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TOP 50 REZENSENTam 14. August 2015
Gerade weil die Aufzeichnungen von Ingo Hasselbach über seine Zeit in der rechtsextremen Szene schon älter sind, finde ich persönlich sie besonders interessant und wertvoll, weil sie mit der Zeit kurz vor und nach der Wende genau den Zeitabschnitt abdecken, der zu einer dauerhaften Verwurzelung nationalsozialistischer Ideologie in bestimmten Teilen Ostdeutschland führte. Hasselbach ist somit ein direkter Zeitzeuge wichtiger zeitgeschichtlicher Entwicklungen.

Er beschreibt seine Kindheit und seine Jugend, die immer stärker von der Auflehnung gegen seinen Vater, seinen Stiefvater und vor allem auch gegen das herrschende SED-Regime gezeichnet war. Über diverse Subkulturen (Hippies, Punks, Skins) und nach diversen Haftstrafen rutscht er letztlich immer tiefer in die rechtsextreme Szene ab.
Gemeinsam mit Kadern aus dem Westen, nutzen Hasselbach und seine Mitstreiter nach dem Mauerfall das entstandene Machtvakuum, um ungestört zu agitieren und Mitglieder zu rekrutieren. Diese Entwicklung aus erster Hand geschildert zu kriegen, ist mehr als interessant und aufschlussreich.

Hasselbach stellt auch führende und prägende Köpfe der Szene vor, führt durch das Dickicht der vielen Gruppen und Organisationen in und im Dunstkreis der Szene und zeigt die damaligen Strukturen und Funktionsweise innerhalb der Szene sehr gut auf.
Wie der geschilderte Alltag aus Alkohol, Drogen, Diebstahl, Hehlerei und sonstiger Klein- und Schwerkriminalität mit der NS-Ideologie vereinbar sein sollte, bleibt wohl für immer das Geheimnis der selbst ernannten Avantgarde der weißen Rasse. An manchen Stellen werden die Widersprüche so groß, dass es unfreiwillig komisch wird.

Stück für Stück zeigten sich jedoch Risse im Weltbild des Autors und in den letzten 20-30 Seiten schildert er seinen Sinneswandel und endgültigen Ausstieg aus der Szene und seinen Versuche, in einem bürgerlichen Leben, das auf zivilisatorischen Grundwerten beruht, Fuß zu fassen.

Das Alter dieses Buch schränkt die Aktualität und Wichtigkeit seiner Kernaussagen in keiner Weise ein und gerade weil Herr Hasselbach in einer sehr entscheidenden und prägenden Phase der rechtsextremen Szene um die Wende herum ganz vorne mit dabei war, sind seine Ausführungen unglaublich interessant und spannend.
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am 6. Januar 2013
Ingo Hasselbach wächst in schwierigen Verhältnissen auf, zu seinem Vater, Hans, hat er kaum Bezug, Kontakt und nur ein Mal im Leben versucht der Vater, mit ihm zu leben und ihn auf einen besseren Weg zu bringen. Hasselbach beginnt und endet mit seinem (nicht-vorhandenen) Vater. Er schildert das Leben eines Menschen, der nur durch die Mutter einen echten, festen Bezugspunkt im Leben hat. Über Hippies, Punker, Freunde, Gefängnis und Musik gerät er am Ende der DDR in die Nazi-Skinheadszene und wird für ein paar Jahre ihr Sprachrohr, der Prominazi Berlins und rechter Hausbesetzer. Er war auch mal Parteivorsitzender und schließt schon Anfang der 1990er Jahre mit der Neonazi-Parteiarbeit ab. Er ist damals am Ende, entweder er wird radikal aktiv oder geht in den Knast. Das beschreibt er so: "Eigentlich hatte ich immer davon getträumt, Terrorist zu werden, und meine Vorstellungen von einem Leben als ein solcher waren eher romantischer Art. Ich hielt Terroristen für Idealisten..."(S. 137)

Aber er trifft auf einem Filmemacher aus Paris, wird durch die Brandanschläge von Mölln und Sollingen zum Denken gezwungen. Er will nicht mehr dabei sein. Der Ausstieg findet in dem Buch statt, aber nach seinen Vorschilderungen empfindet der Leser dies als ziemlich kurz, aber das Buch ist erfreulicherweise noch frisch geschrieben. Der Autor beschreibt Gewalt, Diebstahl, exzentrische Nazis und die Nach-Wende-Zeit in vollkommener offenheit und ohne jede moralische Bewertung. Dass das Buch an einigen Stellen besser hätte redaktionell bearbeitet werden müssen, will ich nicht verschweigen, aber es ist ein beklemmender, fast depressiver Lebensweg, der viele dunkle Seiten der DDR ans Licht bringt. Nach dem Ausstieg lebt Hasselbach ein gefährliches Leben, denn seine alten Kameraden akzeptieren seinen Ausstieg nicht. "Selbst meine achtzehnjährige Schwester wurde bedroht und geschlagen." (S.154) Ein Buch, dass man besser hätte lesen und verstehen müssen, denn der Autor schreibt sehr klar und deutlich, wie Rechtsterrorismus entsteht, was 2011/12 durch die NSU und die Mordserie an Migranten nur zu deutlich geworden ist.
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am 7. Februar 2009
Interessant ist wie ehrlich er seine Zeit in der Naziszene aufarbeitet und erklärt wie es dazu gekommen ist. Geboren als behütetes Kind einer Linientreuen DDR Familie ging er seinen eigenen Weg. Was als Provokation anfing wurde eine - für sich und andere - lebensgefährliche Bedrohung.
Weiterhin beschreibt er mehrere der aktivsten Köpfe der Neonaziszene seiner Zeit, die Strukturen der Szene und ihre Absurditäten.

Fazit: Das Buch ist zwar nicht mehr aktuell, aber ein Stück Zeitgeschichte. Ostdeutschland nach der Wende.
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am 17. Februar 2001
Ingo Hasselbach schildert in sehr ansprechender Form seine Biographie, die in der DDR-Eintönigkeit mit Auflehnung und subkulturellen Protesten beginnt. Als er bemerkt, dass Hakenkreuze enorme Reaktionen der Machthaber hervorrufen, tendiert er mehr und mehr in die rechte Szene. Schließlich gelangt er in führende Kreise (Kontakte mit Kühnen, Worch, ...) und wird einer der medienwirksamsten Ost-Nazis. Durch die Darstellung seiner Erfahrungen und letztlich seines Ausstiegs ist sein Buch ein authentischer Bericht, der in der Auseinandersetzung mit den Wirkungsmechanismen rechter Subkultur nicht fehlen darf. Für Jugendliche liest sich das Buch ebenso inhaltsreich wie spannend. Anders als Verfassungsschutzberichte und übermäßig erklärende Literatur aus Soziologie und Psychologie.
Hasselbachs Projekt EXIT für aussteigewillige Neo-Nazis ist einer der Gründe, warum er auch Jahre nach seinem Ausstieg aus der rechten Szene noch auf der Abschußliste der Rechten steht.
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am 30. November 2000
Ingo Hasselbach schildert in seinem Buch "Die Abrechnung" seinen Lebenslauf in der Form eines Briefes an seinen Vater, den er niemals richtig kennengelernt hat. Er beschreibt, wie er von einem Hippie zu einem Skinhead und schließlich zu einem Neonazi wurde, bis er die rechtsradikale Szene spektakulär verließ. Ich las das Buch zum ersten Mal vor 3 Jahren, mit 15 und fand es schon, obwohl ich viele Dinge nicht richtig verstand, sehr eindrucksvoll. Die von Hasselbach geschilderten Ereignisse erlebte ich später selber und empfinde sein Buch als sehr autentisch. Das Buch verkörpert für mich Hasselbachs Suche nach seier Persönlichkeit und seinem eigenen Weg.
Ich finde, dieses Buch sollte jeder lesen, der meint, sich von der rechten Szene ein genaueres Bild machen zu müssen. Vor allem besticht das Buch durch Hasselbachs Gedanken zu seinen eigenen Taten und wie er sie später sah.
Sehr empfehlenswert!!!
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am 18. Februar 2014
Hasselbachs Buch - als Brief an seinen Vater gehalten - ist ein interessanter Einblick in die "ultrarechtsextremistische" Szene. Der Aussteiger Hasselbach, einst Gefolgsmann von Michael Kühnen und ehem. Vorsitzender der "Nationalen Alternative", beschreibt en detail die Gewaltbereitschaft der Szene. Vor dem Hintergrund der NSU-Morde besonders aufschlussreich: schon in den 90er Jahren war es in der Berliner Naziszene ein offenes Geheimnis, dass viele in den Untergrund gingen und zB. Bombenanschläge auf Fahrzeuge und Einzelpersonen verübten.
Ganz nebenbei macht Hasselbach zwei Dinge klar: einmal die unbeschreibliche (politische) Naivität selbst der Neonazi-Führungskader. Es geht den Gruppierungen rechts von der NPD fast immer zuallererst um den Kampf gegen das "NSDAP-Verbot". Ein sehr sinnvoller und überaus realistischer Tagesordnungspunkt. Genauso wirklichkeitsnah ist das weit verbreitete und von Hasselbach plastisch beschriebene Schwelgen in Allmachtsfantasien: Deutschland in Gaue einteilen, Schattenkabinette zusammenstellen und andauernd von einer kurz bevorstehenden Machtübername faseln, das sind tatsächlich Lieblingsbeschäftigungen in einer Szene, deren politische Organisationen allerdings völlig unbedeutend sind und deren politische Diskussionen von plumper NS-Nostalgie und neurotischem Kriegs-/Militärfetischismus beherrscht werden (von Gewaltgeilheit, Fremden- und Judenhass mal abgesehen).
Zum anderen zeigt Haselbach auf, wie bereitwillig sich die Neonazis für mediale und politische Manipulationen ausnutzen lassen ohne es auch nur zu ahnen. Das Medieninteresse nach Rostock, Mölln, Solingen sei derart angewachsen, dass Journalisten aus aller Welt bereitwillig viel Geld zahlten für Interviews mit "radikalen" Äußerungen - Sensationsinterviews auf Bestellung sozusagen. Aus der Nationalen Alternative, einer unbedeutenden berliner Kleinstpartei von Nazis, Skinheads, Hooligans und Motorradrockern wurde so eine "Bewegung", die kurz vor der Machtübernahme stehe. Dass aber genau dies der Grund dafür ist, dass Nazis niemals wieder irgendwie mächtig oder politisch bedeutend werden können solange die Demokratie in Deutschland funktioniert, versteht keiner von ihnen. Aufgrund der betonten Radikalität werden diese Parteien, deren Mitglieder nur zu gern in der Öffentlichkeit politisch blank ziehen, regelmäßig verboten. Doch der Effekt ist klar: fortschreitende Radikalisierung der Szene aufgrund ihrer absoluten politischen Impotenz.

Das Buch ist empfehlenswert. Der Schreibstil schmälert den Lesegenuss trotz seiner stellenweise relativ großen Einfachheit nicht, sondern wirkt dadurch sogar authentisch. Wer vor dem Hintergrund der NSU-Diskussion sozusagen "Insiderwissen" aus der Szene möchte, sollte hier zugreifen.
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VINE-PRODUKTTESTERam 14. April 2016
Im Rahmen der NSU- Filme die gerade im TV liefen, kramte ich noch mal dieses Buch vor, welches ich vor vielen Jahren schon mal gelesen hatte. Auch dieser Tatsachenbericht gibt einen sehr interessanten und aus meiner Sicht auch authentischen Einblick in die rechte Szene und wird mit entsprechenden Fotos noch zusätzlich untermalt.

Ingo Hasselbach ist wahrscheinlich einer der bekanntesten Aussteiger aus der Neonazi- Szene, in welcher er in seiner aktiven Zeit auch eine ziemlich wichtige Rolle gespielt hat. Mich persönlich interessierten aber weniger die Strukturen innerhalb der Szene. Interessant fand ich viel mehr die Lebensläufe der einzelnen Personen und speziell den Werdegang von Hasselbach, dessen Eltern ja in der DDR beruflich, wie auch von ihrer kommunistischen Überzeugung her eine gewisse gehobene Stellung genossen hatten.

Ich kann das Buch wirklich jedem empfehlen, im Gegensatz zu dem Nachfolgewerk „Die Bedrohung – mein Leben nach dem Ausstieg aus der rechten Terrorszene“, welches ich zwar auch angefangen, aber dann nur noch oberflächlich durchgeblättert habe.

Kleiner Tipp am Rande, der Film „Führer Ex“ basiert so weit ich weiß auf dem Leben Hasselbachs und bei YouTube gibt es auch noch eine recht interessante Dokumentation mit dem Titel „Wir sind wieder da“ über ihn.
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am 31. August 2015
Der ehemalige Neonazi Hasselbach beschreibt seine Erfahrungen in der Szene und seinen Ausstieg. Für diesen Schritt und sein Engagement gebühren ihm Respekt. Der Stil des Buches ist aber flach, man kann sich in den Menschen Hasselbach und seine Beweggründe weder beim Ein- noch beim Ausstieg hineinversetzen und erfährt lediglich einiges über "Helden" der Szene. Zuück bleibt Schaudern darüber, wie machtlos die Polizei in den Neunzigern war und wie unsäglich dumm Neonazis sind: Hinschauen, hinhauen, sich beim Denken nicht das Hirn verrenken und dann noch kräftig saufen. Eine Schande für Deutschland und Österreich.
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am 22. Januar 2010
Absolut interessant und erschreckend.
Der lange und schwierige Weg eines Ex-Neonazis dem braunen Sumpf zu entkommen.
Es wird erzählt wie er in diese Kreise geriet und von den Machenschaften und Aktionen der Neonazis und wie schwer es für den ehemaligen Sympatisanten war, nach dem er erkannte,
das dass nicht der richtige Weg ist, aus den Fängen der Neonazis zu entkommen.
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am 15. Juli 2009
Das Buch ist packend und informativ zugleich. Man erfährt viel über die Hintergründe der Szene und wie sie denken. Man kann langsam die Wandlung des Autors regelrecht miterleben, wie er nach und nach alles in Frage stellt. Ein großer nicht ungefährlicher Schritt den er da getan hat.
Fazit: Ein sehr informatives Buch das echt für jeden lesenswert ist.
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