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Kundenrezensionen

3,5 von 5 Sternen
6
Eros und Asche: Ein Freundschaftsroman
Format: Gebundene Ausgabe|Ändern
Preis:19,90 €+ Kostenfreie Lieferung mit Amazon Prime


am 3. Dezember 2015
selten daß man einen Mann so eindringlich über Freundschaft sprechen hört, so zärtlich und rätselnd, so wandernd durch die eigene
nicht immer leicht zu erfassende Gefühlswelt.
Ich habe dieses Buch sehr gern gelesen, es hat mich erinnert an Freunde, die nicht mehr sind, und an Freundschaften, die nicht mehr bestehen, es hat mich traurig gemacht und sehr froh. Dank an Herrn Kirchhoff.
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am 11. August 2017
Selten habe ich so ein langweiliges Buch so brav zu Ende gelesen! Weder der 'Schriftsteller noch 'M' wurden mir Ereignis, sie ließen mich beide total kalt. So ist es halt, wenn zwei, die sich beide nur für sich selbst interessieren, zusammentreffen. Eine seltsame Freundschaft! Einzig wegen der wirklich außerordentlichen Schreibkunst des Autors, die ich nach wie vor bewundere, las ich dennoch immer weiter.
Agnes
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am 29. Dezember 2016
mehr kann ich hier nicht beitragen, denn ich habe das Buch nicht zu Ende gelesen und ob ich das je tun werde, bleibt offen.
Ich bin bis etwa zur Hälfte gekommen. M ist tot. Und meine Bereitschaft dem Autor weiter zu folgen erloschen. Anfänglich vom Stil durchaus angetan, wandte sich im weiteren Verlauf das Für zum Wider. Schließlich fand ich die Beschreibung nur noch affektiert und peinlich. Eine Beziehung die der Autor (der sich am liebsten 'der Schriftsteller' nennt) ungeniert narzisstsisch ausbeutet. Die finanzielle Not des Anderen kann ihm nur entgehen. Seine Frau scheint der Realität noch am nächsten, sie hält M. für einen arroganten Autisten. Das beschreibt den Autor auch ganz gut. Allerdings kaschiert er seine Arroganz mit unerträglichen Affektiertheit, einer Abgeklärtheitsattidüde, die sich möglichst beiläufig mit der Nähe zu irgendwelchen Berühmtheiten bauchpinselt.
"Einen besseren Platz zum Frühstück kann es kaum geben, obwohl es nur ein Drei-Sterne-Haus ist; Auszug aus der Gästeliste vor und nach André Gide: Gabriele D'Annunzio, Max Ernst, Winston Churchill, Lawrence Olivier, Maria Callas, Kim Novak, Isabel Allende, Horst Tappert - und immer wieder diese leichte Kränkung, weil solche Listen, je näher sie der Gegenwart kommen, doch irgendwie an Glanz verlieren..."
So jemand feiert natürlich auch in Harry's Bar, wo sonst.
Nun bin ich also nur bis zur Hälfte gekommen. M. ist tot. Eros und Asche. Was kann noch kommen?
Kommt jetzt das Entsetzen? Zerfällt die Selbstgefälligkeit jetzt zu Asche? Ersteht jetzt, in der zweiten Hälfte, Demut aus der Asche? Eros?
Ich kenne kein anderes Buch von Kirchhoff, mir das vorzustellen fällt leicht.
2 Personen fanden diese Informationen hilfreich
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am 1. Juni 2016
Wer Kirchhoff mag, ist mit dem Buch recht gut bedient. Interessante Erzählweise auf verschiedenen Zeitebenen, sprachlich durchaus gehoben, Kolorit aus Main und Gardasee. Schöne Lektüre.
2 Personen fanden diese Informationen hilfreich
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am 27. September 2008
Bodo Kirchhoffs neuer Roman ist ein beeindruckendes literarisches Dokument. Er vereint die ernsthafte und ehrliche Auseinandersetzung mit der eigenen Biographie mit einem unspektakulären und nicht auf Leserwirkung schielenden Einblick in den Alltag und das Arbeitsleben eines Schriftstellers. Das Buch ist Michael Päselt gewidmet, einem Freund Bodo Kirchhoffs, den er seit den gemeinsamen Internatsjahren am evangelischen Internat Gaienhofen am Bodensee kennt. Nie haben sie ihre Verbindung abreißen lassen, auch als sich nach dem Abitur ihre Wege zum Teil für lange Zeit trennten, Kirchhoff sich der Schriftstellerei widmete und M. Medizin studierte und später als Neurologe erfolgreich arbeitete. Als der kranke M. und der Autor zum letzten Mal telefonieren miteinander ( zu diesem Zeitpunkt wissen sie noch nicht, daß es das letzte Mal ist), sagt der todkranke Freund: "Pack unsere Dinge in einen Roman - und halte die Ohren steif."

"Seine Ohren und auch alles Übrige sind bald darauf zu Staub geworden, nur der Aufruf blieb bestehen, und unsere Dinge, das waren die einer Freundschaft von absurder Tiefe, bis in die Blutgefäße des Denkens, absurd, weil das spätere Leben diese Zeit überschrieben hat ... ein Roman müsste das sorgfältig trennen, für den Übriggebliebene eine Arbeit, bei der er nur das Beste versuchen kann."

Selbst noch nicht richtig von einer schweren Augenoperation genesen, fängt der Autor an, mit der Hand zu schreiben, eine seit Jahrzehnten nicht mehr geübte Praxis. Meistens schreibt der Frankfurter Schriftsteller in seiner Schreibwohnung in der Sachsenhäuser Gartenstraße, wo er von einem der oberen Stockwerke aus die Stadt überblicken kann, in der er gerne und aus Überzeugung lebt. Wenn Kirchhoff nicht gerade schreibt, lebt er mit seiner Frau und seinem jugendlichen Sohn in einer Nachbarstraße in der gemeinsamen Familienwohnung. Während er mit seiner Frau wohl über sein neues Buch reden kann - sie kennt den Freund- reagiert der Sohn mit altersbedingtem Unverständnis und Abwehr:
"Je mehr und klarer man die Abwesenheit des anderen ausspricht, je öfter und deutlicher man dessen Fehlen beklagt, und sich mit dem Abwesenden befasst, desto mehr bringt man die weibliche Seite in sich zum Vorschein. Der sehnende Mann ist der verwandelte Mann, auf eine für Außenstehende unter Umständen unheimliche Weise feminisiert, als Teil einer Eucharistie, bei der Brot und Wein zu Erinnerungen an den Freundesleib werden. Und ein Vater, der sich so verhält, vom Freund erzählen möchte, macht sich verdächtig, jedenfalls für einen Sohn, der es nicht gewohnt ist, Romane zu lesen, die ja immer, wenn sie uns weiterbringen, eine Beschwörung der Abwesenheit sind, ein Sieg des Weiblichen."

Bodo Kirchhoff dokumentiert, diesen Roman schreibend, sowohl seinen eigenen Alltag über etwa ein Jahr hinweg, als auch seine Freundschaft mit M., einem Menschen, der nach sehr erfolgreichen Jahren als Neurologe später nur noch sporadisch als Notarzt arbeitet und dann auch diese Tätigkeit bald aufgibt. Er ist krank, sicher, aber da ist auch etwas anderes, was diesen hoch begabten Menschen mit all seinem Wissen und seinen Erfahrungen, aber auch mit seiner früher enormen Anziehungskraft auf andere, sich in sich selbst einschließen lässt.
Kirchhoff folgt in lebendigen und zum Teil auch lustigen Erinnerungen dem gemeinsamem Lebensweg durch eine wahrlich spannende Zeit. Denn 1947 geboren, erlebt M. im Internat und danach an der Uni eine für das Land bedeutende Ära, ohne allerdings selber groß aktiv zu werden, ähnlich wie sein Freund Bodo übrigens.

Wir erinnern uns schmunzelnd mit dem Autor daran, daß früher ein Zehn-Pfennig-Stück in der Roth-Händle-Packung aus dem Automat kam. Wir nehmen teil an Unternehmungen zweier Freunde im Internat und danach, erleben ihre Jugendsünden und ihre Jugendfreuden und ihre immer lebendige intellektuelle und musische Auseinandersetzung. Dazwischen lässt uns der Autor teilhaben an seinem Autorenleben, beschreibt in Andeutungen den Konflikt mit Ulla B., der Frau von Siegfried Unseld, der ihn den Suhrkamp-Verlag nach vielen Jahren verlassen ließ und seine gute und freundschaftliche Beziehung zum Chef der Frankfurter Verlagsanstalt, einem Sohn Unselds, der sich vom Vater getrennt und selbständig gemacht hat.
Wir folgen dem Autor immer wieder an seinen zweiten Wohnsitz am Gardasee, seinem Lebens- und Schreibparadies, verfolgen, wie er an einer Novelle schreibt (Veröffentlichung ca.2008 unter dem Titel "Gardaseegeschichten") und dennoch immer wieder zu dem Roman über seinen Freund M. zurückkehrt.

Nicht nur Michael Päselt, der mir bis dato völlig unbekannt war, ist mir durch dieses Buch nähergekommen, sondern ich habe auch einen Autor näher kennengelernt, von dessen früheren Romanen ich einige gelesen habe.
Bodo Kirchhoff verbindet in diesem wunderbaren und sehr sensibel und zart geschriebenen Roman ( siehe Zitat am Anfang über die weibliche Seite, die das schreibende Erinnern hervorbringt), die Dokumentation von Lebensgeschichte mit der Erzählung zahlloser Lebensgeschichten und lässt in dem etwa gleichaltrigen Leser unzählige eigene Erinnerungen wach werden an diese Jahrzehnte nach 1960. Jüngere Leser werden beeindruckt sein von dieser lebenslangen Freundschaft zweier Männer, die durch intensive und weniger intensive Phasen immer gehalten hat.
Ich jedenfalls war am Ende traurig darüber, daß es in meinem Leben einen solchen Freund nicht gibt oder gegeben hat.
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HALL OF FAMETOP 1000 REZENSENT VINE-PRODUKTTESTERam 18. November 2007
Bodo Kirchhoff ist ein deutscher Erfolgsschriftsteller der vornehmliche Erzählungen, Romane und Drehbücher veröffentlicht. "Eros und Asche" ist eine "Trauerarbeit" des überlebenden Schriftstellers Bodo Kirchhoff. Es ist ein Freundschaftsroman, bei dem in der Verschränkung von Gegenwart und Erinnerung, das Bild einer großen Freundschaft entsteht. Der Tod dieses Freundes war für den Autor eine Zäsur, sich über sein eigenes Schreiben und seine eigene Haltung Rechenschaft abzulegen.

Es gibt nicht viele Zeitpunkte im Leben, wo so etwas möglich ist. Dieser Moment war gekommen, als er die Nachricht von dem Tod seines Jugendfreundes erhielt. Mit ihm hat er einen intimen Freund verloren, den er seit den ersten Schultagen kannte, mit dem er Reisen unternommen hat, Bücher besprochen und die ersten Liebeserfahrungen ausgetauscht hat und den er später nach dem Studium, aus welchen Gründen auch immer, aus den Augen verloren hat.

Bodo Kirchhoff geht es um die Beschwörung des Abwesenden, die grundsätzliche Vergegenwärtigung der eigenen Existenz und deren Lebensphasen die eng verbunden sind mit denen des Jugendfreundes M., einem tragisch Begabten, der im Laufe der Jahre immer melancholischer wird, erkrankt, schließlich einsam und verarmt im Alter von 58 Jahren stirbt. Kirchhoff erzählt nicht isoliert von diesem Freund, denn das wäre ein Bericht über ein zersplittertes und zerfasertes Leben gewesen, denn es hat eigentlich nach der Jugend geendet und so konnte der Autor die Kontinuität nur dadurch herstellen,in dem er die Kontinuität seiner eigenen Gegenwart zur Messlatte genommen hat.

Das Zentrum des Buches, der eigentliche Glutkern, ist quasi die erotische, fast sexuelle, aber nie homosexuelle, - das betont der Autor ausdrücklich-, Beziehung zu diesem Freund, eine Jugendfreundschaft, die eine Intensität gewinnt, die man eben später nie mehr haben und erreichen kann. Man erkennt das Bemühen des Autors, diese Intensität in das Buch und vor allen Dingen in die Sprache hinein zu tragen. Das war sicher die Anstrengung des Buches, der Rückblick und die Passagen, wo der Autor auf sich selbst schaut und versucht sein Leben sehr offen darzustellen. Anders wie in Büchern mit Sujets, die einen fiktionalen Charakter haben, wo die vermittelnde Person etwas zurücktritt, lernt der Leser hier einen Helden kenn, der sich der "Autor" nennt und mit Bodo Kirchhoff identisch ist. Das ist der lebende Held und den zweiten Helden den beerdigt er so zu sagen gleich mit. So schonungslos offen ist Bodo Kirchhoff bisher noch nicht mit sich umgegangen. Er hat in den letzten dreißig Jahren sehr viel geschrieben, sehr viele fiktionale Dinge, aber hier finden wir eine Chronik der Erinnerung und eine Chronik des laufenden Geschehens, die erst der Tod eines nahe stehenden Menschen häufig zu öffnen vermag. Daraus ist dann dieser bewegende Freundschaftsroman entstanden.

Die Erzählstruktur erinnert an die von Max Frisch, wie wir sie aus seiner großartigen Erzählung "Montauk" kennen. Ähnlich wie Frisch, besitzt Bodo Kirchhoff die unglaubliche Begabung, mit nur wenigen Worten, unter Vermeidung jeglicher Redandanz, das erlebnisreiche Fluidum gelebter, ereignisreicher Augenblick darzustellen.

Ein zutiefst berührender,unsentimentaler, mit viel Selbstironie versehender Freundschaftsroman. Dabei ist der "sehnende" Mann der "verwandelte" Mann, das entwirft für den Leser in gewisser Form ein eucharistisches Bild, wo Brot und Wein als Erinnerung an den Freundeslaib verabreicht werden.

Die Kritik ist sehr unterschiedlich mit diesem Buch umgegangen. Zweifellos ist es das wohl intimste Buch das Bodo Kirchhoff je geschrieben hat. Eine Kritik hat prophezeit, dass dieses Buch ein großer Erfolg wird, fraglos enthält es wunderschöne Jugendepisoden und schon allein aus diesem Grunde ist es zum Lesen sehr zu empfehlen, ich tue es mit Nachdruck und Leidenschaft, auch deshalb, weil es so unendlich viele hilfreiche Reflektionsebenen besitzt.
54 Personen fanden diese Informationen hilfreich
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