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Kundenrezensionen

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Jenny Treibel hat es geschafft: Durch die Heirat mit einem Fabrikanten ist sie aus einfachen Verhältnissen ins Berliner Großbürgertum aufgestiegen. Stolz trägt sie den Pomp ihrer Klasse zur Schau und schwärmt gleichzeitig verklärt von der romantischen Liebe und vom einfachen Leben. Diese Ideale vergisst sie allerdings ganz schnell, als sich die kluge Professorentochter Corinna mit Jennys willenlosem Sohn Leopold verlobt. Die Mutter wirft ihr ganzes Gewicht in die Waagschale, um die nicht standesgemäße Verbindung zu verhindern. Der lebhaften Corinna bleibt trotz ihres Charmes der gesellschaftliche Aufstieg verwehrt, sie muss sich den bürgerlichen Konventionen fügen. Theodor Fontane hat mit "Frau Jenny Treibel" im Alter von 72 Jahren seine Höchstform erreicht. Voller Humor zeichnet der Meister des poetischen Realismus ein lebendiges Bild der Berliner Gesellschaft am Ende des 19. Jahrhunderts. Der Roman besitzt alle Qualitäten, für die Fontane verehrt wird: Lächelnd und voller Menschenliebe schildert der Autor unterschiedliche Charaktere, deren Gespräche er mit ironischen Seitenhieben auf die konservative Gesellschaft spickt. Die Lektüre von Fontanes witzigstem Werk ist eine Zeitreise in eine andere Welt, in der die Suche nach dem Glück aber offenbar ebenso dramatisch und komisch war wie heute.
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am 28. Dezember 2015
Ich habe das Buch für die Schule gekauft, da ich es lesen musste. Privat würde ich es allerdings nie lesen, da die Story, sofern man es Story nennen kann, wirklich leider zäh und langweilig ist. Es passiert einfach nichts, sodass kein Lesedrang entsteht.
Sorry, aber dieses Buch ist bei mir leider durchgefallen.
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am 27. März 2005
Dieses Buch ist eines der wenigen, das mich in der Schule wirklich fasziniert hat! Die Handlung an sich gibt nicht besonders viel her: Jenny Treibel versucht die Heirat ihres Sohnes Leopold mit Corinna, einer Professorentochter, zu vereiteln, da sie diese als unter ihrerm Stand/Würde ansieht.
Hierbei kommt der Charakter der Jenny Treibel voll zur Geltung: selbst einmal arm gewesen versucht sie nun alles, um ihre Stellung im Besitzubürgertum zu halten und zu mehren. Fontane hat es wirklich verstanden den Realismus in dieses Buch zu bringen und er zeichnet ein detailliertes Bild der wilhelminischen Gesellschaft.
Ich empfehle dazu die Lektürehilfe von Klett, die einem wirklich noch jeden Winkelzug und die versteckten Genialitäten in diesem Werk aufzeigt, um voll in den Genuss dieses Buchs zu kommen.
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TOP 500 REZENSENTam 19. Oktober 2014
Jenny Treibel war früher selber mal arm. Jetzt versucht sie alles, um ihre Stellung im Bürgertum der Besitzenden zu halten.
Fontane zeichnet ein realistisches und detailliertes Bild der wilhelminischen Gesellschaft, aber höchst amüsant geschrieben, mit viel subtiler Ironie.
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am 5. August 1999
"Frau Jenny Treibel" gehört zu Theodor Fontanes bekanntesten und auch besten Romanen. Im Mittelpunkt der Geschichte steht der heiratsbedingte Aufstieg der Kleinbürgerin Jenny Bürstenbinder in die Kreise der Fabrikanten-Bourgeosie in den 1880er Jahren. Relativ schnell hat sie sich dem Verhalten, der Sprechweisen und dem Lebensstil ihrer neuen Schicht angepaßt und entsprechend hat sie auch ihre Söhne erzogen. In ihrem Gedächtnis, in ihrem Herzen - wie sie es nennt - trägt sie jedoch die Erinnerung an ihre Jugendzeit, die sie trotz der erlebten Armut zusehends als einfaches, aber glückliches Leben idealisiert. Voller Sentimentalität erinnert sie sich ständig an das Lied "Wenn sich Herz zum Herzen findet", das ihr damaliger Verehrer für sie geschrieben hat; sie läßt es auf ihren Gesellschaften vortragen und wird nicht müde zu beteuern, daß "Herz" und "Liebe" die eigentlichen Werte seien, ohne die man nicht glücklich werden könne. Nichtsdestotrotz hatte sie seinerzeit ihren Verehrer im Regen stehen lassen, als der renommierte und vor allem reiche Fabrikant Treibel um ihre Hand anhielt. Diese Vergangenheit Jennys wird Gegenwart, als die Tochter ihres ehemaligen Verehrers ihren willenschwachen Sohn heiraten will und somit selbst den Aufstieg in die Bourgeosie beabsichtigt. Alle heeren Worte, alle beschworenen Werte sind bei Jenny schnell über Bord geworfen, sie kämpft nun wie eine Löwin, um diese unstandesgemäße Heirat zu verhindern. Diese Geschichte ist höchst amüsant geschrieben und brilliert in ihrer subtilen Ironie, hinter der der Leser immer wieder den augenzwinkernden Fontane erkennt. Unbedingt zu empfehlen! (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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am 14. August 2014
Bissig und satirisch nimmt Fontane die Besitzbürger des 19. Jh. mit ihrer Schmalspur-Bildung gekonnt auf die Schaufel. Lesevergnügen ist garantiert, und die Jenny Treibel erkennt man auch in unserer Gesellschaft auf Schritt und Tritt wieder.
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am 18. Dezember 2015
Ja, so waren sie früher, die Damen : eitel, durchtrieben, intrigant, manche auch ein bisschen blöd. Da half keine noch so preußische Erziehung; der Realitätssinn der Damen besiegte jede preußische Tugend. Und den Rest erledigte ihr Mundwerk.
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am 13. Dezember 1999
In Anbetracht des Verlages, der Aufmachung und des ungemein günstigen Preises der vorliegenden Ausgabe drängt sich mir folgendes auf: Sicherlich geht es mir wie vielen anderen Lesern: Zahlreiche Bücher, die man in der Schule lesen mußte, werden alleine schon durch diese Tasache zu unsäglichen Machwerken, die man mit der nächsten Appollo-Rakete auf den Mond schießen möchte. Bei "Frau Jenny Treibel" von Fontane ging es mir nicht so. Denn die Geschichte ist einfach zu stark, die Sprache zu gewitzt als daß man das Buch nach bestandenem Abitur einfach zur Seite legt - auf Nimmer Wiedersehen. Fontanes Gesellschaftssatire über den sozialen Aufstieg und den damit verbundenen mentalen und psychischen Veränderungen eines Menschen stammt aus dem vergangenen Jahrhundert, es könnte jedoch auch heute spielen. Selbstsucht, Überheblichkeit, Vergessen der Vergangenheit, soziale Härte, aber auch gleichzeitig die Idealisierung der guten alten Zeit - alles Elemente eines ständig aktuellen Themas, hier thematisiert in Jenny Bürstenbinder, der Tochter eines kleinen Gemüsehändlers, die in die höchsten bourgeoisen Kreise einheiratet. Fontanes witzig-ironischer Schreibstil macht die Lektüre darüber hinaus zu einem einzigartigen Erlebnis!. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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Die Kerngeschichte "Jenny Treibel" ist die Beziehung der Tochter des eher klein- bis mittelbürgerlichen Gymnasialprofessors Corrina Schmidt und dem Sohn Leopold des wohlhabenden Industriellen Kommerzienrats Treibel, dessen Frau die eher aus einfachen Verhältnissen stammende Jenny ist. Corrina möchte sich Leopold gerne schnappen; der ist auch interessiert, aber die Frau Mama ist dagegen. Die Kerngeschichte nimmt aber gar nicht soviel Raum ein, sondern wird umlagert von der Beschreibung einer Reihe anderer Personen und Beziehungen (etwa eines Gelehrtenzirkels des Gymnasialprofessors, der Ehe der Treibels oder eines englischen Besuchers), welche hauptsächlich in Form vieler Gespräche bei Tisch, Besuchen und gesellschaftlichen Anlässen bestehen. Der Charakter ist heiter; Fontane macht sich über die vielen kleinen Eitelkeiten und Nicklichkeiten der Berliner Gesellschaft und die Spannungen zwischen gesellschaftlichen Schichten mit viel Ironie lustig.

Das Buch ist sicher nicht das ganz große Werk. Die Liebesgeschichte ist nett, aber nicht allzu packend und nicht 'groß'. Die auftretenden Figuren sind schön und präzise gekennzeichnet, aber an vielen Stellen nix Neues; der Humor ist süffisant und geistreich, manches wird aber auch einen Tick langatmig. In der Dramaturige kann das Fehlen von echter Handlung anstatt nur Gesprächen gelegentlich etwas nerven. Man muss sich darauf einlassen, wird dann aber mit viel Sprachschönheit und Wortwitz belohnt. Kein Buch, das einen berührt oder bewegt, aber sehr gut unterhält und einen interessanten Einblick in das Leben der Zeit bietet.
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am 6. April 2012
Frau Jenny Treibel, Fabrikantengattin und "Kommerzienrätin", hat um des Geldes Willen nach oben geheiratet, zelebriert aber nach 30 oder mehr Jahren Ehe noch immer eine sentimentale Freundschaft zu ihrer Jugendliebe, einem Gymnasiallehrer. Doch wie wird sie reagieren, wenn dessen lebhafte, intelligente fünfundzwanzigjährige Tochter nun ihrem eigenen netten, mediokren Sohn Avancen macht, ebenfalls um des Geldes Willen?
Das ganze sanfte Drama spielt sich, hauptsächlich durch Gespräche der Protagonisten erzählt, binnen weniger Wochen und einiger Abend- und Nachmittagsgesellschaften ab, ein schönes Gesellschaftsporträt mit vielen zeittytischen Anspielungen, eine wunderbare Zeitreise ins späte 19. Jahrhundert. Ein wenig unglaubwürdig, weil zu gutmütig, scheint mir der Kommerzienrat Treibel zu sein. Überhaupt kommen, wie oft bei Fontane, die Männer eher besser weg als die Frauen, ungeschlagen allerdings die herzensgute Haushälterin Schmollke, die aber wiederum auch dadurch besticht, dass sie ständig ihren ebenfalls herzensguten Verblichenen zitiert.
Lesen und genießen.
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