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am 8. September 2014
Ein Buch, in dem ich lange Zeit versunken war. Man sitzt am Ufer eines Stromes, der langsam vorüberzieht und von Zeit zu Zeit springt man hinein und lässt sich mittreiben. Einfach toll. In jedem Kapitel Kostbarkeiten, von boshafter Ungerechtigkeit bis watteweicher Sentimentalität. Wenn man sich am Anfang des Buches die markanten Beklopptheiten der 4 Erzählerinnen einschärft, dann findet man sich leicht in jedem Kapitel zurecht:
Die dicke Simone mit dem Bombenleger als Mann und dem Wahn, irgendwann, wenn alles vorbei ist, Café-Besitzerin zu werden;
die selbstverliebte, blasierte Celina, die sich in die Ehe prostituieren ließ und ihren verhassten Mann umbringen ließ;
die krebskranke, klapprige, schwerhörige Mimi, mit den Erinnerungen an ihre Kindheit mit der Oma, die sich einbildete, die geheime Coca-Cola-Formel zu kennen;
Fatima, in psychiatrischer Behandlung, vom Patenonkel und Bischof missbraucht und geschwängert.
Man lese den ersten Monolog der Fatima: Etwas Treffenderes zum Gemütszustand eines Morgenmuffels kann man nicht schreiben, sage ich als bekennender Mm.
Oder der für Lobo Antunes scheinbar obligatorische Zahnarztbesuch (kommt auch im Elefantengedächtnis vor, in der natürlichen Ordnung der Dinge, im Reigen der Verdammten ist sogar eine halbe Hauptfigur von Beruf Zahnarzt), hier muss Celina beim Zahnarzt Schmerzen und Phantasien aushalten. Gibt es ein besonderes Interesse von Psychiatern an Zahnärzten? Oder latente Gleichheit?

Der Ablauf des Erzählens ist dem Ablauf des Denkens nachgemacht, Gleichzeitiges wie Abfolgendes, mal konzentrierter, mal zerstreuter und zum zerstörerischen Ende hin drehen alle 4 gänzlich durch.
Die typografische Umsetzung als Teil der Erzählung hilft , Zwischenrufe sind dazwischen gesetzt, abschweifende Gedanken unterbrechen den vorhergehenden, werden eingerückt, führen mal zum nächsten abschweifenden, mal zum vorangegangenen zurück und werden wieder ausgerückt. Nicht in letzter pedantischer Gliederungskonsequenz, und muss nicht.
So verstehen sich auch die Wiederholungen zahlreicher Kennzeichnungen und Schilderungen, weil sie mal hier anknüpfen, mal dort anknüpfen und in der Vielzahl der Berührungen das Geflecht ergeben, das Antunes knüpfen will. Hierzu muss er wiederholen, neu ansetzen, zwischensetzen, neu verbinden und erzeugt diesen Sog des Stromes, der mich mitzieht. Von vornherein ist klar, dass die Schicksale in die Katastrophe führen müssen.
Aber was Antunes unterwegs offenbart, ist einfach toll, wortgewaltig, expressiv, zügellos; eine tiefe Verneigung vor der Übersetzerin Maralde Meyer-Minnemann.
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am 17. Januar 2008
als Leser hat man extreme Lektüreschwierigkeiten angesichts der in den anderen Rezensionen beschriebenen Erzählweise. Sie kann man nur rechtfertigen, wenn es dem Stoff angemessen ist; und eine Rechtfertigung wäre die bekannten destruktiven Auswirkungen des Terrors auf die Psyche der Betroffenen - Täter und Opfer -, die kurz gesagt die psychische Identität der Personen nahe dem Zustand ihrer Auflösung bringt. Genau das wird durch die Erzählweise zum Ausdruck gebracht: der Leser erkennt schwer die einzelenen Stimmen/Figuren, weil der Terrors die Unterschiede der Personen nivelliert bis zur Unkenntlichkeit; die innere Welt der Person, die durch die Identität geordnet ist verliert diese, Vergangenes scheint Gegenwart, diese Vergangenes, die Anderen scheint im Vergleich zum eigene Ich omnipotent zu werden usw. . Insofern wäre der Erzählstil Antunes dem Thema adäquat, nur für die Leser ist er ein Grund, das Buch in die Ecke zu schmeißen. Ich selbst hätte das am liebsten getan, zurück hielt mich -ja- der Respekt vor diesem kompromißlosem Werk
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am 21. April 2002
Portugal zur Zeit des Umbruchs. National gesinnte Honoratioren versuchen mit Unterstützung der USA, mit terroristischen Mitteln gegen das Aufkeimen des Kommunismus anzukämpfen. Das gibt zumindest den Rahmen oder den allzeit gegenwärtigen Hintergrund zu dieser Geschichte ab. Hauptsächlich geht es um die vier Frauen Mimi, Celina, Fátima und Simone, die teils als Akteure, teils als Betroffene, immer aber als Beobachter und Berichterstatter beteiligt sind. Erzählt wird immer von einer der vier Frauen, also aus den unterschiedlichen Perspektiven der Betroffenen, nicht nur über die Aktivitäten der Untergrundgruppe, sondern - und das scheint mir das Hauptanliegen des Autors zu sein - über deren eigene Kindheit, das Erwachsenwerden, die Beziehungsgeflechte, vom Alltag und den täglichen Niederlagen, von dem scheinbar unabänderlichen Schicksal, das weitgehend fremdbestimmt ist und in das sich die Betroffenen zu fügen haben.
Erzählt wird in dem von seinen früheren Büchern schon bekannten Stil, häufig Zeiten, Sichtweisen und Erzähler teilweise mitten im Satz wechselnd, was die Lektüre nicht eben vereinfacht.
Wenn es gelingt, sich in diese Erzählweise einzulesen, dann entwickelt sich ein packendes Panorama menschlichen Empfindens, eingebettet in die aufregende Zeit der Nelkenrevolution.
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am 10. August 2004
Wirre Handlung, oder: wo ist die Handlung?
Irrsinnige Reflektionen in vergangene Kindheiten, Erzählungen über uninteressante Details und eine Art Vorfall, der kurz -auf 3 Seiten erzählt- vielleicht interessant gewesen wäre.
Sonst bietet das Buch nichts. Ständig sich wiederholende Sätze, schwer zu erkennen, von welcher der 4 "Damen" gerade erzählt wird. Ich habe bis zum Schluss durchgehalten, da ich doch irgendwie Besserung erwartete. Leider wurde ich enttäuscht.
Handlung: Schwach und verwirrend, Brennwert: hoch!

Warum schreibt senhor Antunes solche Bücher?
Warum sind diese so hoch gelobt?
Die Antworten auf diese Fragen haben sich mir bisher nicht erschlossen.

Diese Bücher sind eine echte Herausforderung, nicht leicht zu lesen und zu verstehen...deshalb mag ich sie doch irgendwie.
Aber wenn man so eines im Regal stehen hat und vorgibt es verstanden zu haben... das macht schon einen Mords Eindruck.
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