Shop now Shop now Shop now Shop now Shop now Hier klicken Jetzt informieren PR CR0917 Cloud Drive Photos Learn More Mehr dazu Hier klicken Mehr dazu Hier Klicken Jetzt bestellen Unlimited BundesligaLive longss17

Kundenrezensionen

4,7 von 5 Sternen
11
4,7 von 5 Sternen
Der Teufelspakt. Die deutsch-russischen Beziehungen vom Ersten zum Zweiten Weltkrieg.
Format: Gebundene Ausgabe|Ändern
Preis:12,90 €+ Kostenfreie Lieferung mit Amazon Prime

am 6. April 2008
Sebastian Haffners brilliante Analyse: "Der Teufelspakt": 50 Jahre deutsch-russische Beziehungen" ist zuerst im Rowohlt-Verlag 1968 erschienen. Das Buch ist deshalb so interessant, weil es die Zusammenarbeit zwischen dem deutschen Kaiserreich und Lenin erstmals detailliert aufgezeichnet hat. Dieses Thema ist mittlerweile wieder aktuell geworden. Gerd Koenen hat in seinem preisgekrönten Werk: "Der Rußland-Komplex" im Jahre 2005 Haffners Erkenntnisse wiederholt und erst im vergangenen Jahr hat der "Spiegel" ein Heft mit dem Titel: "Die gekaufte Revolution: Wie Kaiser Wilhelm II. Lenins Oktoberrevolution mitfinanzierte" geschrieben. Das Kapitel findet sich heute - verfasst von Klaus Wiegrefe auch im Spiegel-Spezial-Heft Geschichte: "Experiment Kommuinismus" (eine hervorragende Zusammenfassung der Geschichte des kommunistischen Rußlands zwischen 1917 und 1991) unter Kapitel 1: "Die Deutschen und die Revolution." Wiegrefe stützt sich hier auf die gleichen Quellen - und natürlich noch neuere - auf die sich schon Sebastian Haffner stützen konnte. Und hier zeigt sich die Brillianz Haffners: letztlich erfährt man aus Wiegrefes Artikel nicht wesentlich "Neues", wenn man Haffners Analyse von 1968 schon gelesen hat - und dies spricht für Haffner.

Der Manesse-Verlag hat sich allerdings entschieden, Haffners ursprüngliches Werk massiv zu kürzen. Die Manesse-Ausgabe enthält ungekürzt lediglich die Kapitel 1 bis 6 (Deutschland und die russische REvolution, Brest-Litowsk, Der Strick und der Gehängte, Rußland und die deutsche Revolution, Rapallo, Die Reichswehr und die Rote Armee). Das Kapitel 7: "Hitler und Stalin" findet sich im Manesse-Verlag stark gekürzt, in der Original-Ausgabe ist das Kapitel in 2 Teile
geteilt: "Hitler und Stalin", "Pakt und Krieg". Die Motive Stalins zu den Massen"säuberungen" und -vernichtungen nach 1934, die Haffner in Zusammenhang mit dem geplanten "Schwenk" der Stalinschen Außenpolitik gegen den Westen und zugunsten Hitlers interpretiert, findet sich in der Manesse-Ausgabe ebenso wenig wieder wie die Beschreibung der Affaire Tuchatschewski, der 1937 von Stalin - aufgrund ihm zugespielter Falsch-Informationen durch Heydrich - mitsamt der Spitze der Roten Armee ermordet wurde. Auch das erschütternde Kapitel 9: "Die Deutschen in Rußland", in welchem der Vernichtungskrieg der Deutschen gegen die russische Bevölkerung, aber auch die Funktion der russischen Wlassow-Bewegung, einem - im nachhinein gescheiterten - Versuch russischer Generäle, ein Bündnis zwischen Deutschland und russischen antistalinistischen und antikommunistischen Offizieren zustande zu bringen - fehlt in der Ausgabe des Manesse-Verlages. Dies bleibt mir unverständlich und daher gebe ich einen Punkt Abzug.

Sehr gut verstehen kann ich allerdings, dass der Manesse-Verlag darauf verzichtet hat, die nach 1945 spielenden Kapitel: "Die Russen in Deutschland, Adenauer, Ulbricht und Moskau, Die Berlin-Frage und die Folgen" abzudrucken. Sie sind nicht mehr von der klaren brillianten Analyse der ersten Kapitel geprägt und enthalten viele Elemente, die aus der damaligen Situation (1968) heraus interessant, heute aber eher unwichtig geworden sind, da sie sich mit der Deutschen Einheit erledigt haben und unzutreffende Spekulationen, etwa in Bezug auf die Motive Stalins in Bezug auf seine berühmte Note von 1952.

So ist es ein Verdienst des Manesse-Verlages, durch die Kürzungen eine heute noch mustergültige Analyse der deutsch-russischen Beziehungen zwischen 1914 und 1945 vorgelegt zu haben, eine Analyse, die erst durch Gerd Koenens obiges Buch aktualisiert und übertroffen wurde.

Und da Haffner sehr anregend schreibt - er hat die Fähigkeit, das Wichtige vom unwichtigen zu trennen, das Wesentliche herauszuarbeiten und spannend wie ein Roman darzustellen (nicht umsonst sagt er, die Geschichte der deutsch-russischen Beziehungen in dieser Zeit sei "spannender wie ein Roman") lohnt sich die Lektüre dieses Buches von 1968 - auch in der gekürzten Fassung des Manesse-Verlages von 1988 - immer noch. Es schildert grundlegend die wesentlichen Stationen der so wechselvollen Beziehungen Rußlands und Deutschlands zwischen 1914 und 1945, die mit dem "Teufelspakt" zwischen dem Kaiserreich und Lenin 1917 begann und mit dem "Teufelspakt" von 1939, dem Hitler-Stalin-Pakt, einen Höhepunkt fand, der dann zum blutigen Finale, dem Krieg zwischen Deutschland und Rußland 1941 bis 1945 führte, der unzweifelhaft ein Angriffskrieg Hitlers gewesen ist. Dies hat Haffner, dessen Buch zunächst beim Erscheinen von der damaligen sowjetischen Führung zutiefst abgelehnt worden war (weil eben die geheime Zusammenarbeit zwischen Lenin und dem Kaiserreich erstmals enthüllt worden war) glänzend herausgearbeitet.

Wer also über die deutsch-sowjetischen Beziehungen zwischen 1914 und 1945 genau informiert werden möchte, der kommt an Haffners Buch - wie auch an dem von Gerd Koenen aus dem Jahre 2005 - nicht vorbei. Dass Haffners Buch heute noch so aktuell erscheint wie 1968, zeigt die Fähigkeit dieses Autors, durch brilliante Analyse wegweisend zu wirken. Und dies hat er - auch mit diesem Buch - getan.
0Kommentar| 20 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 23. Juli 2008
Immer wieder staune ich, wie Sebastian Haffner es schafft, komplexe Zusammenhänge so einfach und natürlich darzustellen. Die gemeinsame Geschichte der Deutschen und Russen in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts ist ganz bestimmt verzwickt, verworren, widersprüchlich. Bei Haffner liest sie sich wie ein Roman. Ganz einfach unglaublich!
Es geht darum, wie Deutschland die Große Revolution in Russland initialgezündet hat, indem es Lenin aus der Schweiz eingeschleust hat. Wie kam man bloß auf diese Idee und woher hatte man die (berechtigte) Hoffnung auf deren Erfolg?
Es folgt die Geschichte (vor allem die Vorgeschichte dazu ist interessant!) des für die Russen jammervollen Friedens von Brest-Litowsk; dieser ist aber nicht die einzige schwere Demütigung, die das große Russland einstecken musste.
Haffner erklärt, warum die Deutsche Revolution von 1918/19 wider Erwarten scheiterte, obwohl sie mehr Chancen zu haben schien als die Russische.

Deutschland und Russland waren bestimmt keine guten Freunde, eher das Gegenteil, doch sie waren auf seltsame Weise aufeinander angewiesen. Und das immer wieder. Der Vertrag von Rapallo zeigt das (besonders durch Haffner) ganz deutlich: Hier verbanden sich zwei Kriegsverlierer, zwei Geächtete, um sich gegen den siegreichen Westen zu stärken. Vermutlich beeinflusst der "Rapallo-Komplex" die Politik bis in die heutige Zeit. Rapallo war vielleicht nicht der Beginn, aber doch eine wesentliche Erleichterung dafür, dass Deutschland sein schwere Militärmaschinerie und seine Flieger in Russland ausprobieren und trainieren konnte, was ihm ja durch den Vertrag von Versailles verboten war.
Haffner erklärt auch das seltsame Faktum, dass die Kommunisten von 1928 bis 1933 die Sozialdemokraten wesentlich vehementer bekämpften als die aufstrebenden Nationalsozialisten.
Das letzte Kapitel behandelt das Verhältnis der beiden Großmächte unter Hitler und Stalin. Diese Beziehung wird einmal aus deutscher, dann aus russischer Sicht dargestellt - es ist schon sehr interessant, wie (Macht-)Politik betrieben wird und welche die Motivationen des Handelns sind.
So wird Geschichte gemacht und durch Sebastian Haffner wird sie wunderbar dargestellt.
0Kommentar| 16 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 7. Januar 2010
Typisch Haffner, flüssig zu lesende Gedanken zur deutschen Geschichte.
Wer den Kalten Krieg und den II. WK verstehen will, kommt um ein Verständnis des I. WK`es und das spezielle deutsch-russische Verhältnis nicht herum.
Auch konservativen West-Berlinern wird ein neue Sichtweise vermittelt, die zum Nachdenken über die Rolle der Sozialdemokratie, der Reichswehr und z.B. über Ernst Reuter (Volkskommisar der Wolgadeutschen) anregt.
Was hat hier mein Schulsystem versagt, x-Mal Judenverfolgung und 3.Reich, aber die Hintergründe im einstelligen Stundenbereich abgehandelt.
Wie soll man jemals aus der Geschichte lernen, ohne die Ursachen vermittelt zu bekommen.
Unbedingt lesen.
0Kommentar| 7 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 28. Dezember 2012
Den vielen lobenden Worten zur Darstellungskunst Haffners sei hier nichts weiter hinzugefügt. Nur ein Wort zu dem Hinweis, der Manesse-Verlag habe Haffner stark gekürzt:
Gewiss, ich habe jetzt diese gekürzte Fassung gelesen und ich kann den Verlag nur loben. Auch damit ist ein wunderbar lesbares Gesamtwerk entstanden. Es kann sogar sein, dass in dieser Fassung die Fähigkeit Haffners selbst komplexe Zusammenhänge prägnant und sozusagen auf den Punkt genau zu formulieren, noch stärker deutlich geworden ist. Jedenfalls, wie hier im kleinen Buchformat auf 150 Seiten der "Teufelspakt" zwischen dem einstigen deutschen Kaiserreich und den Kommunisten unter Lenin und Trotzki beschrieben wurde, das ist für mich höchste Form der Geschichts-Schreibung: Aufregend und anregend zugleich. Und dazu in kompakter Form. Zur Nachahmung empfohlen...Gerade in dieser Kürze: ein großer Haffner!
0Kommentar| 3 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 5. April 2014
Mit diesem Teufelspakt fing alles an, nur so könne die verdrängte Geschichte deutsch-russischer Verstrickung aufgerollt werden.
Als Hitler 1941 Russland angriff begann er sein eigenes grosses Reich zu zerstören.
Hintergründe und Fragmente sind wichtig um Geschichte als Grosses Ganzes verstehen zu können aber sie fehlen in den Geschichtsbüchern. Der Autor schildert sie anaschulich aber sehr sachlich.

Derart interessant geschilderte Geschichte liest sich im Fluge und lesen sollten das Buch alle, die aus der Vergangenheit lernen wollen, für die Geschichte nicht vergessen zurückbleibt. Mich hat diese Lektüre angeregt mehr von diesem Autor zu lesen was sich eindeutig lohnt, da er befähigt ist seine grosse Sachkenntnis
gut verständlich weiterzuvermitteln. Zur Lektüre unbedingt von mir empfohlen.
0Kommentar| 2 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 15. März 2001
Sebastian Haffner versteht es, die komplizierten Verstrickungen der deutsch-russischen Verhältnisse zwischen den Weltkriegen spannend und verständlich zu vermitteln, ohne den Leser mit zuvielen Einzelheiten zu überschütten. Außerdem verhindern eingeschobene "nette" informative Annekdoten ein Abgleiten in trockene Geschichtsbeschreibung a la "dann passierte das, aus diesen Gründen, was Folgendes nach sich zog". Ich persönlich kann dieses Buch jedem empfehlen, der ein Interesse an Geschichte hat, ohne jede Einzelheit wissen zu müssen.
0Kommentar| 19 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 12. August 2015
Stil und Niveau der Darstellung von Sebastian Haffner sollten spätere Generationen beschämen : so analytisch, so lesbar, so tiefgehend ist selten ein so komplexer Gegenstand wie die deutsch-russischen Beziehungen 1917 - etwa 1940 dargestellt worden. Haffner zeigt klare Linien auf, eröffnet dadurch neue Sichtweisen auf die Geschichte, Klischees (links und rechts, militärisch und pazifistisch, gut oder böse) verschwimmen in der Aufzeigung der Interessen, Koalitionen, Verständigungen und ... Mißverständnissen. Dies aufzuzeigen ist der Verdienst Haffners : es war Interessenpolitik, die Lenin dazu brachte, das deutsche Angebot der Durchreise anzunehmen, damit befand man sich schon in einer Interessengemeinschaft. Details der längerfristigen Unterstützung der Bolschewiki durch Deutschland wurden später bekannt, Haffner weist aber schon darauf hin, dass Lenins Regierung bis weit in das Jahr 1918 hinein von der deutschen Seite finanziell unterstützt wurde.
Dann die schwierige Gemengelage nach der Revolution : die scheinbar Linken in Deutschland waren "Westler", die militärische, konservative Seite kooperierte mit der UdSSR... und so weiter... und so fort.
In seinem Interesse, klare Linien aufzuzeigen, gerät Haffner jedoch immer wieder in den Sog eindimensionaler Erklärungen, die stark abstrahieren. Dabei rutscht so manches Detail, das nicht in die "Linie" passt, unter den Tisch.
Es ist z.B. möglich, dass die Sozialfaschismus-These der Komintern den Einfluß der westorientierten Sozialdemokraten klein halten sollte, Haffner verkennt, dass es sich hier um eine Gesamtlinie handelte, die z.B. auch Frankreich und Italien betraf. Dort würde dann diese Argumentation auch nicht mehr ziehen, so wie auch die gesamte Erklärung der Geschichte der Komintern über das deutsch-russische Verhältnis erheblich zu kurz springt.
Sei's drum : er hat eine interessante Studie vorgelegt, die zum Stachel für alle werden sollte, die das deutsch-russische Verhältnis zur im Rahmen längst abgestandener Kategorien darstellen wollen.
0Kommentar|War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 1. Januar 2015
Das vorliegende Buch von Sebastian Haffner beschreibt die deutsch-russischen Beziehungen zwischen etwa 1915 und 1945. Die Lektüre hat mir viele neue Erkenntnisse über die Zweckbeziehung zwischen den deutschen Regierungen während des Ersten Weltkrieges und der Weimarer Republik und der bolschewistischen Regierung der entstehenden Sowjetunion vermittelt.

Der Autor, Sebastian Haffner (bürgerlich Raimund Pretzel), war Jurist und Journalist, vor allem aber ein profunder Kenner der Geschichte des Kaiserreiches, der Weimarer Republik und der Nazi-Diktatur. Haffner hat eine Reihe von sehr lesenswerten Büchern über diese Zeit geschrieben; sein bekanntestes Buch ist vermutlich "Anmerkungen zu Hitler".

In "Der Teufelspakt" wird in sieben Kapiteln die Entwicklung der Beziehung von deutschen Regierungen zunächst zur russischen Exil-Opposition und dann zur bolschewistischen Regierung der frühen Sowjetunion bis zum Zusammenbruch dieser Beziehung in der Nazi-Zeit beschrieben.

Zunächst geht Haffner der Frage nach, wie es 1917 zu Lenins Reise durch das kaiserliche Deutschland über Schweden und Finnland nach Russland kommen konnte? Hier beginnt der "Teufelspakt" zwischen hochkonservativen deutschen Politikern und sozialistischen und bolschewistischen russischen Revolutionären. Hier wurde erstmals die Revolutionierung eines anderen Landes zur Kriegswaffe entwickelt. Dem ging auf deutscher Seite schon gegen Ende des Jahres 1915 die Erkenntnis voraus, dass der Erste Weltkrieg nicht mehr allein auf den Schlachtfeldern zu gewinnen war. Deshalb sollte, wie Haffner schreibt, Russland der Bolschewismus wie eine Laus in den Pelz gesetzt werden, um ihm eine Krankheit einzuimpfen, an dem es dahinsiechen sollte.

Dieser Teil der von Haffner dokumentierten deutsch-russischen Beziehungen war auch Gegenstand des Spiegel-Spezial-Heftes "Die gekaufte Revolution".

Für mich sind Höhepunkte des Buches die Kapitel über den Frieden von Brest-Litowsk und über den Vertrag von Rapallo.

Diese Wegmarken der deutsch-russischen Beziehungen zwischen dem Ersten und dem Zweiten Weltkrieg sind - merkwürdigerweise - in der Geschichtsschreibung eher schlecht erschlossen. Die meisten Publikationen über diese Epoche beschäftigen sich mit dem Friedensvertrag von Versailles und mit den innenpolitischen Problemen der Weimarer Republik.

Wenig bekannt ist hingegen, dass der Friede von Brest-Litowsk für Russland nicht nur das "Versailles des Ostens" war, sondern der deutsche Vormarsch danach weiter ging. Zunächst unterstützte Deutschland dann im beginnenden russischen Bürgerkrieg die Armeen der "Weißen"; vollzog jedoch dann einen bemerkenswerten Seitenwechsel und schlug sich auf die Seite der Bolschewisten, weil man erkannte, dass die bolschewistische Regierung den Entente-Mächten Großbritannien und Frankreich mindestens ebenso feindlich gegenüber stand wie dem Deutschen Reich.

Mir war auch neu, welche Schockwirkung der Vertrag von Rapallo in der internationalen Politik ausgelöst hat. Rapallo war nicht nur ein endgültiger Friedensvertrag zwischen dem Deutschen Reich und der jungen Sowjetunion - sondern trieb auch einen weiteren Keil zwischen die früheren Entente-Partner Großbritannien, Frankreich und Russland.

Das Buch ist - wie stets bei Sebastian Haffner - sehr flott geschrieben. Ich vermisse jedoch einen Fußnoten und Verweisungsapparat. Man erfährt an einigen Stellen zwar direkt aus dem Text, welche Quellen Haffner ausgewertet hat. Ansonsten fehlen jedoch Quellenangaben; darin unterscheidet sich das journalistische Werk von Haffner von der Arbeit eines Historikers.

Die Arbeit des Manesse-Verlags ist zwiespältig zu beurteilen: Auf der einen Seite ist das Buch schön gebunden und es wurde hochwertiges Papier verwendet; auf der anderen Seite ist der Aufbau gewöhnungsbedürftig: die Kurzbiographie des Autors und das Inhaltsverzeichnis finden sich am Ende des Buches. Schön wäre es gewesen, wenn der Verlag dem Buch zumindest ein Personen- und Sachregister spendiert hätte.

Trotz dieser kleinen Abstriche verdient das Buch volle fünf Sterne. "Der Teufelspakt" füllt aus meiner Sicht eine wichtige Lücke in der Geschichtsschreibung der Weimarer Republik. Außerdem ist es Sebastian Haffner gelungen, die Geschichte der deutsch-russischen Beziehung prägnant darzustellen und zu analysieren.
0Kommentar|War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 14. Februar 2003
In diesem Buch beschreibt Haffner die Beziehungen Deutschlands und Rußlands in seinem ihm typischen, spannenden Erzählstil, der einen einfach fesselt. Sebastian Haffner versteht es, dem Leser die geschichtlichen Beziehungen der beiden Länder näherzubringen und versteht es meisterhaft, geschichtliches und politisches interessant zu erklären. Ganz besonders fasziniert hat mich die Darstellung der militärischen "Zusammenarbeit" der beiden Länder nach dem ersten Weltkrieg, die insbesondere im zweiten Weltkrieg seine Spuren hinterließ. Obwohl das Buch nicht besonders dick ist, enthällt es eine Fülle von Informationen. Insgesamt kann man es nur wärmstens ans Herz legen.
0Kommentar| 10 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 20. April 2016
Sebastian Haffner hat in seinem unnachahmlichen Stil eine pointierte Analyse der deutsch-russischen Beziehungen verfasst.

Nach Studium seines Werkes sind so manche Gegebenheiten in dieser wechselvollen Beziehung um einiges klarer.
0Kommentar|War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden


Haben sich auch diese Artikel angesehen

Preussen ohne Legende
19,00 €
Anmerkungen zu Hitler.
10,00 €

Brauchen Sie weitere HilfeHier klicken