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am 15. Oktober 2006
Am schönsten Tag seines Lebens, wie er zu glauben entschlossen ist, nämlich seinem Hochzeitstag, beginnt der Gutsbesitzersohn Ondris damit, in unregelmäßigen Abständen ein Tagebuch zu führen. Lange hat er die fast sieben Jahre ältere Jadwiga, das ehemalige Mündel seines Vaters, leidenschaftlich umworben. Nun scheint seinem Glück nichts mehr im Wege zu stehen.

Es kommt jedoch anders. Jadwiga verweigert sich dem allzu ungestümen Ondris konsequent, körperlich wie seelisch. Schließlich findet er heraus, dass sie schon seit langer Zeit ein Verhältnis mit einem seiner Freunde hat. Immer wieder versucht sie, das zerstörerische, obsessive Verhältnis zu beenden, und wendet sich Ondris zu. Und ebenso regelmäßig verfällt sie dem Geliebten erneut. Ihr zweiter Sohn entspringt dieser Verbindung. Ondris' an Hörigkeit grenzende Liebe zu ihr ist so groß, dass er das Kind, Miso, als sein eigenes annimmt. Aber die unglückliche Liebe zu Jadwiga verzehrt ihn; früh stirbt er. Jadwiga entdeckt sein Tagebuch und kommentiert seine Notizen aus ihrer Sicht. Später findet auch Miso das Buch und darin die Bestätigung dessen, was er lange geahnt hat, und auch er setzt das Tagebuch fort, nachdem er die Eintragungen der Mutter und des Ziehvaters ergänzt, sortiert und mit Kommentaren versehen hat. Während die Eltern den Ersten Weltkrieg und das Horthy-Regime durchlebt und durchlitten haben, sammelt Miso bittere Erfahrungen während der kommunistischen Zeit, in der er eine Weile sogar seine Freunde ausspionieren muss.

Aufgrund der authentisch wirkenden Tagebuchnotizen treten die Protagonisten mit einer packenden Unmittelbarkeit auf. Was zunächst wie eine zarte Liebesgeschichte beginnt, wird rasch zur Lawine, die zwei oder gar drei Generationen der Familie Osztatní unter sich erstickt. Alle Beteiligten wissen um ihre Lebenslügen und finden doch keinen für sie erträglichen Ausweg.

Auch der Rahmen ist hervorragend gewählt, da die ersten zwei Drittel des 20. Jahrhunderts für Ungarn sehr dramatisch verliefen. Weder die separatistischen Bewegungen der slowakischen Minderheit in Ungarn, in deren Mitte der Roman spielt, noch der für die Juden bereits folgenreiche Rechtsruck unter Horthy, noch Kriege und Kommunismus bleiben außen vor.

Dem Autor ist ein tiefgründiger, mitreißender und nachdenklich machender Roman gelungen.
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