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Der "Schlossroman" des Grafen Eduard von Keyserling, veröffentlicht im Jahre 1903. Er liegt inhaltlich nahe bei dem Thema fast aller Schriften des kurländischen Grafen, nämlich dem gesellschaftlichen Niedergang der Kaste baltischer Landadeliger, der er wohl entstammte, aber selbst schon nicht mehr angehörte.

Die Namenspatinnen dieses Romans sind hier keineswegs die Hauptfiguren - im Zentrum steht Graf Günther von Tarniff, der sich nach seiner militärischen Dienstzeit nun mit besten Vorsätzen für ein gediegen-genussvolles Zivilleben auf das Landgut Kaltin zurückgezogen hat. Seine Ehefrau Beate von Losnitz ist eine alte Spielkameradin aus Kinderzeiten und inzwischen herangewachsen zu einer sensibel-kühlen jungen Frau. Eine zweite alte Spielkameradin, Mareile, Tochter des Gutsinspektors, stößt zu der Gesellschaft auf dem Lande; sie ist inzwischen zu einer international berühmten Sängerin herangewachsen. Mit ihrem Erscheinen entstehen zwei Pole der Gefühlswelten des Grafen Günter: einerseits die durchgeistigte, geachtete Ehefrau, andererseits die begehrte, sinnliche Geliebte. Der Graf, der wohl noch gewisse herrschaftliche Ambitionen der alten Adelskasten hegt, persönlich aber die dafür vorausgesetzte Disziplin und Haltung gegen Züge der Dekadenz eingetauscht hat, kann damit weder den sittlichen Ansprüchen seiner Ehe noch den sinnlichen Ansprüchen seines Verhältnisses entsprechen, bis er, in der Folge eines Duells körperlich und seelisch gebrochen der Geliebten entsagt und sich dem stillen Eheleben an der Seite seiner Frau Beate ergibt.

Der Held der Geschichte befindet sich in einer Grundkonstellation, die aus anderen Quellen nicht unbekannt ist: in der Ambivalenz zwischen einem hell, formal rein, sittlich und legitim gedachten Beziehungspol und einem anderen, sinnlich, vital, künstlerisch, aber eben auch von anfechtbarer Legitimität besetzen. Das Scheitern des Helden beruht in diesem Roman darauf, dass die alten Standesregeln zu einer ausgehöhlten Kulisse wurden, den Protagonisten dieser Stände aber andererseits die Bereitschaft zur persönlichen Annahme einer vital-sinnlichen Lebensauffassung im innersten noch abgeht.

Keyserling schreibt auch hier in ruhiger, unaufgeregter Sprache, dabei sehr präzise und mit sanfter, aber bestimmter Ironie, bricht das sprachliche Idyll allerdings gelegentlich durch erzählerisch genau berechnete Ungeschicktheiten seiner Figuren. So denkt sich Günther die Metapher des "Ehehafens" zum stillen Verdruss seiner sensiblen Frau mit dem anzüglich wirkenden Adverb "ausgebaggert" zusammen... Der Roman pflegt insgesamt eine treffende psychologische Zeichnung seiner Figuren, ohne dabei in aufdringliches Psychologisieren oder Geschwätzigkeiten zu verfallen, der Graf kannte seine Gesellschaft wohl sehr genau.

"Beate und Mareile" ist, wie so viele Schriften des Grafen Eduard von Keyserling, ein sublimes Stück Literatur, das dem geneigten, aber eben auch aufmerksamen Leser nur empfohlen werden kann. Schöne Menschen des Adelsstandes in bukolischen Landschaften und herrschaftlichen Schlössern kann man auch in anderen Zweigen der Literatur begegnen; die so klare wie geschmackvolle Dekonstruktion dieser Gesellschaft hingegen ist Keyserlings Alleinstellungsmerkmal.

Der kleine Roman hat die editorische Ausstattung in der feinen Manesse-Reihe ohne weiteres verdient.
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am 14. November 2013
Die Konstellation klingt trivial: Standesgemäß, also stinklangweilig, verheirateter Edelmann verfällt Künstlerin, die wiederum sich gern am Edelmann nach oben schlafen würde. Und das geht natürlich gründlich schief. Aber was Keyserling aus diesem Stoff, der nach Rosamunde Pilcher riecht, gemacht hat, ist genial. Ein GANZ großer Autor. Dieser Roman ist zwar nicht so gut wie Keyserlings absoluter Hammerhit "Wellen", aber immer noch gut genug, um fast alles in den Schatten zu stellen, was heutzutage geschrieben wird.
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