Sale Sale Hier klicken Jetzt informieren Book Spring Store 2017 Cloud Drive Photos UHD TVs Learn More HI_PROJECT Mehr dazu Mehr dazu Shop Kindle AmazonMusicAlexa BundesligaLive wint17

Jesus von Texas: Roman
Format: Taschenbuch|Ändern
Preis:8,95 €+ Kostenfreie Lieferung mit Amazon Prime


am 8. Oktober 2007
Vernon Little aus Martirio/Texas wäre eigentlich ein ganz normaler 15jähriger Teenager. Wenn er nicht der einzige Freund von Jesus wäre - der ein Massaker in der Schule veranstaltet hat. Vernon hat mit der Sache nichts zu tun, aber die Umstände sind gegen ihn: tote Zeugen, inkompetente Polizisten, die Öffentlichkeit, die einen Schuldigen braucht, der neue Freund der Mutter, der die Geschichte verkaufen will und ein Psychiater, der versucht die Situation des Jungen auszunutzen, um seine sexuellen Perversionen auszuleben. Vernon landet im Knast und kommt nur auf Kaution frei. Irgendwann sieht er keinen anderen Ausweg als nach Mexiko zu fliehen.

"Jesus von Texas" hält der amerikanischen Gesellschaft unbarmherzig den Spiegel vor. Schonungslos deckt DBC Pierre ihre Verlogenheit zwischen der Verteufelung kleiner privater Sünden und der gesellschaftlichen Tolerierung großer Vergehen auf. Das Ganze mit einen Teenager und einem Schulmassaker zu verdeutlichen, schafft eine Geschichte mit hoher Brisanz.

Pierre schreibt aus Sicht des Ich-Erzählers Vernon und es gelingt ihm überraschend gut, die Psychologie eines 15jährigen einzufangen. Dass das Vokabular ein wenig zu vielfältig und anspruchsvoll für einen Teenager ist, tut dem ganzen keinen großen Abbruch. Die Sprache ist nicht wirklich gut, entspricht aber in ihrer narrativen und ungefilterten Form dem Gedankenfluss eines 15jährigen. Im ersten Teil hat der Roman jedoch vermeidbare Längen. Die zweite Hälfte ließt sich dagegen sehr gut, wobei das Ende einige Fragezeichen hinterlässt.

DBC Pierre heißt eigentlich Peter Warren Finlay. Das Pseudonym markiert die Abkehr von einem selbstzerstörerischen Leben. Für "Jesus von Texas" erhielt er 2003 den Booker-Preis.
0Kommentar| Eine Person fand diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich? Missbrauch melden
am 13. August 2011
Zum Inhalt:

Die Geschichte spielt in Martirio in Texas; einer Kleinstadt, in der offensichtlich jeder jeden kennt. Vernon Little ist 15 Jahre alt, als sein Freund Jesus sechzehn seiner Klassenkameraden und anschließend sich selbst erschießt. Als einer der wenigen Überlebenden wird Vernon zum Sündenbock der Stadt - und wird unverzüglich als Mitschuldiger des Verbrechens betrachtet.

Das Buch wird aus der Sicht Vernon Littles geschildert und beschreibt den Albtraum seines Lebens, der den Monaten der Schießerei folgt. Überraschender Weise geschieht das mit Humor und Ironie.

Vernon lebt mit seiner Mutter zusammen, sein Vater verschwand einige Zeit zuvor. Beide haben wenig Geld, und Vernons Mutter hat ganz offensichtlich einige emotionale Probleme. Vernon beteuert standhaft seine Unschuld im Bezug auf das Massaker (flieht sogar vorübergehend nach Mexiko, weil ihm niemand glaubt). Aber die Stadtbewohner suchen nach einem Weg, um Zorn und Trauer zu bewältigen. Leider hat Vernon keine Idee, wie er das Rechtssystem von seiner Unschuld überzeugen kann; und seine Mutter ist alles andere als eine Hilfe. Er freundet sich mit dem Reporter Lally an, der vorgibt auf seiner Seite zu sein - aber es stellt sich heraus, dass dieser nur auf seinen eigenen Vorteil bedacht ist und das Feuer des Zorns in der Stadt erst so richtig entfacht.

Vernon begeht einige dumme Dinge, die den Verdacht seiner Schuld für die Autoritäten nur erhöhen. Und diese Verzweiflungstaten machen ihn Schritt für Schritt für die Tat nur verdächtiger.

"Jesus von Texas" ist kein Buch für jemanden, der eine glaubhafte Story braucht. Um genau zu sein sind einige Passagen des Buchs so frevelhaft, dass sie an das Bizarre grenzen. Man bekommt mit diesem Buch keine große Persönlichkeitsentfaltung - jeder ist eine Karikatur von jemandem, den der Leser wahrscheinlich aus seinem eigenen Leben kennt. Aber für mich war der geradlinige Ton dieser Geschichte erfrischend und kraftvoll. Ich denke: entweder man mag diese Novelle, oder nicht. Das Buch ist eines der wenigen Beispiele, wo es keinen Mittelweg gibt.
0Kommentar| 4 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich? Missbrauch melden
am 31. Januar 2012
Also ich hatte Mühe, das Buch bis zu Ende zu lesen. Das einzig Positive sind einzelne witzige Beschreibungen (daher 2 Sterne) des heimatlichen amerikanischen Umfelds des Protagonisten. Mit 17 klingt der übrigens altklug, wobei es sehr schwierig ist, als Über40jähriger die Gedankenwelt eines Teenagers zu beschreiben.

Naja, nach einem flachen Start mit ein paar lustigen Details zieht sich die Geschichte oberflächlich dahin. Stilistisch ist das Buch natürlich keine Herausforderung, dazu habe ich es auch nicht gekauft. Aber etwas mehr Schwung oder mehr Witz fehlt hier einfach. Das Ende und vor allem dessen "konstruierter Stil" ist absehbar.
0Kommentar| Eine Person fand diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich? Missbrauch melden
am 18. März 2004
In diesem Buch geht es um Vernon Little. Er lebt in einer kleinen Stadt in Texas. Sein Freund Jesus hat gerade alle seine Klassenkammeraden in einem Amoklauf erschossen. Vern hat als einziger überlebt. Doch schon bald wird er verdächtigt selbst an der Tat beteiligt zu sein. Es wird sogar der Eindruck erweckt, dass bald selbst alle glauben, dass er für die Morde verantwortlich ist.
An dieser Stelle muss ich auch mal ein Kompliment an die Übersetzer verlieren. Es gelingt hier einen absolut einmaligen Ton zu treffen, der die Sprache eines 15-16 jährigen deutlich wiedergibt.
Der Schreibstil ist manchmal sehr zynisch oder auch sarkastisch. Gerade dadurch aber gewinnt das Buch sehr viel an Intenzität und ich musste auch an mehr als einer Stelle mehr als schmunzeln.
Herrausragend sind auch die Beschreibungen von Vernons Umgebung und seiner Familie. Seine Mutter scheint es am meisten zu interessieren wann den nun ihre vermeintliche "Special-Edition", damit ist ein Kühlschrank gemeint, angeliefert wird. Hinzu kommen auch noch die Freundinen seiner Mutter, die entweder bei jeder Gelegenheit beim "Drive in" vorbei fahren oder zu den ungünstigsten Augenblicken bei Vernons Haus auftauchen.
Das Buch ist aber keine reine Komödie oder Satire. Es auf jeden Fall auch eine Gesellschaftkritik, ja Medienkritik. Dem Autor gelingt es aufzuzeigen welche Eingendynamik die Dinge entwickeln können, wenn man nicht von Anfang an für sich selbst einsteht. Denn die Öffentlichkeit und die Medien machen sich auf jeden Fall ihr eigendes Bild auch ohne den Beschuldigten oder Betroffenen an zu hören.
Es ist auf jeden Fall Buch, dass einen bleibenden Eindruck hinterläßt. Ich kann nur noch sagen voll empfehlenswert !!!!!
0Kommentar| 18 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich? Missbrauch melden
am 19. Dezember 2005
Wer schon immer das Gefühl hatte, die USA sei eine Bananenrepublik, der ist mit dieser bitterbösen Satire hervorragend bedient. Wer mit ungläubigem Staunen Fernseh-Dokuschock-Serien verfolgt hat, in der mit zweifelhafter Logik und aufgrund winziger Indizien Menschen zu lebenslänglichen Freiheitsstrafen verurteilt werden, der kommt hier voll auf seine Kosten. Wer allerdings ein Problem mit Kraftausdrücken hat, der sollte das Werk mit Vorsicht genießen. Genießen sollte man es allerdings, denn:
Der 15jährige Schüler Vernon Little lebt in einer texanischen Kleinstadt. Sein Problem ist, dass sein mexikanischer Freund Jesus gerade Amok gelaufen ist und 16 Klassenkameraden samt Lehrer und danach sich selbst erschossen hat. Das ist übel, denn der Lynchmob hat jetzt keine Zielscheibe, an der er sich abreagieren könnte. Weil Vernon Jesus' einziger Freund war, konzentriert man sich jetzt auf ihn. Und bei Gott, sie werden ihm schon nachweisen, dass er ein Mörder ist, und dann bringen sie ihn auf den elektrischen Stuhl, Amen!
Vernon reagiert wie die meisten Fünfzehnjährigen reagieren würden: er ist überfordert und flieht. Dabei verfolgt ihn Murphy's Law mit stringenter Grausamkeit, denn alles geht schief, was nur schiefgehen kann. Ein besonderer Stolperstein ist dabei Vernons Gutmütigkeit und Mitleid mit seinen Mitmenschen. Es kommt, wie es kommen muss: Vernon wird verhaftet und verurteilt...
Hier kriegen sie alle ihr Fett weg: auf Pump lebende Hausfrauen, Übergewichtige, Seelsorger, die Medien, Angeber, Selfmademen, überbehütete Kinder, Psychologen, Anwälte, Lehrer, Mexikaner. Vor allem aber der Durchschnittsamerikaner schlechthin. Am besten gefallen haben mir Vernons kreative Wortschöpfungen, sein ungeheuer plastischer Charakter und die Einsichten, die er gewinnt. Klasse!
0Kommentar| 10 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich? Missbrauch melden
am 29. Mai 2015
Nach einem Massaker an einer texanischen Schule, bei dem der Schüler Jesus Navarro 16 Klassenkameraden tötet und danach sich selbst hinrichtet, sitzt dessen Kumpel und Hauptprotagonist Vernon Little im Gefängnis. Er wird beschuldigt am Massaker beteiligt gewesen zu sein, obwohl es keine eindeutigen Beweise gibt. Vernon wird zum schwarzen Schaf der Stadt gebrandmarkt, einer, auf dem man die geballte Ladung Hass, Schuld und Unzufriedenheit abladen kann. Die Stadt, die immer noch in tiefer Trauer ist, nimmt somit Rache an ihm, da der eigentliche Täter Jesus Navarro nicht mehr unter den Lebenden weilt. Die Hetzjagd der Medien nach Sensationen beginnt und macht dem bis dahin unauffälligen Jungen das Leben zur Hölle.
Das klingt auf den ersten Blick nach einer spannenden, gesellschaftskritischen Satire, die sich auf insgesamt 382 Seiten verteilt und zugegebenermaßen sind gelegentlich einige durchaus gelungene kritische Seitenhiebe auf die amerikanische Gesellschaft vorhanden, bleiben jedoch die meiste Zeit zu flach und werden nie näher beleuchtet.
Die langweilige und zäh erzählte Story dominiert weite Teile des Buches, die Handlung ist unheimlich lahm und dümpelt oft seitenlang vor sich hin. Hier philosophiert der junge Protagonist, in seiner für ihn typischen Fäkalsprache über das Leben und bemitleidet sich immer wieder selbst, was auf Dauer sehr anstrengend für den Leser werden kann. Dabei wirkt zunächst mal die Vulgärsprache des Hauptakteurs wenig authentisch, sondern meist sehr gestelzt und konstruiert, dazu verfangen sich die meist sinnlosen Monologe und Gedanken oft in total weltfremden 'Was-wäre-wenn"-Szenarien. Obendrein sind die Handlungen des Protagonisten zu keinem Zeitpunkt der Geschichte nachvollziehbar oder wirken authentisch. Ganz im Gegenteil: Würde er sich nicht andauernd so blöd anstellen und auch nur halb so intelligent handeln, wie der Autor ihn über das Leben philosophieren lässt, wäre das ganze Buch vielleicht etwas glaubwürdiger und besser zu verstehen.
Auch die Nebendarsteller bleiben allesamt blass und wirken die meiste Zeit eher aufgesetzt. Das liegt wohl daran, dass sie nie tiefer beleuchtet werden und stattdessen eher stereotypisch und langweilig wirken. Durch die fehlende Tiefe der vielen Charaktere, schleicht sich zudem schnell eine gewisse Überforderung bei dem Leser ein. Oft weiß man nicht mehr wie die Charaktere hießen, was sie machten und welche Intention sie überhaupt in der Geschichte verfolgen.
Nicht jedes Buch, das von den Medien gehyped und von Kritikern in den Himmel gelobt wird muss ein echter Knüller sein, dafür ist 'Jesus von Texas' das beste Beispiel. Die Grundidee klingt durchaus spannend, die gesellschaftskritischen Aspekte halten sich aber leider sehr in Grenzen und werden nie ernsthaft ausformuliert. Stattdessen plätschert das Buch von einem lahmen Dialog in den nächsten und auch der nervige, tendenziell eher unsympathisch wirkende Hauptcharakter Vernon Little schafft es auf keiner Seite zu überzeugen. Ganz im Gegenteil, mit seiner nervigen pubertären pseudo-philosophischen Art nervt er den Leser bis zur letzten Seite. Als wäre dies nicht schon genug wird man auch noch von einem ganzen Sammelsurium an Stereotypen, Klischees und langweilig-oberflächlichen Charakteren erschlagen. Dieses Buch rockt maximal in der hintersten Ecke des Bücherregals!
0Kommentar| Eine Person fand diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich? Missbrauch melden
am 15. April 2011
In dieses Buch musste ich mich erst einlesen. Abgesehen von jenem bundesdeutschen Slang, mit dem amerikanische Umgangssprache für gewöhnlich übersetzt wird (und in dem ich mich als Ösi einfach nicht daheim fühle), verweigert Autor DBC Pierre zeitweise, Infos zum Fortgang der Handlung zu geben, sodass man manchmal erst in der nächsten Szene draufkommt, wie es weitergegangen ist.

So verwirrend muss die Welt jedoch auch für den 15-jährigen Vernon Little sein, den einzigen Freund von Jesus Navarro, welcher Amok gelaufen ist und 16 Mitschüler und anschließend sich selbst erschossen hat. Vernon wird zuerst der Beihilfe und bald der Mittäterschaft abgeklagt, weil er sich ungeschickt verhält und vor allem, weil er in die Hände eines korrupten Journalisten gerät. Dass er nach Mexiko flüchtet, trägt ebenfalls nicht zu seiner Glaubwürdigkeit bei, und auch wenn's ein literarischer Krimi ist, mag ich Höhepunkt und Ende nicht verraten.

Sich in dieses Buch 'einzuarbeiten' zahlt sich jedenfalls aus.

P.S.: Nicht von den hysterischen Klappentexten abschrecken lassen ('Die böseste und beste Satire auf Amerika', 'Raffinierter und treffsicherer als Michael Moore' etc.). Ich glaube, dergleichen stand nicht in der Absicht von DBC Pierre.
0Kommentar| 2 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich? Missbrauch melden
am 14. Dezember 2013
Vernon Little ist ein wandelnder Spiegel. Er vereint in einer einzigen Person, die doch so gut wie möglich jeder nur erdenklichen Schwierigkeit aus dem Weg zu gehen versucht, alle Makel und Schwächen, welche unseren westlichen Gesellschaften, die sich doch öffentlich für die Creme de la Creme halten, zu eigen sind.
Vernons Welt ist wie ein Blick in die Nachrichten von morgen: Die Welt ist ein schlechter, grausamer Ort; sie repräsentiert Hässlichkeit und Verfall ebenso wie Bosheit, Wollust und irrationalen Hass. Martirio (dt. Martyrium), die als Barbequuesaucenhauptstadt im US Bundesstaat Texas vorstellig werdende Kleinstadt ist das Paradebeispiel eines finsteren, gottlosen Molochs voller imbeziler, neurotischer Kleinbürger, medialer Lynchjustiz und sozialer Verkommenheit. Was Autor DBC Pierre wie aus sicherer Entfernung heraus als trauriges Sündenbabel beschreibt, findet der Leser rasch in jedem Vorort. Wo immer man hinsieht sind die Bedürfnisse von Menschen den Bedürfnissen anderer Menschen im Weg und es entsteht Krieg. Ob nun um den Vorsitz in der Sumpfkuhbrigade, der übergewichtigen Bekanntschaft und Gerüchtefabrik oder gar um die Vergeltung für die zwei Dutzend Menschenleben, die Vernons Kumpel Jesus bei seiner letzten, gewaltätigen Verzweiflungstat gefordert hat, bevor er sich selbst mit einem Kopfschuss ins Jenseits und aus der Schusslinie der öffentlichen Empörung begab.

Man könnte lange darüber diskutieren, wie ernst Pierre seinen großen, literarischen Elfmeter, der nicht bloß Amerikakritik übt, sondern auch das Wesen des vermeintlich redlichen Durchschnittsbürgers messerscharf analysiert, gemeint hat. Zum großen dramarturgischen Durchbruch jedoch, verhilft diesem respektlos jugendlich geschriebenen Meisterwerk vor allem die verblüffende Lösung der Gott-Frage. Dass die für Vernon Little von vorneherein verbrasste Situation eskaliert und für Vernon ein eher unerfreuliches Ende zu nehmen scheint, ist unumgänglich in einer Gesellschaft, deren Bedürfnisse die Handlungen bestimmen. Doch zumindest ein Abtreten in Würde scheint dem Protagonisten vergönnt zu sein.

DBC Pierre der höchstselbst einen raschen sozialen Abstieg, mehrere gescheiterte Beschäftigungsversuche, Drogenexzesse und diverse Strafprozesse erleben durfte, verfasste das Manifest seiner unerbittlichen Abrechnung in einer erschütternden Nüchternheit, die am Ende in schieres perfides Entzücken übergeht. Im Gegensatz zu anderslautenden Vermutungen, darf man nach Abschluss dieses Buches wieder hoffen. Denn wenn auch erst im Angesicht der hemmungslosen Selbstaufopferung für den kranken Sündenpfuhl dem man grade entstiegen ist, so tritt doch ein jeder früher oder später seinem Gott gegenüber und wird- so Gefängnisgeistlicher Lassalle: sich endlich seiner Verantwortung bewusst.
Fazit: Es gibt keine besseren oder schlechteren Menschen. Es gibt nur die schmerzhafte Einsicht, dass es nicht Gott ist, der die Geschicke all jener lenkt und jene, die Jesus von Texas oder Vernon God Little gelesen und das Wort erkannt haben.
0Kommentar|War diese Rezension für Sie hilfreich? Missbrauch melden
am 16. Dezember 2009
Im Ernst: Dieses Buch hat mir mehr beigebracht als die Bibel, der Talmut und sämtliche Schulbücher meiner Laufzeit zusammen. Wer schon lange nichts wirklich NEUES und cooles mehr gelesen hat, wer etwas braucht das so schneidig und cool ist wie ein Tarantinofilm und so so böse wie ein Michael Moor Film, der sollte zugreifen. Und wer nicht gerne liest und glaubt, dass einem Bücher nichts mehr beibringen könnten, der sollte trotzdem zugreifen. Da es mittlerweile schon etwas her ist, dass das Buch erschienen ist, ist es für einen Apfel und ein Ei zu kriegen.
Ich sage nur: "DBC "GOD" PIERRE"!
0Kommentar|War diese Rezension für Sie hilfreich? Missbrauch melden
am 11. November 2011
Der 15jährige Vernon Little gerät durch eine Verkettung unglücklicher Umstände als vermeintlicher Mittäter an einem Schulmassaker in die Todeszelle. Obwohl Vernon sich jederzeit in der Lage glaubt durch ein Alibi seine Unschuld beweisen zu können, werden seine Chancen immer geringer. Die aufgebrachte Bevölkerung und sensationsgeile Medien drängen auf seine Hinrichtung. Mit einem letzten Telefonanruf kann Vernon das Ruder herumreißen.
Witzig, entlarvend und bissig wird eine amerikanische Realität dargestellt, in der menschliche Beziehungen zu einer Farce an sozialer Kälte, Geldfixiertheit und Statusdenken erstarren.
Trotz der dramatischen Handlung kann man die weitaus größten Passagen nicht ohne zwerchfellerschütternde Lachanfälle überstehen. Zu verschroben sind Vernons Mutter und ihr Freundinnenkreis, der immer geile Sensationsreporter und die vielen anderen scheiternden oder gescheiterten Charaktere in einem Panoptikum der Eitelkeiten - vermutlich hat der Autor (sein Pseudonym DBC steht für Dirty But Clean") die meisten seiner Protagonisten in den Niederungen seines eigenen Lebens kennen gelernt.
0Kommentar| Eine Person fand diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich? Missbrauch melden


Brauchen Sie weitere HilfeHier klicken