde ich - eine Sache der Erwartungen. Wenn man das Vorwort von Frau Gabaldon liest und einige Zusatzinformationen, dann sind diese Trotz-Reaktionen der Leser(innen) von Frau Gabaldon vorhergesehen worden; sie hat's trotzdem veröffentlicht. - Das finde ich mutig.

Ach, übrigens - ich mag "Das Meer der Lügen" sehr und Lord John, um den sich dieser Roman (Krimi) dreht auch.

Lord Johnathan Grey ist ein alter Bekannter aus den Highland Sagas, besser gesagt: Jamie Fraser (Schotte aus dem Bilderbuch) hatte mit dem Engländer John Grey in Ardsmuir (einem Gefängnis!) die (zunächst eher unangenehme) Bekanntschaft gemacht. Jamie als Gefangener, John als Aufseher. Jamie ein Mann aus dem Bilderbuch (der nur an seine Claire denken konnte). John ein Mann vom anderen Ufer, der's wohl auf Jamies hübschen Hintern abgesehen hat ...

Aber diese brisante Bekanntschaft ist nicht das Thema im "Meer der Lügen"; das alles wird nur am Rande erwähnt. - Obgleich Diana Gabaldon sehr unverblümt über die Schwulenszene im London des 18. Jahrhundert erzählt, wo Lord John Grey - selber schwul - in diesem Milieu ermitteln muss. Und das am besten, ohne sich zu enttarnen. John Grey ermittelt in seinem eigenen Interesse und schnüffelt im Privatleben des Verlobten seiner Cousine, der vermutlich an einer besonders unangenehmen Krankheit ("Syph") leiden könnte - zusätzlich bekommt im Auftrag ihrer Majestät noch einen Sonderauftrag: Den Mord an einem vermeintlichen Spion zu klären.

Diesmal hat Frau Gabaldon es geschafft einen Roman in normaler Länge ("nur" 400 Seiten) zu schreiben und das erste, was mir am Ende durch den Kopf schoss war: "Das las sich aber angenehm!"

Keine spektakuläre Lektüre. Ein interessant historisch angehauchter Krimi. Schlicht und einfach eine angenehme abwechslungsreiche, lockere und unaufregende Lektüre. Mit den für die Autorin üblichen Erklärungen von Krankheiten und medizinischer Versorgung in jener Zeit; das macht "Das Meer der Lügen" zu einem typischen Gabaldon Roman.

Ach ja - eine Bitte: Man soll sich von schlechten Kritiken nicht abschrecken lassen, sondern selbst entscheiden. ;-) Die Autorin ist ihrem Schreibstil durchaus treu geblieben; und der will zumindest mir einfach nur gefallen.

Tipp für Interessierte: Weitere Geschichten um "Lord John Grey" sind übrigens schon als Taschenbuch mit dem Titel "Die Hand des Teufels" im Handel erhältlich. Kost' auach nicht die Welt. ;-)
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am 11. Juni 2007
Diana Gabaldon - Das Meer der Lügen

London, Mitte des 18. Jahrhunderts: Im Herrenclub "Gesellschaft zur Wertschätzung des englischen Beefsteaks" macht Lord John Grey eine erschreckende Entdeckung- der Ehrenwerte Joseph Trevelyan, zukünftiger Ehemann von Greys Cousine, leider an Syphilis. Der einzige Ausweg, den Grey sieht, ist der, die Verlobung zu lösen, und das möglichst diskret.

Doch nicht nur dieses Problem sucht nach einer Lösung, denn bald wird ein toter Offizier gefunden, der unter Spionageverdacht stand, und dessen Spur zu Joseph Trevelyan führt...

Trotz der weit verbreiteten Meinung, dieses Buch sei bloßes Mittelmaß, hat es mir gut gefallen. Mrs Gabaldons Schreibstil ist flüssig und einfach, sie unterlässt größtenteils überflüssige Beschreibungen und kommt schnell auf den Punkt, ebenso wie ihre Charaktere.

Es ist erfrischend, wie ungeblümt Lord John manchmal die Wahrheit sagt, und wie menschlich ihre anderen Figuren sind. Da wird nichts verschönt- wenn Lord John den Tag in den Slums von London verbracht hat kommt er auch dementsprechend heim, und nicht so, als wäre er grade aus der Waschmaschine gestiegen.

Leider war die Handlung wegen des vielen hin- und herspringens zwischen Greys "privaten" Nachforschungen und den "offiziellen" teilweise etwas verwirrend, aber mir wurde alles im laufe des Buches viel klarer.

Fazit: Lesenswert.
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am 12. Januar 2004
Die Geschichte ist schnell erzählt: Beim Pinkeln entdeckt Lord John eine Syphiliswunde am besten Stück seines Nebenmannes, des Ehrenwerten und einflussreichen Joseph Trevelyan. Eigentlich nicht weiter schlimm. Nur dass Trevelyan in einigen Wochen seine Cousine Olivia heiraten wird. Diskret beginnt Lord John mit den Nachforschungen über die Herkunft der Erkrankung und den wahren Charakter des Heiratskandidaten. Parallel dazu wird ein Sergeant, der im Verdacht der Spionage stand, tot aufgefunden. Alles deutet daraufhin, dass der Mord aus persönlichen Gründen geschah. Lord John wird mit den heiklen Ermittlungen beauftragt, im Laufe derer sich seine persönlichen und die offiziellen Nachforschungen verquicken und er einen ungeheuren Skandal aufdeckt.
So weit so gut. Die Geschichte an sich ist nichts Aufsehen Erregendes. Alles schon mal da gewesen. Wäre da nicht die Autorin. Diana Gabaldon ist unbestritten die Königin der amüsanten Details und schrulligen Charaktere. Herrlich Lord Johns Mutter, die exzentrische Benedikta Grey; wunderbar auch Lord Johns pfiffiger Leibdiener Tom Byrd oder der etwas hölzerne, aber ehrenhafte deutsche Oberst von Namtzen. Diana Gabaldon entwirft ein Kaleidoskop der Schattenseite Londons: Königinnen der Nacht, schwule Adonisse, brutale Schläger und intrigante Politiker. Und mittendrin der sympathische Lord John, der versucht, seine Pflicht zu tun. Man muss kein Lord John-Fan sein, um das Buch zu mögen.
Allerdings kommt „Das Meer der Lügen" in seiner Erzähldichte und Qualität bei weitem nicht an die Highland-Saga ran. Es ist ein unterhaltsames Buch, aber auch nicht mehr. Es packt nicht, macht nicht süchtig und man kann es, einmal fertig gelesen, auch ohne Reue wieder weglegen.
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am 13. August 2005
Mal ganz losgelöst von den Gabaldon-Highland-Büchern um Jamie und Claire (Bin absoluter Fan, alle mind. 3xgelesen und voller Erwartung auf den 6. Band, für den ich mir gaaanz sicher 24-Stunden-NonStopp-Leserunde vorgenommen habe!) ist es ein guter historischer Krimi. Und die Person Lord John's wird einem richtig sympathisch. Natürlich, wenn man in der Erwartung auf die Highland-Saga an das Buch herangeht, könnte man enttäuscht sein. Denn es tauchen zwar in Lord John's gedanklichen Monologen einige Male die Erinnerungen an James Fraser auf, aber sie haben keinen Bezug auf den vorliegenden Krimi. Und den finde ich - nur für sich betrachtet - wirklich gut. Ein interessanter Plot, jede Menge kriminelle Energie bei den "Mitspielern" - und das aus jeweils überraschenden (oder nachdem die Umstände klar waren, doch nicht so überraschenden ?!) Gründen. Schöner, flüssiger Schreibstil, mit ernsthaften und auch humorvollen Passagen und dem ganz besonderen "Witz", der auch in Diana Gabaldon's Highland-Büchern zu finden ist. Eine Fortsetzung von Lord-John-Romanen würde ich jederzeit kaufen. In diesem 1. Roman ist er kurz nach der Rückkehr aus Ardsmuir in London angelangt und hat sein gesellschaftliches Leben dort wieder aufgenommen. Seine Cousine Olivia steht kurz vor der Hochzeit mit dem ehrenwerten Sir Trevelyan - und genau diesen betrachtet Lord John (äh,hmtja - aufgrund seiner ganz persönlichen "Neigung" ) beim Pinkeln etwas genauer und sieht ein Syphilis-Wundmal auf dessen "bestem" Stück. Also beschließt er, dass die Hochzeit unmöglich stattfinden kann und er Gründe finden muss, aus denen der - so scheint es - nicht mehr ganz so ehrenwerte Sir Trevelyan von sich aus die Hochzeit absagt, um jeden möglichen Skandal von Olivia abzuwenden. Bevor er sich an entsprechende Nachforschungen machen kann, wird er in einen Mordfall an einem Regimentskollegen verwickelt, bei dem es um gestohlene, höchst brisante Regierungsdokumente geht. Im Zuge dieser Morduntersuchung entdeckt Lord John entsetzt, dass es wohl nicht nötig sein wird, separat seinen privaten Erkundigungen nachzugehen, denn der Ehrenwerte Sir Trevelyan scheint auf höchst mysteriöse und delikate Weise in den Mordfall verwickelt zu sein. Und Lord John sieht sich immer mehr in London's spezieller Halbwelt unterwegs, Fragen stellend und Antworten findend, die ihn in ein lebensgefährliches Netz treiben. Mord, perfide Intrigen, Erpressung und höchst verzweifelte Liebe sind die Fäden, die dieses Netz gesponnen haben......
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Erstmal vorweg, dies ist nicht der nächste Band der Schottland-Saga um Jamie und Claire, sondern es geht hier um die bereits bekannte Nebenfigur Lord John Grey, der nun seine eigene Serie (wahrscheinlich 3 Bände plus eine Anthologie) bekommt und in London Kriminalfälle zu lösen hat.
Im ersten Fall geht es um den Verlobten (Jospeh Trevelyan) seiner Cousine. Lord John entdeckt beim gemeinschaftlichen Pinkeln in einem Herrenclub, das der gute Mann die Syphillis hat und Lord John versucht jetzt irgendwie diplomatisch die Verlobung zu lösen. Dann wird Grey auch noch in einen Spionage und Mordfall verwickelt und findet beunruhigende Hinweise, die einen Zusammenhang mit Trevelyan wahrscheinlich machen.
Der Roman ist extrem spannend, denn wer mit wem und wieso und was überhaupt passiert, darauf kommt man nun wirklich nicht. Es ist manchmal ein wenig schwierig, deswegen muss man bei einigen Szenen schon genau lese, damit man die Handlung kapiert. Aber wie immer bei Diana Gabaldon lohnt sich das genaue Lesen sowieso.
Obwohl Jamie und Claire nicht in diesem Roman vorkommen (sieht man mal von gelegentlichen Gedanken Greys an Jamie ab - der Roman spielt übrigens zu der Zeit, wo Jamie in Hellwater weilt), ist es doch ein waschechter Gabaldon. Ihr Humor, ihre Gabe Gefühle und Menschen zu beschreiben, es ist genauso wie früher und bestärkt mich in dem Gedanken, das Diana nicht nur wegen ihres besonderen Liebespaares so erfolgreich ist, sondern weil sie einfach wunderbar schreiben kann. Ich würde wirklich sagen, das diese Gabe momentan bei niemanden so ausgeprägt ist, wie bei Ihr.
Wer das historische London übrigens während des Lesens verfolgen möchte, dem sei der Stadplan empfohlen, den Diana im Vorwort angibt. Er kann im Internet runtergeladen werden. Ich war jedenfalls mittendrin im nebligen, dekadenten London, in dem nichts so ist, wie es scheint.
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am 19. Juli 2003
Wenn man zu einer Gabaldon greift glaubt man eigentlich zu wissen, was man zu lesen bekommt. Aber weit gefehlt: ihr neuer Roman um Lord John ist ein wirklich gelungener historischer Kriminalroman. London, 1757. Lord John stellt bei einem Gang zur Toilette fest, dass der Verlobte seiner jungen Cousine Symptome der Syphilis hat. Während er noch überlegt, wie er es anstellen soll die Verlobung zu lösen, verselbstständigen sich plötzlich die Geschehnisse und Syphillis scheint nur eins der Dinge zu sein , die besagter Verlobter verheimlicht.... Spannend beschrieben! So richtig genießen konnte ich die Geschichte allerdings erst, als ich mich von der Vorstellung, dass dieses Buch in Verbindung mit der Highlandsaga steht, gelöst habe. Daher sind die Hinweise auf Jamie Fraser eigentlich auch eher störend. Lord John ist eine überaus sympathische Hauptfigur. Ich muss ehrlich zugeben, dass mich die homosexuellen Szenen zunächst ziemlich irritiert haben, ich finde auch nicht unbedingt dass sie für die Story so wichtig sind, aber das ist wahrscheinlich Geschmacksache. Übrig bleibt auf jeden Fall ein gut geschriebener Kriminalroman im historischen London, der es durchaus mit anderen Büchern dieser Gattung aufnehmen kann. Einer Serie um Lord John Grey sollte eigentlich nichts im Wege stehen. Wenn es gelingt ihn von der Highlandsaga unabhängig zu etablieren hätte er durchaus Chancen auf eine ganz eigene Fangemeinde. Lord John Gray erinnert mich ein wenig an Lord Peter Wimsey, auch wenn sie zu völlig anderen Zeiten agieren. Also auf alle Fälle lesenswert.
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am 16. Juni 2003
Während alle Welt auf die Fortsetzung der Highland-Saga um Jamie und Claire wartet, erscheint eine regelrechte Detektiv-Geschichte, die sich um Lord John dreht, einen guten Bekannten aus den früheren Büchern.
Und wenn ich auch anfangs etwas skeptisch war, bin ich doch mittlerweile restlos überzeugt davon, dass Mrs.Gabaldon sich niemals auf die Rolle der Highland-Schreiberin wird beschränken lassen müssen. Das Buch ist absolut lesenswert und wartet mit demselben unterschwelligen Humor auf wie schon seine berühmten Vorgänger, auch wenn das Umfeld ein ganz anderes ist. Und wusste man eigentlich schon immer, dass Lord John ein Sympathieträger ist, weiss man nun auch seine detektivischen Eskapaden zu schätzen und kann manchmal nur staunen, mit welcher Brillanz hier Rückschlüsse gezogen werden...
Natürlich muss klar gesagt werden, dass der Leser, der bislang nur die Highland-Saga kannte, eben diese nicht vorfinden wird - "Das Meer der Lügen" ist ein Kriminalroman, der lediglich zeitgleich angesiedelt ist wie die Story von Jamie und Claire, das sollte man fairerweise im Hinterkopf behalten und nicht erwarten, dass hier ähnlich magische Netze gesponnen werden, die den Leser so tief in ihren Bann ziehen, dass er enttäuscht ist, wenn das Buch zuende ist. Es ist einfach eine kurzweilige, verwickelte Kriminalgeschichte, die jenes Augenzwinkern aufweist, das man in allen Büchern von Diana Gabaldon finden kann...
Als nachteilig empfand ich, dass in dem Buch des öfteren auf einen Skandal verwiesen wird, aufgrund dessen Lord John nach Schottland versetzt wurde, und diese Anspielungen versteht man nicht wirklich, wenn man das Buch ("Hellfire Club" war wohl der englische Titel?) nie zu Gesicht bekommen hat - hier wäre es hilfreich, zumindest zu erfahren, wo man diese Geschichte nachlesen kann, um chronologisch in der richtigen Reihenfolge zu bleiben.
Ansonsten absolut lesenswert - wenn man keinen Schottland-Roman erwartet, sondern sich auf dieses detektivische Abenteuer einlässt ;o)
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am 9. März 2014
London, Mitte des 18. Jahrhunderts: Lord John Grey ist gerade aus seinem schottischen Exil zurückgekehrt und gerade dabei, sich wieder in er Londoner High Society einzuleben. Dazu gehören auch die regelmäßigen Besuche in seinem Herrenclub, in dem er einen heiklen Auftrag übertragen bekommt. In der britischen Armee sind vertrauliche Papiere abhanden gekommen, aus denen die französischen Widersacher die Truppenstärke herauslesen könnten. Es wird vermutet, ein britischer Soldat hat die Papiere gestohlen und will sie nun an de Feind verkaufen. Ebenso kommen ein Mord und zu allem Übel noch eine prekäre familiäre Angelegenheit zu Lord Johns Problemen hinzu, um die er sich als Familienoberhaupt kümmern muss, so lange sein Bruder nicht im Lande ist.

Als Leserin von Diana Gabaldons Highland-Saga ist mir Lord John Grey natürlich nur allzu bekannt und ich kann sagen: Ich mag ihn nicht. Ich mochte ihn vom ersten Augenblick an nicht, als er die Bühne in Jamie Frasers Leben betreten hat. Daran änderte sich auch im Verlauf der mittlerweile acht Jamie-und-Claire-Romanen nichts, auch wenn John Grey oft ein Retter in der Not war. Deshalb habe ich bisher auch noch keine große Lust verspürt die Lord-John-Romane zu lesen, doch durch Zufall habe ich dann doch zum ebook gegriffen. Jetzt muss ich meine Meinung zu Lord John ein wenig revidieren, denn das Buch hat mir, wider erwarten, ganz gut gefallen! Die Kulisse des London im 18. Jahrhundert gefällt mir außerordentlich gut und der Kriminalfall, den John zu lösen hat, ist zwar kein total komplexer, trotzdem konnte ich eine ganze Weile angeregt miträtseln.

Der Schreibstil der Autorin unterscheidet sich ein wenig von dem, was wir aus ihrer Highland-Saga gewohnt sind. Es fehlen hier die ausschweifenden Landschaftsbeschreibungen und wir haben hier auch keinen Schmachtfetzen vor uns, sondern einen soliden Historischen Kriminalroman mit einem intelligenten Ermittler. Dementsprechend nüchtern fällt der Schreibstil aus. Knapp aber anschaulich werden das Geschehen und auch die Gedankenwelt Lord Johns geschildert, flüssig lotst Gabaldon uns durch die Ereignisse. Mir hat ein wenig die Spannung gefehlt, obwohl es auch die eine oder andere gefährliche Situation gab. Trotzdem war es interessant den Fall mit Lord John zusammen zu lösen.

Die Protagonisten waren insgesamt sehr ausgefeilt. Lord John ist ja ein alter Bekannter, den ich nun von einer ganz anderen Seite kennen lernen durfte. Er ist nicht der allmächtige britische Offizier, sondern eher ein kleines Licht in der Londoner Oberschicht, der mit einem zweifelhaften Ruf zu kämpfen hat. An seinen sexuellen Vorlieben hat sich aber natürlich nichts geändert und so erfährt man auch, mit welchen Schwierigkeiten Homosexuelle in diesen Zeiten zu kämpfen hatten. So kommt aber leider die Damenwelt ein wenig zu kurz und fast alle weiteren Nebenfiguren sind Männer, wie z.B. der ehrenwerte Joseph Trevelyan, der Greys Cousine heiraten soll.

Das Cover des ebooks ist nicht gerade auffällig. Ich habe die Ausgabe, auf der hauptsächlich eine Hand mit einem dicken Klunker am Finger zu sehen ist. Der Besitzer der Hand trägt ein weinrotes Wams und im linken unteren Eck ist ein Ausschnitt einer Seekarte zu sehen. Die ist sicherlich keines meiner Cover-Favoriten!

Fazit: „Das Meer der Lügen“ von Diana Gabaldon ist der erste Spin-Off Roman ihrer bekannten Highland-Saga, der sich ganz Lord John Grey widmet. Dieser ist am ehesten als Historischer Kriminalroman zu bezeichnen und fällt somit in eine ganz andere Kategorie als die Romane um Jamie und Claire. Dies außer Acht gelassen, ist es doch ein unterhaltsames Buch, in dem man John Grey von einer ganz anderen Seite kennenlernt. Ich vergebe vier von fünf Sternen.
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am 14. Juni 2004
Also dieser Roman ist mal etwas ganz anderes. Wenn man die große Highlandsaga von Diana Gabaldon gelesen hat, erkennt man hier nicht allzuviele Gemeinsamkeiten. Es ist eindeutig ein (historischer) Krimi. Ein Mord im Londen des 18. Jhds und mehrere Verdächtige. Meiner Ansicht nach ist die Story ganz gelungen, auch wenn ich anfangs mit den Figuren ein wenig durcheinander kam. Man rätselt lange, wer denn der Mörder ist und es wird zwischendurch auch reichlich spannend. Allerdings ist mir die letztendliche "Auflösungsszene" etwas zu lang geraten. Sie nimmt ja fast ein V
iertel des Buches ein. Aber ich muss sagen, für den ersten Krimi hat sich Frau Gabaldon gut geschlagen. Sie ist halt eine begnatete Schriftstellerin. Ich persönlich mag allerdings ihre historischen Romane wesentlich lieber, doch das muss jeder selbst entscheidend. Dieses Buch ist ein guter, spannender Zeitvertreib für alle, die gerne Krimis lesen.
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am 17. September 2014
Es gilt das gleiche wie für die Fackeln der Freiheit, es ist eine nette Abwechselung, gut zu lesen und verkürzt das Warten auf den nächsten Highland Roman. Wenn man sie kennt, bringt das Eingehen auf bekannte Personen viel Spaß. Die Übersetzung ist wie immer für meinen Geschmack sehr gut.
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