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Kundenrezensionen

4,5 von 5 Sternen
22


TOP 500 REZENSENTam 7. Juli 2015
Kaum ein Land in Europa, Deutschland vielleicht ausgenommen, besitzt eine so komplizierte Nationalgeschichte wie Italien. Einfach deswegen, weil die italienische Geschichte über weite Zeiträume hinweg identisch mit der allgemeinen Geschichte Europas war. Für das Altertum und das römische Reich trifft dies ohnehin zu, aber auch im Mittelalter kreiste alles um Rom, das Kaisertum, das Papsttum und die Kirche. Auch die Renaissance war im Ursprung ein italienisches Phänomen und Spanien und Frankreich, die ersten modernen Territorialstaaten traten, kaum waren sie entstanden, nirgendwo anders zum Kampf gegeneinander an als in Italien. Auch wenn der Totalitarismus in Deutschland und Russland seine brutalste Ausprägung gefunden hat, die Uraufführung des totalen Staates vollzog sich in Italien, auch wenn er dann durch den italienischen Schlendrian dann ' gottlob ' doch nicht so total wurde wie in Deutschland oder Russland.
Der schottische Wissenschaftsjournalist David Gilmour hat es gewagt, eine problemorientierte Geschichte Italiens zu vorzulegen. Ich habe dieses Buch bei meiner letzten Italienreise mit großer Anteilnahme gelesen. Wie hat es mir gefallen? Antwort: Außerordentlich gut und das gleich aus mehreren Gründen.

Zuerst ist das Buch nicht nur enorm informativ sondern auch sprachlich ein Genuss. Der Autor versteht es, die unglaubliche Stofffülle übersichtlich zu gliedern, seine Akzente klar und nachvollziehbar zu setzen und durch zahlreiche Belege zu stützten. Die Balance von Darstellung und Kommentar ist in geschichtlichen Werken immer heikel, in dem vorliegenden Buch aber ist diese Balance beispielhaft gelungen. Der eigentlichen Geschichte Italiens vorgeschaltet ist ein geografisch- ethnologisches Kapitel, demzufolge Italien im Ursprung alles Mögliche gewesen war - bloß keine Einheit. Etrusker, Gallier, Samniten, Umber, Griechen, Karthager und viele andere Völker mehr sprachen die unterschiedlichsten Sprachen, die gebirgige Landschaft und die geringe Zahl schiffbarer Flüsse begründete einen ausgeprägten Regionalismus, der bis heute fortwirkt. Was wäre Großbritannien ohne London? fragt Gilmour - doch wenn man aus Italien Rom wegdenkt, blieben immer noch Florenz, Mailand, Venedig, Neapel und viele andere Städte mehr.
Ohne dass die verwickelten Verhältnisse in Antike, Mittelalter und früher Neuzeit vernachlässigt würden, legt Gilmour den Schwerpunkt seiner Darstellung eindeutig auf der Entwicklung des modernen Italiens, genau gesagt auf der Geschichte der Apennin Halbinsel nach Napoleon. Italien war im 15. und 16. Jhdt. das reichste Land Europas, schreibt Gilmour, im 19. Jhdt. lag es im ökonomischer und politischem Koma. 'Was bin ich froh, dass es die Spanier gibt,' zitiert er Rossini,' sonst wären die Italiener das Allerletzte.' Industrialisierung, Aufklärung, bürgerliche Revolution, Liberalismus, alle Triebkräfte, von denen Hegel gesagt hat, dass die die Kräfte der Nationen erst richtig entfesseln, traten in Italien verspätet auf den Plan ' und als sie endlich erwachten, wurden sie zu innerlich widersprüchlichen Triebkräften. Ganz ähnlich wie in Deutschland wurde auch Italien nicht zuletzt durch eine Monarchie geeint, doch im Vergleich zum reaktionären Königshaus Savoyen waren die Hohenzollern geradezu ein Inbegriff von Modernität und Liberalismus. So hochgestimmt die Selbstkennzeichnungen des Risorgimento auch gewesen waren ' geeint wurde Italien durch drei Schlachten die andere Mächte gewannen: Solferino (Frankreich über Österreich), Sadowa und Sedan (Preußen über Österreich bzw. Frankreich). Wirklich originell waren die Italiener nach Gilmours Meinung eigentlich nur in ihrer Opernkultur, was einen sympathischen Zug hat aber nicht entschuldigt, 1915 unter Bruch aller Bündnisverträge den Dreibundpartner Österreich anzugreifen und sich anschließend Südtirol unter krassem Bruch des Selbstbestimmungsrechtes einzuverleiben. von den schrecklichen Kolonialkriegen in Libyen und Äthiopien ganz zu schweigen. Wirklich begraben wurde die Idee einer italienischen Großmachtpolitik nach ihrer grotesken Überspannung durch Mussolini erst nach 1945, als sich Christdemokratie und Kommunisten gegenübertraten. Don Camillo und Peppone lassen grüßen. Aber auch in diesem zugrechtestutzten Staat wucherte aber eine spezifische Italianata: die Korruption, der Schlendrian und nicht zuletzt die Mafia, die bis in die höchsten politischen Kreise wirkte. Selbst nach dem Zusammenbruch des politischen Systems in den frühen Neunziger Jahren wurde es nicht besser, denn kaum waren die Christdemokraten im Müll der Geschichte verschwunden, kam Berlucsoni, an dem Gilmour kein gutes Haar lässt. So bleibt wie in aller Geschichte am Ende kein Happyend, sondern eine offene Zukunft, deren weitere Entwicklung auf der Grundlage des vorliegenden Buches zwar nichtvorauszusagen, aber sicher besser zu verstehen ist.

Ich habe das Buch mit großem Gewinn gelesen. Obwohl ich der Meinung war, mich in der italienischen Geschichte relativ gut auszukennen, gab es kein Kapitel in dem ich nicht neue Akzente oder Sachverhalte erfahren hätte, immer gewürzt mit Anekdoten, die schlaglichtartig ganze Problembereiche erhellen. Herrlich, die Geschichte des durchgeknallten Nationalisten Prezzofini, der Spagetti-Essen als 'unitalienisch' brandmarkte, aber dabei fotografiert wurde, wie er die Spagetti eimerweise verschlang. Ganz besonders gut gefallen haben mir auch die literarischen und cineastischen Exkurse ' etwa die Analyse des unsäglich naiven Bertolucci Films '1900' und die Nachzeichnung der gottseidank erfolglosen Kampagne der kulturdominanten Linken gegen Lampedusas genialen Roman 'Der Leopard'. Doch auch für den Anfänger ist diese Geschichte Italiens unbedingt empfehlenswert. Für den Italienliebhaber sowieso, auch man am Ende erkennen muss, dass das vielleicht schönste Land der Welt nicht unbedingt die schönste Geschichte hat.
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am 23. Juli 2013
führt der Autor (mitunter "typisch" britisch) in ein Italien der Gegensätze und des Facettenreichtums.
Gut zu lesen und sehr unterhaltsam.
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am 20. Juni 2017
Wenn man Sachbücher innerhalb von zwei Wochen durchliest, ist das ein gutes Zeichen. Manche sind trocken geschrieben, aber das Buch von David Gilmour war kurzweilig und so interessant, dass ich es im Urlaub in jeder freien Minute gelesen habe. So ein Buch habe ich schon seit Jahren gesucht, ein Buch, das die komplette Geschichte Italiens abdeckt. Und dieses Buch ist ein wahres Kleinod.

David Gilmour fängt in der Antike an und arbeitet sich bis in die Neuzeit vor. Er schreibt nicht nur über Geschichte, sondern auch viel über Kultur und die Menschen. Faszinierend fand ich die Geschichte der kleinen Staaten im Mittelalter. Der Schwerpunkt liegt aber auf der Zeit nach napoleonischen Kriegen, als der Wunsch nach einem Nationalstaat bei vielen Einwohnern auf der Halbinsel immer ausgeprägter wurde. Allerdings stellt Gilmour immer wieder fest, dass die Einwohner dieses Nationalstaates nicht wirklich Italiener sind, sondern dieses Land nie richtig zusammengewachsen ist.

Man merkt, dass der Autor dieses Land sehr viel bereist hat und sein Herz daran hängt. Er schreibt aber dennoch sehr objektiv, lässt aber auch seinen menschlichen Eindruck einfließen. Er entzaubert die Mythen der Italiener wie den Risorgimento und die Resistenza, erläutert die Gründe, warum der Süden abgehängt ist und warum dieser Staat so schwach ist.

Ich gebe dem Buch 5 Sterne und eine klare Kaufempfehlung. Wer etwas über Italiens Geschichte wissen möchte, sollte dieses Buch lesen.
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am 1. Juni 2016
Ein Stern Abzug für die fehlerhafte Kindle Ausgabe, es fehlen Textzeilen, oder es treten Textverdoppelungen auf. Schade, denn das Buch an sich finde ich richtig gut.
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am 8. Juni 2013
Mit Bravour gelingt es dem Schotten David Gilmour, dem Italienliebhaber, dem Geschichts-Freund und dem, der sich über Italiens Landschaft, Architektur, Einfluss von der Antike bis ins Jetzt auf knapp 400 Seiten eigentlich das wichtigste auf interessante, kluge, liebenswerte und kurzweilige Weise zu vermitteln, er zitiert nur das, was wirklich relevant ist, verliert sich nicht in Fussnoten, er schreibt mit Humor, mit dem Auge des Experten und fesselt den Leser durch seine Vergleiche verschiedener Regionen, zeigt Unterschiede auf, und all das in einem freundlichen nicht überheblichen Ton.

Nicht ohne Grund (als Ortsansässige) las ich selbstverständlich das Kapitel "Venedig und der adriatische Raum" besonders aufmerksam - und war auch hievon angetan. Ohne Ressortiments, ohne bekannten "Kitsch", ohne jede ins Detail abtriftende Touristik-Verschönungen berichtet Gilmour überschaubar und objektiv über seine Nachforschungen, über die venezianischen Künstler, über "dauer-" und "temporäre" Gäste.

Im Weiteren sei zu erwähnen, dass sich mein Lob allerdings auch auf alle anderen Kapitel erstreckt.

Er ist einer der wenigen Autoren, die es sogar wirklich verstehen, objektiv über Mussolini zu berichten.

Seine Geschichtskenntniosse sind exquisit, seine Aussagen fundiert, sein Buch empfehlenswert!
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am 8. Februar 2016
Wer wissen möchte, wie Italien entstanden ist, welche geographischen Vor- und Nachteile es hat und wie die Geographie die Kulturen Italiens geprägt haben, der ist mit dem Buch gut bedient. Der Autor findet immer einen guten Mittelweg zwischen einer groben und einer minutiösen Beschreibung.

Dabei werden die verschiedenen Sprachen, Kulturen und auch Geschichten der einzelnen Landesteile berücksichtigt.
Was mir an dem Buch nicht gefallen hat, war die geradezu winzige Schrift. Das passt zwar gerade bei Sachbüchern zu dem Trend, eine immer kleinere Schriftgröße zu wählen, was dem Absatz bestimmt nicht gut tut. Als Kaufbuch wäre dies ein Grund für mich gewesen, das Buch zurückzugeben.

Fazit

Eine sehr gründliche Einführung in die Kulturen und die Geschichte Italiens. Leider hat das Buch eine sehr kleine Schrift.
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am 30. November 2013
Italien. Das Land von Pizza und Pasta. Geburts- und Wirkungsstädte vieler Künstler der unterschiedlichsten Epochen. Doch David Gilmour stellt eine interessante These auf. Italien als Staat" ist nicht das, was Italien wirklich ausmacht. Das echte" Italien, das sind die kleinen Landstriche, die einzelnen Regionen, die jeweiligen Menschen die in ihren kleinen Gemeinschaften einen Zusammenhalt schaffen, der auf der Welt seinesgleichen sucht.

Gilmour geht die Frage nach dem Herzen" Italiens an, indem er sich in der Geschichte des Landes umsieht. Dabei beginnt er mit einer interessanten Bestandsaufnahme, und lässt den Leser dann in das von ihm offensichtlich geliebte Land eintauchen. Dabei nimmt er sowohl die Römerzeit, wie auch die Macht der Städte und die verschiedensten politischen Modelle, die auf italienischem Boden im Laufe der Zeit Anwendung fanden unter die Lupe. Darüber hinaus liefert er Informationen über Künstler, Dichter und Denker und große Staatsmänner. Und so negativ wie sein Urteil über den Staat in der Vergangenheit und in der Gegenwart ausfällt, so positiv ist sein Urteil was die Regionen und die Menschen Italiens angeht. Und hier sind es nicht zuletzt die Natürlichkeit, die starke Verwurzelung der Menschen in ihrer Heimat und das klare Bekenntnis zu ihren Herkunftsorten, die den Italiener in den Augen Gilmours ausmachen.

Dabei führt der britische Gelehrte den Leser ohne Vorurteile und ohne vorschnelle Verurteilungen durch die Geschichte Italiens bis zur Gegenwart in einer Art und Weise, die zwar Gilmours Ansichten klar darstellen, dem Leser aber auch die Gelegenheit für eigene Rückschlüsse lassen. Und während Gilmour selbst seine Sicht der Dinge oft auch auf Statisken und ähnliches Gründet ist es nicht zuletzt der menschliche Eindruck, den er auf seinen Reisen gewonnen hat, den er ebenfalls in seine Erzählung einfließen lässt.

Ein umfangreicher Anhand der nicht überladen wirkt aber alles wissenswerte mit sich bringt, rundet das Sachbuch das mehr als nur ein Reiseführer ist, gekonnt ab.

Fazit: Als Reiselektüre auf jeden Fall geeignet. Wer Italien liebt und die Menschen, die Kultur und die Eigenarten der Italiener ins Herz geschlossen hat, wird an diesem Buch seine helle Freude haben.
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am 18. September 2013
Ein interessantes Buch, dass sich die Frage stellt, wie aus einer geographischen Einheit mit vielen unterschiedlichen Sprachen und reichen Kulturen, Italien werden konnte, dessen Bewohner sich als ItalienerInnen sehen.

Die sehr subjektive Sicht auf die Dinge (er sei kein Historiker, sagt Gilmour an einer Stelle) erfrischt die Lektüre vor allem zu Beginn. Im letzten Drittel schwächelt die Argumentation, vor allem in der Schilderung der politischen Entwicklung nach 1945 offenbart sich auf zu plakative Weise seine "liberale" Einstellung (die über weite Teile des Buches von Vorteil ist), wenn er beispielsweise die Kommunistische Partei und viele ihrer intellektuellen Vordenker als Nachfolger der Faschisten darstellt. Am Ende steht eine naive und romantische Verklärung des kommunalen Lebens in einer Kleinstadt mit "der Piazza, der Kirche, den Priestern und den Stadtmauern" und er pflichtet Fortunato bei, der die Meinung vertrat, dass die italienische Einheit "eine Sünde gegen die Geschichte und gegen die Geographie" war.
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HALL OF FAMETOP 500 REZENSENT VINE-PRODUKTTESTERam 22. März 2013
Wie soll man ein Land mit so einer Geschichte beschreiben? Ein Land mit so verschiedenen Regionen. Ein Land in dem die Einwohner mehrere Sprachen sprechen. Ein Land in dem dies Realität sein kann: "Er wählte die Christdemokraten, gehörte einer kommunistischen Gewerkschaft an und meinte, Mussolini sei doch ein tüchtiger Kerl gewesen, molto bravo." (S.15).

In genau 13 Kapiteln fasst David Gilmour Italien zusammen. Egal ob es um die Geographie oder das napoleonische Italien geht. Völlig egal ob der Autor dem politischen Aufstieg Berlusconis seit 1994 nachzeichnet und dies mit dem zeitlich zusammenfallenden erneuten Aufschwung der Mafia zusammenbringt, oder er einfach nur die sonnigen Strände Italiens beschreibt, dieses Buch hat Italien in sich.

Der Autor versteht es sehr geschickt, dass alte und das gegenwärtige Italien zu beschreiben. Warum sind Entwicklungen genau so und nicht anders verlaufen? Ohne jemals den Hauch eines Lehrbuchs anzunehmen, wird hier so viel an geschichtlichem Faktenwissen zum Leser transportiert, dass es mich als Leser beeindruckt.

David Gilmour bringt in seinem beeindruckenden Buch die vielen Seiten Italiens sehr solide recherchiert zusammen und verführt den Leser mit seinem spannenden Schreibstil immer weiter zu lesen.

Italienfans und Neugierige werden dieses Buch lieben!
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am 19. Januar 2014
Der Autor David Gilmore beschreibt mit dem Blick von außen die Entstehung Italiens und insbesondere die Geschehnisse während der beiden letzten Jahrhunderte. Dabei werden manche auch heute gern benutzte Legenden aufgedeckt. Wer die vielen Merkwürdigkeiten Italiens bis hin zur Staatsverdrossenheit der Bevölkerung verstehen will, sollte unbedingt dieses Buch lesen. Der Autor untersucht insbesondere die Geschichte der Einigung Italiens und die Rolle Italiens beim Ersten Weltkriegs. Sein Stil ist lebendig und fesselnd.
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