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Kundenrezensionen

3,2 von 5 Sternen
4
Cicero und die römische Republik
Format: Gebundene Ausgabe|Ändern
Preis:26,80 €+ 3,00 € Versandkosten

am 1. November 2006
Wer sich für römische Geschichte interessiert, wird an diesem Buch nicht vorbeikommen. Ein wenig Vorwissen wird wohl vorausgesetzt, die lateinischen Zitate werden nicht immer oder nur sinngemäß übersetzt. Die Beschreibung der politischen Rahmenbedingungen zur Zeit Ciceros - das Ende der Republik - gelingt gut, aber zu Lasten der Details in der Biografie. Es handelt sich eher um eine Mischung aus Politik und Biografie. Zielgruppe des Buches sind interessierte Laien. Es regt zu weiterem Studium an. Ältere Biografien - z.B. die Biografie im Rowolt-Verlag - haben mir besser gefallen. Jedenfalls korrigiert das Buch den sehr negativen Eindruck, den Mommsen in seiner "Römischen Geschichte" hinterlassen hat. Allerdings kommt keiner an die sprachliche Brillanz Mommsens heran, auch Fuhrmann nicht als Kind seiner Zeit. Geschichte ist heute leider nicht literarisch zu sehen. Meine Empfehlung: unbedingt lesen, auch Schüler ab 16 J. werden Spaß beim Lesen haben. Die Aussagekraft der lateinischen Sprache kommt in den Zitaten gut rüber, auch wenn man nur rudimentäre Kenntnisse hat.
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am 21. Juli 1999
Was darf man erwarten, wenn der sicherlich beste Kenner Ciceros im deutschsprachigen Raum eine Biographie dieses facettenreichen Mannes verfaßt? Gewiß eine Menge, und Fuhrmann hält, was sein Name verspricht. Er bietet auf begrenztem Raum sicherlich die für längere Zeit maßgebliche Darstellung des Lebens Ciceros, er setzt Akzente, aber Neues verrät er nicht. Lange Zeit hatte die gerade auch die deutsche Forschung Cicero zwar für einen Meister der lateinischen Sprache, aber für einen bloßen Kompilator und Epigonen, was den Inhalt angeht, gehalten. Der Politiker Cicero war der Moderne ohnedies völlig suspekt - stand man doch ganz im Banne des angeblichen Genies Caesars. Fuhrmann korrigiert dieses Bild, er zeigt, dass der Politiker Cicero vom Autor und Philosophen nicht getrennt werden kann, dass seine Reden - die Fuhrmann ja sämtlich übersetzt hat - nicht nur sprachliche bedeutend sind, sondern auch politisch. Zum ersten Mal seit langer Zeit gelingt es einem renommierten Autor in einer populär bzw. einführend orientierten Darstellung, das überkommene Cicero-Bild gründlich zu revidieren. Mit viel Sympathie zeichnet er die Anschauungen, Positionen und Ideen desjenigen antiken Menschen nach, den wir in all seinen Schwächen und Stärken am besten kennen. Das ist ein hohes Ziel, das einen Autor verlangt, der das umfängliche Material bestens kennt, und es gab sicher keinen Berufeneren als Fuhrmann. Der einführende Charakter des Buches mag erklären, dass Fuhrmann fast gänzlich darauf verzichtet, neue Thesen in die Forschung einzuführen. Immerhin bietet dieses Buch auch für Leser, die sich noch nicht ausführlich mit Ciceros Zeit auseinandergesetzt haben, zugleich auch eine brillant geschriebene Einführung in die Zeit der ausgehenden römischen Republik. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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am 19. April 2003
Der Konstanzer Professor Manfred Fuhrmann ist Freunden der klassischen Philologie durch seine Übersetzungen der Reden Ciceros bekannt. Mit seiner Biographie Ciceros und der spätrömischen Republik hingegen bietet er vor allem dem interessierten Laien eine kurzweilige Lektüre. Manfred Fuhrmann ist es gelungen, aus der überreichen Fülle der zur Verfügung stehenden Quellen ein Bild dieser bedeutenden Persönlichkeit zu formen.
Marcus Tullius Cicero, vielen von uns als brillanter Redner und Rhetoriker bekannt, manchem von uns gar aus der ungeliebten Lateinstunde verhasst, wird als ein Mensch dargestellt, den das Schicksal gleichsam aus dem Nichts zum höchsten Amt der römischen Republik führte, um ihn dann ebenso schmählich fallen zu lassen.
Mit Cicero erlebte die spätrömische Republik aber nicht nur ihren Höhepunkt sondern auch die Wende in ein neues Zeitalter, das der Monarchie. Wie war dies möglich?
Die Ursachen dieser Krisis reichen weit zurück. Schon die Diktatur des L. Cornelius Sulla erschütterte die Republik und zeigte den wachsenden Einfluss des Militärs und seiner Machthaber. Doch es sollte einem C. Iulius Caesar vorbehalten sein, dem Senat die Ohnmacht der Politik gegenüber militärischer Stärke zu demonstrieren.
Somit war Ciceros Politik letztendlich auch deshalb zum Scheiten verurteilt, weil er als überzeugter Verteidiger republikanischer Grundsätze dem Ränkespiel eines Caesar, Pompeius und Crassus nicht gewachsen war. Geschickt verstand es dieses Triumvirat, im Hintergrund die Fäden zu ziehen und Cicero ins politische Abseits zu drängen. Hierzu Fuhrmann: „Caesars Taktik war stets dieselbe ... er hielt sich im Hintergrund, er lies andere agieren" und „Mit Caesar wurde die römische Politik hintergründig und doppelbödig".
Zur politischen Untätigkeit verbannt, wendete sich Cicero nunmehr der Schriftstellerei zu und führte die römische Literatur zu einer neuen Blüte. Viele seiner Werke galten fortan als Wegweiser für nachfolgende Generationen.
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am 26. August 1999
Das Ziel von Manfred Fuhrmanns Cicero-Biographie stellt er gleich in seinem Vorwort dar: er möchte sich an den Leser richten, der sich nicht sonderlich gut auskennt in der Zeit der römischen Republik und daher nimmt denn auch die Darstellung der Verhältnisse einen sehr breiten Raum ein. Das sollte man für diejenigen sagen, die sich unter einer Biographie vorstellen, daß detailliert auf die Persönlichkeit eingegangen wird, daß seine Werke umfassend vorgestellt werden. Diese Biographie bleibt oberflächlich und oft hatte ich den Eindruck, Cicero dient nur als Vorwand, eine nicht gerade sonderlich gelungene Geschichte der Spätphase der römischen Republik zu schreiben. Das ist sehr schade, denn immerhin kaufte ich mir das Buch, um mehr über Cicero zu erfahren. Natürlich gehört der historische Hintergrund zu einer Biographie dazu, aber er soll nicht den bestimmenden Teil ausmachen. Man muß das Buch also an seinem Ziel messen, dem nicht so kundigen Leser die Zustände der Republik näherzubringen. Aber auch das halte ich für verfehlt und zwar deshalb, weil der Autor öfter im Original zitiert (was ich eigentlich begrüße), dann aber für die unkundigen Leser nicht immer eine Übersetzung vorstellt. Gerade die Leser, die sich in der republikanischen Spätzeit nicht auskennen dürften auch schwerlich in der Lage sein, die lateinischen Zitate zu übersetzen. Das geschieht nicht immer, aber oft einmal. Außerdem ist es meines Erachtens lächerlich in einem auf diese Zielgruppe angelegten Buch griechische Wörter im griechischer Schreibweise einzubauen. Das schreckt doch jeden Leser ohne Vorwissen ab und macht so das Ziel des Buches zunichte. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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