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Kundenrezensionen

4,6 von 5 Sternen
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am 23. April 2017
Sasa Stanisic is tein 39-jähriger Autor aus Bosnien. Er wurde mit zahlreichen Preisen ausgestattet und gehört zu den größten deutschsprachigen Schreibtalenten. Er hat Deutsch als Fremdsprache und Slawistik studiert. Das Buch "Wie der Soldat das Grammofon repariert" wurde in über 30 Sprachen übersetzt und in Graz auf der Bühne aufgeführt.
Die Sprachgewalt und ihre Wirkung sind auf bemerkenswerte Art und Weiße gelungen. Wörter, die zu starken Bildern werden. Geschichten, die zu Erinnerungen streben. Es geht um ein Land, welches von der Bevölkerung geliebt wurde, aber zerfallen muss. Leise und weit weg scheint der Krieg zu sein. Selbst als er lange schon herrscht, redet keiner davon und denkt, dass es schnell vorbei sein wird. Sasa Stanisic hat ein Buch geschrieben, welches die Magie besitzt, mit filigranen Mitteln, Menschen in atemlosen Zustand zu versetzen.
Der Ich-Erzähler Aleksandar wächst in Visegrad als 14-Jähriger auf. Er ist halb Moslem und halb Orthodoxe.Sein Vorbild ist sein Großvater Slavko. Dieser ist Vorsitzender eines Lokalkomitees in Visegrad. Zahlreiche Stunden verbringen sie an der Drina und lesen das Kapital. Tito ist das große Vorbild. Aleksandar ist ein Anhänger von unvollendeten Dingen. Äußerst intelligent hinterfragt er das Leben. Er versteht vieles nicht und als er es verstehen will, bricht bereits der Krieg aus und das Hinterfragen ist nun nutzlos. Jetzt darf nichts mehr gefragt werden, weil es unwichtig ist. Überleben ist die Tagesordnung. All die gewöhnlichen Sachen des Lebens gibt es nun nicht mehr. In den Schulklassen werden die Bilder von Tito abgehängt und seine Ideen vergessen gemacht.

Zusammen mit den Nachbarn des Hochhauses sitzen sie in einem Keller. Soldaten marschieren ein und fragen nach Namen. Er beschützt seine Freundin Asija, indem er ihr einen "richtigen" serbischen Namen gibt.
Sie flüchten schließlich 1992 nach Deutschland. In Essen bekommen sie beim Onkel Unterschlupf, in dem fünf weitere Familien leben. Schwarzarbeit und Kampf um Akzeptanz werden die neuen Grundordnungen ihres Lebens. Als das Dayton-Abkommen den Frieden wieder einlenkte, mussten sie wieder zurück. Freiwillige Rückkehr nannte man das. Aber wie soll eine Rückkehr, eine Rückkehr sein, wenn es sich um einen Ort dort handelt, dem die Hälfte der ehemaligen Bewohner fehlt, fragt sich Aleksandar. Er darf bleiben, wegen seines Studiums, seine Eltern wandern nach Amerika aus.

Die Geschichte ist durchpflügt mit Erinnerungen. Wie die Zeit vor dem Krieg war. Was der Krieg hinterlassen hatte und wie sich ihr Leben verändert hatte. Das Angekommensein und die Suche nach der Erinnerung und der Wahrheit sind zentrale Themen des Buches. Die Suche nach einer Wahrheit (aber welcher?) "... einen Hobel, der von den Geschichten die Lügen abkapseln kann und von den Erinnerungen den Trug" wünscht sich der Hauptprotagonist.
Nach dem Ende des Krieges will er wissen, was aus den anderen geworden ist. Er schreibt Listen auf, um sie zu finden. Er will seine Asija finden. Hat ihr all die Jahre Briefe geschrieben, ohne eine Antwort zu erhalten.
Das Buch ist eine Suche nach dem Frieden, nach der wahren Geschichte, nach den Opfern, der Lieben, den Freunden. Eine Frage um ein Land, welches nicht mehr existiert. Wie konnte das geschehen? Menschen, die sich liebten, die sich schätzten, wurden zu Feinden, die sich nicht mehr kannten. Sasa Stanisic hat mit diesem Buch ein Stück Weltgeschichte geschrieben. Er wirft Fragen auf, die uns an die Türe unserer Herzen klopfen. Die uns wehmütig nachdenken lassen. Er spiegelt eine Gesellschaft wider, die verlor, weil man ihr suggerierte, das dies der richtige Weg sei.
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am 28. August 2011
Ich kann mich den teils überschwenglichen Rezensionen leider nicht anschliessen. Das Buch ist teilweise sehr gut gelungen, gerade bei den Geschichten in der Jugend vor dem Krieg. Jemand hat es mit einem Kusterica-Film verglichen, das ist kein schlechter Vergleich. Einige Passagen sind nicht ganz so gut gelungen, aber insgesamt unterhaltsam, manchmal komisch und in einigen Momenten bewegend, beispielsweise das Wiedersehen mit Oma und Uroma. (Nicht die Liebesgeschichte, die finde ich misslungen.) Und man lernt einiges über das Jugoslawien vor dem Bürgerkrieg (ein bisschen verklärt vielleicht). Ein bisschen lang ist es gegen Ende.

Also eher 4 Sterne, aber leider, finde ich, kann der Schreibstil des Autors nicht mit seinen Geschichten mithalten. Die fehlenden Anführungszeichen für direkte Rede sind ja sehr schön in eine Geschichte eingebunden (was den Vorteil hat, dass man gleich noch erklären kann, warum zu diesem Stilmittel gegriffen wird), aber ich persönlich finde es häufig ein Zeichen mangelnder Klasse, wenn ein Autor glaubt, sich über Formalitäten absetzen zu müssen. Das erinnert mich immer an Eltern, die ihren Kindern Allerweltsnamen in ausgefallener Schreibweise mit auf den Weg geben. Dazu kommen die wirklich sehr hölzernen Wortschöpfungen wie "Fähigkeitenzauberer" oder "Chefgenosse".

Von der 2006er Endauswahl des Buchpreises fand ich Weltensammler besser.
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am 3. April 2007
Dieses Buch ist der schönste und beste Beweis dafür, dass exzellente Literatur manchmal mehr leisten kann als -zig Sachbücher und Nachrichtensendungen. Die Konflikte im ehemaligen Jugoslawien sind doch an den meisten von uns vorbei gerauscht - zu kompliziert, zu traurig, zu beängstigend.

Mit seinem Aleksandar und seinen anderen Figuren hat Stanisic "Helden" geschaffen, die in der Lage sind, Herzen von Lesern weltweit zu bewegen - gerade, weil sie so in ihrer Heimat verwurzelt sind - im Guten wie im Bösen.

Nun sind "gut" und "böse" simple Kategorien und simpel ist Stanisic Roman keinesfalls, auch wenn er Züge eines Schelmenromans à la "Simplicissimus" aufweist. Denn wie bei jenem grandiosen Epochengemälde aus dem 30-jährigen Krieg, liegen auch bei Stanisic das Heitere, das Groteske und das Schreckliche eng beieinander.

Einige Szenen werden den Leser nie mehr verlassen, etwa das Fußballmatch, das sich Serben und Bosnier während einer Gefechtspause auf dem Schlachtfeld liefern.

Meisterhaft beschreibt Stanisic wie Hass und Krieg in eine scheinbare Idylle eindringen. Eine erste Vorahnung gibt es schon bei einem fröhlichen Fest auf dem Lande, als einer der serbischen Gäste sich über den "türkischen Zigeunerdreck" ereifert, den die Musiker spielen.

Ein Qualitätsmerkmal eines wunderbaren Buches ist, dass es nie, wie ein Schundroman, alle Fragen beantwortet, sondern die richtigen Fragen offen lässt. Mich hat dieses Buch so bewegt, dass ich nun zum Beispiel gerne mehr darüber wissen möchte, wie ein Arzt und Psychiater wie Radovan Karadzic sich zu einem Kriegsverbrecher entwickeln konnte.

Ich wünsche Stanisic tragikomischen Roman noch viele Leser, die sich nicht von der Thematik abschrecken lassen sollten. Sie werden mit der Lektüre eines grandiosen Buches belohnt, das sie nicht mehr vergessen werden.
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am 11. Juni 2008
"Oma möchte vorne fahren, Miki parkt aus, sie sagt: einmal hat Slavko für mich die Wohnung in Blumen gelegt, einmal hat er vor dem ZK, statt einer Rede, Rotkäppchen in einer eigenen Fassung vorgetragen, einmal hat er prophezeit, es kann nicht gut ausgehen, dass wir alle nur Ideale haben, aber keine Alternativen zu den Idealen, und einmal hat er darüber nachgedacht, mich zu betrügen, ich habe es an seinen Küssen geschmeckt."

Sasa Stanisic erzählt Geschichten, erzählte Geschichten, Geschichten des Großvaters, eigene Geschichten, der durchs Leben stolpernde Aleksandar macht Listen und sucht seine Asija, seine Liebe in den Wirren des Krieges...

"Ich nenne sie nicht Flüchtlinge, ich sage: Schützlinge. Sie haben ein Mädchen mit so hellem Haar beschützt, dass ich meinen Vater fragen muss, ob es für so ein Hell einen Farbnamen gibt.
Er sagt: Schön.
Ich sage: Schön ist keine Farbbezeichnung.
Schön und ihr Onkel mit dem gezwirbelten Schnurrbart essen mit uns im Keller. Ibrahim wartet, bis Schön mit dem Kopf auf seinem Schoß eingeschlafen ist und erzählt leise von ihrer Flucht. (...) Wir sind die Letzten aus unserem Dorf, Ibrahim überlegt kurz, wir sind die Letzten aus unserem Nichts."

Man erfährt, "wann etwas ein Ereignis ist, wann ein Erlebnis, wie Mister Hemingway und Genosse Marx zueinander stehen, was hinter Gottes Füßen gespielt wird und wofür sich Kiko die Zigarette aufhebt". Geschichten von Bildern, die nicht fertig gemalt werden, von der Großmutter, von der Tante Taifun, die gegen Carl Lewis läuft, Geschichten vom Fluss...

"Cika Hasan und Cika Sead angeln nicht aus Vergnügen, sie angeln nicht aus Lust am Kampf mit dem Fisch, sie angeln nicht weil sie Ruhe suchen, sie angeln nicht, weil man nichts Schlechtes denken kann, während man in der Drina angelt. Hasan angelt, weil er mehr Fische fangen will als Sead, Sead angelt, weil er mehr Fische fangen will als Hasan. Ich bin es, der aus all den anderen Gründen angelt, und weil mir gebratener Fisch schmeckt, und ich fange trotzdem mehr als die beiden zusammen."

Geschichten auch vom Fussballschiedsrichter, der im falschen Moment nach Hause kommt, Geschichten vom "Genossen Tito", Geschichten, wie richtig und falsch Geschichten sein können.
All dies könnte verworren sein, chaotisch und wirr. All dies ist einfach nur das eindringlichste Buch gegen Gewalt und für Menschlichkeit, welches man seit langem gelesen hat.
Man könnte endlos zitieren, lässt es aber gut sein. Nur einen noch...

"Viele Geschichten kennt Zoran nicht. Das kommt daher, weil ihm im eigenen Leben etwas so Unglaubliches passiert ist, dass er nichts mehr erfinden muss."

"Wie der Soldat das Grammofon repariert" - wie viele Sterne gibt es hier zu vergeben? - einfach noch ein paar dazuzählen.
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Diese Lebensweisheit gibt Opa Slavko seinem Enkel Aleksandar am Tag seines Todes mit auf den Weg. Und Aleksandar hält sich daran. Fortan findet er alles Abgeschlossene unnötig, unglücklich und unverdient und versucht sich als "Fähigkeitenzauberer". Er erzählt mit unbändiger Lust die irrwitzigen Geschichten seiner Kindheit, von der großen Familie und den kuriosen Begebenheiten im kleinen Višegrad, zuweilen brüllend komisch.

Als 1992 der Bürgerkrieg ausbricht, lässt er uns in seiner naiv-altklugen Kindersicht daran teilnehmen. Angst spielt dabei eine geringe Rolle. Politische Hintergründe werden fast vollständig ausgeblendet, Kriegsereignisse lediglich beschrieben, ohne sie zu interpretieren. Es ist vielmehr die Ungläubigkeit der großen Kinderaugen, die lediglich die Fakten benennt, ohne sie in einen großen Zusammenhang zu stellen.

Hier wird deutlich, wie kindliche Beobachtung funktioniert.

Immer nüchterner wird der Erzählstil, als der junge Aleksandar mit seinen Eltern nach Deutschland flieht. Zu stark waren die traumatischen Erlebnisse, zu kühl die Atmosphäre in dem neuen Land und immer "erwachsener" wird er. Zwischenzeitlich flieht er in frühe Kindheitserinnerungen, "als alles noch gut war", was sich sogar in den Kapitelüberschriften widerspiegelt (sie sind jetzt wesentlich kleiner dargestellt)

Erst bei einem Besuch seiner geliebten Heimat nach zehn Jahren Exil kommt die Fabulierfreude wieder zum Vorschein, obwohl ihn das immer noch traumatisierte Land und seine verbliebenen Bewohner stark erschüttern.

"Wie der Soldat das Grammofon repariert" ist ein märchenhaft schönes und wahrlich beeindruckendes Meisterwerk. Gerade wegen des manchmal stark übertriebenen und daher schon fast verzweifelt anmutenden Erfindungsreichtums des Protagonisten Aleksandar, der sich mit aller Macht eine heile, idyllische Welt voller wundersamer Begebenheiten erschaffen möchte, spiegelt dieses Buch eindringlicher als so manche Kriegsberichterstattung die Gräuel des Krieges wider.

Sicherlich trägt dieser Roman stark autobiografische Züge, denn es war 1992, als der 1978 in Bosnien geborene Autor mit seiner Familie im deutschen Exil Zuflucht suchte. Seit 2001 schreibt und publiziert er deutschsprachige Texte und das für jemand, für den Deutsch im Grunde immer noch eine Fremdsprache ist. Es ist schon faszinierend, wie der junge Bosnier den Deutschen zeigt, was man mit deutschen Worten so Feines zaubern kann. Es zeigt, wie intensiv Stanišic sich mit der deutschen Sprache auseinander gesetzt haben muss.

Fazit: Wer ein wirklich gutes Buch lesen möchte, dem sei allerwärmstens und dringlichstens zu Saša Stanišic "Wie der Soldat das Grammofon repariert" geraten, aber eines sollte klar sein, es ist keine leichte Kost. Aber wenn man sich darauf einlässt, dann ist es ein wunderbar melancholischer Genuss.

Ein Auszug aus dem Buch beschreibt für mich eigentlich alles zu diesem Roman:

"Eine gute Geschichte... ist wie unsere Drina [der Fluss seiner Heimatstadt]: nie stilles Rinnsal, sie sickert nicht, sie ist ungestüm und breit, Zuflüsse... reichern sie an, sie... brodelt und braust, wird hier und da seichter, dann sind das aber... Ouvertüren zur Tiefe und kein Plätschern. Aber eines können weder die Drina noch die Geschichten: für beide gibt es keine Zurück."

Für mich persönlich ist Stanišic der eigentliche Gewinner des Deutschen Buchpreises 2006.
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TOP 1000 REZENSENTam 20. Juli 2012
Was habe ich mich mit diesem Hörbuch geplagt. Nicht, weil es nicht gut ist - ganz im Gegenteil. Es ist hervorragend, und gerade deshalb nicht zum Nebenbeihören geeignet.
Saša Stanišic lässt in einer wundervollen bildhaften Sprache den kleinen und großen Aleksandar von dessen Leben erzählen: Wie er aufwächst im alten Jugoslawien, man gemeinsam ungeachtet der Herkunft rauschende Feste feiert, wie dann der Krieg auch Višegrad, seine Heimatstadt erreicht, die Familie nach Deutschland flieht und Aleksandar als junger Mann zurückkehrt mit der Hoffnung, noch etwas von seinen Erinnerungen wiederzufinden. Es sind wahre, halbwahre und Phantasiegeschichten die hier berichtet werden, und in jeder einzelnen empfindet man die große Liebe zu seiner Heimat, den Menschen und den Orten. Was 'Wie der Soldat das Grammofon repariert' jedoch so besonders macht, sind die ausdrucksvollen Wort- und Satzkunstwerke, mit denen Aleksandar seine Erlebnisse erzählt: 'Meine Tante spricht eine deutsche Autobahn schnell.' oder '..man müsste einen ehrlichen Hobel erfinden, der von den Geschichten die Lügen abraspeln kann und von den Erinnerungen den Trug. Ich bin ein Spänesammler.' Hört man nicht konzentriert zu, entgeht einem vieles.
Ebenfalls bemerkenswert ist der genaue Blick des Autors für das Absurde und Komische, den er selbst in Situationen nicht verliert, in denen es eigentlich nichts zu lachen gibt. Man ist entsetzt über die Grausamkeit dieses Krieges und kann sich ein Schmunzeln während des Zuhörens dennoch nicht verkneifen.
Das Alles wird vorgetragen von Saša Stanišic selbst und ich bin mir sicher, niemand anders hätte es besser machen können. Er trägt Aleksandars Geschichte nicht nur vor, nein, er selbst ist Aleksandar, so überzeugend ist seine Lesung. Ich bin mir sicher, dass das Buch nicht besser sein kann, aber - da es noch einige Geschichten mehr enthält, habe ich es mir nun auch noch gekauft. Ich freu' mich schon drauf!
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am 8. August 2008
vor diesem Autor.
Ich habe schon wirklich wirklich viel gelesen - und Wie der Soldat das Grammofon repariert gehört definitiv zu den besten Büchern meines langen Bücherwurmdaseins.
Stanisic erzählt nicht nur Geschichten, er malt mit seinen wunderbar originellen Metaphern Sprachbilder, er rührt an, er begeistert, lässt nicken, lächeln und traurig sein - und manche seiner Sätze möchte man immer um sich haben, man möchte sie aufhängen und aufs Nutellabrot schmieren.
Dieses Buch ist so schön, dass ich mir wünschte, das Leben könnte so sein, wie Stanisic es sieht.
Ganz große Kunst, chapeau.
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am 6. August 2014
Wenn die kriegerische Gewalt zerstört, dann kann nur die kindliche Phantasie heilen. Dieses Buch ist ein Schmetterling. Anders kann ich das nicht erklären. Der Autor fliegt wie ein Schmetterling, frei, kindlich heimatlos, nervös, rastlos, durch ein Leben, das mit zerstörerischer Gewalt seinen Kokon zerstört. Auf eine eigenwillige Art und Weise wird klar, dass Häuser, Straßen, Zeug, Scheunen, Brücken fast unwichtig werden, trotz der bildhaften Beschreibung. Man folgt dem Autor, zur Mutter, zur Oma, zum Onkel. Man hofft, dass der Schmetterling seine Asija finden wird. Was an dem Buch fasziniert - wie schon bei "Vor dem Fest": Es gibt Bilder, es legt keine Schuld fest. So, als würde ein kleiner Junge ein Fotoalbum öffnen und dann beschreiben, wer auf den Bildern zu sehen ist. Stark bleibt der Eindruck am Ende des Buches, dass ein so schweres Thema von einem leichten Schmetterling vorgetragen werden kann. Sehr lesenswert, um nicht zu vergessen, wie schwermütig Menschen in einer "heilen" Welt leben, während, nur 1000 km entfernt, eine Leichtigkeit zwischen Granaten überleben kann.
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am 6. Mai 2017
Der Autor ist ein hochintelligenter und -sensibler Mensch, der mit Sprache umgehen kann wie kaum jemand. Er spricht und assoziiert aber so viel, dass es auch anstrengend zu lesen ist. In loser Folge kommen Episoden aus seiner Jugend an die Reihe, vom Angeln bis zur Besetzung der Wohnung durch schießende Soldaten. Sein Refugium ist die Drina, die als Fluss, Lebensader, Identifikationsort stark idealisiert wird. Es werden allerhand starke und verschrobene Typen dargestellt, und durchs Buch zieht sich die große Sehnsucht des Ich-Autors zu einem Mädchen.
Melancholisch, tagebuchartig, auch konfus. Ich fand "Vor dem Fest" vom selben Autor besser.
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am 21. August 2008
Kann man ein Hörbuch rezensieren, wenn man es noch gar nicht gehört hat? Ich glaube man kann, aber nur dann, wenn man den Autor schon mal aus seinem Roman hat lesen hören.
Ich habe erst heute durch Zufall beim Amazonstöbern entdeckt, dass mein Wunsch in Erfüllung gegangen ist. Ich habe nämlich Stanisic auf der Buchmesse lesen hören und habe mir sofort gewünscht, die Stimme mit dem Buch mitnehmen zu können. Er liest fantastisch!
Seine herrlichen Figuren werden noch lebendiger durch seine unnachahmliche Stimme, deren Akzent die Stimmung und Aussage seines Romans noch stärker zur Geltung bringt. Er liest witzig, gefühl- und temperamentvoll und mit Freude, das hört man aus jedem Wort.
Kurz gesagt: Das Hörbuch muss ich haben und kann es kaum erwarten!
Ein Geheimtipp!
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