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am 14. März 2015
Der Plot von „Die Eistoten“ lässt dem Leser wirklich das Blut in den Adern gefrieren, so an den Haaren herbei gezogen ist er. Im Mittelpunkt steht die völlig unglaubwürdige,
Person der elfjährigen Alice, die klüger ist als alle Erwachsenen, als die Polizei sowieso, toten Philosophen begegnet und mit einem von ihnen, Ludwig Wittgenstein, sogar ausgiebige Gespräche führt. Da wird allerhand geschwafelt von „Spektren“ und den Grenzen von Realität und Wirklichkeit. Als Rechtfertigung dienen immer wieder Verweise auf die christliche Religion. Denn wie viel glaubwürdiger ist es, an die Auferstehung der Toten und die Verwandlung von Brot in den Leib Christi zu glauben? Sicher eine durchaus berechtigte Frage, vor allem, da das Ganze im tiefkatholischen Allgäu spielt. Aber dennoch eine zu naseweise Strategie: Als ob ein irrationaler Glaube einen anderen rechtfertigen und „wahrer“ machen würde. In einem Interview, das auf den letzten Seiten des Buches abgedruckt ist, sagt Buder, dass er seine Heldin nach „Alice im Wunderland“ benannt hat. Unmittelbare schriftstellerische Vorbilder habe er nicht, fährt er fort. Am stärksten beeindruckt habe ihn Friedrich Dürrenmatt, auch Juan Carlos Somoza und China Miéville faszinierten ihn.

Schwer zu glauben, dass Buder nicht auch Alan Bradleys „Flavia de Luce“-Reihe kennt. In dieser löst eine 13-jährige Engländerin, die ein Chemie-Genie ist, Kriminalfälle, geht den Erwachsenen und der Polizei auf die Nerven und ärgert ihre ältere Schwestern, so wie Alice dies mit ihrer Schwester Amalia macht. Arg viele Übereinstimmungen, um an Zufall zu glauben. Natürlich ist Flavia auch eine Kunstfigur, die allerdings ihre Verbrechen ganz ohne Übersinnliches und Geisterseherei löst, sondern mit Wissenschaft und britischem common sense. Außerdem geht Alice und den „Eistoten“ der Witz und Charme der Flavia-Reihe völlig ab. Buder will weitere Krimis mit Alice schreiben. Ein Tipp: Wer vorlaute, vorpubertäre Heldinnen mag, sollte lieber die Flavia-Serie lesen…
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TOP 500 REZENSENTam 19. August 2013
Die Welt der Kriminalromane ist übervölkert mit Kommissarinnen und Kommissaren, die mehr oder weniger verschroben, alkoholkrank, alleinerziehend oder frisch verliebt ihre Ermittlungen durchführen. Somit bringt Alice ein wenig Abwechslung in die Ermittlerriege. Ein besserwisserisches hochbegabtes elfjähriges Mädchen, das klingt zuerst einmal nicht unbedingt nach einer sympathischen Hauptfigur. Trotzdem funktioniert die Geschichte genau aus diesem Grund, denn Alice wird aufgrund ihres Alters von den Erwachsenen nicht ernst genommen. Sie sieht Dinge und erkennt Zusammenhänge, die für die Erwachsenen möglicherweise zu naheliegend sind, um sie ernst zu nehmen. Ihr Vater will sie sogar in die Psychiatrie einweisen, als sie versucht, ihn auf die Ungereimtheiten der jährlich wiederkehrenden Todesfälle aufmerksam zu machen.

Alice ist ein Mädchen, das einen messerscharfen Verstand besitzt und obendrein noch kleine Ausflüge in die Philosophie unternimmt, denn der verstorbene Philosoph Wittgenstein taucht häufig bei ihr auf. Es dauert nicht lange, da akzeptiert man als Leser das Mädchen so wie es ist und ärgert sich mit ihr über die Arroganz der Erwachsenen, die nicht sehen wollen, was sie sieht – soweit zur Sympathie mit der Hauptfigur, die sich übrigens auch ganz kindlich mit ihrer pubertierenden Schwester streiten kann und Angst hat, sollte man ihr Teile des Gehirns heraus operieren, genauso zu werden, wie sie.

Als Alice und ihr Freund Tom ein totes Mädchen im Wald finden, beginnen sie Nachforschungen anzustellen und geraten ins Visier des Bösen. Die ganze Zeit schwebt eine dunkle Ahnung durch die Geschichte und ständig hat man das Gefühl, gleich Zeuge des nächsten Verbrechens zu werden. Diese Spannung ist es, die den Leser nicht mehr los lässt.

Trotzdem gibt es aber nicht nur Positives über dieses Krimidebüt zu berichten; ich hätte mir gewünscht, dass der Autor sich für den Schlussteil etwas mehr Zeit genommen hätte, denn ab einem gewissen Punkt, geschieht alles wie im Zeitraffer. Da es von Alice noch mehr zu lesen geben wird, hoffe ich einfach auf ein Widersehen mit einem besser ausgefeilten Schlussteil.

Mein Fazit: Christan Buder hat einen sehr abwechslungsreichen und intelligenten Krimi geschrieben, der mit kleinen philosophischen Einlagen und einem gut funktionierenden Spannungsaufbau zu überzeugen weiß. Trotz, oder gerade wegen der eiskalten Temperaturen - ein Krimi, der sich auch im Sommer lohnt.
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TOP 500 REZENSENTam 24. September 2013
Pro:
Die Verbindung von Thriller und philosophischem Gedankengut ist originell - mir fällt spontan nur ein einziges Beispiel ein, bei dem ein Autor ebenfalls Belletristik und Philosophie verbunden hat: "Sophies Welt" von Jostein Gaarder. Aber "Die Eistoten" ist etwas völlig Anderes, Eigenes. Hier liegt die Betonung deutlich mehr auf der Handlung, losgelöst vom philosophischen Aspekt.

Auch unsere Heldin Alice ist außergewöhnlich: sie ist erst 11 Jahre alt, weiß aber wahrscheinlich schon mehr über die Psychologie von Serienkillern als die Polizei in ihrem kleinen Dorf. Überhaupt ist sie vielleicht der intelligenteste Mensch dort - sie ist hochbegabt, mit messerscharfem Verstand. Oft macht sie das altklug, gelegentlich sogar arrogant und herablassend, aber im Großen und Ganzen fand ich sie dennoch sehr sympathisch. (Manchmal hat sie mich an Sherlock Holmes erinnert, der in seiner Frustration über die Begriffsstutzigkeit seiner Mitmenschen auch des Öfteren arrogant erschien.) Sie hat ständig damit zu kämpfen, dass sie nicht ernstgenommen wird, weil sie "nur" ein Kind ist. In vielen Szenen konnte ich ihren ohnmächtigen Frust richtig spüren. Sie ist ein vielschichtiger Charakter mit guten und schlechten Eigenschaften, aber was immer sie auch tut, sie hat das Herz am rechten Fleck und ich habe mit ihr mitgefiebert.

Ihr bester Freund Tom ist ebenfalls kein typisches Kind. So wie Alice alles über Philosophie und Verbrechen weiß, kennt er sich bestens mit Computern aus - und kann sich mühelos in das ein oder andere Netzwerk einhacken. Ängstlich und doch irgendwie mutig, clever aber naiv... Ich mochte Tom richtig gern.

Alices Vater ist mit seiner intelligenten Tochter überfordert und versucht sie dazu zu drängen, sich mehr wie ein "normales" Kind zu verhalten - ihr Großvater dagegen fördert ihre Interessen, was zu Spannungen innerhalb der Familie führt. Ihre oberflächliche Schwester Amalia hat für Alice nur Verachtung und Hohn übrig - und vielleicht ein bisschen Neid? Und durch Alles zieht sich der Schmerz über den Verlust der Mutter...

Die Menschen in ihrem kleinen Dorf sind eine Ansammlung schrulliger Charaktere. Sie misstrauen Fremden, stecken vor unangenehmen Dingen lieber den Kopf in den Sand und leben ihr Leben Tag für Tag, Jahr für Jahr im immer gleichen Trott. Nach und nach lernt man viele von ihnen näher kennen: den stets betrunkenen Pfarrer, Alices gebildeten Lehrer Lehmko, dessen ebenfalls hochbegabten Sohn oder die alte Adelheid Grundiger, die seit dem Zweiten Weltkrieg treu und beharrlich auf die Rückkehr ihres Alois wartet. Schnell beginnt man sich zu fragen: kann in diesem verschlafenen Kaff voller engstirniger Menschen, die sich an ihre Traditionen klammern, wirklich ein Serienkiller leben?

Den Schreibstil fand ich großartig: voller kraftvoller, ungewöhnlicher Bilder, durch die man die Szenen quasi vor sich sehen kann. Poesie und Spannung gehen hier Hand in Hand.

Das Buch schmeißt einen direkt am Anfang kopfüber in eine beklemmende, spannungsgeladene Szene: ein kleines Mädchen flüchtet durch den Wald. Vor wem? Das weiß der Leser nicht, aber es ist klar: ihr Verfolger hat Grauenvolles im Sinn.

Ich fand das Buch von der ersten bis zur letzten Seite spannend, nur war es nicht immer die gleiche Art von Spannung. Mal schlägt das Herz schneller und man kann an den Nägeln knabbernd gar nicht schnell genug weiter blättern... Mal ist es eher ein unterschwelliges Gefühl von Unheil und Bedrohung, das hinter der dörflichen Fassade zu lauern scheint. Nach etwa Dreiviertel der Handlung hatte ich den Mörder leider bereits im Verdacht, aber es blieb für mich dennoch spannend, mitzuverfolgen, wie Alice ihm nach und nach auf die Spur kam.

Das Buch kommt mit sehr wenig Gewalt aus. Von Thrillern bin ich durchaus auch Szenen gewohnt, in denen man sich ekelt oder sich von dem ganzen Blut und Gedärm abgestoßen fühlt, aber "Die Eistoten" beschreibt nur selten bis in die blutrünstigen Details. Ich habe es nicht vermisst!

Kontra:
Der Klappentext erweckt die Erwartung, dass der tote Philosoph Wittgenstein eine tragende Rolle in dem Buch spielen wird, als ähnlich wichtiger Protagonist wie Alice. Tatsächlich ist er aber eher eine Randerscheinung, wobei man nie so genau wissen kann, ob Alice ihn sich nicht vielleicht einfach nur einbildet. Auch die Idee der "Spektren", dunkler Ideen, die eine unheilvolle Macht besitzen, wird nur halbherzig angesprochen. Ich hätte mir gewünscht, dass der Philosophie viel mehr Raum eingeräumt wird. So, wie es ist, geht dieser Aspekt für mich etwas unter und erscheint dadurch fast überflüssig.

Manche Informationen werden mehrmals wiederholt, als könne der Leser sie schon vergessen haben. Mir kam öfter der Gedanke: "Ja, aber das wissen wir doch schon lange!"

Das Ende hat mich ziemlich enttäuscht. Ich will noch nicht zu viel verraten, aber es kam mir überstürzt, konstruiert und unglaubwürdig vor - was ich sehr schade fand, denn den Rest des Buches fand ich (meist) schlüssig und plausibel.

Zusammenfassung:
Trotz des enttäuschenden Endes bin ich froh, das Buch gelesen zu haben. Es ist schön geschrieben, durchweg spannend und unterhaltsam, und einfach mal etwas ganz Anderes. Ich denke, ich werde auch den nächsten Band lesen, in der Hoffnung, dass dann die Philosophie eine größere Rolle spielen wird.
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am 23. September 2013
Die elfjährige Alice ist unglaublich intelligent und liest sehr viel. Sie hat einen ganz besonderen Freund, den Philosophen Ludwig Wittgenstein, der bereits 1951 gestorben ist. Er taucht immer unerwartet auf und verschwindet auch wieder genauso geheimnisvoll.
Alice lebt in Hintereck, im Allgäu.
Vor vier Jahren hat sie ihre Mutter verloren und glaubt, dass sie von jemanden ermordet wurde.
Als sie zusammen mit ihrem Freund Tom im Wald eine Mädchenleiche findet, die aufrecht dort steht, fangen die beiden an auf eigene Faust zu ermitteln. Von der Leiche wollen sie zunächst keinem etwas verraten.
Bei ihren Ermittlungen bekommt Alice Hilfe von Ludwig Wittgenstein.
Plötzlich taucht die erfrorene Leiche des Mädchens in ihrem Dorf auf.
Alice glaubt an einen Serienmörder, der schon seit Jahren mordet.
Ein Journalist hatte einen Artikel über die „Eistoten“ in Hintereck und Umgebung geschrieben. Tote, die schon seit zehn Jahren immer am 23. Dezember erfroren, mit verschränkten Armen und weit geöffneten Augen aufgefunden wurden.
Zusammen mit Tom und der Hilfe von Wittgenstein macht sich Alice auf die Suche nach dem Mörder.

„Die Eistoten“ ist Christian Buders erster Roman.
Der Thriller beginnt ziemlich spannend. Ein Mädchen läuft durch den Wald und wird von jemanden verfolgt. Da wurde eine unheimlich spannende Atmosphäre erzeugt.
Alice und ihr Freund Tom sind auf der Suche nach einem Serienmörder.
Sie glaubt auch, dass der Mörder ihre Mutter umgebracht hat, weil sie etwas herausgefunden hatte.
Der Philosoph Ludwig Wittgenstein hilft Alice bei ihren Ermittlungen.
Der Schreibstil des Autors ist flüssig und sehr gut zu lesen.
Die Handlung ist von Anfang bis Ende spannend geschrieben.
Man ist gleich mitten im Geschehen drin. Mich hat der Thriller sofort gefesselt. Der Schluss hat mir jedoch nicht ganz so gut gefallen.
Die Protagonisten sind sehr gut beschrieben und Alice war mir gleich sehr sympathisch. Alice ist sehr intelligent und schlagfertig.
Sie beginnt mit ihren eigenen Nachforschungen. Die Erwachsenen glauben ihr nicht. Ihr Vater hört ihr auch nicht richtig zu und meint sie hätte den Tod ihrer Mutter einfach nicht verkraftet und will sie sogar in eine Klinik einweisen lassen.
Doch Alice ist sich sicher, dass in ihrer Heimat ein Serienmörder am Werk ist.
Die Gegend war sehr gut und detailliert beschrieben, so dass ich mir bildlich alles vorstellen konnte. Es herrschte eine spannende Atmosphäre und auch die eisige Kälte die dort geherrscht hat, hat man richtig gespürt.

Dieser spannender Thriller bekommt von mir ein ganz klare Leseempfehlung!
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am 30. Mai 2014
Ich habe dieses Buch in einer Verlosung gewonnen und mich sehr gefreut. Schließlich ist doch Alice etwa so alt, wie der Protagonist meines eigenen Debüts. Doch genau diese Vorfreude wurde bitter enttäuscht.

Fangen wir aber vorn an: Das Buch beginnt wie ein klassischer Thriller/Krimi. Es kommt Stimmung auf, mir gefällt die Sprache und die Erzählgeschwindigkeit. Außerdem fühle ich mich in das einsame Bergdorf im Allgäu entführt und im tiefen Winter haben die Schauplätze einen eigenartig gruseligen Charme. Blut auf Schnee ist halt schon für sich genommen atmosphärisch. Der Kriminalfall selbst ist sehr spannend, wobei die Polizei doch etwas unglaubwürdig ist, weil sie so gar keinen Hinweisen nachgeht. Aber sei's drum, das Buch saugt mich tief in die Handlung!

So weit so gut. Doch leider führt durch die Ermittlungen eine für mich komplett unglaubwürdige Figur.
Alice ist 13 und kein Satz von ihr klingt wie von einer 13-jährigen. Auch die Handlungen sind unglaubhaft und obwohl das Buch tatsächlich spannend weitergeht, stört mich mehr und mehr, dass die Dialoge und Handlungen niemals von einem Kind hätten stammen können.

Ein Beispiel zur Verdeutlichung. Das Mädchen ist gerade in einer Verfolgungssituation. Es darf nicht erwischt werden, es geht um viel - in dieser Situation ruft ihr gleichaltriger Freund an und die beiden sprechen am Telefon.
Alice: "Ich meine, dass deine Adresse stimmte, ich ihn aber nicht angetroffen habe. Wo hast du übrigens die Informationen her? Die Telefonnummer Mulders muss absolut vertraulich gewesen sein. Die haben sich gewundert, wie ich zu der Nummer gekommen bin."

Ihr kennt das, dass eure Kinder auch immer so reden, oder? Und auch dass ihre Freunde dann antworten:
"Ich habe ihr Archiv gehackt. Seit ein paar Monaten haben sie alle Mitarbeiterdaten online, in einem einfachen Netzwerk. War einfach weil sie ein WLAN benutzen mit schlappem WPE-Code. Den hatte ich in ein paar Stunden geknackt. Von da konnte ich an alle Rechner der Redaktion. Von Netzwerksicherheit haben die noch nie etwas gehört."

Kinder eben!

Das allein hätte mich genervt, aber ich bin ab der Hälfte dazu übergegangen mir vorzustellen, Alice sei halt einfach 20. Dann funktioniert das Buch besser, allerdings bleibt das zweite große Problem. Sie sieht und spricht mit Wittkenstein und anderen, über die sie gelesen hat. Wofür dieses Detail überhaupt wichtig ist und was für einen Sinn es hat, dass der Protagonistin Clowns erscheinen, die schwer symbolträchtig für etwas Inneres stehen und halbwegs passende Zitate eingeflochten werden, ist völlig unklar. Es stört, bremst massiv die Handlung und ist überflüssig wie ein Kropf.

Ich hoffe inständig, dass der Autor weitermacht. Und uns einen waschechten Thriller oder Krimi als Nachschlag gibt. Er kann toll schreiben, nur den Philosophen - den sollte er in seiner Autorenzeit mal überhören. :)
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Ein Mädchen steht im Walde, ganz still und stumm - es ist tot, erfroren.

Gefunden wird die Leiche von der hochbegabten elfjährigen Alice und ihrem Freund Tom. Aber Alice behält diesen Fund erst einmal für sich. Die Polizei würde den Tod des Mädchens ohnehin wieder als tragischen Unfall abtun, genau wie den Tod von Alices Mutter einige Jahre zuvor.

Dabei sind das nicht die einzigen Todesfälle, die in Hintereck und Umgebung passiert sind, immer am 23. Dezember. Alle Eistoten werden in unmöglichen Positionen gefunden, mit aufgesperrten Augen. Und jedes Mal wird eine 11 auf die Kirchenwand geschrieben und vom Pfarrer heimlich entfernt. Zufall?

„Wenn die Toten mit offenen Augen die Lebenden anstarren, dann geht der Gangerl um.“

Alice ist überzeugt, dass die Toten Opfer eines Serienmörders sind, aber wer glaubt schon einem Kind? Ihr Vater hält Alice ohnehin für verrückt und will sie in die Psychiatrie einweisen, weil sie vom Tod ihrer Mutter traumatisiert sei. Es irritiert ihn einfach, dass Alice so viel weiter ist als ihre gleichaltrigen Klassenkameraden, dass sie statt Harry Potter lieber Fachbücher über Pathologie liest.

Dabei weiß er nicht einmal, dass Alice den längst verstorbenen Philosophen Wittgenstein sehen kann, der sie mit Sätzen wie „in der Schule bringt man den Leuten alles bei, nur nicht das Denken“ in ihrer Andersartigkeit bestätigt.

Ihre Schwester Amalia dagegen bezeichnet Alice als „eine Nervensäge, besserwisserisch, altklug, gar nicht wie ein normales Kind in deinem Alter, ein Fall für den Psychiater, lebensgefährlich, hinterlistig, potthässlich und verschroben“ – richtig geraten, das Verhältnis der Schwestern zueinander ist nicht gerade herzlich.

Nur auf ihren Großvater kann Alice sich verlassen. Bis er als Verdächtiger verhaftet wird.
Jetzt sind Alice und Tom die einzigen, die den Mörder finden können. Das weiß der Mörder auch – und er ist schon hinter den beiden her…

Dies ist ein ganz besonderer Krimi. Nicht, weil Wittgenstein auftaucht und das Buch voller philosophischer Gedanken steckt, sondern weil Alice ein so außergewöhnlicher Charakter ist. Ich konnte mich gut in sie hineinversetzen; es ist nicht leicht, klüger als andere zu sein.

Das Buch ist gut geschrieben und erzählt die ungewöhnliche Geschichte mit ihren überraschenden Wendungen so spannend, dass man es nicht aus der Hand legen kann.

Ich freue mich schon auf eine Fortsetzung.
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TOP 500 REZENSENTam 14. August 2015
Dieses Buch ist seltsam.
Schreckliche Geschichte: In Hintereck und anderen Dörfern im Allgäu sterben seit Jahren, immer am 23. 12., junge Mädchen. Sie sind erfroren, offensichtlich ein Unfall. Dass sie in einer sehr unnatürlichen Haltung aufgefunden werden und dass sich die Fälle ähneln, fällt nur der 11jährigen Alice auf.

Alice ist ungewöhnlich intelligent, benimmt sich so gar nicht altersgemäß, und damit hat ihr Umfeld und der Leser seine Probleme.
Nach einem wirklich spannenden und gruseligen Prolog, landet man in Alice' Welt und ist irritiert. Sie liest philosophische Bücher und Fachliteratur über Serienmörder und berät sich mit Wittgenstein, den sie im Fernsehen, in Bildern, aber auch in der Realität sehen und sprechen kann. Ihr Vater möchte sie in psychologische Behandlung geben, was man als Leser durchaus begrüßen würde, wenn einem Alice nicht ihre Sicht der Dinge erklären würde. Sie ist nicht verrückt, sie ist nur anders und wenn man ihr wirklich einmal zuhören würde, dann würde man das erkennen.
Das mag sein, aber es verwundert schon sehr, dass außer Alice und ihrem Freund Tom wirklich niemand den ungewöhnlichen Aspekt dieser Todesfälle wahrnimmt. Selbst der Tod ihrer Mutter hat verdachterregende Aspekte, die aber noch nicht einmal ihr Vater, ein Polizist, sehen will. Man hat den Eindruck Alice ist besonders intelligent, alle anderen sind besonders ignorant.

Die Frage bezüglich ihrer geistigen Gesundheit ist ein Rätsel, das dieses Buch durchzieht. Später sieht Alice einen weißen Clown, der das Böse verkörpert und den uns Wittgenstein mit einer eher kruden Theorie über Menschen mit einer besonderen Gabe, dem Lesen, der Philosophie und dem Vorhandensein von Dämonen erklärt. Tja, mag sein, dass die Welt so funktioniert, wenn man sich in höheren Sphären bewegt. Ich, hier unten auf der Erde, mache mir Gedanken über Genie und Wahnsinn.

All das sind die Rahmenbedingungen, die man entweder interessant oder absurd finden kann. Ich tendiere zu Letzterem. Vorrangig geht es um die Aufklärung einer Mordserie zu der Alice und Tom ermitteln. Das könnte spannend sein, wenn man nicht immer und immer wieder die Zusammenfassung der Sachlage lesen müsste. Dieses Buch ist ein einziges Resümee. Jedem muss Alice erklären, dass die Unfälle Morde sind und warum und wenn sie niemanden zum Reden hat, wälzt sie selbst die Fakten hin und her. Nochmal und nochmal und nochmal.
Der Täter findet sich dann ziemlich plötzlich. Wie Alice ihn identifizieren konnte, erzählt sie uns leider nicht, wenn auch sonst alles.

Dieses Buch hat mich enttäuscht und gelangweilt. Ich hatte mit einem spannenden Thriller gerechnet, der möglicherweise einen interessanten philosophischen Aspekt bietet. Letztendlich war es aber eher eine Endlosschleife mit gelegentlichen Schlenkern ins Absurde.
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Die 11-jährige Alice lebt mit ihrem Vater und ihrer Schwester in einem kleinen Ort im Allgäu. Vor Jahren kam kurz vor Weihnachten ihre Mutter ums Leben. Alice war und ist auch nach all den Jahren die Einzige, die der Meinung ist, dass es sich um Mord und nicht um einen Unfall handelte. Sie versucht schon seit langem das zu Beweisen, stößt aber immer auf taube Ohren. Selbst ihr Vater, ein Polizeibeamter, hört ihr nicht zu und schiebt ihre Ansicht auf das Trauma, die Mutter verloren zu haben.
Der Einzige, der ihr zuhört, ist der 1951 verstorbene Philosoph Wittgenstein. Sie kann ihn sehen und auch mit ihm sprechen.
Als sie gemeinsam mit ihrem Freund Tom im Wald ein stehendes totes Mädchen findet, ist ihr klar, dass dieser Mord mit dem an ihrer Mutter in Verbindung steht. Nur niemand will ihr glauben. Und dann liest sie von den „Eistoten“ und sie beginnt gemeinsam mit Tom dem Geheimnis auf die Spur zu kommen…

Wenn sich ein Autor mit Philosophie beschäftigt, dies sogar studiert hat, dann findet man sicherlich auch Zugang zur Philosophie in seinen Werken. So auch in diesem Buch.
Die 11-jährige Protagonistin Alice, abgeleitet von „Alice aus dem Wunderland“, kann den Philosophen Wittgenstein, der 1951 verstarb, sehen und mit ihm kommunizieren.
Es scheint fast nicht glaubhaft zu sein, dass sich ein Mädchen in dem Alter mit schwerer Literatur, wie beispielsweise der Philosophie, beschäftigt und sie auch versteht. Ihr Vater hält das alles für Spinnerei und wäre froh, wenn Alice sich mit Puppen beschäftigen würde. Allein durch ihren Großvater erhält sie Unterstützung und Verständnis, der das Besondere in Alice sieht.
Alice glaubte nie an den Unfalltod ihrer Mutter, wie auch sie die Einzige ist, die die vielen Toten um die Weihnachtszeit herum in den vergangenen Jahren nicht als Unfälle gelten lässt. Aber wer hört auf ein 11 Jahre altes Mädchen, das scheinbar auch noch mit Unsichtbaren spricht?
Alles spricht gegen Alice und doch gibt sie nicht auf und versucht, hinter die Geheimnisse zu kommen.

Ein interessanter Plot, den der Autor hier ausgetüftelt hat und den er gut umsetzte. Es ist kein Jugendbuch, was das Alter von Alice anfänglich vermuten lässt.
Man hat es hier mit einem knallharten Killer zu tun, der über die Jahre unbemerkt mordet und noch nicht fertig ist damit. Ein Mörder aus ihrer Mitte, einem kleinen Ort im Allgäu, der unentdeckt ist und keinen Verdacht erregt.
Lediglich dem Pfarrer beichtet er seine „Sünden“, aber der steht unter dem Beichtgeheimnis.
Keine leichte Aufgabe für Alice.

Ganz langsam, aber kontinuierlich lässt der Autor Alice das Rätsel um die Eistoten lüften, was sie natürlich selbst ins Visier des Mörders geraten lässt.

Die Geschichte ist spannend geschrieben und treibt den Leser vorwärts, möchte er doch wissen, wer sich hinter all dem versteckt. Gegen Ende hat man dann schon langsam eine Ahnung und wird vom Autor doch noch überrascht über die Lösung der Mordfälle.

Aber mit dem Ende war für mich auch noch eine Frage offen, die der Autor mir nicht einmal im persönlichen Gespräch beantworten konnte, was mich ein wenig befremdete.

Das vorliegende Buch ist der erste Teil um die Protagonistin Alice, weitere werden folgen und Alice wird in den kommenden Büchern auch dem Alter angepasst, da kann man gespannt sein, was folgen wird. Ich zumindest bin schon auf den 2. Teil gespannt, der für 2014 angekündigt wurde.
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am 29. Januar 2014
Spannend, hier ist mal ein Thriller, wo eine 11 Jährige hinter einem Mörder her ist, weil ihr niemand gehör schenkt, bis auf einem, und das ist der Mörder selbst....

Die 11 Jährige Alice lebt in Hintereck, ist ein kleines Dorf im Allgäu. Alice ist kein "normales" Kind, sie ist sehr intelligent, liest gerne Bücher über Kriminalsitik und sieht den verstorbenen Philosophen Wittgenstein, mit dem sie interessante Gespräche führt.
Vor Vier Jahren starb ihre Mutter, es war ein Unfall, das glauben alle, nur Alice ist davon überzeugt das es Mord gewesen ist.
Mit ihrer älteren Schwester versteht Alice sich nicht wirklich, auch ihr Vater kommt mit ihrem Denken und Reden nicht klar. Einzig ihr Großvater teilt ihre Meinung, und unterstützt sie in vielerlei Hinsicht.
Weihnachten finden Alice und Tom durch einen Zufall im Wald eine Mädchenleiche, ist sie einfach nur erfroren? Die Haltung in der die beiden das tote Mädchen vorfinden ist sehr merkwürdig, so erfriert niemand ohne Hilfe. Alice möchte den Mörder selber finden, da sie meint das dieser auch ihre Mutter und einige andere auf dem Gewissen hat, und spannt Tom kurzerhand mit ein. Niemand glaubt an Alice ihre Theorie, bis sie zum Zielobjekt des Mörders wird....

"Die Eistoten" ist eine spannende Geschichte, auch die philosophischen Teile fand ich interessant, die taten der Geschichte ganz gut.
Was ich weniger verstanden habe, warum der Vater sich da so gesperrt hat seine Tochter Gehör zu verschaffen, gut, Alice kam manchesmal ziemlich altklug und besserwisserisch daher, aber als Eltern hört man seinen Kindern doch zu... Einzig der Opa und Tom haben ihr zugehört.

Recht lustig ist, das Alice teilweise doch mehr über Polizeiarbeit weiß wie ihr Vater, der Polizist ist :)

Mit Spannung geht's gleich los, sie flacht dann leider auch gleich etwas ab, aber zum Ende hin kommt sie dann in voller Wucht wieder.

Der Autor lässt seinen Leser schön miträtseln wer der gesuchte Mörder ist, wir haben die die Qual der Wahl, auch was die Motive angeht, doch geht es ganz anders aus als erwartet.

Alice ist eine tolle Charaktere, interessant, sehr sympathisch, sie ist keine typische 11 Jährige, wie schon gesagt kommt sie öfter ziemlich altklug und besserwisserisch daher, interessiert sich für Philosophie und der Psyche von Serienmördern. Sie weiß genau was sie möchte, aber manchesmal nicht wirklich was sie tut. Sie sieht tote Philosophen mit denen sie sich Unterhält.
All die anderen Charaktere wurden sehr gut beschrieben, als Leser kann man sich ein genaues Bild von allen Darstellern machen.
Auch die Umgebungen wurden schön detailliert beschrieben.

Der Schreib- und Erzählstil ist klasse, die Geschichte lässt sich flüssig lesen. Spannung und Poesie in einem.

Ein tolles fesslendes Buch, ich würde gerne noch mehr von Alice lesen.
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am 8. Dezember 2013
Inhalt:
Alice ist 7 Jahre alt als ihre Mutter kurz vor Weihnachten stirbt. Jetzt ist sie 11 und immer noch überzeugt dass es Mord war und ihre Mutter keinen Unfall hatte. Doch ihr Vater hält sie für traumatisiert und glaubt ihr nicht. Da hilft ganz bestimmt auch nicht dass sie mit dem Philosophen Wittgenstein spricht. Das erzählt sie auch keinem. Doch er hilft ihr auch bei der Suche nach dem Mörder, als wieder ein Mädchen tot aufgefunden wird. Keiner will ihr glauben bis es fast zu spät ist…

Meine Meinung:
Die Eistoten ist eine vollkommen andere Art von Thriller. Interessant fand ich die Kurzbeschreibung auch weil es um eine Elfjährige geht die ermittelt.

Als ich anfing zu lesen war aber recht schnell klar, dass es eine ganz besondere Geschichte ist. Sie kommt nur sehr langsam in Gang, aber sie ist sehr liebevoll und wunderschön geschrieben. Das Buch hat Züge von einem Thriller auch wenn man das am Anfang nicht wirklich vermutet. Zunächst lernt man Alice kennen.

Alice ist ein altkluges Mädchen was sich unverstanden fühlt. Ihre Lieblingsbücher handeln von Serienmördern, einer ihrer Freunde ist Philosoph Wittgenstein. Da liegt es nahe das ihr Vater sie zum Psychologen schickt. Nur ihr Opa unterstützt sie in dem was sie tut und sieht mehr als das elfjährige Mädchen. Ich musste mir immer wieder in Erinnerung rufen dass sie ein Kind ist, denn von ihrer Art her würde ich einen sehr weisen Erwachsenen erwarten.
Das sieht auch Alice Vater in ihr ein kleines Mädchen. Er glaubt ihr nicht und viel schlimmer er hört ihr auch gar nicht zu. Er war mir schon alleine deswegen unsympathisch. Er wirkt überfordert und anstatt seiner Tochter zu zuhören übergeht er sie uns schickt sie zum Psychologen.
Dann ist da noch Alice Freund Tom. Er hilft ihr dem Mörder auf die Spur zu kommen und steht hinter ihr, auch wenn er es denke ich nicht so ernst nimmt wie Alice, sondern eher als Spiel sieht.
Alice Opa ist auch recht präsent. Er lässt sie gewähren kauft ihr Bücher über Serienmörder und hört ihr zu auch wenn er ihre Theorie nicht bestätigt merkt man als Leser das er ihr Glauben schenkt.
Alle Protagonisten sind mit viel Liebe und Tiefe beschrieben und man kann sich gut in sie hinein versetzen.

Der Schreibstil ist trotz der etwas gehobeneren Sprache flüssig und nicht gestelzt. Der Text enthält immer wieder philosophische Teile und auch die sind gut zu verstehen und stören nicht den Lesefluss.
Eine Spannung wird recht schnell aufgebaut. Sie ist nicht so knisternd wie ich das am liebsten mag, aber unterschwellig so dass man immer weiter lesen möchte. Am Ende konnte ich das Buch dann gar nicht mehr aus der Hand legen.

Zum Ende hin gab es viele mögliche Täter, viele Motive die ausschlaggebend hätten sein können und doch war die Auflösung sehr überraschend und ganz anders als erwartet.
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