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Kundenrezensionen

3,8 von 5 Sternen
13
3,8 von 5 Sternen
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am 17. Januar 2015
Das Anstrengende:
Dieses Buch ist anstrengend. Nicht, weil in die Perspektive der einzelnen Protagonisten gewechselt wird. Das wird klar durch die Kapitelüberschriften, die nach dem jeweiligen Erzähler benannt sind. Sondern weil innerhalb der einzelnen Erzählungen unvorbereitet Zeitsprünge auftauchen.Der erste Satz erzählt über Eindrücke des Ersten Weltkriegs, im folgenden Abschnitt dann über den Zweiten WK, der nächste spielt im Nachkriegsdeutschland. Das ist schwierig und erfordert Aufmerksamkeit. Weil wichtige Dinge geschehen, die man nicht zuordnen kann, nur der Person, die gerade erzählt. Und man gewinnt den Eindruck, dass diese wichtigen Dinge keine herausragenden, einschneidenden Erlebnisse sind sondern im Fluss des geschilderten Lebens eine Rolle spielen, ohne zu sehr hervorzustechen. Die Einordnung der Wichtigkeit erfolgt im Leben das folgt.

Und das macht dieses Buch aus:
Wenn es gelingt (manchmal habe ich es geschafft) den Text als "Gesamtgefühl" auf sich einprasseln zu lassen, als holistische Darstellung zweier Familien, die in der Gegenwart zusammenfinden, wahrzunehmen, dann ergibt sich daraus ein bildreiches psychologisches Portrait, dem man sich kaum entziehen kann. Die Analyse ist jedoch nicht sauber strukturiert (das meine ich nicht abwertend) sondern lyrisch und assoziativ erzählt. Und durch die Beziehungen der Erzählungen untereinander entsteht ein Zusammenhang der Erlebnisse und Gefühlswelten der Generationen, der jedoch keinen Wert auf Ursache und Wirkung legt (mal von der Angst von Schnee abgesehen) sondern diese Zusammenhänge durch den Leser selbst herstellen lässt.
Ein Mann, der Affenforscher wird, weil er sein eigenes Verhalten nicht verstehen kann. Der auf der Suche nach dem "Menschlichen" ist. Die Tochter, die ein gespaltenes Verhältnis zu ihrem Vater hat aber dessen Beruf ergreift. Die schlingernde Tochter. Die Geschichte setzt sich fort. Aber klare Ursache-Wirkungsprinzipien gibt es nicht.

Wer sich mit der Vergangenheit seiner Familie auseinandersetzt, wird auf Dinge stoßen, die sich im eigenen Leben fortpflanzen. Die Früchte tragen. Das Erleben und die Bewertung bleibt jedoch beim Einzelnen.

Wenn auch energieaufwändig, so war dieses Buch für mich eines der besten der letzten Zeit.
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am 21. August 2014
Erzählt wird die Geschichte zweier Familien: Die deutsche Famlie Grolmann mit den Eltern Lilly und Hannes wird im Laufe der Kriegsereignisse (2. Weltkrieg) aus Oels in Schlesien vertrieben. Über Breslau und Thüringen gelangen sie nach Bayern. Der Sohn, Eustachius, wird Verhaltensforscher, seine Tochter Simone ebenfalls. Das Verhalten von Primaten ist ihr Fachgebiet.

Damit verwoben wird die Geschichte der polnischen Familie Nienaltowski aus Lemberg/Lwow, die am Ende des Krieges nach Breslau/Wroclaw zwangsumgesiedelt wird. Der Sohn von Halina, Boris, wandert später nach Deutschland aus, verkürzt seinen Namen zu Nienalt und nimmt sich als Psychologe der Traumata von Kriegskindern und Vertriebenen an. In dieser Eigenschaft trifft er auf Simone und Eustachius Grolmann.

Die einzelnen Kapitel des Buches werden streng aus der Perspektive einer der Personen erzählt und sind jeweils mit deren Namen bezeichnet. Somit ergibt sich eine Multiperspektivität, zugleich auch eine Vielstimmigkeit der Erzählung. Darin liegt eine Stärke des Buches, ebenso aber auch dessen größtes Problem. Nach knapp 200 Seiten und einigen Kapiteln aus der Sicht von Eustachius, Simone und Boris, war ich kurz davor, die Lektüre abzubrechen. Der Stil der Autorin war für mich kaum erträglich. Besonders in den Simone- und Boris-Kapiteln übte sie sich in einem albern-flockigen Ton, der in Kalauern und schlechten Metaphern das Potenzial des Stoffes völlig erstickte. Zudem erschienen mir die dort beschriebenen Nachwirkungen der Kriegserlebnisse aufgesetzt. Simone fürchtet sich vor Schnee, weil ihr damals junger Vater im tiefsten Winter fliehen musste und beinahe erfroren wäre. Boris kann keine geschlossenen, abgedunkelten Räume ertragen, weil seine Mutter Halka im zerbombten Breslau in zugenagelten Zimmern lebte. Keine Frage: solche 'vererbten' oder weitergegebenen Traumata gibt es zweifelsohne. Nur werden sie hier so plump erzählt, so dick aufgetragen, dass die beabsichtigte Wirkung verloren geht.

Ich bin aber froh, nicht aufgegeben zu haben. Denn ab S. 197 folgen substanzielle Kapitel aus der Sicht der Kriegsgeneration (Lilly, Hannes und Halina). Diese heben sich sprachlich sehr von den früheren Kapiteln ab, sind konzentrierter, literarischer, von intensiven Bildern geprägt. Diese Teile des Buches sind großartig und dicht. Die Zerstörung Breslaus, die Inbesitznahme durch die vertriebene polnische Bevölkerung: all das wird exzellent beschrieben. Warum dann diese Abstürze in die Plattheiten der anderen Kapitel? Möglicherweise wollte die Autorin hier einen Kontrast schaffen zwischen den dunklen Kriegskapiteln und der - scheinbar - unbeschwerteren späteren Geschichte? Warum hat sich die Autorin dafür entschieden, den jüngeren Generationen der Familie nicht mit der gleichen Sensibilität und literarischen Intensität zu begegnen wie der Kriegsgeneration?

Dieser Kontrast hat für mich die Freude an der Lektüre doch sehr geschmälert. Für die Kriegskapitel verdiente die Autorin fünf Sterne. Für die anderen Teile nur einen Stern. Daher in summa: drei Sterne.
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am 21. Januar 2015
Die Familiengeschichte der Grohlmanns. Sprachlich herausragend, aber inhaltlich etwas überladen. Es geht um Krieg, Flucht,
Vertreibung und die daraus resultierenden Traumata. Ulrike Draesner wechselt rasant zwischen Gegenwart und Vergangenheit, Erst nach fast einem Drittel des Buches hatte ich mich daran gewöhnt. Die Hauptfiguren sind Eustachius Grohlmann, seine Tochter Simone und die Enkelin Esther. Eustachius und Simone haben den gleichen Beruf: Hirn- und Affenforscher. Der Affenforschung wird in dem Buch viel Platz eingeräumt, deren Bedeutung hat sich mir nicht erschlossen. Die Familie von Boris,dem Freund von Simone, nimmt meiner Meinung nach auch zu viel Platz in dem Buch ein. Eigentlich haben sie mit der Geschichte nichts zu tun.
Während des Lesens waren meine Empfindungen sehr gegensätzlich. Aber die Geschichte ließ sich nicht abschütteln und
drängte mich immer zum Weiterlesen.
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am 21. Februar 2017
die länge des romans, 555 seiten, hat mich lange von der lektüre abgehalten. als ich jedoch begonnen hatte, wollte ich nicht mehr aufhören. die wirkung von flucht und vertreibung auf die nachfolgenden generationen in romanform zu lesen hat mich sehr beeindruckt. die art und weise wie die traumatisierenden erfahrungen der kriegsgeneration auf die nachkommen weitergegeben werden, wird im roman aus der perspektive von neun personen erzählt. auch die sprache des romans ist sehr schön und eigenwillig, es ist bei der lektüre des romans spürbar, dass frau draesner lyrik schreibt. absolute empfehlung!.

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am 5. November 2014
Eines der schönsten Bücher, die ich zuletzt gelesen habe. Man ist zwar als Leser immer wieder gefordert, aber die Mühe lohnt sich. Nicht nur die Erzählung als solche ist interessant, die Sprache der Autorin ist wunderschön
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am 13. November 2014
Die angesehene Professorin für Verhaltensforschung, Simone Grolmann, 52 Jahre, beobachtet Affen: in ihrer Heimat und im Gehege des Instituts. Sie erkennt feine Unterschiede, versetzt sich in die Tiere hinein und entdeckt Parallelen zu ihrer eigenen Familiengeschichte.
Die Grolmanns wurden 1945 aus Schlesien vertrieben – mitten im tiefsten Winter mussten sie unter Lebensgefahr mit wenig Gepäck tage- und nächtelang wandern. Obwohl Simone erst 17 Jahre später geboren wurde, verfolgt die Angst vor Schnee und Kälte sie noch heute. Werden Erfahrungen wie Flucht und panische Ängste vererbt? Simone sucht nach Antworten, auch bei ihrem Vater Eustachius, den schreckliche Erinnerungen an die Vertreibung quälen, und der sich eine gewisse Härte im Alltag antrainiert hat.

Die Schicksale zweier Familien werden über vier Generationen und ca. 100 Jahre hinweg hin sehr poetisch und vielfältig erzählt. Immer wieder geht es um Vertreibung, Neubeginn und die seelischen Folgen.

Ulrike Draesner, geb. 1962 in München, studierte Rechtswissenschaften, Anglistik, Germanistik und Philosophie. Sie promovierte, gab aber ihre wissenschaftliche Laufbahn 1993 auf und lebt seit 1994 erfolgreich als freie Schriftstellerin. Der vorliegende Roman stand auf der Longlist für den Deutschen Buchpreis 2014.

Mich hat das Buch über weite Strecken hin sehr fasziniert. Am allerbesten gefiel mir der geniale Prolog, der aus der Perspektive des kleinen „Stach“ geschrieben ist, der noch gar nicht richtig einordnen kann, welches Drama gerade in Gang ist. Es folgen noch viele weitere schöne Stellen. Doch was mich grundsätzlich störte, war der distanziert-wissenschaftliche Blick auf die Menschenaffen und ihr „äffisches Wesen“ – das fand ich wenig wertschätzend. Die Erkenntnisse aus der Beobachtung der Affen dagegen fand ich sehr interessant und gut recherchiert.
Stellenweise war der Erzählstil durch die wechselnden Perspektiven etwas anstrengend, aber das Durchhalten wurde immer wieder belohnt.

Fazit: ein interessantes, vielfältiges, auch mutmachendes und positives Buch über ein trauriges Thema, das viele Deutsche bis heute bewegt.
Von mir 4 von 5 Sternen!
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am 29. Juni 2014
Dieser Roman ist äußerst spannend! Hat man den Anfang bewältigt und sich mit den Personen und ihren Stimmen vertraut gemacht, will man das Buch nicht mehr weglegen. Dabei geht es in Draesners neuem Roman um schwere Themen: Flucht und Vertreibung und deren Auswirkungen auf nachfolgende Generationen. Zugriff und Sicht sind neu und hochinteressant: Wie die Erfahrungen der Kriegsgeneration, der Geflüchteten und Vertriebenen auf die nächsten Generationen bis heute weiter gegeben werden. Die Verfasserin kennt den Forschungsstand dazu genau, weiß um die Auswirkungen der traumatischen Erfahrungen der Kriegsgeneration auf die Nachgeborenen, wie Familiengeheimnisse, Schrecken, Verlust, Hunger, Todesnähe buchstäblich bis in die Gene wirken und in den unterschiedlichsten irrationalen Ängsten, Zwängen und Krankheiten bei Kindern und Enkeln wieder auftauchen. Das alles wird aus der Perspektive der jeweiligen Personen, neun sind es, so anschaulich erzählt, dass die Fluchtbewegungen von Osteuropa bis in das bayerische Voralpenland einen wahren Sog auf den Leser ausüben. Nur die junge Esther, Enkelin des „Kriegskindes“ und späteren Affenforschers, scheint am unbeschädigtsten davonzukommen. Draesner hat einen Schlüsselroman vorgelegt. Mit reifer, erzählerischer Virtuosität spannt sie ein Erzählnetz, das Züge der eigenen Biografie mit den jüngsten Forschungen aus Anthropologie, Primatologie und Nachkriegsgeschichte verknüpft und bei aller Dichte und Sprachkunst gut lesbar ist. Uneingeschränkt empfehlenswert!
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am 6. November 2014
Ulrike Draesner hat mit ihrem Buch "Sieben Sprünge vom Rand der Welt" einen ergreifenden und sehr gut recherchierten Familienroman geschrieben. Die Leserin / der Leser "erlebt" die tragische und doch hoffnunggebende Geschichte einer Familie über mehrere Generationen hinweg. Es geht um Flucht und Vertreibung und was es bedeutet, die Heimat zu verlieren. Aber es geht auch um Neuanfang und Harmonie…

Kurz zum Inhalt:

Die 52-jährige Simone Grolmann ist Professorin für Verhaltensforschung, Mutter einer Tochter, und hat Angst vor Schnee. Die Angst ist tief in ihr, versunken wie der Breslauer Wald, durch den ihr Vater, sein behinderter Bruder Emil und Lilly, die Mutter der beiden, im Januar des Jahres1945 stapften, bei minus 21 Grad: drei Menschen mit drei durchweichten Pappkoffern. 17 Jahre vor Simones Geburt war das, und doch ist es ihre eigene Angst.

Simone liebt ihren Vater Eustachius und kommt ihm dennoch nicht nahe genug. Der 83-jährige Eustachius Grolmann ist ein Kriegskind und floh1945 aus Schlesien in den Westen. Noch immer wird er von den Erinnerungen an die Flucht und den Tod seines Bruders heimgesucht. Die Lebenswege der schlesischen Grolmanns kreuzen sich mit dem Schicksal einer aus Ostpolen nach Wrocław vertriebenen Familie. Erzählt wird die Geschichte von vier Generationen. Die Geschichten der Grolmanns und der Nienaltowskis werden zum Spiegel von hundert Jahren mitteleuropäischer Geschichte. Sie erzählen von den Mühen und Seligkeiten zwischen Eltern und Kindern, von Heimat, Freiheit und Migration.

Ein interessanter und gelungener Roman mit viel Emotion, Herzschmerz und Herzblut!
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am 14. Juni 2014
Eine wunderschöne Geschichte. Leider stört die sehr schlechte Umsetzung ins Kindle-Format den Lesefluss und damit das Lesevergnügen erheblich. Manche Zeilen haben nur zwei Worte oder beginnen in der Mitte der Seite. Für den Preis erwarte ich eine deutlich bessere Umsetzung. Daher nur drei Sterne.
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am 28. August 2014
Ich bin enttäuscht. Ewig lange Bandwortsätze und das Springen zwischen den Personen macht das Lesen sehr anstrengend. Ich hatte mir mehr gewünscht!
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