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am 10. November 2015
Wadim Malennikow ist ein etwas unangenehmer, vollkommen egoistischer Jurastudent im vorrevolutionären St. Petersburg. Aus ärmlichen Verhältnissen stammend, versucht er, seine soziale Herkunft und niedrige gesellschaftliche Stellung mit allen Mitteln zu verbergen. Das geht so weit, dass er vorgibt, seine Mutter, die sich jeden Pfennig für sein Schulgeld vom Munde abspart, vor seinen Mitschülern im Gymnasium nicht zu kennen. Der Roman wird in 4 Kapiteln ähnlich einer Symphonie durch Malennikow selbst erzählt und beginnt mit der Schulzeit im zaristischen Sankt Peterburg. Noch während der 1. Weltkrieg ausbricht, wird Malennikow Jurastudent und gibt sich dem süßen Studentenleben hin, das mit amourösen Eroberungen voll ausgelastet ist. Seine Unfähigkeit, mit Sonja, einer jungen Frau, die sich in ihn verliebt, eine ehrliche Beziehung aufzubauen, bildet den Inhalt des 2. Kapitels. Im dritten Kapitel macht Malennikow mehr durch Zufall die Bekanntschaft mit Kokain und wird vollkommen abhängig. Körperlicher Verfall und die Erkenntnis dieser Situation erzählt uns Malennikow im letzten Kapitel, das im Jahr 1919 endet. Der Roman mit Kokain, unter Pseudonym veröffentlicht ist ein außergewöhnliches Buch. Nicht nur, dass Wadim Malennikow mit großer poetischer Kraft das Leben im zaristischen und revolutionären Russland erzählt, seine Tagträume erinnern an Oblomow und die Beschreibung der Kokaintrips ist außergewöhnlich. Noch besser ist die Veröffentlichungsgeschichte des Romans, die zeigt, dass Bücher zuweilen ein Eigenleben haben, das dem eigentlichen Inhalt selbst in nichts nachsteht. Unbedingt lesen.
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am 25. Dezember 2012
Mir hat das Buch hervorragend gefallen. Die vielen Vergleiche der Feuilleton-Rezensenten mit Proust und die Kommentare meiner Vorrezensenten bei Amazon, die die seitenweisen Selbstanalysen der Hauptfigur bemängeln, haben mich beinahe von der Lektüre absehen lassen.

Ich bin froh, dennoch nach der sehr kurzen Leseprobe der Kindle-Edition zugegriffen zu haben. Das Buch ist in angenehmer und flüssiger Sprache verfasst. Der schnelle und geradlinige Weg in den Abgrund ist vorhersehbar, man kann jedoch ähnlich wie der Süchtige den Weg nicht verlassen. Die Reflektionen und Analysen sind bei weitem nicht übertrieben und stören den Fortgang der Geschichte nicht. Der Vergleich eines Vorrezensenten mit Dostojewski passt, besonders in der düsteren und tiefschichtigen Hauptfigur. Der gleichzeitig erwähnte Balsac hat weniger Ähnlichkeit, da kaum etwas des untergründigen Humors in dieser doch sehr tragischen Geschichte zu finden ist.

Schön, dass dieser interessante Roman den Weg zum deutschsprachigen Leser gefunden hat.
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am 3. Juni 2015
Es gibt Bücher, die einen so anfixen, dass man am liebsten drogenabhängig werden würde, zumindest aber unbedingt wieder mit dem Rauchen anfangen muss, um den literarischen Rausch irgendwie in die eigene Lebenswirklichkeit runterzubrechen. Der “Roman mit Kokain” ist eines dieser seltenen Werke.

Das mag verblüffen, denn üblicherweise assoziiert man Kokain ja eher mit unsympathischen Schnöseln und würde einen Roman aus der Kokserszene unweigerlich der belanglosesten Popliteratur zuordnen, doch diese Erwartungen gehen fehl. Zum allergrößten Erstaunen des Lesers nämlich entführt der Roman einen zunächst an ein Moskauer Gymnasium Mitte der zehner Jahre des vorigen Jahrhunderts. Dort trifft man auf Wadim Maslennikow, einen Fünfzehnjährigen, der sich für seine armselige Mutter schämt, und wird ferner mit den verschiedensten Mitschülern und Lehrern bekannt gemacht. Dabei wird nie etwas beschönigt oder romantisiert, sondern immer klar gesagt, was Sache ist. Vor allem im emotionalen Bereich, bei dem Agejew die feinsten Nuancen aufspürt und in präzise Worte fasst. So entsteht schon nach wenigen Seiten eine äußerst wirklichkeitsnahe Vorstellungswelt, die einen unweigerlich in ihren Bann zieht. Maslennikow hat das Glück, zu den beliebtesten Schülern seiner Klasse zu gehören. Dies hat er nicht unwesentlich seinem Ruf als Draufgänger zu verdanken, der reihenweise die Frauen klar macht. Eine von ihnen, Sinotschka, lernt er beispielsweise bei einem seiner abendlichen Spaziergänge durch Moskau kennen. Er lädt sie zu einer Spazierfahrt in einer Kutsche ein, sie traben ein wenig durch die Stadt und kommen an Sehenswürdigkeiten wie Kirchen und Klöstern vorbei, die später von den Bolschewisten gesprengt wurden, und landen schließlich in einem Stundenhotel. Sinotschka kommt dabei aus ärmeren Verhältnissen und himmelt Wadim, der als Halbwaise seine Mutter schamlos aussaugt, in völliger Verkennung seines Charakters und sozialen Standes an. Er dankt es ihr, indem er sie wissentlich mit einer Geschlechtskrankheit, an der er gerade herumdoktort, ansteckt und ihr zum Abschied eine falsche Telefonnummer zusteckt. Seine Seelenregungen werden dabei so einfühlsam geschildert, dass man unweigerlich denkt: So soll es sein, das ist der Lauf der Dinge.
Aus der Zeit gefallen

Auch Wadims Klassenkameraden und die Gruppendynamik mit ihren Machtkämpfen innerhalb der Klasse werden sehr plastisch beschrieben, ohne dass das Ganze ausufernd werden würde. Interessant ist dabei auch, dass diese Machtkämpfe unter anderem mittels politischer Diskussionen ausgetragen werden, bei denen sich die Schüler wahlweise Antisemitismus, Unchristlichkeit oder mangelndes Europäertum vorwerfen. Hinzu kommt noch, dass sich Russland und Deutschland gerade miteinander im Krieg befinden, was aber niemanden so recht interessiert, zumindest Wadim nicht. Also im Prinzip alles so wie heute auch. Nur dass der “Roman mit Kokain” bereits in den 1930ern geschrieben wurde, 1915ff spielt und 2012 vom Manesse Verlag in einer sehr ansprechenden AuDie alte Rus IVsgabe veröffentlicht wurde, die erstmals direkt vom Russischen ins Deutsche übersetzt worden war. Insofern handelt es sich bei diesem Roman also um eine klassische Wiederentdeckung; während meines Slawistikstudiums habe ich auch kein einziges Mal von seiner Existenz gehört und auch Reinhard Lauers “Geschichte der russischen Literatur” erwähnt ihn mit keinem Wort. Das ist etwas seltsam, denn als der Roman in den Dreißigern in Paris veröffentlicht wurde, hatte er durchaus einigen Erfolg und Anfang der Achtziger wurde er bereits einmal ins Französische und von da aus in andere Sprachen übersetzt und entsprechend gefeiert. Seinerzeit stritten die Slawisten dann allerdings vor allem darüber, ob sich hinter dem Pseudonym Agejew wohl Nabokow verstecken könnte. Zwar bestritt dessen Witwe das und es meldete sich eine ehemalige Weggefährtin Agejews, die über einen gewissen Mark Levi berichtete, der der Urheber gewesen sein sollte, doch schenkte man ihr keinen Glauben. So dauerte es dann noch bis zur Öffnung der sowjetischen Archive, ehe die Lebensgeschichte des literarischen No-Names Mark Levi rekonstruiert werden konnte, der in den zehner Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts ein Gymnasium in Moskau besuchte und dessen Bruder in jungen Jahren an seiner Kokainsucht verstarb.

Bevor Wadim nun allerdings dem Kokain verfällt, kommt ihm noch eine Frau dazwischen, für die er wahre Gefühle empfindet, deren Effekt es allerdings leider ist, dass sie ihn in seiner Animalität einschränken. Folglich sieht er sich dazu gezwungen, alle edlen Gefühle und Regungen in sich abzutöten, um der Frau wie ein Mann begegnen zu können. Eine Weile geht das gut, doch irgendwann hat Sonja, wie die verheiratete Frau heißt, genug vom Kloaken-Wadim und dann kommt auch schon das Kokain …
Revolutionär

Wer jetzt befürchtet, nach dieser ausführlichen Schilderung den Roman nicht mehr lesen zu brauchen, liegt falsch, denn ein Großteil seines Reizes besteht, wie gesagt, in den feinfühligen Schilderungen der Psychodynamiken der aufgeführten Personen. Außerdem ist der Ausflug in die Drogenboheme des unmittelbar vorrevolutionären Moskaus, das gleichzeitig so modern wirkt, dass man es mit dem heutigen verwechseln könnte, und einen winzigen, sehr spezifischen historischen Moment abbildet, einmalig und absolut fesselnd. Dabei ist die Perspektive eines apolitischen Kokainkonsumenten, dem Krieg und Revolution am Allerwertesten vorbeigehen, bestechend, auch wenn man sich selbst etwas mehr Erzählen vom großen revolutionären Umbruch gewünscht hätte. Aber Levi ist ein viel zu brillianter Menschenkenner, als dass er das nötig hätte. Ihm genügt es, eine Allerweltsbeobachtung eines Theaterbesuchers anzustellen, um anhand dessen die psychische Gestricktheit eines idealistischen politischen Aktivisten deutlich zu machen – und man versteht: das ist die ganze Geschichte, konzentriert im Husten eines Theaterbesuchers. Da trifft es sich gut, dass man bei einem von Wadims Lehrern nur anhand des Kontextes erkennen konnte, ob er gerade hustet oder lacht. Das kosmische Gelächter lacht.

Diese Rezension erschien zuerst unter blog-soloto.de
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am 16. Mai 2014
Mir wurde das Buch empfohlen und ich bin sehr froh es endlich in deutscher Übersetzung gefunden zu haben. Absolut lesenswert!
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am 14. Oktober 2013
wohl nicht jedermanns geschmack (evtl. werden auch die sensationsgierigen im hinblick auf einen "geilen koksfilm" nicht befriedigt)! absolute weltklasse, deren nuancen auch im hinblick auf die entstehungsgeschichte, ganz neu entdeckt werden müssen. kannte die übersetzung aus dem französischen aus den '80er jahren; diese direktübersetzung jetzt ist um klassen besser!!
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am 7. Dezember 2012
Dieser Roman ist, wie im Klappentext und im Nachwort ausgeführt wird, das einzige Werk eines ansonsten literarisch nicht auffällig gewordenen russischen Abenteurers, der in den Nachrevolutionsjahren auch für Stalins Geheimdienst gearbeitet haben soll. Lange Zeit soll die Autorschaft des Werks unklar gewesen sein, unter anderem wurde es auch Nabokov zugeschrieben; jedenfalls spricht viel dafür, dass der Autor von Nabokov beeinflusst wurde.

Um die Entstehungsgeschichte des Romans wird somit viel Gewese gemacht. Sicher auch mit dem Hintergedanken, ihn aus Marketing-Gründen mit der Aura des Geheimnisumwitterten zu umgeben und dadurch interessanter zu machen als er ist. Denn das Werk selbst hat - neben einigen Qualitäten - doch auch unübersehbare Schwächen. In der Ich-Form geschrieben, besteht es zum überwiegenden Teil aus selbstquälerischen Reflexionen, in denen der Ich-Erzähler das eigene Verhalten, die eigenen Empfindungen, das eigene moralische Versagen in - darin an Proust erinnernd - ausufernder Ausführlichkeit seziert. Dabei gelingen ihm zwar überraschende und interessante Bilder und Formulierungen, auch später bei der Beschreibung der Höhenflüge und Abstürze, die er im Kokain-Rausch erlebt. Bei alledem fehlte es mir aber doch an der Stringenz der Handlung. Letztlich kam mir der Roman vor wie eine nur äußerlich zusammenhängende Kompilation dreier Einzelgeschichten: einer Schülergroteske, einer Liebestragödie und eben der Beschreibung einer Rauschgiftsucht. Aber all dies hat man auch schon anderswo und keinesfalls schlechter gelesen und innerhalb der Einzelgeschichten gibt es wiederum weder Spannungsbogen noch Pointe. Ähnlich wie zuvor schon bei der Lektüre von Gaito Gasdanows Das Phantom des Alexander Wolf fand ich, dass dieses Werk noch von literaturhistorischem Interesse sein mag, aber letztlich nicht ohne Grund in Vergessenheit geraten ist. Dass solche Bücher neu übersetzt und verlegt werden, sagt weniger über ihre Qualität als etwas darüber aus, dass es den Verlagen an verlegenswerter Gegenwartsliteratur zu mangeln scheint.
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am 11. April 2013
Habe schon lange keinen Roman mehr angerührt, aber habe es nicht bereut, diesmal getan zu haben.
Erschreckend lesenswert auch für Romanhasserinnen.
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Vorab die russische Literatur-auch der KLassiker- gefällt mit nicht so sehr, aber das nur zur Einstimmung.
Um den Autor, der zunächst unbekannt war und der nur dieses eine Werk geschrieben haben soll, aber jetzt wohl identifiziert ist, wurde viel Aufhebens gemacht. Warum? Nun vor allem wohl aus marketingstrategischen Überlegungen. Dieser legitime Trick ist wohl auch gelungen, denn das Buch verkauft sich blendend. Im Prinzip bin ich auf diese Strategie auch hereingefallen, Aber was soll`s?
Im Prinzip besteht das Buch aus drei Geschichten: Einer Geschichte, in der der Ich-Erzähler seine Schulzeit auf einem elitären Gymnasium schildert, einer Liebesgeschichte mit einer verheirateten Frau und eben der Liaison des Autors mit dem Kokain, die schließlich zu seinem Tod führt.
Alles dies ist durchtränkt von Analysen und Selbstbezichtigungen über sein zutiefst amoralisches Verhalten. Seine Armut schiebt er als Entschuldigung vor, um seine Mutter zu verleugnen, ja sie zu verachten und schließlich in den Selbstmord zu treiben. Alles trieft vor Pathos, vieles erscheint mir einfach manieriert. Eine stringente Handlung fehlt und vieles ist vorhersehbar. Aber vielleicht hat der Autor ja eines gewollt, ein Abbild der dekadenten russischen Gesellschaft jener Zeit darzustellen? Aber das haben schon andere russische Schriftsteller besser gekonnt. Ich habe das Buch durchgelesen und das war`s!
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am 1. September 2009
Ich bin ein großer Fan von Dostojewski und Balzac, dieses Buch hat aber die Beide überboten. Must-read!
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