CM CM Hier klicken Jetzt informieren Xmas Shop 2017 Cloud Drive Photos UHD TVs Mehr dazu Mehr dazu Mehr dazu Shop Kindle AmazonMusic BundesligaLive wint17



am 11. April 2012
Hong Ying erzählt von tragischen Schicksalen und starken Frauen im China der Gegenwart. Mit ihrem neuesten Roman geht sie nun noch weiter in der Geschichte Chinas zurück und erzählt das Leben einer selbstbewussten Opernsängerin, die in den 20er Jahren zur mächtigsten Frau Shanghais wurde.

Angeblich beruht die Geschichte der Opernsängerin Cassia auf wahren Begebenheiten. Trotzdem wirkt alles ein wenig zusammengebastelt: Ein Waisenmädchen, das noch nicht mal besonders schön ist, wird von ihren grausamen Verwandten an eine Bordellbesitzerin verkauft. Der Boss der Shanghaier Triaden verliebt sich in sie und macht sie zu seiner Geliebten. Es kommt zu einigen Rückschlägen, aber schließlich kann sich Cassia ihren Platz in der Gesellschaft erkämpfen.

All das wird nicht gerade spannend erzählt. Es fehlt an der atemlosen, angespannten Atmosphäre, die Hong Ying sonst in ihren Büchern schafft. Auch von "freizügiger Erotik", wie der Klappentext wirbt, ist im Buch kaum die Spur. Dies ist aber auch zugleich ein Pluspunkt: Hong Ying stellt Cassia als starke, anziehende und erotische Frau dar, ohne das Buch zu einem Groschenroman voll lüsterner Szenen verkommen zu lassen.

Aber irgendetwas fehlt. Die wirklich spannenden Szenen werden nicht weiter ausgebaut, sondern allenfalls angedeutet. Die Geburt von Cassias Tochter wird fast ausgespart. War das Buch anfangs nur auf Cassia fokussiert, verschwindet sie, als sie entführt wird, völlig aus der Erzählung.

Gegen Ende des Buches schaltet sich außerdem mehr und mehr eine fremde Erzählerin ein, die sich zu Beginn nur ganz selten äußert. Inwiefern diese Erzählerin, die schließlich von ihrer Motivation spricht, warum sie Cassias Geschichte erzählt hat, mit der Autorin übereinstimmt, ist mir bis zuletzt nicht klar geworden.

Wer eine glimmernde, erotische, exotische Geschichte erwartet, wird enttäuscht. Es gibt kein richtiges Ende und auch innerhalb der Geschichte keine kleinen Happy Ends. Für einen Roman zieht sich diese Erzählung zu seicht dahin. Sie lässt sich ansiedeln irgendwo zwischen Unterhaltungsliteratur und Biografie - und hat damit einen schweren Standpunkt, ein bestimmtes Lesepublikum wirklich zu erreichen.
0Kommentar| 2 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 6. November 2009
Frauen werden in China noch als Menschen zweiter Klasse behandelt. Der chinesischen Autorin Hong Ying, die mit Die chinesische Geliebte wochenlang ganz oben auf der Spiegel-Bestsellerliste stand, ist es ein Anliegen, das Leben von Randgruppen zu beleuchten, die im heutigen China um Öffentlichkeit und Anerkennung kämpfen. Ihr Interesse als Autorin gilt historischen Personen und den Nöten der Menschen. Mit diesem Ansinnen machte sich die 1962 geborene Hong Ying daran, die Biographie der Shanghai-Opern-Darstellerin Xiao Yuegui nachzuerzählen. Gleich zu Beginn ihres Buches weist die Autorin darauf hin, dass alle Charaktere und Ereignisse auf realen Vorbildern beruhen. Sie fand deswegen lange keinen Verlag, der dieses Buch veröffentlichen wollte.

Im Roman heißt die Hauptperson Cassia. Als junges Mädchen vom Land wird sie im Frühjahr 1907 an ein Bordell in die Metropole Shanghai verkauft, taugt aber wegen ihrer großen Füße nur als Dienstmädchen. (Anm.: die "gebundenen Füße" bzw. "Lotusfüße" von chinesischen Frauen waren bis zum kommunistischen Regime Maos ein chinesisches Schönheitsideal und entsprachen etwa der Schuhgröße 17). Es wird der Werdegang Cassias beschrieben, wie sie von der Dienstmagd und späteren Kurtisane des Hong-Großmeisters Chang Lixiong sich zu einer der mächtigsten Frauen Shanghais entwickelt. Die Autorin beschreibt den Werdegang bis zum Jahre 1927. In den 20er Jahren war Shanghai eine der aufstrebensten Metropolen Asiens, die westlichen Einflüssen schon immer stark unterworfen war. Mit dem Vertrag von Nanking nach dem Ersten Opiumkrieg erzwang Großbritannien 1842 die Öffnung Shanghais für den Handel mit den europäischen Nationen.

Der Roman handelt von Prostitution, Verschwörungen, Geheimgesellschaften und Mord, weshalb sich auch lange kein Verlag fand, das Buch zu veröffentlichen. Die Autorin vermittelt jedoch glaubhaft, dass diese Dinge damals tatsächlich so existierten und dass die Shanghaier Unterwelt von gegeneinander agierenden Geheimbünden regiert wurde. Es bekämpfen sich Quing-Bund und Hong-Bund bzw. Revolutionsliga. Chang Lixiong wird bei einem feigen Hinterhalt getötet und es kommt ein neuer Mann an die Macht: Huang Peiyu, der nicht nur den Posten Changs antritt, sondern sich auch dessen Geliebte Cassia nimmt. Cassia kann sich als Darstellerin in der Shanghai-Oper einen immer größeren Bekanntheits- und Beliebtsheitsgrad erarbeiten.

In "Die Konkubine von Shanghai" sind einige erotische Szenen enthalten, die ich sehr, sehr schön finde. Hong Ying versteht es, die Sexualität von Cassia auf natürliche Art zu schildern. Diese Szenen haben nichts Pornographisches an sich. Auch werden die Unterschiede in der Sexualität zu den verschiedenen Männern deutlich: zum wesentlich älteren Chang Lixiong, mit dem Cassia eine wunderbare Sexualität erlebt und mit Huang Peiyu, der sich wenig um die Bedürfnisse einer Frau schert.

Dieses Buch hat mir gut gefallen und es ließ sich recht schnell lesen. Hong Ying kann auf jeden Fall schreiben und sich gut ausdrücken. Dennoch gebe ich nur vier Punkte, weil mich die (fiktive) Handlung stellenweise doch an einen Groschenroman erinnert hat, besonders zum Ende hin, aber mehr will ich hier nicht verraten, um die Spannung nicht vorweg zu nehmen.

Für Cassia ist Sex keine Dienstleistung, sondern ein Weg, zu Macht zu gelangen. Sie ist eine sehr schöne Frau, der Männer kaum widerstehen können. In ihrer dominanten Art zerfrisst Einsamkeit aber zuletzt ihr Herz.
0Kommentar| 5 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 28. August 2016
... in den Stil dieser Geschichte, ihre Leichtigkeit, das Schweben der Story und die Tragik. Manchmal dachte ich mir, es ist ganz anders als alles, was ich kenne, der Schreibstil selbst wirkt stellenweise holprig. Das ist vermutlich der Übersetzung aus dem Chinesischen geschuldet, das für stilistische Schönheit ganz andere Kriterien hat. Beim ersten Lesen erschien mir das Buch holprig und ich war verwirrt von dem, was die Erzählerin über sich und die Figur der Geschichte erzählte. Die fiktive Biografin, das lyrische Ich, das aus der Gegenwart versucht, die Geschichte über das Gangstermilieu der Zwanziger zu schreiben, tritt mehr und mehr in den Vordergrund, verfällt dem Zauber ihrer Figur und wehrt sich dagegen. Das verwandelt die Geschichte, die vordergründig eine spannende Story aus dem Gangstermilieu über den Aufstieg einer starken, intelligenten und charismatischen zu sein scheint, in etwas, was ich zeitlos-literarisch nennen würde. Die Erzählerin entblößt sich, dem Zauber der skandalösen Halbwelt zu erliegen, kämpft dagegen an und nimmt dieser Welt damit genau den Zauber, den auf oberflächliche Effekthascherei zielende Gangsterromane haben würden.

Stattdessen fühlt man beim Lesen auf einmal ein schwer greifbares Band zwischen der Figur Cassia, die mit den Illusionen der Menschen spielt, die alles an äußerem Erfolg hat, was man sich wünschen kann, und doch im Herzen unendlich einsam und tragisch unglücklich bleibt, zwischen der Erzählerin, die ihrem Charme und ihrer Tragik erliegt, und mir als Leserin, die sich unwillkürlich als voyeuristische Dritte in diesem Spiel erkennt und trotzdem nicht aufhören kann, zu lesen.

Literarisch finde ich es das gelungenste Werk von Hong Ying. Es schwirrt und hallt lange nach.
0Kommentar|War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 14. August 2016
Die Konkubine von Shanghai, von Hong Ying

Cover:
Eine schöne Frau in demütiger Haltung, hinter deren Stirn es vermutlich aber auf Hochtouren arbeitet.

Inhalt:
Shanghai zu Beginn des 20. Jahrhunderts.
Cassia steigt vom der armen Bauernwaise zur Königin der Stadt auf.
Viel Erotik, ein klarer Kopf und schnelle Entscheidungen sind neben der entsprechenden Prise Glück, Voraussetzungen um diesen Werdegang hinlegen zu können.

Mein Meinung:
Voranstellen möchte ich: Ich habe das Buch geschenkt bekommen.
Also der Einstig ist mir alle andere als leicht gefallen. Sehr erschwert haben mir dies die chinesischen Namen (Lao Wu, Yu Qiyang, Xiu Feng), die für mich alle keinen Erkennungswert hatten und ich sehr lange brauchte um die Personen zuzuordnen und ihnen einigermaßen ein Gesicht und einen Charakter zu geben.
Auch die politischen und gesellschaftlichen Formen, Rang und Ordnung, sowie Geheimbünde, wer mit wem und wer gegen wen, waren für mich bis zum Ende nicht zu durchschauen.
So hab ich mich rein auf die Handlungen von Cassia konzentriert, die auf jedenfall sehr klug, umsichtig und zielgerichtet agiert. Ihr Handeln ist fast immer von ihrem Verstand geprägt, heute würden wir wohl sagen: sie schläft sich hoch! Doch am Ende steht Cassia auf dem Gipfel, sie hat Geld, acht, Talent und Schönheit. Aber sie ist allein und hat keinen der sie liebt oder den sie lieben kann.

Was mich auch sehr verwirrt hat, sind immer wieder die Einschübe der Autorin, die die „Echtheit“ der Geschichte beteuern, und immer wieder bestätigen, es sei eine Biographie.
Dann im Anhang des Buches gibt es ein Interview von der Autorin in dem sie wiederum sagt: alle Figuren sind fiktiv!! --Was jetzt nun??

Autorin:
Hong Ying, 1962 in Sichuan geboren, wuchs in den Slums von Chongqing am Rande des Jangste in China auf. Mit 18 verließ sie ihren Heimatort und ging nach Peking. 1989 wanderte sie nach England aus und kehrte 2000 wieder nach China zurück.

Mein Fazit:
Der Einstig fiel mir sehr schwer, bis zur Mitte des Buches war ich immer wieder in Versuchung das Buch abzubrechen. Doch durch die Andersartigkeit, siegte meine Neugier und ich hab bis zum Ende durchgehalten.
Ich denke bei diesem Buch hab ich nur einen Bruchteil von dem Verstanden was es aussagen soll.
Für mich war es einfach verwirrend, widersprüchlich und eine ganz andere Welt.
Für mich ist es einfach eine Lebensgeschichte, interessant für zwischendurch, aber es wird nicht weiter in mir nachhallen.
Von mir 3 Sterne.
0Kommentar|War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 6. November 2013
Seit dem Tod ihrer Eltern lebt Cassia bei ihrer Tante und ihrem Onkel. Doch die beiden fühlen sich durch sie derart belastet, dass sie sie im Jahr 1907 an die Bordellbesitzerin Madame Emerald verkaufen, die die Jugendliche mit nach Shanghai nimmt. Da Cassia weder gebundene Füße hat, noch sonst dem Schönheitsideal entspricht, kann sie nur als Dienstmädchen für die "schönste Konkubine" Shanghais arbeiten. In dieser Funktion begegnet sie dem wesentlich älteren Chang Lixiong, der der oberste Meister des Hong-Geheimbundes ist. Schon bald verbindet die beiden eine leidenschaftliche Liebe, die jedoch nicht lange hält. Denn bevor Chang die 16jährige heiraten kann, wird er ermordet. Dies stürzt Cassia in tiefes Unglück und eine sehr prekäre Lebenssituation. Kurz vor dem Verhungern muss sie sich entscheiden, ob sie so weitermachen kann oder doch ihr Glück versucht, mit weiblichen Reizen wieder zu Macht innerhalb des Hong-Bundes zu kommen. Doch auch die Mitgliedschaft im Hong-Bund ist für eine starke Frau nicht ungefährlich, denn diese Leute sind Gangster, arbeiten im Untergrund, bestimmen den Drogenhandel, den Menschenhandel, das Glücksspiel und die Prostitution. Und sie schrecken auch vor Mord nicht zurück.

Ganz ehrlich, meine Auswahl dieses Buches im Buchladen wurde dadurch bestimmt, dass mich das Buch optisch fasziniert hat und zudem diesen kleinen Sticker " Frankfurter Buchmesse: Ehrengast China" trug. Ich liebe es, jedes Jahr im Herbst kurz vor der Messe im Buchladen am Tisch mit dem Empfehlungen zum Gastland zu stöbern. Zudem ist es selten, dass ein Buch eine solch kräftiges Lila trägt. Leider passt das Cover dann nicht ganz zum Inhalt, da es sich eher um einen historischen Roman vom Anfang des 20. Jahrhunderts im okkupierten China handelt.
Die Geschichte konnte mich aber absolut fesseln: Cassia ist eine starke Frau, wie es in China unüblich ist. Zudem gilt sie nicht gerade als Schönheit, kann jedoch ihre Weiblichkeit nutzen, um sich Macht über Männer zu verschaffen. Und genau dadurch gerät sie auch immer wieder in das Visier des Hong-Bundes. Cassia genießt Macht und zieht sie einem friedlichen, aber einfachen Leben vor. Nur ihre Berühmtheit als traditionelle Opernsängerin erspart ihr einiges an Leid, doch nicht genug:
"Ein einziger Blick auf ihre Handflächen verriet mir, dass sie allen Menschen Unglück bringen würde. Ihr Unstern würde den Stern des Glücks fernhalten."

Besonders fasziniert hat mich der Schreibstil der Autorin, denn er ist sehr authentisch und kann dadurch auch Normen und Werte vermitteln, ohne, dass sie explizit für "Ausländer" erklärt werden. So fallen dem Leser oft Reaktionen auf, die nur auf einen Tabu-Bruch hin erfolgen können. Auch andere Dinge werden kaum explizit gemacht: so war mir lange nicht klar, dass der Hong-Bund kriminell ist und auch Morde begeht, da diese dezent umschifft wurden. Auch die angepriesenen erotischen Szenen halten sich im Rahmen, werden oft nur angedeutet und der Fantasie überlassen. Andere hingegen sind eher explizit, allerdings kaum grenzüberschreitend.
Besonders fasziniert hat mich auch, dass es sich um echte Persönlichkeiten handelt und die Autorin auch noch vor Beginn des Buches ankündigt, auf eventuelle Klagen vorbereitet zu sein. Denn in China können noch die folgenden Generationen wegen Rufmord eines Toten Klage einreichen. Zudem wurde gegen die Autorin in China ein Schreibverbot verhängt, da einer ihrer früheren Romane als zu erotisch befunden wurde. All dies steigerte meine Neugier.
Und ich habe sie nicht bereut. Denn die Geschichte um Cassia ist faszinierend und der Ausflug in den chinesischen Schreib- und Sprachstil war ein pures Abenteuer. Dieses Buch findet auf jeden Fall einen Platz in meinem Schrank und vielleicht finde ich beim zweiten Mal lesen noch mehr versteckte und subtile Ereignisse.
0Kommentar|War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 11. November 2013
Fruehere Buecher der Authorin fand ich wesentlich besser. Diese Geschichte ist klischeehaft und irgendwie auch langweilig. Die Geschichte plaetschert ohne wirkliche Hoehepunkte dahin. Ich habe das Buch nach etwa 150 Seiten weggelegt.
0Kommentar|War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 19. November 2009
Spätestens seit dem Jahr 2004, in dem ihr Roman Die chinesische Geliebte" erschien, zählt Hong Ying auch hierzulande zu den bekannteren chinesischen Autoren. Die zwischenzeitlich in England lebende Autorin, die mittlerweile wieder nach China zurückgekehrt ist, schreibt in ihrem Roman Die Konkubine von Shanghai" über eine Frau, die zu einem der mächtigsten Menschen in der Unterwelt Shanghais aufsteigt. Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts herrschen in Shanghai die Geheimbünde oder Triaden und leiten die Geschicke der Stadt. Die Gegensätze von Ost und West treffen hier aufeinander und bilden den Boden, auf dem Cassias Erfolg, die so gar nicht dem traditionellen chinesischen Schönheitsideal entspricht, sondern eher dem westlichen, gedeiht. Dass sich der neue Hong-Meister für Cassia interessiert, ist gleichermaßen Glück wie Unglück, denn er konzentriert zwar viel Macht in seiner Person, verbreitet aber auch Angst und Schrecken, denn Huang Peiyu ist nicht gerade zimperlich, wenn es darum geht, jemanden ermorden zu lassen. So muss Cassia ihre Zuneigung zu Yu Qiyang beispielsweise verstecken.

Die Erzählperspektive der Geschichte ist ein wenig verwunderlich, da zu Beginn sowie hin und wieder im Verlauf der Geschichte eine Ich-Erzählerin auftaucht, die man nicht richtig ein- und zuordnen kann. Diese Ich-Erzählerin stellt sich schließlich als Chronistin von Cassias Aufstieg heraus. Dabei erzählt sie nicht konsequent aus Cassias Perspektive, sondern schildert die Ereignisse aus einer eher auktorialen Sicht, was manchmal zu Verwirrung führen kann. Zudem wird erst am Ende wirklich klar, dass es sich bei der Chronistin um die Autorin selbst handelt. In einem Nachwort schreibt sie von ihren Treffen mit dem chinesischen Dramatiker Liu Ji, der ihr von Xiao Yuegui, dem Vorbild für Cassia, erzählt, die die Autorin schließlich ebenfalls trifft.

Die Geschichte selbst ist gut und flüssig zu lesen. Der Leser erfährt einiges über das Shanghai des zwanzigsten Jahrhunderts, die Triaden, die Oper, das Frauenbild und die Bordelle. Hin und wieder wirkt die Geschichte durch den Schreibstil aber doch ein wenig seicht. Nichtsdestotrotz erfährt man hier auf unterhaltsame Weise etwas über einen Teil der chinesischen Geschichte.
0Kommentar| 4 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 14. Juli 2010
Wer die "Geisha" kennt, wird auch dieses Buch lieben! Anders, aber genauso dicht. Und trotz der, für die meisten von uns, fremden Kultur fällt es nicht schwer, die Gedanken und vorallem Gefühle der Hauptperson nach zu vollziehen.
Das Buch fesselt unterhaltsam, lässt einen angenehm ins Grübeln kommen - und macht traurig, wenn man es aus der Hand legen muss.
0Kommentar|War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden