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Kundenrezensionen

4,1 von 5 Sternen
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4,1 von 5 Sternen
Shotgun Lovesongs: Roman
Format: Gebundene Ausgabe|Ändern
Preis:20,00 €+ Kostenfreie Lieferung mit Amazon Prime


am 6. Januar 2014
... beschlich mich schon nach dem Lesen der ersten paar Seiten. Kennen Sie das? man liest die ersten 10 Seiten oder schaut die ersten 10 Minuten eines Films und schon weiß man, dass man es/ihn lieben wird?
genauso erging es mir mit diesem wunderbaren Buch. die Geschichte ist herzlich, romantisch, vor allem witzig und von einer herausragenden emotionalen Wärme! man kann sich wunderbar in eine weiche Decke kuscheln und die Geschichte genießen.

ich habe damals ein kostenloses Rezensionsexemplar erhalten. aber dieses Buch ist es wert, gekauft zu werden!! mittlerweile habe ich es 4x verschenkt, weil ich einfach alle meine lieben Menschen daran teilhaben lassen möchte.

ich bin schon sehr auf die weiteren Bücher des Autors gespannt. Herrn Butler sollte man definitiv im Auge behalten.
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am 21. Mai 2014
Um es vorweg zu sagen: Ich liebe Musik. Und ich liebe Bücher. Aber ich fürchte mich immer ein bisschen vor Büchern über Musik. Warum das so ist?
Lange habe ich es nicht verstanden - genaugenommen, bis zum Lesen dieses Buches. Tatsächlich sind das Lesen eines Buches und das Hören von Musik sinnliche Erfahrungen, so unterschiedlich wie Tag und Nacht, doch bedienen sie beide die gleichen inneren Schnittstellen: Gefühle und Phantasie. Wenn nun ein Autor über den „stummen“ Weg des Schreibens versucht Musik erlebbar zu machen, kann er nur versuchen, mit Bildern Stimmungen und mit Stimmungen Bilder zu erzeugen, die etwas in dem Leser zu „klingen“ bringen.
Nickolas Butler ist das mit „Shotgun Lovesongs“ gelungen. Er schaffte es, mich die Bilder hören zu lassen.

"Am Ende kann ich es noch damit vergleichen, wie sich Schallwellen im Winter ausbreiten. Dann, wenn alles kalt und still ist. Wenn man erstmal gar nichts hört….Und dann, wenn die eigenen Ohren sich daran gewöhnt haben, wenn man eine Weile gewartet hat, beginnt man die Krähen in den Baumwipfeln zu hören, das fast nicht mehr wahrnehmbare Geräusch ihres Flügelschlags….Und schließlich kommen weitere Geräusche hinzu: das weit entfernte Knarren einer Motorsäge,….,das Wasser eines Baches,…, Vogelgesang. Man braucht nur all diese winzigen Geräusche miteinander zu verschmelzen und dann Lees unendlich traurige Falsettstimme darüber zu legen, und schon hat man eine Hymne, die jenen Flecken Erde besingt, von dem wir stammen."

Von der ersten Seite an versuchte ich, einen passenden Sänger für die Figur des Lee zu finden. Ich hörte während des Lesens vor allem die Musik von Jesse Marchant, einem kanadischen Singer-Songwriter, bekannt als JBM. Im Text fand ich genau die Bilder, die ich schon immer im Innern gesehen hatte, wenn ich seine Musik hörte. Inzwischen weiß ich, dass Justin Vernon - Bon Iver - als Vorbild diente. Er stammt tatsächlich aus Wisconsin und ist seiner Heimat bis heute tief verbunden. Auch er ist ein fantastischer Singer-Songwriter und Jesse Marchants Musik wird oft mit seiner verglichen. Als ich das herausfand, war das für mich nur der Beweis für die Präzision des Autors, mit der er sich der Musik seiner Figur genähert hatte.
„Shotgun Lovesongs“ ist aber auch ein Buch über Heimat, über Freundschaft, über Liebe. Es erzählt die Geschichte von Entscheidungen, von Weggang und Rückkehr, von Familie und Arbeit aus der wechselnden Sicht der Freunde Kip, Henry, Lee, Ronny und Beth vor der weiten Landschaft Wisconsins.

"Diese Männer, die sich schon ihr ganzes Leben kennen. Diese Männer, die alle in demselben Krankenhaus geboren, vom selben Geburtshelfer entbunden wurden. Diese Männer, die zusammen aufgewachsen waren, die dasselbe Essen gegessen, in denselben Chören gesungen hatten, mit denselben Mädchen ausgegangen waren, dieselbe Luft geatmet hatten."

Kip, der Rückkehrer, der in Chicago das große Geld gemacht hat und nun in der Heimat eine alte Mühle wiederbelebt. Henry, der Farmer in xter Generation, der nie groß woanders war und der liebt, was er tut, auch wenn es auf Grund der Zeiten nicht leichter wird. Beth, Henrys Frau, seine Jungendliebe, Mutter seiner zwei Kinder, die alles zusammen hält. Ronny, der einsame Cowboy, der durch einen Rodeounfall keine Perspektive mehr zu haben scheint und Leighland, Lee, der Musiker, der die Welt bereist und doch immer wieder zurückkehrt.
Aus diesem vielstimmigen Choral entsteht ein dichtes und für mich wunderschönes Bild einer Gruppe von Menschen, die gemeinsam aufwuchsen und nun aneinander wachsen, nicht immer reibungslos, doch immer miteinander verbunden durch gegenseitigen Respekt und die Heimat.

"Ich glaube, man kann wohl sagen, wir beide hatten das Gefühl – ohne dass es einer von uns laut ausgesprochen hätte -, dass nun, nach mehr als dreißig Jahren, unsere Kindheit endgültig zu Ende gegangen war. Dass die verlässlichen, unkomplizierten Freundschaften, die unsere Jugendjahre geprägt hatten, nun auseinander brachen…..Früher hatte es eine Zeit gegeben, da war ich nicht nur sein Freund, sondern auch sein Fan. Jetzt kam mir das alles so weit weg vor, so kindisch, es war mir unendlich peinlich, daran zu denken, wie sehr ich Lee vergöttert hatte."

Nickolas Butler, geboren 1979 in Pennsylvania, jedoch aufgewachsen in Eau Clair – Wisconsin, schrieb mit „Shotgun Lovesongs“ eine , in meinen Augen, sehr berührende Liebeserklärung an seine Heimat. In jedem seiner Worte spiegelt sich die tiefe Verbundenheit zu den Menschen, der Landschaft, der Lebensweise wider, zeigt sich die Liebe und der Respekt für seine Heimat. Dabei ist seine Sprache, besonders in den landschaftlichen Beschreibungen oder der Schilderung New Yorks, pure Poesie, ohne verklärend zu sein. Manchmal melancholisch, aber nicht sentimental. Er zeigt die Veränderungen auf, welche nicht immer gut, aber auch nicht immer schlecht, die aber immer notwendig sind. Veränderungen, die dieses Land braucht, das mit seiner landwirtschaftlichen Prägung droht, von der Welt bestimmt und abgehängt zu werden.
Ich bin sicher, dass manch einer, der das Buch gelesen hat, es als klischeehaften Kitsch abgetan hat. Auch ich bin immer wieder auf Distanz gegangen, um dieses Argument für mich zu überprüfen, doch meine Tränen der Rührung, mein unvermitteltes Lachen und mein Wunsch, dieses Buch möge nie enden, haben mich vom Gegenteil überzeugt. Ja, „Shotgun Lovesongs“ ist ein Buch der großen und kleinen Gefühle, aber es ist auch ein klarer Blick auf die Veränderungen, die nicht aufzuhalten sind.
Letztendlich entscheiden wir nur, welche Entwicklung unser Leben durch diese Veränderungen nimmt.
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am 7. Juli 2017
In ihrer Jugend waren sie beste Freunde: Henry, Lee, Ronny und Kip. Natürlich war ihre Verbindung nicht mehr so eng als sie älter wurden. Eines Tages jedoch kommt Kip nach hause. Er hat die Mühle gekauft und renoviert. Und er will heiraten. Er gibt einen Junggesellenabschied, mit dem er sich den Unmut seiner Freunde zuzieht. Ronny, der nach einem Unfall beim Rodeo nicht mehr so ist wie zuvor, soll nicht dabei sein. Das können und wollen die Freund nicht gutheißen und dulden. Doch die einst tiefe Freundschaft bekommt Risse. Und so werden Kip und Felicity nicht zu Lees Hochzeit nach New York eingeladen.

Freundschaft ist manchmal das Wichtigste im Leben, auch wenn nicht immer alles deutlich ausgesprochen wird. Mitunter bedarf es auch keiner großen Worte, man versteht sich auch so. Aber auch Freunde können Geheimnisse voreinander haben. Lee, der inzwischen ein berühmter Musiker ist, scheint am meisten an der Heimat Wisconsins zu hängen. Immer wieder zieht es ihn zurück, nur hier in der Ruhe und Weite kann er seine Batterien aufladen. Henry dagegen ist kaum je vom Land weggekommen. Träumt er nicht manchmal von einem Abenteuer. Ronny schien seinen Weg gemacht zu haben, vor seinem Unfall. Und Kip tut viel für den äußeren Schein.

Bücher über Männerfreundschaften haben etwas besonderes, deshalb bieten sie für Leser, denen genau dieses liegt, ein besonderes Leseerlebnis. Andere wiederum, die eher anderen Thematiken zugeneigt sind, aber gerne mal einen Ausflug in ein anderes Genre unternehmen, finden vielleicht nicht sofort einen Zugang zu dem Buch. Zunächst sacht in Schilderungen dahin plätschernd entwickelt sich nur nach und nach eine Dramatik, die dann jedoch mehr mitreißt als man zu diesem Zeitpunkt erwartet. Dennoch wirkt der Roman manchmal wie ein Freundschaftsbrainstorming, in dem nicht immer alles so friedlich und freundschaftlich ist wie es scheint. Eine durchaus interessante Lektüre, die einen tiefen Einblick in die lange Freundschaft der vier Männer gewährt.
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am 8. April 2015
Shotgun Lovesongs jetzt ein großartiges Buch über Freundschaft, (verfehlte) Träume, Liebe und Geborgenheit, ein Buch von ungeheurer Tiefe, in dem die Figuren - und zwar nicht nur die der fünf Freunde, um die es hauptsächlich geht - in einer emotionalen Detailliertheit gezeichnet werden, die es dem Leser leichtfallen lässt, sich in die geschilderten Begebenheiten wie auch in die (teilweise streitbareren) Verhaltensweisen hineinzuversetzen. Dazu trägt sicherlich bei, dass die Geschichte abwechselnd aus der Sicht der fünf Freunde erzählt wird, aus meiner Sicht eine hervorragende Wahl.

Auch die Landschaftsbeschreibungen sind so großartig, dass sich stets ein Bild der geschilderten Orte und Stimmungen vor dem eigenen inneren Auge formt. Ich habe Lust bekommen, mir den mittleren Westen der USA einmal in natura anzusehen.

Ein Buch, das niemals an der Oberfläche bleibt und sehr lange nachhallt .

Einfach großartig!
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am 2. Juli 2014
Die Geschichte ist im Detail so wunderbar erzählt, dass in einem die starke Sehnsucht nach Freundschaft wächst.

Es lässt sich kein eindeutiger Höhepunkt erkennen, allerdings ist die Geschichte in sich vollkommen und stark.
Ich habe sehr lange gebraucht, dieses Buch zu lesen, da ich immer wieder an kleinen, zunächst als unwichtig abgestempelten Textpassagen hängen geblieben bin. Sobald man aber länger darüber nachdenkt, lassen einen die kleinen Feinheiten nicht mehr los.

Dies ist kein Buch, dass man schnell an einem Nachmittag verschlingen kann (dafür ist die Geschichte auch nicht ausgelegt) - vielmehr ist es ein großes Ganzes, das sich erst nach längerer Bedenkzeit als etwas Wunderbares ansehen lässt.
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am 21. September 2015
Das Buch ist längst nicht so gut, wie all das Lob hier vermuten lässt – weder die Geschichte noch die Figuren oder die Erzählweise vermögen zu überzeugen. Hinzu kommen eine schlechte Übersetzung und ein unsorgfältiges Lektorat.
Die Geschichte hätte Potential, wird aber flapsig und oberflächlich erzählt. Dadurch, dass es um fünf Freunde geht plus teilweise deren Frauen kommen die einzelnen Figuren zu kurz. Der Erzählstrang hüpft mal hierhin, mal dahin, die Ereignisse werden teilweise viel zu schnell abgehandelt, und so hatte ich beim Lesen oft das Gefühl, durch den Text gehetzt zu werden. Die Figuren erleben zwar einiges, aber das wird schnodrig und oft ziemlich abstrakt erzählt, und die Ereignisse tragen meist gar nicht zum Fortgang der Geschichte bei. Viele Rückblenden und das Wechseln von einer Erzählstimme zur anderen erschweren den Lesefluss zusätzlich. Das Ganze wirkt wie ein Flickenteppich mit mehreren nebeneinander herlaufenden Geschichten, die sich da und dort mal wie zufällig treffen.
Die Geschichte wird abwechselnd aus der Perspektive jeweils einer dieser fünf Figuren (in der Ich-Form) erzählt. Diese Erzählweise ist in den letzten Jahren sehr beliebt geworden – eine neue Version des auktorialen Erzählens. Allerdings sollte dabei jede Figur ihre eigene Stimme erhalten, und auch das ist bei diesem Buch misslungen. Die Figuren tönen alle sehr ähnlich (ausser die Frau, aber dazu später mehr) und unterscheiden sich höchstens dadurch, dass der eine Mann etwas öfters als die anderen „Verdammt“ und „S*******“ sagt. Ansonsten sinnieren die Typen – ein Bauer, ein ehemaliger Rodeoreiter, ein sehr erfolgreicher Börsenmakler und ein noch erfolgreicherer Popmusiker – hauptsächlich darüber, was für miese Typen oder Versager sie doch sind, aber eigentlich haben sie doch alle ein gutes Herz … Zu ihren Freunden sagen sie „Ich liebe dich“ oder „Ich hab dich lieb“, und vor allem der Musiker versinkt in Selbstmitleid und geht einem gegen Ende mit seinem weinerlichen Getue so richtig auf den Geist. Genauso wie die elend langen Beschreibungen von Junggesellenabenden und Hochzeiten – vier an der Zahl – und Barszenen, in den gesoffen und geflucht wird – wohl um zu zeigen, dass es eben doch harte Typen sein sollen. Gänzlich unstimmig ist auch, dass die Typen im Vollsuff völlig zusammenhängende Konversationen und Diskussionen führen. Keiner lallt, keiner redet am anderen vorbei oder vergisst gleich, was der andere gesagt hat, wie das bei Betrunkenen eben der Fall ist.
Die Frauenfiguren sind noch hölzerner als die Männer. Allesamt sollen sie wunderschön sein, aber sehen tut man das nicht – Kino im Kopf gibt es in diesem Buch einzig bei einigen Landschaftsbeschreibungen (darum gebe ich auch zwei Sterne statt nur einem). Das Frauenbild des Autors scheint mir doch etwas beschränkt; wenn eine Frau einer anderen ein Kleid ausleiht, dann sind sie Freundinnen geworden. Oder sie „plaudern den ganzen Vormittag“, eine davon wohlverstanden die Bauersfrau, deren Mann damit kämpft, die Farm überhaupt halten zu können. Als ihr Mann mit ihr eine totale Krise schiebt, weil er erfährt, dass sie vor zehn Jahren, als sie noch nicht verheiratet waren und zu diesem Zeitpunkt noch nicht einmal ein Paar, mit seinem besten Freund geschlafen hat (was er übrigens von genau diesem besten Freund erfährt - für mich auch nicht nachvollziehbar; ein wirklich guter Freund würde die Klappe halten), da merkt sie einfach, dass er wütend ist, dann ist er nicht mehr ganz so wütend, und dann „schreitet sie zur Tat“ und verführt ihn ("wir vögelten, als wollten wir nochmals ein Kind machen"), und dann ist alles wieder gut. Ob sie in diesen Wochen Angst hatte, dass er sie verlassen könnte, dass sie ihn verloren hat, dass es nie mehr so werden wird wie früher, all die kleinen, schwierigen Momente, die in einer solchen Situation entstehen, die werden einfach unter den Tisch gewischt. Man erfährt nicht, wie schwierig der Alltag geworden ist, wie sie unsicher ist, ob sie ihn nun berühren darf oder nicht, wie es schwierig ist, mit ihm zu reden, weil er kaum Antworten gibt - all so was eben. Nichts.
Überhaupt werden die dramatischen Ereignisse mit einer Mischung aus Übertreibung und Oberflächlichkeit erzählt. Bei einigen wird man sogar den Verdacht nicht los, als hätte sie der Autor einzig darum eingebaut, um noch ein bisschen Spannung zu erzeugen. Zur Geschichte tragen sie aber überhaupt nichts bei. Im Gegenteil; manchmal sind sie völlig unglaubwürdig. Ein Beispiel ist der Rodeoreiter, ein ehemaliger Alkoholiker, der aber seit zehn Jahren trocken ist. An seinem Junggesellenabend (er wird eine Stripteasetänzerin heiraten, eine wunderschöne …) drückt ihm jemand einen Drink in die Hand, er trinkt ihn. Und dann noch einen und noch einen, bis er sturzbesoffen ist. Danach verirrt er sich im Schneesturm, wird aber natürlich von seinen Freunden gefunden. Er kommt ins Krankenhaus, hat halb erfrorene Gliedmassen, wird am nächsten Tag mit dicken Verbänden an Händen und Füssen entlassen, kann sich kaum auf den Beinen halten - und tanzt ein paar Stunden später wie wild stundenlang auf seiner eigenen Hochzeit … Das wars. Nichts, dass aus diesem Ereignis entstand oder weiterging, kein Wendepunkt, keine Einsicht irgendeiner beteiligten Figur. Die Szene hätte man genauso gut weglassen können. Kommt hinzu, dass meines Wissens ein trockener Alkoholiker nach einem solchen Vollsuff gleich wieder süchtig ist. Aber unser Held hier ist einfach nur glücklich mit seiner Tänzerin.
Und dann gibt es noch richtige Fehler im Text. Zum Beispiel erzählt der Musiker ziemlich am Anfang seinem besten Freund, dem Bauern, dass er eine Freundin hat und heiraten wird. Gegen Ende des Buchs bemitleidet er sich selber, dass er seinen Freunden (unter anderem dem Bauern) angeblich durch die Sekretärin seiner künftigen, wunderschönen Schauspielerinnen-Frau seine Verlobung schriftlich hat mitteilen lassen, anstatt es ihnen persönlich zu sagen. Oder die beiden, die frühmorgens aufstehen und sich kurz darauf unter dem „nachmittäglichen Himmel“ befinden.
Fazit: Hölzerne Figuren, abstrakte Beschreibungen, übertriebene oder vernachlässigte Dramatik, nicht nachvollziehbare Handlungen, ein schwacher roter Faden und viele Fehler. Alles in allem eine grosse Enttäuschung. Den zweiten Stern gibt es einzig für die zwei, drei gelungenen Landschaftsbeschreibungen, in denen der Autor es schafft, die Liebe zu besagtem Stück Erde rüberzubringen.
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TOP 1000 REZENSENTam 12. Oktober 2013
Nickolas Butler beschreibt in "Shotgun Lovesongs" die Lebenswege von fünf Freunden, die nach ihrem Ausschwärmen in die Welt wieder an den Ort zurückkommen, an dem sie wurden, was sie heute sind:

Little Wings ist eine Kleinstadt im ländlichen Wisconsin im Norden der USA. Dort sind die Freunde Henry, Ronny, Kip, Lee und Beth aufgewachsen und haben ihre Jugend verbracht. Beth und Henry haben geheiratet und im Gegensatz zu ihren Freunden Little Wings nicht verlassen, sondern die Farm von Henrys Vater übernommen, die sie gemeinsam bewirtschaften. Ihr Familienleben ist harmonisch, sie haben zwei wohlgeratene Kinder, und doch werden auch sie von Sorgen geplagt, da der Ertrag der Farm zu wünschen übrig lässt und ihnen die Bank im Nacken sitzt.

Dennoch sind sie nicht blind für das Leid ihrer Freunde und helfen Ronny, einem ehemals erfolgreichen Rodeo-Reiter, dessen Alkoholsucht allerdings seine Karriere zerstört hat. Körperlich nicht mehr dazu in der Lage, sich selbst zu versorgen, ist er auf Hilfe angewiesen, wünscht sich aber nichts sehnlicher, als seiner ehemaligen Heimat den Rücken zu kehren.

Kip hat es in Chicago durch seine Tätigkeit als Broker zu einem beträchtlichen Vermögen gebracht und kehrt nach seiner Hochzeit nach Little Wings zurück. Er kauft die alte Mühle auf, um diese umzubauen, was aber gründlich misslingt und fast im finanziellen Ruin endet. Doch Hilfe naht von unerwarteter Stelle.

Lee schließlich ist mittlerweile ein weltberühmter Musiker, der sein Album "Shotgun Lovesongs" millionenfach verkauft konnte. Er ist ein gemachter Mann und in der ganzen Welt zuhause, aber dennoch zieht es ihn zurück nach Little Wings, weil er seine große Liebe nicht vergessen kann.

Der Autor lässt seine Hauptfiguren kapitelweise abwechselnd aus ihrem Leben erzählen. Dadurch erfährt der Leser sowohl Vergangenes als auch Gegenwärtiges und kann durch die stellenweise intimen Schilderungen das Verhalten der Protagonisten einordnen und die Beziehungen untereinander gut verstehen.

Über dem gesamten Roman liegt ein Hauch von Melancholie, von Was-wäre-wenn und streckenweise auch von Wehmut. Aber da ist immer noch dieser optimistische Unterton, dieses Empfinden, dass auch wenn die Probleme noch so ausweglos erscheinen mögen oder wenn Beziehungen in die Brüche gehen, Freunde zur Stelle sind und ihre Hilfe anbieten.

Nickolas Butler ist mit "Shotgun Lovesongs" ein wunderschöner Roman über Freundschaft und Heimat gelungen, in dem in einer schnelllebigen Zeit das Hohe Lied der traditionellen Werte gesungen wird, fernab von Ellbogenmentalität, Egoismus und Profitgier des heutigen Amerika.
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am 24. April 2015
Inhalt:
Henry, Beth, Ronny, Leland und Kip kommen alle aus der gleichen kleinen Stadt Little Wing im Norden der USA. Beth und Henry haben die Stadt nie wirklich verlassen, waren schon in der Highschool ein Paar, haben danach geheiratet und sind nun mit ihren zwei Kindern eine perfekte und glückliche kleine Familie. Leland, genannt Lee ist als Musiker groß rausgekommen, tourt durch die Welt, ziert hin und wieder die Boulevardblätter und ist nur noch selten zu Hause in Little Wing - dabei wünscht er sich doch eigentlich nur, zu haben, was sein bester Freund Henry hat. Ronny war eine Zeit lang ein erfolgreicher Rodeoreiter, der jedoch durch einem Unfall beeinträchtigt ist und Kip war eine Zeit in Chicago, ist jedoch zurückgekommen und hat sich ein großes Projekt in seiner Heimatstadt vorgenommen, die ihn finanziell vielleicht doch zu stark belastet.
Sie alle leben mehr oder weniger miteinander, haben verborgene und offene Sehnsüchte und Träume und erzählen die Geschichte abwechselnd aus ihren Perspektiven.

Meinung:
Ich kann die Handlung nur schwer zusammenfassen, weil ich Angst habe, das es mir nicht richtig gelingt und die Zusammenfassung ziemlich langweilig klingt. Ich denke aber, ich habe diese Rezension jetzt lange genug vor mir her geschoben (wobei das auch einfach ein Buch war, das ich ein paar Tage auf mich wirken lassen musste) und möchte euch meine Meinung nicht länger vorenthalten.
Wenn die Handlungszusammenfassung langweilig erscheinen sollte, tut mir dies Leid und es täuscht! Mir hat "Shotgun Lovesongs" wirklich richtig gut gefallen!
Allerdings muss ich auch sagen, dass die Geschichte weniger durch actionreiche Handlung getragen wird, sondern eher von den unglaublich tiefgründigen Charaktere.
Es gibt keine sich überstürzenden Ereignisse, dafür lernt man die Figuren sehr gut kennen, erfährt viel von ihrem Innenleben, ihren Gedanken, ihren Einstellungen und Sehnsüchten. Die Perspektiven wechseln zwischen den Fünf, wobei die Kapitel sehr unterschiedlich lang sind und auch die Häufigkeit, in der sich die Charaktere abwechseln, nicht gleichmäßig verteilt ist. Manche lernt man mehr, manche weniger gut kennen, aber von allen erfährt man viel. Außerdem sind sowohl Charaktere, als auch Handlung sehr glaubwürdig. Man begleitet die Figuren ein Stück auf ihrem Lebensweg. Vorher haben sie ihr Leben gelebt, danach leben sie ihr Leben weiter und einen Teil davon teilen sie mit dem Leser. Und das in einer wirklich außergewöhnlichen Art und Weise. Der Schreibstil ist sehr unaufgeregt, was jedoch die ganze Geschichte unterstützt und gerade dadurch wirkten die Gefühle auf mich sehr sehr echt. In diesem Buch gab es wenig gekünsteltes, wenig, was sich der Spannung oder der Handlung wegen passiert ist, wenig, das so nur in Büchern passieren kann. In diesem Buch hat man wirkliche Personen kennen gelernt, mit denen man Freundschaften schließen kann (wenn auch nur in seiner Fantasie) und die in unserer Welt nicht großartig auffallen würden, kämen sie aus ihrem Buch eines Tages heraus spaziert. Genau das hat mir so gut gefallen. Alles fühlte sich beim Lesen irgendwie echt an.
Viel mehr kann ich zu diesem Buch leider auch gar nicht sagen, obwohl meine Meinung bis jetzt von der Wortanzahl doch eher kurz ist. Das Buch vermittelt einem eine Stimmung und auch Gefühle, was wenige Bücher in dieser Weise tun.
Sicherlich ist diese Geschichte nicht für jeden etwas und Leser, die immer und unbedingt Action brauchen, werden vielleicht anders urteilen als ich. Aber jeder, dem starke Figuren wichtig sind, der lebensnahe und glaubwürdige Charaktere gefallen, der große Themen wie Liebe, Freundschaft, Familie und auch Heimatgefühle und auch große und echte Gefühle in Büchern sucht, die glaubwürdig, tiefgründig und vielstimig angesprochen werden, der wird hier fündig werden!
Dieses Buch hat mir unglaublich viel gegeben, mich berührt, mich nachdenklich gemacht, es hängt mir immer noch nach...

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TOP 500 REZENSENTam 20. Juli 2015
Es ist bereits unheimlich viel über den Inhalt geschrieben worden, so dass ich direkt zu meiner Einschätzung komme:

Einerseits hat mich das Buch beim Lesen gefesselt und tief in die Geschichte gezogen. Nickolas Butler erzählt in einer Art und Weise, dass man das Gefühl hat, selbst mittendrin zu sein. Der Plot wird dabei eindeutig durch die fünf Hauptpersonen getragen, die sich im Verlauf der Geschichte ständig entwickeln und insgesamt sehr facettenreich gezeichnet sind. Man meint, sie bereits seit Jahren zu kennen und durchlebt mit ihnen alle Hochs und Tiefs. Manches Mal hatte ich fast den Wunsch, der sechste Freund in dieser Geschichte zu sein. Für mich ist der Roman daher in erster Linie ein Buch über Freundschaft und danach erst ein Roman über Heimat und Liebe. Während des Lesens meinte ich, nach längerer Zeit mal wieder eine richtige Perle im riesigen Büchermarkt gefunden zu haben, die gute Chancen hat, zu meinen ewigen Lieblingsbüchern zu gehören. Viel positiveres kann ich über ein Buch nicht schreiben.

Da ich mit einem "Einerseits" begonnen hatte, muss nun auch noch ein "Andererseits" folgen. Shotgun Lovesongs ist aus meiner Sicht nicht für jeden Geschmack etwas. Es mag bestimmt Leser geben, die diese überaus leichte Sprache als banal charakterisieren oder denen schlichtweg zu wenig "Action" im Buch ist. Ein Freund von mir meinte beispielsweise, der Roman sei ein klassisches Frauenbuch, das am Rande des Kitschs mit viel zu viel Gefühl balanciere. Ich sehe dies zwar ausdrücklich nicht so, aber ich kann diese Sicht trotzdem verstehen. Wie gesagt, eben nicht für alle Geschmäcker geeignet.

Mein Fazit: Die Geschichte hat mir außerordentlich viel Freude bereitet, auch wenn es der Roman letztlich doch nicht in meine persönliche Hall of Fame geschafft hat. Dennoch natürlich volle fünf Sterne.
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TOP 500 REZENSENTam 19. September 2013
Inhalt:
Little Wing, Wisconsin: die fünf Freunde Leland, Kip, Ronny, Henry und Beth kennen sich schon eine Ewigkeit und teilen viele gemeinsame Erinnerungen, doch als Erwachsene gehen sie völlig unterschiedliche Wege. Leland wird ein erfolgreicher Musiker und reist um die Welt, Kip verbringt einige Jahre in Chicago und macht dort Karriere als Rohstoffmakler, Ronny war lange Jahre Alkoholiker und ein berühmter Rodeoreiter, doch ist nach einer Hirnblutung kognitiv leicht beeinträchtigt, Henry und Beth waren schon in der Schule ein Paar, sind nun verheiratet, haben zwei Kinder und kämpfen um ihre Farm.

Mein Eindruck:
Die Geschichte um die fünf Freunde und ihr Leben in Little Wing wird aus fünf verschiedenen Perspektiven erzählt, so dass jeder der fünf Freunde zu Wort kommt und in Ich-Form aus dem eigenen Leben berichtet. Mir hat dieser Perspektivenwechsel sehr gut gefallen, zumal er wirklich gelungen umgesetzt wurde, denn die verschiedenen Erzähler sind glaubwürdig und sehr gut voneinander unterscheidbar.

Das Buch liest sich extrem schnell, ist flüssig geschrieben und von Anfang bis Ende fesselnd. Dabei wurden die Protagonisten großartig charakterisiert, es ist dadurch sehr einfach, mit den handelnden Personen zu sympathisieren, ihre Gedanken, Beweggründe und Gefühle nachzuvollziehen. Auch die Beziehungen zwischen den Protagonisten wurden überzeugend dargelegt, so dass ihre Emotionen auch vom Leser gut einfühlbar sind und der Roman stellenweise sehr berührt.

Mein Resümee:
Eines meiner Lesehighlights 2013. Großartig!
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