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am 3. Februar 2014
„Die Australierin: Von Hamburg nach Sydney“ ist ein historischer Roman von Ulrike Renk, der auf der Lebensgeschichte der Emilia Bregartner beruht, die in der 2. Hälfte des 19. Jh. lebte. Emilia wächst auf dem Gut ihrer Familie in Othmarschen auf. Durch den Brand in Hamburg verändert sich vieles im Leben des Kindes. Der ältere Bruder des Vaters und seine Frau quartieren sich bei den Bregartners ein und bringen städtische Sitten mit. Durch den Aufbau der Stadt werden die Bregartners reich und Emilias Eltern gehen mit ihrem kleinen Bruder nach England. Emilia kommt nach Hamburg zur Tante und soll dort eine vorteilhafte Ehe eingehen. Doch sie verliebt sich in den Kapitän Carl Gotthold Lessing und beschließt, ihm auf See zu folgen…
Ulrike Renk erzählt Emilias Geschichte in mehreren Etappen mit Zeitsprüngen dazwischen. Das Leben auf dem Land, in der vornehmen Hamburger Gesellschaft, aber auch auf einem Segelschiff werden beim Lesen lebendig und man erfährt nebenbei viel über die damalige Zeit. Die Hauptperson Emilia war mir schon nach wenigen Zeilen ans Herz gewachsen. Doch auch die Nebenfiguren sind differenziert gestaltet, was der Geschichte noch mehr Leben und Farbe verleiht. Im Nachwort wird erklärt, welche Teile der Geschichte und Personen historisch bzw. fiktional sind. Hier zeigt sich die ausführliche Recherchearbeit der Autorin.
Ein toller historischer Roman, den es sich zu lesen lohnt!
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Ulrike Renk
Die Australierin

Emilia, die Tochter eines Hamburger Werftbesitzers, liebt das Leben auf dem elterlichen Gut in der Nähe Hamburgs, doch die Geschäfte zwingen die Eltern dazu nach England zu gehen. Emilia lassen sie bei Tante Minna und Onkel Hinrich in Hamburg. Sie soll dort zur Schule gehen, ihr gewohntes Leben weiterführen. Die Eltern meinen es sicherlich gut mit Emilia, doch das Mädchen leidet unter der Trennung von den Eltern und dem kleinen Bruder. Zwei Jahre wollten die Eltern in England bleiben, doch auch nach neun Jahren bleibt Emilia nur die grosse Sehnsuch nach ihnen. Sie ist inzwischen erwachsen geworden und auf einem Diner ihrer Tante lernt sie den Kapitän Carl Gotthold Lessing kennen. Sie fühlen sich sofort zueinander hingezogen. Sie schreiben sich Briefe, sie verlieben sich. Die beiden wollen heiraten, doch eine Verbindung zwischen den beiden Liebenden ist von der Familie nicht erwünscht. Eine Heirat mit dem jungen Kapitän sei nicht standesgemäss. Emilia lässt sich jedoch längst nicht mehr alles gefallen. Sie schreibt Carl heimlich und als er von einer grossen Reise heimkehrt, heiraten sie still und leise, unbemerkt von der Familie. Emilia geht auf erste grosse Fahrt mit Carl und ist glücklich. Die Familie jedoch hat mit ihr gebrochen. Auch ihr Vater schreibt ihr aus dem fernen England, dass sie Schande über die Familie gebracht hat. Emilia ist traurig, doch sie meistert ihr Leben an der Seite Carls. Dieser fährt schliesslich nach Australien. Dort soll er bessere Geschäfte machen können. Nach unendlichen zwei Jahren folgt Emilia ihm mit den beiden Kindern auf einem Passagierschiff zu dem unbekannten Kontinent. Sie sind glücklich, auch wenn Carl immer wieder daran verzweifelt, dass er Emilia nicht das Leben bieten kann, das er sich für sie vorgestellt hat.

"Die Australierin" ist die voller Wärme erzählte Lebens- und Liebesgeschichte der Emilia Bregartner und ihres Mannes Carl Gotthold Lessing. Ein fesselnder Roman, ein mitreissender Roman! Er ist spannend und authentisch, der Schreibstil wunderbar angenehm und sehr bildhaft. Ulrike Renk achtet wie immer auf kleine Details. Mit ihrem Roman konnte ich eintauchen in längst vergangene Zeiten und ganz nebenbei vieles über diese Zeit lernen. Sei es die Mode mit Krinolinen und Reifröcken, die unterschiedlichsten Standesdünkel, ja, das ganze Miteinander. Mir schien beim Lesen alles so vertraut, die Personen und Persönlichkeiten wurden lebendig. "Die Australierin" - ganz grosses Kopfkino und absolut guter Lesestoff!
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am 22. Januar 2014
Konnte das Buch nicht mehr aus den Händen legen. Sehr beieindruckend. Eine Frau, die weiss, was sie will und dafür auf alles materielle verzichtet. Schade, auf das Leben in Australien ist die Autorin zu wenig eingegangen, hätte mich noch im Detail interessiert, wie die Familie sich im Neuen Land etabliert hat. Trotzdem, sehr zu empfehlen! Ein Lesegenuss!
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am 10. Januar 2014
Kurzweilig geschrieben, interessant für alle, die sich für wahre Begebenheiten romanmäßig aufgearbeitet interessieren. Ein wenig altes Hamburg, die Seefahrt und die Besiedelung neuer Länder werden hier verknüpft.
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am 29. November 2015
Eine toll erzählte Geschichte! Die Persönlichkeit der Emilia Lessing hat mich sehr beeindruckt. Allerdings fehlte mir etwas die Spannung ... aber Gesamthaft eine reizende und tolle Geschichte. DANKE dafür!
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am 20. Mai 2014
Emilia Bregartner wächst in Othmarschen, in der Nähe von Hamburg, als Tochter einer wohlhabenden Reederfamilie auf. Ihre Kindheit im ländlichen Othmarschen ist glücklich und geprägt von einem liebevollen familiären Umfeld. Dies ändert sich, als ihre Eltern nach England gehen, um die Geschäfte dort auszubauen und Emilia in die Obhut ihrer Tante und ihres Onkels übergeben. Diese leben in Hamburg und Emilia muss sich an ein Leben mit deutlich mehr Zwängen und weniger Freiheiten gewöhnen. Zudem fehlt ihr ihre Familie sehr. Als sie den jungen Kapitän Carl Gotthold Lessing kennenlernt, freundet sie sich schnell mit ihm an und es entwickelt sich zuerst eine intensive Brieffreundschaft. Ihre Familie hält wenig von dieser Freundschaft, ist Lessing doch keine standesgemäße Partie in ihren Augen. Doch die beiden lassen sich davon nicht abhalten. Nach ihrer Heirat geht Emilia mit ihrem Mann auf große Fahrt und lernt so deutlich mehr von der Welt kennen als damals für Frauen üblich. Nachdem sie mehreren Kindern das Leben geschenkt hat, müssen sie sich irgendwann ein neues Zuhause suchen und wählen Sidney in Australien.

Für mich war es das erste Buch der Autorin Ulrike Renk, aber sicher nicht das letzte. Ihre unaufgeregte Art, das interessante Leben der Emilia Lessing zu erzählen, hat mir sehr gefallen. Sie gibt der Geschichte am Anfang viel Raum und dementsprechende Tiefe, sowohl was die Charaktere als auch was die Handlung angeht. Besonders gerne habe ich die Szenen in Othmarschen gelesen, dort schien für mich immer das perfekte, liebevolle Zuhause zu sein. Aber ebenfalls als sehr spannend empfunden habe ich Emilias späteres Leben auf See, die vielen kleinen Details vom Leben an Bord eines Hochseeseglers, über die ich mir bisher noch nie Gedanken gemacht hatte. Auch gut dargestellt wird die aufkommende Industrialisierung, die den Niedergang der Segelschiffe und das Aufkommen der großen Dampfschiffe bedeutete.
Nach ihrer Ankunft in Australien erfolgt ein relativ großer Zeitsprung und dann widmet sich die Autorin noch etwas detaillierter dem Leben einer von Emilias Töchtern.
Hier wird für mich besonders schön deutlich, wie anders Familienleben früher war, als man noch eine ganze Schar Kinder hatte und der Zusammenhalt gefühlt einfach viel stärker war.

Ehrlich gesagt, finde ich aber den Titel vom Verlag sehr unglücklich gewählt. Emilia Lessing war für mich nicht „Die Australierin“. Der australische Kontinent spielt natürlich eine Rolle in ihrem Leben, lässt sich das Ehepaar doch schließlich in Sidney nieder und zieht dort seine Kinder auf. Der Lebensweg dieser hochinteressanten Frau hat sie aber vorher an so viele andere Orte geführt, die sie entscheidend geprägt und beeinflusst haben, dass der Buchtitel für mich einfach nicht passend ist. Hier hat man anscheinend versucht, auf eine gewisse Welle der Auswanderer- und „love&landscape“-Romane aufzuspringen, was aber nicht der Handlung dieses Buches entspricht und dementsprechend wahrscheinlich bei einigen Lesern zu Enttäuschung führen wird.

Emilia Lessing hat wirklich gelebt und im Nachwort erklärt die Autorin, wie es dazu kam, dass sie ihre Geschichte aufgeschrieben und zu einem Roman gemacht hat. Viele Details beruhen also auf historischen Fakten, die Lücken dazwischen hat Ulrike Renk meiner Meinung nach absolut lesenswert mit eigenen Gedanken und Ideen gefüllt.
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am 11. Mai 2014
Emilia ist die Tochter des Hamburger Werftbesitzers Bregartner und wächst sehr behütet vor den Toren der Hansestadt in Othmarschen auf. Nachdem ihre Eltern in den 1840ern mit ihrem kleinen Bruder aus geschäftlichen Gründen nach England gehen, bleibt das Mädchen bei Onkel und Tante zurück und soll von diesen auf ein Leben in den höheren Kreisen Hamburgs vorbereitet werden. Während Emilia in den anfänglich geplanten zwei Jahren hofft, dass ihre Eltern sie doch noch nach England nachholen, wird sie langsam erwachsen und ihre Familie erwartet von ihr, dass sie eine gute Verbindung mit einem jungen Mann aus einer angesehenen Hamburger Familie eingeht.
Auf einem der sorgsam geplanten Dinners von Onkel Hinrich und Tante Minna lernt Emilia den Kapitän Carl Gotthold Lessing kennen - ein Großneffe des berühmten Schriftstellers. Die beiden sind sich gleich sympathisch - teilen sie doch die Leidenschaft für gute Bücher und das Schreiben von Briefen. Doch natürlich ist der junge Lessing keine standesgemäße Wahl, nicht nur, weil er sich das Geld für sein erstes eigenes Schiff bei seinen Brüdern leihen musste… Doch Emilia und Carl schreiben sich während seiner ersten großen Fahrt zahlreiche Briefe und kommen sich so näher. Als sie sich über ein Jahr später wieder begegnen, ist es längst um sie geschehen und sie beginnen eine heimliche Beziehung. Der Bruch mit der Familie ist somit unaufhaltsam, aber Emilia hat sich längst entschieden: für ein Leben ohne Luxus und Konventionen, dafür mit Carl - und so geht sie mit ihm auf große Reise.

Die Geschichte beruht auf wahren Begebenheiten, die durch die Autorin in einen solch schönen Rahmen gepackt wurde, dass ich kurzer Lektüre bereits fasziniert war: die Atmosphäre der damaligen Zeit ist in meinen Augen sehr authentisch eingefangen, so dass ich an der ein oder anderen Stelle schlucken musste, denn elterliche Entscheidungen waren damals sehr häufig von nüchternen Erwartungen geprägt als von liebevollem Verständnis. So ist es nicht weiter verwunderlich, dass die Bregartners ihre Tochter einfach bei Onkel und Tante "zwischenparken" und auch nach zwei Jahren - für ein Mädchen sicher eine Ewigkeit - nicht wieder zu sich holen. Dass das Mädchen leiden könnte und Sehnsucht nach Mutter, Vater und Bruder hat, hat offensichtlich keiner bedacht. Zum Glück gibt es eine Handvoll wirklich liebenswerter Figuren, die Emilia so gut sie es können unterstützen… Die Geschichte ist packend, auch wenn sie sich langsam entwickelt und damit ein wirklich interessantes Leben voller Abenteuer und Emotionen aufbaut wird. Dabei haben mir vor allem die Schilderungen der unterschiedlichen Schiffsreisen gefallen und wie Emilia das ihr ungewohnte Leben an Bord meistert. Dass sie an manchen Stellen sicherlich ein entbehrungsreiches Leben führt, hindert Emilia nicht daran, ein glückliches zu führen - mit sich und ihrer Entscheidung im Reinen. So erlebt sie Freundschaft, Gefahren, große Hilfsbereitschaft und die Geburt ihrer Kinder auf hoher See und trifft letzten Endes mit ihrem Mann eine weitere große Entscheidung…
Emilia hat ein spannendes und vor allem sehr unkonventionelles Leben geführt, das mir aus heutiger Sicht einiges an Respekt abverlangt - gerade deshalb finde ich es großartig, dass Ulrike Renk uns diese Geschichte erzählt. Die Mischung aus Fakten und Fiktion, die ruhige und stimmungsvolle Erzählweise haben mir große Freude beim Lesen bereitet und ich hätte gerne noch mehr aus dem Leben dieser bemerkenswerten Frau gelesen. So ging es mir zum Ende hin fast ein bisschen zu schnell, denn ich hätte gerne mehr aus dem Leben der Kinder von Emilia und Carl gelesen - aber dennoch bin ich mit dem Ende natürlich zufrieden.
Bleibt eigentlich nur ein Punkt, den ich kritisch erwähnen muss, nämlich den Titel des Buches. Auch wenn ich verstehen kann, dass man einen Titel durchaus auch aus Verkaufsgründen wählen muss, finde ich, dass dieser dem Inhalt einfach nicht gerecht wird. Zum einen, weil die Geschichte zum größten Teil nichts mit Australien zu tun hat, zum anderen, weil ich den Eindruck habe, dass dem Buch damit ein Genre verpasst werden soll, in das es meiner Meinung nach nicht gehört. "Die Australierin" ist kein Love & Landscape-Roman und auch kein Auswandererroman, bei dem die Helden ihr Glück in einem fernen, vielleicht sogar exotischen Land suchen. Dieses Buch ist ein toll erzählter historischer Roman, dessen Autorin einen perfekten Weg gefunden hat, aus den Eckdaten eines spannenden Lebens eine Geschichte zu machen, die authentisch und fesselnd ist, deren Figuren mir schon nach wenigen Seiten ans Herz gewachsen sind und dabei mit liebevollen Details aufwartet. Ein echtes Lesevergnügen!
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am 18. Februar 2014
Hamburg/Othmarschen 1842. Emilia Bregartner verlebt eine unbeschwerte Kindheit auf dem Gut der Familie in Othmarschen. Bis zu dem Tag, als der Große Brand große Teile Hamburgs zerstört und Emilias Tante Minna und ihr Onkel Hinrich vorübergehend auf dem Gut Unterschlupf finden. Minna mischt sich nicht nur in die Haushaltsführung, sondern auch in Emilias Erziehung ein und nimmt das Mädchen später mit nach Hamburg, als Emilias Eltern mit ihrem kleinen Bruder nach England gehen.
Im Hause des Werftbesitzers zu einer jungen Frau herangewachsen, soll Emilia für die Familie und das Geschäft vorteilhaft verheiratet werden. Doch sie verliebt sich in den Kapitän Carl Gotthold Lessing, heiratet ihn gegen den Willen ihrer Familie und geht mit ihm auf große Fahrt…

In ihrem historischen Roman „Die Australierin“ entführt Ulrike Renk den Leser ins 19. Jahrhundert und nimmt ihn mit auf eine spannende, abenteuerliche Reise von Hamburg zunächst nach Südamerika und später dann nach Australien.
Ich habe mich von der ersten Seite an ins 19. Jahrhundert zurückversetzt gefühlt. Ulrike Renk zeichnet ein umfassendes, vielschichtiges und vor allen Dingen für mich sehr glaubwürdiges Bild der damaligen Zeit. Die ausführlichen Beschreibungen der Schauplätze und die detaillierten Schilderungen von Emilias Erlebnissen haben mich ausnahmslos begeistert.
Es wird durchweg ganz wunderbar aus dem Alltagsleben der Bregartners und Lessings erzählt. Ich konnte mir sowohl das gutbürgerliche Leben in Hamburg wie auch das tägliche Leben auf einem Großsegler sehr gut vorstellen.
Besonders fasziniert hat mich die Zeit an Bord der „Lessing“, da ich als absolute Landratte überhaupt keine Ahnung von einem monatelangen Aufenthalt auf See habe. Schmunzeln musste ich zum Beispiel, als es nach langer Zeit endlich regnete und die Besatzung hurtig alle zur Verfügung stehenden Eimer und Fässer an Deck schleppte, um Wasser zum Wäschewaschen aufzufangen, da Salzwasser dafür nicht sonderlich gut geeignet ist. Über solche Dinge habe ich mir noch nie Gedanken gemacht und fand diese Einblicke daher sehr aufschlussreich.

Die Akteure werden von Ulrike Renk allesamt lebendig und bildhaft dargestellt. Jeder Einzelne spielt die ihm zugedachte Rolle ausgezeichnet und auch die zahlreichen Nebenfiguren bereichern die Handlung außerordentlich.
Im Vordergrund steht natürlich Emilia. Dass ihre Eltern sie in Hamburg zurücklassen und nicht wie versprochen nach 2 Jahren zurückkehren, bzw. sie irgendwann zu sich holen, hat Emilia sehr schwer getroffen. Dennoch oder vielleicht auch gerade deswegen, macht sie eine tolle Entwicklung durch und wird zu einer selbstbewussten Frau, die genau weiß, was sie will und auch mutig genug ist, diesen Willen durchzusetzen.
Ich bin im Verlauf der Handlung ein besonders großer Fan von Emilias Magd Rieke geworden. Rieke trägt das Herz am rechten Fleck und redet, wie ihr der Schnabel gewachsen ist. Durch den norddeutschen Dialekt, den Ulrike Renk sie sprechen lässt, bekommt die ganze Geschichte einen besonders munteren Touch – einfach herrlich!

Dieser Roman beruht auf wahren Begebenheiten. In einem sehr interessanten Nachwort erzählt die Autorin, wie es dazu kam, dass sie Emilias Geschichte aufgeschrieben hat.
Zu den Fakten (von denen ihr viele in Form von Dokumenten und Briefen von der Urenkelin Emilie Bregartners zur Verfügung gestellt wurden) gesellt sich natürlich eine Menge Fiktion, trotzdem bin ich davon überzeugt, dass sich vieles genau so abgespielt hat, wie Ulrike Renk es in diesem Buch schildert.
Es hat mir auf jeden Fall großen Spaß gemacht, die zahlreichen, sehr unterschiedlichen Menschen kennenzulernen und sie auf ihrem Weg durch diese spannende Geschichte zu begleiten und Glück und Freude, aber auch Kummer und Furcht mit ihnen zu teilen.

Einzig den Buchtitel finde ich vom Verlag sehr unglücklich gewählt. Emilia geht zwar letztendlich nach Australien und verbringt dort auch die längste Zeit ihres Lebens, aber dieser Lebensabschnitt macht nur einen kleinen Teil in diesem Roman aus.
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am 14. Februar 2014
Durch den großen Brand in Hamburg, der vom 5.- 8. Mai 1842 in der Stadt wütete und viele ihrer Bürger um Hab und Gut brachte, weil ihre Häuser verbrannten und sie vorübergehend Bleibe bei Freunden oder Verwandten suchen mussten, wurden letztendlich auch die Pläne für Emilia Bregartners Leben auf schicksalhafte Weise gravierenden Veränderungen unterworfen.

Das sensible, gefühlvolle Mädchen lebte mit seiner Familie, den Eltern Anna und Martin, sowie den Bediensteten Inken, Mats, Ole und der Altmagd Sofie auf dem alten Bregartnerschen Besitz in Othmarschen unweit der Hauptstadt, eingebunden in die sichere Vertrautheit einer ländlichen, behaglichen Kindheit, umsorgt von der nimmermüden Liebe der jungen Magd Inken, die stets um das Kind bemüht war, vor Allem dann, wenn Anna durch oft aufeinander folgende Schwangerschaften ihrer Mutterrolle nicht gerecht werden konnte.

Die lodernden Flammen in Hamburg nun hatten Martins dort lebenden Bruder Hinrich und dessen kinderlose Frau Minna um ihr Haus gebracht, sodass sie erst einmal mit Gepäck und Dienstpersonal Einzug in Othmarschen hielten. Ihre dort entstandene Auffassung, dass Emilia eine angemessenere Schulbildung und Umgebung zuteil werden müsse, wenn sie sich eines Tages einmal standesgemäß verheiraten wolle und sich die kinderliebe Minna besonders intensiv ihrer annehmen könne, überzeugte auch die Eltern, sodass sie Emilias Umzug nach Hamburg zustimmten, als Tante und Onkel ins neu erbaute Haus zurückkehren konnten. Jedoch war es nicht nur für ein oder zwei Jahre, wie es dem unglücklichen Kind zum Trost geheißen hatte, sondern für eine viel längere Zeit, in welcher der Vater dann noch beruflich in England sein musste und Emilias Mutter und den jüngsten Sohn Julius mit in die Fremde nahm.

Emilia wuchs in die Hamburger Gesellschaft hinein, aber die Regeln, welche dort als ungeschriebene Gesetze Gültigkeit hatten, konnten ihre Gefühle nicht ausschalten und die Stimme ihres Herzens nicht zum Schweigen bringen. Das wusste sie, als sie Kapitän Carl Gotthold Lessing gegenüberstand und erkannte, dass er mehr für sie sein würde als Familie und Heimatland. Was bisher Bestand für sie hatte, würde den wechselhaften Gezeiten seines Lebens unterliegen, der Rhythmus seines Herzens würde von nun an der ihrige sein....

Ulrike Renk nimmt den Leser mit in eine Welt tiefer Gefühle und gewachsenerTraditionen, der Liebe zur Heimat und dem Drang in geheimnisvolle Ferne – eingebunden in eine große Familiengeschichte.

Die Protagonisten, deren reales Leben sie liebevoll detailliert recherchiert hat, sind ausdrucksvoll und beeindruckend gezeichnet, sind im Roman so intensiv zum Leben erweckt, dass der Leser keinerlei Schwierigkeiten hat, in ihre Geschichte einzutauchen und ihren Emotionen zu folgen. Engagiert und voller Anteilnahme nimmt man an den Höhen und Tiefen ihres Daseins teil und lässt sich durch die reiche, flüssige Sprache der Autorin wunderbare Lesestunden bereiten.

Das ist ungetrübte Freude an einem eindrucksvollen Gemälde aus Worten, dessen Autorin von mir sehr gerne eine volle Bewertungszahl und die Bitte um eine Fortsetzung dieser Familienchronik erhält.
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am 6. Februar 2014
Mitte des 19. Jahrhunderts wird die erst acht Jahre alte Emilia Bregartner vor vollendete Tatsachen gestellt, dass ihre Eltern Hamburg verlassen, um für voraussichtlich zwei Jahre in England zu leben und arbeiten. Den kleinen Bruder Julius nehmen sie mit, aber Emilia muss bei der Tante und dem Onkel bleiben. Immer wieder hoffte sie in den folgenden Jahren, dass die Eltern sie holen würden, doch sie wartete vergebens. Trotz all des Guten, was die Verwandten für Emilia aufwandten, sie fühlte sich ungeliebt. Und irgendwann erlosch auch in ihr der letzte Funken Hoffnung, dass die Eltern sie holen würden.
Verraten und verkauft.
Als Emilia ins heiratsfähige Alter kommt, lernt sie den jungen Carl Gotthold Lessing kennen, ein Großneffe des Dichters Lessing. Sie setzt sich über alle Regeln hinweg, heiratet den mittellosen Kapitän und geht mit ihm auf große Fahrt. Ziemlich ungewöhnlich zur damaligen Zeit, Frauen an Bord bedeutete Unglück.
Emilia, wohlbehütet aufgewachsen, ist sich keiner harten Arbeit zu schade. Einige Fahrten erlebt sie mit an Bord, vier Kinder werden während der Seezeit geboren. Dann aber kommt der Tag, an dem Carl beschließt, dass sie nach Australien auswandern sollten. Dort läge die Zukunft.
Die Hintergrundgeschichte zu diesem Roman beruht auf wahre Begebenheiten. Ulrike Renk erzählt in ihrem Nachwort von wundersamen Fügungen, der Kontaktaufnahme durch Robyn Jessiman zu ihr. Diese war eine Nachfahrin der Familie te Kloot und „versorgte“ die Autorin mit ganz, ganz viel Material. Und daraus entstanden ist das Buch über die Großmutter Lessing, Emilia.
Zitat Nachwort S. 532
Ich habe das Tagebuch des Abraham ter Meer als Grundlage der Geschichten genommen, habe viel recherchiert und viele Fakten eingefügt. Aber es ist ein Roman, eine Fiktion, Gedanken, Gefühle und anderes habe ich erfunden.

Fazit:
Ulrike Renk hat mit diesem Buch ein Meisterwerk geschrieben. Man bedenke, eine Story ist nicht mal so aus den Fingern gesogen wie so manche leichte Schnulze. Lange Vorbereitungszeit, intensive detaillierte Recherchearbeiten, doch wenn am Ende ein derart unglaublich gutes Buch dabei herauskommt wie „Die Australierin“, eine wahre Leistung!
Leider kam der Schluss einfach zu schnell, ich hätte noch mehr lesen können.
Das Buch kann ich uneingeschränkt empfehlen. Mein Herz hat die Autorin hiermit erobert. Was wohl nicht nur daran liegt, dass ich das Land Australien, die Kultur der Aborigines usw. liebe, obwohl ich noch nie dort war. Minnies erste Tochter Carola, die Aborigine Darri gab ihr den Namen Cardina, d. h. Sonnenaufgang. Carola, das bedeutet „die Freie“.
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