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Kundenrezensionen

4,6 von 5 Sternen
6

am 10. Oktober 2010
Prof. Wünsch stellt in seinem Werk, welches (dankenswerter Weise) sehr kompakt daher kommt, einen umfassenden Überblick in die Satztechniken des 20. Jh. dar, ohne in eine, bei Werken dieser Art leider recht oft auftauchende, unübersichtliche 'Analyse-Zerpflück-Wut' zu verfallen.

Sehr zielgerichtet werden in 10 Kapiteln die wichtigsten Stile der Musik des des 20. Jh. beschrieben und an gut ausgewählten Beispielen deutlich und verständlich dargestellt.

Das Buch glänzt durch seinen gut strukturierten Aufbau und kann daher durchaus auch als Fachlexikon für die moderne Musik fungieren. Daneben empfiehlt es sich natürlich auch als Begleitlektüre zu Seminaren oder Vorlesungen.

Die beiliegende CD-ROM enthält vielfältige Arbeitsmaterialien, die sowohl zum Eigenstudium anregen, als auch im gymnasialen Schulunterricht der Oberstufe Verwendung finden können.
Ein rundum gelungenes Werk!
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am 25. März 2014
Wünsch schafft es in diesem Buch einen wissenschaftlich fundierten Überblick zur Thematik Komposition und musikalische Strukturen im 20.Jahrhundert zu geben.
Er liefert zudem einen Überblick über fundierte Literatur zum Thema.

Einziger Kritikpunkt: Die Theme Hindemith und Messiaen finden sich ausschließlich auf der CD wieder (wahrscheinlich aus Druckkostengründen) - dadurch wird eine gewisse Wertung impliziert.
Verwendet man das Buch u.a. als Nachschlagewerk, wäre es auch angenehmer diese Kapitel im Druck zu finden.

Nichtsdestotrotz wird mich diese Buch wohl meine gesamte Diplomarbeit begleiten und eine wichtige Grundlage sein.

Herzliche Gratulation zu diesem Meisterwerk!

Anmerkung: Dies ist ein Studienbuch für (weit) fortgeschrittene Musiker/Studenten/Fachexperten und nicht für Erstinformation ausgelegt. (Ambitionierten) Laien werden wohl wenig damit anfangen können.
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am 10. Oktober 2012
DAS Buch, wenn es darum geht, KONKRET zu erlernen und zu verstehen, WIE man im Stil von Debussy etc. komponiert!!!!! Endlich ein Buch, in dem NICHT endlos über abstrakte Stilfragen "gelabert" wird!!!!!!!!!!!!! Die CD ist super, mit Übungen + allen Lösungen zu jedem Kapitel! Für Hochschulstudenten bestens geeignet (Fach: Satztechniken des 20.Jhdt, an unserer Musikhochschule müssen wir eine Mappe mit 5 Kompositionen erstellen und eine mündliche Prüfung ablegen - UNVERZICHTBAR! Leider aber ist das Buch vielen Professoren nicht bekannt!) Kleiner (EINZIGER) Störfaktor: Ich habe das komplette Buch in ca. 3 Monaten intensiv erarbeitet und dabei gemerkt, dass ca. 4-6 kleine Noten-Druckfehler (auch in den Lösungen) vorhanden sind...
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am 5. Juni 2014
Ich kann mich meinen Vorschreibern nur anschließen. Ein hervorragendes Buch, das alles Wesentliche sehr komprimiert auf den Punkt bringt. Von großem Vorteil sind ebenfalls die Übungsaufgaben. Ein GROßES Lob an den Autor! Allerdings möchte ich noch anfügen, dass fundiertes Wissen in Harmonietheorie Voraussetzung und nicht "nur hilfreich" ist. Der Leser sollte Kadenzen+Tonleitern am Klavier auswendig spielen können. Unbedingt!

Warum dann nur 4 Sterne? Nun ja, ich weiß nicht, was sich der Verlag dabei denkt (auch wenn eine [fadenscheinige?] Begründung im Buch aufgeführt wird), einige Kapitel auf CD auszulagern. Muss ich mir demnächst Bücher selbst ausdrucken? Das empfinde ich als ein Unding. Entweder hätte das Buch dicker werden können oder es hätte einen zweiten Band geben können. Dass Übungsaufgaben auf CD daherkommen - nun gut, es sei verziehen.

Fazit: der Autor erhält ganz klar 5 Sterne (mit einem quasi Zusatzsternchen für besondere Güte) - der Verlag erhält allerdings nur 3 Sterne wegen der ausgelagerten Kapitel auf CD. Macht dann 5+3=8 ... 8/2=4.
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TOP 500 REZENSENTam 12. Januar 2016
Christoph Wünsch ist Professor für Musiktheorie an der Hochschule für Musik Würzburg und betätigt sich darüber hinaus als Komponist Neuer Musik. 'Satztechniken im 20. Jahrhundert' erschien erstmals 2009 bei Bärenreiter Studienbücher Musik, 2014 erschien die unveränderte, zweite Auflage.

Der Autor hat sich für seine Schrift viel vorgenommen: Geliefert werden soll ein Überblick über Satztechniken von Klassikern der Moderne, darunter ganze Musikgenres, einzelne Musikstile und Personalstile. Dafür musste verständlicherweise eine Auswahl getroffen werden. Im Inhaltsverzeichnis finden sich zehn Kapitel des Buches, fünf weitere wurden auf eine beigelegte CD-ROM ausgelagert. Die Kapitelüberschriften lauten:
1. Strukturen im Umfeld der Tonalität, 2. Harmonische Phänomene, 3. Pitch Class Set Theorie, 4. Debussy, 5. Béla Bartók, 6. Strawinsky, 7. Klassizistische Moderne, 8. Freie Atonalität, 9. Arnold Schönberg und die Zwölftontechnik, 10. Jazzharmonik
Auf der CD-ROM befinden sich zusätzlich: 1. Hindemiths 'Unterweisung', 2. Kurt Weill, 3. Oliver Messiaen, 4. Serielle Technik, 5. Minimal Music

Die Satzsysteme werden in dem Taschenbuch mit Text und Notenbeispielen auf jeweils 20-25 Seiten beschrieben. Das ist ganz offensichtlich sehr knapp bemessen und führt dazu, dass der resultierende Text zu einem extrem konzentrierten Destillat gerät, es geht tatsächlich um den reinen Tonsatz, dargestellt meist anhand nur eines einzigen Musikbeispiels im Klavierauszug. Es wird keine musikgeschichtliche Einbettung vorgenommen, die vorgestellten Techniken wirken vollkommen statisch und undynamisch. Selbst so eng damit verbundene Themen wie Instrumentierung, Besetzung, Arrangement, Form, praktische Umsetzung, etc. werden bereits nicht mehr behandelt, es gibt keine Partituren oder Klangbeispiele. Diese krasse Reduktion auf satztechnische Aspekte führt bei einigen der behandelten Stile zu so abstrakten Beschreibungen, dass man, gerade wenn man damit vertraut ist, den beschriebenen Stil kaum wiedererkennt. Insbesondere ist das der Fall bei Musikstilen, die nicht auf der Idee einer prominenten Einzelperson aufbauen, sondern auf einer längeren, kollektiven, prozessualen Entwicklung, wie z.B. Freie Atonalität, Jazzharmonik oder Minimal Music.

Im Kapitel Jazzharmonik werden z.B. Akkorde und Skalen, Voicings, Guide Lines und modale Harmonik erklärt, aber mit keinem Wort erwähnt, dass hier ausschließlich musikalische Konzepte der jazzmusikalischen Epochen von ca. 1945-1965 beschrieben werden und das dann noch mit der akademischen Terminologie der 1980/90er Jahre. Die musikalischen Vorläufer Ragtime, Dixieland, Blues, Swing spielen bei der Betrachtung, so wie auch nachfolgende wie z.B. Free Jazz oder Fusion keine Rolle. Auch die entscheidenden Ideen der kollektiven Improvisation, Riffing, Head Arrangements etc. werden ebenso wenig erwähnt wie die Frage wie denn die vom Autor dargelegten Bausteine nun in Ensembles, Combos, Big Bands und Orchestern praktisch zum Klingen gebracht wurden/werden. Wertvolle Anschauungsmaterialien in Form von Transkriptionen, Aufnahmeskizzen oder Partituren fehlen gänzlich. Um dem ganzen die Krone aufzusetzen wird am Ende des Kapitels brav auf deutschsprachige Fachliteratur (darunter einmal Wünsch selbst und ein ehemaliger Doktorand) verwiesen, es gibt erstaunlicherweise keinen einzigen Verweis auf amerikanische Literatur und das ausgerechnet bei dieser ur-amerikanischsten aller Musiktraditionen.

Nicht viel anders verhält es sich auch bei Kurt Weill. Hier dient dessen zwar populärste, aber ebenso abgespielteste, Zwei-Akkorde-Songkomposition 'Mackie Messer' als stellvertretendes Analyseobjekt für seinen lebensumfassenden Personalstil. Ja, seine Songkompositionen sind wesentlich und allemal eine nähere Betrachtung wert. Aus satztechnischer Sicht hätte freilich die Übertragung in die für ihn typische, aber grundsätzlich ungewöhnliche Salonorchesterform interessiert. Was steht in der Partitur, warum werden nicht Ausschnitte abgedruckt und exemplarisch analysiert? Instrumentierung, Klangfarbe und Arrangement spielen doch gerade hier eine so wesentliche Rolle.

Bezeichnend auch, dass der wohl einflussreichste Musikstil, nämlich Popmusik, mit den epochalen Satztechniken (Sequenzing, Sampling, Filtering, etc.) nicht mit einer Silbe erwähnt wird. Und wenn jetzt von jemandem der Einwand erhoben wird, dass dieser Stil in sich zu divers sei, kann erwidert werden, dass das den Autor ja auch nicht vor anderen fragwürdigen, weil punktuellen Stilanalysen abgehalten hat. Es gibt dafür eine einfache Erklärung: Wünsch ist klassisch ausgebildeter Pianist und Musiktheoretiker. Er denkt in Parametern der klassisch/romantischen Musiktheorie. Er kann Klavierauszüge in traditioneller Notation sehr plausibel erklären und in knappe Theorien fassen. Man gewinnt bei der Lektüre des Buches allerdings den deutlichen Eindruck, dass schwer fassbare musikalische Einflussgrößen wie Sound, Schichtungen, Klangtextur, Groove, Danceability, Improvisation, Dynamik, Energie, Ekstase, Feeling für ihn nicht beschreibbar, ja vielleicht nicht mal erkennbar sind. Die Reduktion der musikalischen Vorlagen auf skalische und akkordische Destillate und deren mathematischen Verhältnisse beschreibt aber nur einen sehr theoretischen Teil des Klangerlebnisses, viele andere und darunter absolute entscheidenden Anteile bleiben leider auf der Strecke. Wünschs abstrakter Ansatz funktioniert sehr gut bei intellektuellen Analyseobjekten wie Pitch Class, Zwölftontechnik, Hindemith, Messiaen oder Serialismus. Bei intuitiven, prozessualen Formen von Musik erkennt man jedoch klar die Grenzen seiner Herangehensweise.

Das Buch wird vom Verlag übrigens als Studienbuch mit Lernprogramm, Aufgaben und Lösungen vermarktet. Man muss musiktheoretisch allerdings schon sehr weit fortgeschritten und dazu ein sehr strebsamer Student sein um von dieser trockenen, schriftlichen Kost profitieren zu können. Es ist vorstellbar, dass andere Lerntypen bzw. eher praktisch veranlagte Interessierte mehr von einem Hören diverser Werkeinspielungen und dem parallelen Lesen der Partituren haben. Es kommt hinzu, dass sich das Buchformat nicht gut zum Studium eignet: Größere Seiten, Ringbindung und der gesamte Inhalt in Druckform hätten hier ein entscheidender Vorteil gebracht. Dass das die Kosten erheblich in die Höhe getrieben hätte (wie im Vorwort behauptet), ist nicht ganz glaubhaft.

Kleine Anmerkung: Im Impressum ist vermerkt, dass der Buchdruck von der Bertold Hummel Stiftung und der Sparkassenstiftung Mainfranken Würzburg finanziell unterstützt wurde. Warum sich ein gutsituierter Professor mit anständigen Bezügen eine solche Blöße gibt, bleibt unklar, hatte er nicht den Mut eigenes Geld in sein Buch zu investieren? Und sind Stiftungen nicht eigentlich dazu da Bedürftige zu unterstützen? Eine Anfrage des Rezensenten bei der Bertold Hummel Stiftung lieferte leider keine plausible Erklärung.

Das Taschenbuch inkl. CD-ROM erscheint bei Bärenreiter Studienbücher, hat 214 Seiten (weitere 150 Seiten auf CD) und kostet 26,95 Euro.
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am 15. November 2010
Für Studierende ebenso wie für ambitionierte Musikenthusiasten: ein guter Zugang zur Musik des 20. Jahrhunderts. Grundkenntnisse in Musiktheorie und insbesondere in der Fachterminologie sind allerdings vorteilhaft, um Gewinn aus dem Buch zu ziehen. Sehr empfehlenswert!
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