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Kundenrezensionen

3,6 von 5 Sternen
7
3,6 von 5 Sternen
Ein dunkler Moment: Roman
Format: Gebundene Ausgabe|Ändern
Preis:8,99 €+ Versandkostenfrei


am 24. Juli 2013
Der Roman beginnt mit einem Mord im Jahr 2009. Das Mordopfer selbst spricht zu uns Lesern, was einen surrealen Klang erzeugt. Wir erfahren nicht, wer die Ermordete ist, ebenso wenig wer die Mörderin ist.

Dann folgt eine Schilderung, die die Ereignisse in den Jahren 1998- 1999 umfasst. Billy tötet mit einem Baseballschläger seine Eltern und seine jüngere Schwester. Nur Amanda, seine andere Schwester, überlebt.
Hier wählt die Autorin die personale Perspektive, berichtet aus Sicht mehrerer Figuren. Dieser Zeitabschnitt ist wiederum aufgeteilt in zwei Handlungsorte: die USA mit den Figuren Billy und Amanda und Italien mit dem Pathologen Andrea Landolfi und der Fotografin Claudia. Der Pathologe hat massive Probleme, seinem Beruf nachzukommen. Er kann sich nicht mehr überwinden, die ihm überstellten Toten zu obduzieren. Schwindel erfasst ihn. Die Beziehung zu Claudia ist dadurch ebenfalls belastet.

Nach ca. einem Drittel springt die Geschichte wieder ins Jahr 2009 zurück. Wer ist nun die Tote? Landolfi, der seit Jahren keine Leichenöffnungen mehr vorgenommen, sondern eine lehrende Tätigkeit an der Universität aufgenommen hat, muss für einen Kollegen einspringen und die Tote, von der wir in der Eingangssequenz erfahren haben, obduzieren.

Die Tote und ihre Mörderin sehen sich sehr ähnlich. Eine von beiden muss Amanda sein, oder? Aber welche?

Es erfolgt nach einem knappen weiteren Drittel erneut ein Zeitsprung. Die Jahre 2000 bis 2008 werden in einer kurzen Sequenz beleuchtet, ehe die Erzählung wieder in der Gegenwart ankommt.

Die Wiedergabe des Inhalts lässt einen Krimi vermuten, doch das wird diesem Roman nicht gerecht. Vielmehr ist es ein literarisches Psychogramm mit Thriller-Elementen. Der klassische Krimileser könnte enttäuscht werden, denn man erfährt zwar, wer die Mörderin ist, jedoch wird nicht auf das Motiv eingegangen. Die Autorin bietet dem Leser viel Raum zu Spekulationen und eigenen Vermutungen.

Immer wiederkehrende Tiermotive (Hund, Schwalben, Fuchs) bieten ebenfalls Anlass für Gedankenspiele, verbunden mit der Frage, was die Autorin nun wirklich damit bezweckt.

Es ist ein dichter Roman, prallvoll und sprachlich kristallklar ausformuliert. Und dennoch bleibt das Gesamtbild am Ende fragmentarisch, mit Szenen (Nebenfiguren betreffend), die scheinbar willkürlich eingefügt wurden. Beim Lesen ist Aufmerksamkeit gefragt.

Die Grundnote des Romans bleibt kühle Distanz und nüchterne Klarheit.
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am 20. August 2013
Ein Jugendlicher erschlägt 1998 in einer Kleinstadt der USA ohne erkennbaren Grund seine Eltern und die hinzu geeilte 12jährige Schwester mit einem Baseballschläger. Nach dieser Bluttat ruft er selbst die Polizei und wird schließlich zu lebenslanger Haft verurteilt. Seine fast volljährige Schwester Amanda war zur Tatzeit außerhalb des Hauses und wird, trotz ihrer wohl engen Bindung zum Bruder, auch vom Tatvorwurf der Mitwisserschaft freigesprochen. Sie bricht ohne Erklärung jeden Kontakt zum inhaftierten Bruder ab, der ihr aber weiterhin regelmäßig schreibt und den Kontakt halten möchte. Etwa 11 Jahre später ermordet in Italien die Waise Lucia diese Schwester, stiehlt ihre Ausweispapiere und nimmt ihre Identität an, um jetzt als Amanda in die USA und zu "ihrem Bruder" zurückzukehren. Der Mord in Italien, und die wahre Identität der Toten werden, weil es Lucia sehr klug geplant und durchgeführt hat, nicht aufgeklärt. Ein Afrikaner, der später in die Mordwohnung eingedrungen war, um Geld für Drogen zu beschaffen, wird in Deutschland verhaftet und anhand von DNA-Spuren, korrupter Staatsanwaltschaft und alkoholabhängigem Gerichtsmediziner zu Unrecht des Mordes angeklagt.

Viele Details des beschriebenen Mordfalles in Italien sind dem realen Mordfall Meredith K. und der vermeintlichen Täterin Amanda Knox aus den USA entlehnt, so dass ich zunächst glaubte bei dem vorliegenden Buch handle es sich um eine Aufarbeitung des realen Falles "Amanda Knox". Der ganz zu Beginn des Buches dargestellte 3fache Mord des Jugendlichen ist ebenfalls einem realen Fall entlehnt. Ich hätte es spannend gefunden, wenn die Autorin diesen Fall aufgearbeitet hätte und vielleicht ihre Sichtweise zur Motivlage des Jugendlichen geäußert hätte. Auch hätte ich es interessant gefunden, in die Psyche einer Waise zu schauen, die einen Mord begeht, um so Zugang zu einem Elternmörder zu finden. Letztendlich berührt die Autorin zahlreiche Themen ohne sie wirklich zu bearbeiten. Die Autorin stellt uns interessante Menschen vor ohne uns diese Menschen wirklich vorzustellen. Somit bleiben Inhalt, story und die Menschen des Buches immer an der Oberfläche ohne jeden Tiefgang. Wie schade!

Der Schreibstil der jungen Autorin Rabea Edel hat mich hingegen begeistert. Sie kann eine atmosphärisch dichte und düstere Stimmung verbreiten. Es wäre einfach zu schade, wenn dieses Schreibtalent an oberflächlichen, dummen Geschichten oder gar billigen Thrillern verkommen würde.
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am 15. August 2011
Diesem Roman konnte ich leider nichts abgewinnen. Ich habe ihn bis zum Ende durchgelesen, in der Hoffnung, doch noch etwas von dem Poetische oder Faszinierenden zu finden, von dem in einigen Rezensionen geschrieben wurde.

Mir scheint er eher etwas zu überfrachtet. Elternmord, Mord an einer jungen Frau, Erdbeben, Pathologe mit merkwürdigen Vorlieben ...

Vielleicht lag es aber auch daran, daß ich mich mit dem Schreibstil der Autorin nicht anfreunden konnte.
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VINE-PRODUKTTESTERam 4. August 2011
Ein Jugendlicher erschlägt in einer amerikanischen Kleinstadt seine Familie mit dem Baseballschläger. Nur eine Schwester überlebt, weil sie in seinen Plan eingeweiht war. Der Junge schreibt ihr an jedem Jahrestag eine Postkarte aus dem Gefängnis, die immer mit dem gleichen Satz endet: 'Was machst Du, damit die Erinnerung an uns gut wird?'.
Auf den Tag genau 11 Jahre später wird in Rom eine junge Frau ermordet. Die Mörderin benutzt ihre Kleidung und fährt tagelang durch die Gegend. Dabei trifft sie auf den Pathologen Andrea Landolfi, der die Ermordete obduziert hat.
Das klingt nach einem Krimi, aber das ist nicht die richtige Bezeichnung für dieses ganz besondere Buch. Die Gewalttaten ereignen sich wie im luftleeren Raum; die Vorgeschichte und die Motive für die Morde werden nicht einmal erwähnt. Die Morde passieren und haben Auswirkungen. Aber welche eigentlich genau?
Auch die Menschen verhalten sich wie im luftleeren Raum, fern von Ethik und Empathie. Die Beziehungen zwischen ihnen sind bestenfalls distanziert, normal sind sie nicht.
Dieses verstörende Buch liest sich wie ein schlechter Traum, aus dem man nicht aufwachen kann. Aber es ist auch faszinierend und fesselnd, was besonders an der poetischen Sprache dieser ungewöhnlichen Autorin liegt. Ich konnte es jedenfalls nicht aus der Hand legen, und es hat mich noch in meine Träume verfolgt.
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am 11. Januar 2013
Rabea Edels dunkler Moment ist in Wirklichkeit ein strahlender Lichtblick für die deutsche Literaturlandschaft. Atmosphärisch dicht und sprachlich präzise - wie feinste Pressluft aus Bella Italia und den USA. Sehr genau wird hier seziert, klar und fast schon etwas zu überlegen gleitet die Autorin wie ein eiskalter Engel im düster-mysteriösen Klartraum über die Tat- und Unorte, die Alb- und Wunschträume der Protagonisten. Amanda, Landolfi, Billy, Claudia: alle sind sie getrieben, und auf ihre ganz persönliche Art und Weise seltsam entrückt und neben der Spur. Dabei aber hocheffizient, die Gefühle stets hinter hochgehaltener Deckung.
Man müsste das Buch sofort allen deutschen Tatort- und Filmautoren in die Hand drücken: Da ist alles, was man auch für raffinierte, visuelle Suspense braucht: Bezug zu einer wahren Geschichte, erfahrene Kameraführung mit überraschenden Wendungen, gutes Licht und ganz, ganz viel Dunkelheit.
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In ihrem poetischem Buch "Ein dunkler Moment" verbindet Rabea Edel in einem einzigen tragischen Augenblick die Schicksale mehrerer Menschen. Ihre Geschichte um zwei Morde in zwei Dekaden, die an einem realen Fall angelehnt sein soll, spielt virtuos mit dem scheinbaren Zufall und der Unkalkulierbarkeit des Schicksals. Dabei entwickelt Edel eine ganz eigene Bildsprache, die sich zwischen spannendem Thriller und tiefgründigem Roman bewegt. Ein Lesevergnügen für alle, die Spannendes mögen, aber dabei nicht auf eine vielschichtige poetische Erzählung verzichten wollen.
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am 31. März 2011
Schon Rabea Edels Debütroman bekam Lob von Literatur-Nobelpreisträgerin Herta Müller und das hätte sie auch für ihren zweiten Roman "Ein dunkler Moment" verdient.

Angelehnt an einen realen Fall, erzählt die junge Berlinerin die abgründige Geschichte zweier Mordfälle. Der eine liegt zehn Jahre zurück: 1998 tötet ein Jugendlicher seine Eltern und seine jüngere Schwester mit einem Baseballschläger. Seine ältere Schwester kommt ungeschoren davon und ist auf wundersame Weise in den zweiten Fall verwickelt, als im April 2009 eine junge Frau in einem Vorort Roms tot aufgefunden wird.

In der Spannung zwischen diesen zwei Erzählebenen, die auf bedrückende Weise miteinander verbunden sind, gelingt Rabea Edel ein großer Wurf. Endlich schreibt eine junge deutsche Autorin einen internationalen Roman, der über den Berliner Tellerrand hinausschaut und der gekonnt eine Sprache zwischen Poesie und Spannung findet. Biographien werden miteinander verwoben, nach und nach ergeben sich Zusammenhänge und inmer wieder stellt sich die Frage nach den Zufälligkeiten im Leben und dem Umgang mit Erinnerungen. Trotz der auf den ersten Blick vielleicht schwierig wirkenden Charaktere, ist man als Leser mehr als bereit, sie auf ihrer Suche nach einer möglichen Erlösung zu begleiten. Dies liegt vor allem an den klaren Sprachbildern und der fast filmischen Schreibweise. "Ein dunkler Moment" ist ein wunderbar poetischer Roman, unbedingt lesen!
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