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Kundenrezensionen

3,1 von 5 Sternen
3

am 8. Oktober 2016
Diesmal kann ich leider nicht über meinen Schatten springen.
Ich fand die Beschreibung in einer der Rezensionen, die den Roman sehr gut bewerten, durchaus nachvollziehbar und interessant.

Durchhalten, ja, habe ich getan, Quälen, ja warum nicht, das ist manchmal erforderlich bei guter Literatur.
Aber - und das ist das Entscheidende - hat die Belohnung am Ende gefehlt, die zum Beispiel wenigstens darin bestehen könnte, dass man doch froh ist, nicht aufgegeben zu haben, weil das Buch ein zumindest in irgendeine Richtung befriedigendes Gefühl hinterlässt. Das hat sich leider nicht bei mir eingestellt.
Ich lass mir aber durchaus zum Vorwurf machen, dass ich gegen Ende hin vielleicht die Aufmerksamkeit nicht mehr ganz hoch gehalten und eher mechanisch zu Ende gelesen habe, in der abnehmenden Hoffnung, dass noch etwas kommt, das mich doch wieder in die Spur zurückbringt.
Warum nur 1 Stern (die Erklärung findet sich größtenteils eigentlich auch in den hohen Bewertungen)?
Meine Meinung: keine richtige Story, sehr abstrus, schwierig einen roten Faden zu finden, ein wenig selbstverliebt in die eigene Art Rätsel zu erzeugen und versteckte Anspielungen auf historische Ereignisse und Personen.

Leider kann ich diesen Roman nicht empfehlen, empfehle dafür aber gern Buddha's kleiner Finger.
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am 12. Mai 2013
Vorweg:
Während des Lesens schwankte ich zwischen 0 und 5 Sterne Wertungen.
Selbst Pelewin Fans raten in Foren und Rezensionen "zum Durchhalten" beim Lesen.
Ja allerdings.
Das ist auch geboten.
Wenn man nicht zwischen drin mit echter Könnerschaft belohnt werden würde
müsste man annehmen, hier will ein bekiffter Spinner etwas für Literatur verkaufen, was ein eigentlich
eine Verkackeierung des Literaturbetriebs an sich ist.
Dahinter verberge sich ein Scharlatan, der allerhand Zutaten in den Topf wirft und einmal durchschüttelt:

Comic, Postmoderne, Literaturkritik, Religionsfetzen, "Bibel- Talmut-Koran- Buddhismus- Zitaten" inklusiver Deutungsspielchen, Videospielästhetik, Mythen und ein wenig James Bond.

Es ist auch ein Roman im Roman. Eine Selbstbetrachtung während ein Ich (welches?) sich sucht und darüber reflektiert.

Am besten trifft das Bild:

Ein Spiegel im Spiegel beim reflektieren multipler Ebenen!

Doch dann wird man mit Sätzen belohnt wie:

"Der Schuss und die Explosion verschmolzen zu einem einzigen Knall...Ihm war als fiele er in eine Grube, deren Grund Hitze ausströmte. Das Merkwürdige war, dass sie zu Anfang nicht tief erschien, doch je länger er fiel, desto weiter wich der Grund zurück. Kein Abgrund konnte so tief sein.
Dann blies ihm ein Wind entgegen. Er wurde allmählich immer stärker, und bald verlangsamte sich T`s Fall, bis er schließlich ganz zum Stillstand kam...."

Pure Poesie!!!

Zum Inhalt:

"Ein Roman mit einem solchen Titel, in dem die Hauptfigur als "Graf T." auf eine geradezu halsbrecherische Suche nach ihrer Identität geht, da bleiben praktisch keine Fragen offen. Jener Graf, der mit Leo Nikolajewitsch angeredet wird, von gewaltlosem Widerstand schwadroniert (dabei durchaus gewaltig und ohne großes Zögern austeilt), der sich mit der offiziellen Kirche anlegt, der auf seinem Gut eigens einen ihm ähnelnden Bauern angestellt hat, auf dass dieser im groben Russenhemd hinter einem Pflug übers Feld trotte, immer zu jener Stunde, in der der Expresszug vorbeifährt und die Reisenden aus dem Zugfenster heraus das gelebte Wort vom schlichten Dasein in Augenschein nehmen können, jener Graf also ist zunächst klar zu identifizieren als Leo Tolstoi und der Roman wohl offenbar eine parodistisch überzeichnete biografische Erzählung über ihn selbst.

Aber ganz so einfach liegen die Dinge nicht, und allerspätestens, wenn Graf T. in einem Petersburger Schützengraben auf Dostojewski trifft, der damit beschäftigt ist, aus der Deckung Zombies abzuschießen, um ihnen Wurst und Wodka abknöpfen zu können, und der den Grafen schließlich durch die Kanalisation zum Haus des geheimnisvollen Oberprokurators Pobedonoszew führt, weiß man, dass die Szenerie keine simple historische Satire ist, sondern dass man im wild gewordenen Kosmos von Viktor Pelewin gelandet ist.

In diesem Moment ist bereits klar, dass man es keineswegs mit einer - wie auch immer grundierten - Nacherzählung von Lebensepisoden des Verfassers von "Krieg und Frieden" zu tun hat, dass vielmehr "Graf T." eine Romanfigur ist, die sich ihrem Status als Romanfigur bewusst geworden ist und versucht, gegen ihre Autoren (ein ziemlich windiges Kollektiv, eher freie Werbetexter als Schriftsteller) zu rebellieren, ein Eigenleben zu gewinnen."

Fazit:

Ich mahne zur Vorsicht.
Das ist kein "normaler" Roman.
Es ist ein Gedankenspiel eines junggebliebenen Intellektuellen, der klever mit kulturelln Versatzstücken spielt.
Man muss sich drauf einlassen.
Wenn das nicht gelingt legt man das 23 Euro teure Buch bald wütend unters Sofa
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am 9. April 2013
Lieber Luchterhand Verlag,
warum bloss haben Sie den neuen Pelewin (auf den ich mich wahnsinnig gefreut habe) nicht wieder von Andreas Tretner übersetzen lassen??!! Ganz sicher ist die neue Übersetzung durch D. Trottenberg ehrenwert und vielleicht dicht am Original, aber die kongeniale Übersetzung Pelewins durch Tretner ist unersetzbar! Ich bin furchtbar traurig und weine einer Symbiose nach, die ich im neuen Buch so nicht mehr finde.
Mit betrübten Grüssen,
Jutta Winkelmann

P.S. Für Pelewin trotzdem immer alle Sterne
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