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Kundenrezensionen

4,1 von 5 Sternen
34
4,1 von 5 Sternen
Format: Taschenbuch|Ändern
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am 11. November 2012
1929, mitten in Berlin wird ein Jutesack mit grausigem Inhalt gefunden. Makaber arangierte Kinderknochen geben Kriminalsekretär Willi Kraus ein Rätsel auf, das zu lösen seinen Ehrgeiz weckt. Als Jude hat er jedoch einen schweren Stand in der Berliner Kripo. Sein Vorgesetzter und die Kollegen übergehen ihn und der spektakuläre Fall wird an einen Kollegen übertragen. Kraus soll nun in einem weniger brisanten Fall ermitteln, stößt aber im Laufe seiner Nachforschungen immer wieder auf mögliche Zusammenhänge mit den Kindermorden. Als seine Beobachtungen weiterhin keine Beachtung finden und sich ein Abgrund aus Vertuschung und Lügen auftut, folgt Kraus den Spuren auf eigene Faust. Währenddessen verschwinden immer mehr Jungen auf mysteriöse Weise.

Meine Meinung: Ein toller, spannender Krimi, ja fast schon ein Thriller, in dem keine Sekunde Langeweile aufkommt. Paul Grossmann versteht es ausgezeichnet die Stimmung im damaligen Berlin darzustellen. Der Übergang von den wilden 20iger Jahren zu den Anfängen des Nationalsozialismus bekommen Willi Kraus und auch seine Familie deutlich zu spüren. Der historische Hintergrund fliest unaufdringlich in die Handlung ein und der Leser fühlt sich regelrecht in das alte Berlin hineinversetzt.
Auch die Krimihandlung ist extrem spannend. Der Autor zeigt die schwierige Ermittlungsarbeit, in der jedes Indiz, jedes Detail wie ein Puzzle von Kraus zu einer stimmigen, schockierenden Erkenntnis zusammengesetzt wird.
Doch nicht nur trockene Ermittlungen prägen das Buch, sondern es gibt auch rasante Verfolgungsjagden, Zweikämpfe etc., die viel Tempo in die Geschichte bringen.
Ich habe das Buch innerhalb von 2 Tagen verschlungen und kann es jedem Krimi und auch Thrillerfan nur empfehlen. Den ersten Band der Serie kenne ich bisher noch nicht, doch ich hatte keinerlei Schwierigkeiten in die Handlung des Buches hineinzufinden.
11 Kommentar| 14 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 9. November 2016
Manchmal frage ich mich warum man grauenvolle und schreckliche Dinge immer noch toppen muss, durch noch grauenvolleres und noch schrecklicheres.
Dieses als Kriminalroman betitelte Buch hat so viele Elemente von Horror, dass mich die Genrezuordnung wirklich überraschte.

Vielleicht waren es aber auch die Assoziationen die bei mir Personen, Begebenheiten und Beschreibungen hervorriefen, dass mir diese fiktive Geschichte doch hier und da automatisch Bilder im Kopf erschienen ließ, die sich einige Jahre später (als diese Geschichte spielt) doch so oder so ähnlich zugetragen hat.

Als bestes Beispiel dafür fand die Szenerie am Centralviehschlachthof.
Der einrollende Zug mit seinen Waggons, mehrere Stunden unterwegs, quitschende Bremsen, aufgestossenen Türen.
„….während sie von Männern mit Stöcken weitergetrieben wurden. Dann wurden sie durch Pferche einzeln über die Rampe getrieben, wo sie von anderen Männern…bereits erwartet wurden. Die wenigen, die es nicht schafften, wurden sofort eine Rampe hinab zur Entsorgung getrieben.“ (Buch Seite 82)
Vielleicht wollte der Autor aber auch genau das erreichen – dass die LeserInnen sich erinnern.
Das ist ihm bei mir jedenfalls gelungen.
Generell haben sich bei mir beim lesen die Nackenhaare aufgestellt und Entsetzen hervorgerufen, denn der Kriminalfall hat es wirklich in sich und ich rate empfindliche Gemüter von diesem Buch ab.
Blut, viel Blut sogar, Fleisch in allen Qualitäten und Zuständen. Die Schilderungen im und um das Schlachthaus waren schon eklig.
Da wurde alles verarbeitet was in die Wurst gehört oder kommt und noch ein bisschen mehr!
Für einen Krimi war mir das alles too much.
In einen Thriller hätte es gepasst.
Verschwundene Kinder, gefundene Knochen, ein jüdischer Ermittler der die Vorurteile und Anfeindungen von allen Seiten zu spüren bekommt. Nachbarn die einst gut befreundet waren wenden sich ab, Kollegen schmähen und beleidigen, Männer in braunen Hemden und einem markantem Abzeichen kommen immer öfter vor und je weiter die Geschichte in der Zeit voranschreitet um so mehr wird die Stimmung dieser Jahre wiedergegeben. Auch das ist dem Autor sehr gut gelungen. Der Hauptprotagonist Willi Kraus ist in seinem Leben und seinem Charakter außerordentlich gut dargestellt. Ein Familienmensch, selbst Vater von zwei Kindern kann nicht von diesem Fall lassen, obwohl er gar nicht ermitteln darf. Er ist hartnäckig, intelligent und einfühlsam. Seine Suche nach dem Täter, der Kinder verschleppt, offenbart eine absolut unvorstellbare Geschichte.
„…entführt, verarbeitet, verkauft…“ Ja, genauso in dieser Reihenfolge! Bis dahin hätte ich es ja noch als lesenwert empfunden und mindestens 4 Sterne aufgrund des authentischen Settings vergeben. Berlin im Jahre 1929, alles geht irgendwie den Bach runter in dieser pulsierenden Stadt.
Der Schreibstil ist unkompliziert, schweift manchmal etwas zu sehr in Details ab, hat aber einen deutlichen Wiedererkennungswert.Aber dann wurde mir „KINDERSUCHER“ von Autor Paul Grossman doch zu umfangreich.
Die Gräuel die diese Entführungsfälle ausmachten, den Hintergrund zu Täter und Taten hatten gerade noch Sinn und Authentizität.
Doch dann wurde alles ergänzt durch noch mehr Gräuel, auf den letzten 100 Seiten, worauf ich gerne verzichtet hätte. Hier hatte ich den Eindruck dass es nur noch um eine Steigerung der Perversionen ging, obwohl gar keine nötig war.
Alles nahm auf einmal ein irres Tempo an, die kleinen Details zu dieser Stadt und den Menschen, blieben aus. Schnell noch ein paar Erklärungen als Epilog – und fertig.
Schade, eine Geschichte in die ich anfänglich abtauchen konnte, historisch wirklich gut recherchiert, wurde zu einem Wirrwarr an Tätern und die Opfer blieben dabei auf der Strecke.
Ich vergebe 3 von 5 Sternen. c) K.B.
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am 8. März 2017
Eine Zeit die bedrückend realistisch beschrieben wird. Politisch eine sehr schlechte Zeit, aber der Kriminalsekretär arbeitet mit Ideen und Freude
an dem grauenhaften Fall.
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am 3. April 2017
Willi Kraus ist Kriminalbeamter im Berlin der Weimarer Republik - eigentlich sogar einer der besten, doch als Jude muss er mit dem verbreiteten Antisemitismus und den daraus folgenden Nachteilen in seinem beruflichen Alltag leben. Als ein Sack mit Kinderknochen gefunden wird, ist er den Fall daher schneller wieder los, als es ihm lieb ist. Stattdessen soll er sich um verdorbene Wurstwaren kümmern, die den Speiseplan der Berliner einschränken. Doch Kraus kann von dem Fall der offensichtlich ermordeten Kinder nicht lassen und forscht heimlich weiter. Er entdeckt, dass sich hinter dem Fund ungeahnte Ausmaße verbergen: Seit Jahren verschwinden Straßenkinder spurlos. Es gehen Gerüchte um eine selbstsame Frau um, die immer ganz in Weiß gekleidet ist und als "die Hirtin" bezeichnet wird. Äußere Umstände zwingen Kraus' Vorgesetzte schließlich, ihm den Fall doch wieder zu übertragen. Seine Ermittlungen führen ihn schließlich auf die Spur einer Gruppe von zutiefst psychisch gestörten Tätern und eines skrupellosen Wissenschaftlers...

Ich entwickele in der letzten Zeit ein grundlegendes Interesse für historische Krimis, die in der Zeit vor und während des ersten Weltkriegs bzw. der Weimarer Republik spielen. Das vorliegende Buch ist in den Jahren 1929 und 1930 angesiedelt, es beginnt mit dem Börsencrash in New York, der die große Weltwirtschaftskrise ausgelöst hat. Der Autor verwendet neben dem eigentlichen Kriminalfall daher auch viel Zeit darauf, die gesellschaftlichen Veränderungen zu beschreiben. Die Hauptfigur Willi Kraus erlebt diese in doppelter Schärfe: nicht nur als deutscher Bürger, sondern durch seine Religionszugehörigkeit immer auch verschärft als Zielscheibe zunehmender Ablehnung und Feindseeligkeit. (Das geht sogar soweit, dass sich befreundete Nachbarn plötzlich völlig abwenden, um den neuen Zeitgeist und der aufkommenden politischen Macht zu entsprechen.) Über die historische Akkuratheit der Geschichte kann ich nicht urteilen, mir sind keine großen Unreimtheiten aufgefallen, was aber nicht heißen muss, dass es diese nicht doch gibt. Für mich war es ein sehr spannendes und unterhaltsames Lesevergnügen, der Autor erzählt stellenweise rasant, immer fesselnd und baut einen logisch durchdachten Kriminalfall auf. Mir ist es häufig abends schwer gefallen, das Buch aus der Hand zu legen und nicht doch noch eben ein weiteres Kapitel zu lesen, um zu erfahren, wie es weitergeht. Ich bin sehr gespannt auf die beiden weiteren Bücher aus der Reihe.
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am 8. November 2012
Die anfängliche Befürchtung, als deutscher Leser ein latent schlechtes Gewissen beim Lesen mit sich herum zu tragen, weil es abermals die mißliche Lage der Juden vor und zu Beginn des sog. 3. Reiches betont, hat sich glücklicherwiese als falsch erwiesen.

Stattdessen macht sich der Autor dieses im Geschichtsunterricht und durch zahlreiche Veranstaltungen propagierte Wissen offenbar zunutze, um die spezielle Situation, in der sich der Protagonist befindet, ohne große Erklärung darzustellen und - darauf aufbauend - weitere Aspekte dieser Zeit aus einer ganz anderen Sicht als der allgemein bekannten darzustellen.

Besonders freut es mich, dass der Autor eine Beschreibung der nichtjüdischen Umwelt des Kommissars nicht zur Nebensache werden lässt - und dies auf eine Art und Weise, die das Buch nicht nur an Spannung gewinnen lässt, sondern auch dem Anspruch gerecht wird, geschichtlich über den Tellerrand des Hauptthemas dieser Zeit blicken zu können.

Kurz: der jüdische Hintergrund des Kommissars wird nicht überbetont, sondern spielt einfach in die Gesamtdarstellung der Zeit rein.
Die Geschichte wäre auch mit einem anderen Charakter enorm fesselnd, wird so aber gelungen abgerundet.
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am 15. September 2014
Die mich interessierende Handlung (Kriminalfall) tritt hinter die Beschreibung des Zeitgeistes deutlich zurück. Ich würde diesen Roman nicht unter dem Begriff "Kriminalroman" anbieten.
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am 14. Oktober 2014
Spannend ist Kindersucher schon. Allerdings auch fast schon ein Horrorroman, man fühlt sich an KZ -Arzt Mengele erinnert und mehrere Punkte des Romans sind doch etwas klischeehaft und unstimmig. Sowohl das geschichtliche Umfeld wirkt sehr grob recherchiert als auch die Geschichte selbst hat Sprünge, die nicht ganz logisch erscheinen. Kurz: im Vergleich mit Volker Kutschers Büchern über Gereon Rath kann Grossmans Werk nicht ansatzweise mithalten.
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am 23. Januar 2014
Ich habe mir das Buch gekauft, nachdem ich zuvor die Bücher von Volker Kutscher und Cay Rademacher gelesen hatte, die kurz vor, bzw. kurz nach der Zeit des Nationalsozialismus spielen.
Die Geschichte ist nach einer etwas langatmigen Einleitung sehr spannend geschrieben und hat stellenweise etwas von einem Thriller. Das Buch möchte unbedingt zu Ende gelesen sein. Leider finde ich die Personen etwas schwach gezeichnet und die Geschichte ist teilweise unrund geschrieben. Der Fortgang der Story ist manchmal z.B plötzlich eine Rückblende, ein stilistisches Mittel, dessen Sinn sich mir nicht erschlossen hat. Der Fortgang des Verhältnisses zu den Nachbarn ist bereits anfangs bei Schilderung der guten Beziehung angesichts der jüdischen Abstammung des Kriminalbeamten vorhersehbar, leider geht das Thema dann nicht mehr in die Tiefe und bleibt plakativ. Nicht nachvollziehbar ist für mich weiter, weshalb die Situation des jüdischen Kriminalbeamten im Polizeipräsidium zu Beginn des Buches umfänglich beschrieben wurde, zumindest aber in der zweiten Hälfte des Buches die Dienststelle dann kaum noch vorkommt. Nur weil dann plötzlich eine Polizeiaktion ansteht hat man den Eindruck, dass der Ermittler tatsächlich noch im Polizeipräsidium arbeitet.

Ach wenn die kritischen Punkte in meiner Bewertung überwiegen, gebe ich letztlich wegen der spannenden Handlung vier Punkte. Ich habe mir auch den "Schlafwandler" gekauft und werde ihn ebenfalls lesen.
Wer sich allerdings für historische Kriminalromane in dieser Zeit interessiert, dem würde ich eher die Reihen von Kutscher und Rademacher empfehlen, die in sich stimmiger wirken.
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am 17. Juni 2013
Berlin in den 20er Jahren, von der Wirtschaftskrise, entstehender Arbeitslosigkeit, der Mode der 20er Jahre bis hin zum Aufstieg der Nationalsozialisten.
Kraus, ein jüdischer Kriminalermittler hat es nicht leicht in Berlin. Seine Kollegen schneiden ihn und lassen keine Gelegenheit aus um sich über ihn lustig zu machen. Kraus lässt sich davon nicht unterkriegen und beschwert sich nicht, auch wenn er durch einen fehlenden Partner oftmals in Schwierigkeiten kommt.
Erst als er einen Jutesack mit arrangierten Kinderknochen entdeckt und sein Vorgesetzter ihn von diesem Fall abzieht, widersetzt sich Kraus und ermittelt auf eigene Faust.
Doch was hat die vergiftete Wurst, die Menschenleben fordert nur mit den Kinderknochen zu tun? Kraus ermittelt und stößt auf ein grausames Geheimnis. Der "Kinderfresser" treibt sein Unwesen muss dringend aufgehalten werden.

Eine Geschichte, die unter die Haut geht. Erschreckend und detailreich wird die Zeit der 20er Jahre mit all ihren Fassetten dargestellt. Genau recherchiert und mit einem angenehmen Schreibstil lässt sich das Buch gut lesen und erzeugt mehr als nur ein Mal ein mulmiges Gefühl. Nichts für schwache Nerven.
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am 18. Januar 2014
Ein Sack mit Knochen wird an Land gespült. Wie sich herausstellt sind es menschliche Knochen, von Kindern um genau zu sein. Willi Kraus ist der ermittelnde Polizist in diesem Fall - als Jude im Berlin der frühen 30er Jahre kein einfaches Unterfangen.

Paul Grossman serviert einen deftigen Roman mit Passagen, die einigen wahrscheinlich zu weit gehen würden. Nicht ganz Krimi überzeugt Kindersucher als historisch angehauchter Thriller. Vom Stil her deftig, die Story spannend. Auch wenn sie öfter mal unterbrochen wird von Schilderungen aus dem schwierigen Leben eines jüdischen Beamten zur Zeit der Machtergreifung durch die Nazis kommt nicht eine Sekunde Langeweile auf. Die Story ist logisch, durchdacht. Nur wenige Schwächen auf Kosten der Grausamkeit und Brutalität leistet sich Grossman, ansonsten ist alles stimmig. Lediglich das Ende ist ein wenig oversized. Insgesamt ist "Kindersucher" ein lesenswertes, kurzweiliges Buch das sich nur wenige Schwächen leistet. Lesespass ohne großen Anspruch - so will die Masse unterhalten werden, so macht es Spass.
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