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am 21. Juli 2016
Sehr schönes Buch.
Habe es meiner Oma geschenkt sie hat einige Bräuche auch gleich wiedererkannt.

Tolles Geschenk - am Besten gleich mit der/dem Beschenkten gemeinsam anschauen/lesen. ;)
Bringt so manche lustige Geschichten von damals wieder zurück!
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Man könnte sicherlich weit mehr als diese 157 Seiten über die darin angeführten Bräuche schreiben. Aber die Historikerin Friedl schafft es auch in diesem Buch (ich habe bereits von ihr „Wie’s früher war“ gelesen), dem Leser die Dinge so zu schildern, dass er es einerseits versteht und andererseits kein wissenschaftliches Werk studieren muss. Inge Friedl betont in ihrer Einleitung, dass sie in diesem Buch keineswegs alle Bräuche der besuchten Regionen aufgezeichnet hat. Denn in Kärnten, der Steiermark und Oberösterreich, wo sie auf Spurensuche unterwegs war, hat fast jedes Tal, jedes Dorf, seine eigenen Gewohnheiten und Rituale.

So lernt der Leser den Unterschied zwischen „Danke“ und „Vergelt’s Gott“, wie das Bienenaufwecken funktioniert oder dass das Raufen zu einer Hochzeit gehört. Warum ein Vogerl davon flog, als der Schuldirektor dem Buben das Grüßen lehrte, warum ein Sauschädl zwei Mal gestohlen wurde und was Pfoad,Firta und Gradlhose sind.

Neben den Texten über die einzelnen Bräuche lässt sie auch noch lebende Zeitzeugen zu Wort kommen. Diese in einem farblich unterschiedlichen Kasten zu lesende Beiträge sind in der jeweiligen Mundart geschrieben, wie sie der Erzähler spricht. Jeder einzelne ist lesenswert. Ich habe da zum Beispiel gelesen, wie der Luzifer mit der Rorate zusammenhängt oder von der Abschiedsrede an einen Toten an der Türschwelle. Aus Donnersbach im Ennstal berichtet Erna Kalsberger von den „Perchtln“ oder Maria Höfler aus Sarleinsbach im Mühlviertel erklärt das Virgisegnen. Das Godngehen am Ostersonntag schildert Gertrud Berger aus Altirdning im Ennstal.

Gegen Ende des Buches gibt es ein paar Landler-Gstanzln, alte Spiele („Moaster und Gsöll“) und drei Rezepte (z. B. Küahtutten mit Schnaps“, die es in Oschenitzen in Südkärnten nur an besonderen Tagen gab), ein Glossar (Lampern? Gogg?) und Texte, die im Buch in Dialektform geschrieben sind, ins Hochdeutsche übersetzt.

Friedl schreibt aber auch über weniger sinnvolle Dinge, wie beispielsweise, dass die heute älteren Menschen von großer Angst vor den Krampussen berichten. Diese resultierte allzu oft aus der schwarzen Pädagogik von seinerzeit, in der es hieß, wenn man nicht folgsam sei, hole einem der Krampus oder wenn man sich nicht gewaschen hat, hole einem der Bartl Putz mit der Reibbürste. Aufgefallen ist mir auch, dass der Nikolo als „Geschenk“ oft auch nur die Rute zum Verdreschen gebracht hatte.

Jedenfalls ist dieses Buch von Inge Friedl wieder eine Fundgrube von Gewohnheiten und Ritualen, die heute kaum noch jemand kennt, die aber über lange Zeit unsere Gesellschaft geprägt hatten. Einziger Wermutstropfen bei diesem Buch sind die schwarzweiß-Bilder, die mit einem Braunton überzogen wurden und teilweise nicht wirklich scharf sind (im ersten Buch von Friedl war das Bildmaterial eindeutig besser gedruckt, aber das ist Sache des Verlags, nicht der Autorin).
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