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Kundenrezensionen

4,3 von 5 Sternen
6
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Format: Gebundene Ausgabe|Ändern
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Dieser Einhard muss schon ein wirklich schmächtiger und sehr kleiner Mann gewesen sein. Seine Eltern gaben ihn in Fulda zur Ausbildung ab, vielleicht, weil er für den körperlich harten Arbeitsalltag draußen nicht zu gebrauchen war.

Der Autor macht gleich zu Anfang klar, dass es aus frühester Kinder - und Jugendzeit über Einhard so gut wie keine gesicherten Erkenntnisse gibt. Spekulationen geht Patzold gelegentlich mit, weist aber immer wieder darauf hin, dass alles so gewesen sein könnte, aber eben nicht muss. Ein wenig Ernüchterung stellt sich bei mir ein. Warum so viele Worte dann um einen Mann, aus dessen Teenagerzeit doch keine Fakten vorliegen?

Gut, dass ich das Buch aber weiter gelesen habe. Nach und nach nimmt es Fahrt auf. Einhard wird für mich immer mehr zu einer lebendigen Figur. Er muss ein sehr schlaues Kerlchen gewesen sein, kam für viele Jahre an den Hof Karl des Großen und wurde ihm ein wichtiger Berater. Der um fast zwanzig Jahre ältere Herrscher legte sehr viel wert auf die Meinung von Einhard.

Durch die geschickt eingefügten Einhard - Zitate über Karl den Großen, die mitunter eine ganze Seite lang sind, wird dies Buch beinah zu einer Doppelbiografie. Steffen Patzold gelingt mit seinem Buch ein guter Einblick in die Zeit Karl des Großen und ich habe mit Einhard einen neuen Zeitgenossen des Monarchen kennen gelernt.
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am 24. Januar 2015
Ich - dieses Mal schreibe ich für mich alleine, nicht im Namen des Buchclubs - kann nur Positives über dieses Buch sagen.
Als angehender Geschichtswissenschaftler bin ich besonders begeistert davon, dass durch das Aufzeigen des Forschungsstandes und der Quellen in den Fußnoten (die sich im Anhang befinden) von einem Fachbuch gesprochen werden kann. Auch die Betonung, dass Sachverhalte sich so und so zugetragen haben "könnten", es eben aber auch immer andere Interpretationsmöglichkeiten gibt, sind sehr hilfreich,
sich selbst kritisch mit dem Stoff auseinanderzusetzen.

Ist das Buch nur für Wissenschaftler geeignet?
Das finde ich absolut nicht. Durch den trotz des Inhalt sehr angenehmen und teilweise sogar lockeren Schreibstil ist das Buch meiner Meinung nach für alle Geschichtsinteressierte geeignet. Die Fußnoten befinden sich, wie eingangs erwähnt, im Anhang, sodass das Buch problemlos ohne sie gelesen werden kann, wenn man sich nicht für die Forschung interessiert.

Von meiner Seite her Daumen hoch!
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am 19. November 2013
Einhard war anders.
Von seiner Ausbildung her, von seiner Haltung her, von seiner Herkunft her, allein schon von seiner körperlichen Erscheinung her (eher klein und nicht von großer, körperlicher Kraft).

Einer, der trotz so mancher hinderlicher äußerer Umstände eine erstaunliche Nähe zum „Zentrum der Macht“ zum Hof Karls des Großen erhielt und in dessen Vertrauen herein genommen wurde.
Worauf Einhard sich alleine verlassen konnte, waren sein scharfer Verstand und sein hohes Verständnis politischer Abläufe.
Wovon er im Übrigen ausführlich selbst berichtet hat.

So bildet die in dieser Hinsicht gute Quellenlage eine Chance, einen tiefen Einblick in diese konkrete Person des 9. Jahrhunderts zu erhalten und ob seiner Nähe zu Thron und Person Karls die Herrschaft Karls in ganz anderer Form als gewohnt „von Innen her“ betrachten zu können.

Ein Kennenlernen im Übrigen, dass dem Leser zudem noch stark erleichtert wird durch den frischen Stil Patzolds, die durchweg verständliche, teils legere Sprache. Fast fühlt man sich tatsächlich in ein Cafe versetzt, um bei einem „Milchkaffee“ dem Höfling Einhard und seinen Erzählungen mir Aufmerksamkeit zu folgen. Erzählungen, von denen viele Eingang gefunden hatten in die „Vita Karoli magnis imperatoris“, die Einhard verfasst hatte.

Und nicht nur, was Karl den Großen betrifft, hat Einhard aus enger Nähe zu berichten. Auch Karls Sohn Ludwig war mit Einhard verbunden (seit 814 auf jeden Fall), suchte diesen auf in Seligenstadt zu Zeiten, als der „Familienfrieden“ schon längst nicht mehr bestand. Jenen Einhard, „ein alter Mann, klein und klug“. Einer, der nicht mehr aktiv im Zentrum der Macht sich aufhielt, aber immer noch als „elder statesmen“ Gehör fand.

Die Geschichte eines Mannes auch, der „ein Liebender“ war zu einer Zeit, in der enge innere Verbindungen von Eheleuten nicht unbedingt an der Tagesordnung waren. Auch dies nimmt Patzold einfühlsam auf und unterscheidet sich in dieser Hinsicht somit nicht nur im teils fast romanhaften Stil von der Vielzahl sachlich-nüchternen und eher auf reine Fakten ausgerichteten historisch-wissenschaftlicher Lebensdarstellungen.
Nahtlos fügt sich hier zudem die Tendenz des Einhard zur „Demut“ ein. Die „Notwendigkeit der Buße“, die Einhard mit umtrieb. Er, der sich selbst „der Sünder“ nannte.

All dies nimmt Patzold nicht zufällig in seine Darstellung auf. Sein erklärtes Ziel ist es, menschlich über einen besonderen Menschen zu schreiben.
„Mein Einhard hatte Herzklopfen – und, wenn es sein musste, auch Durchfall“.

Chronologisch geht Patzold im Buch dem Leben des Einhard nach. Beschreibt den Weg „vom Maingau nach Aachen“ des klösterlich Gebildeten Nicht-Geistlichen, vollzieht sein Wirken als „Ratgeber bei Hofe“ intensiv nach, erläutert die tiefe, innere Zuwendung zu den „Heiligen“ („Marcellinus und Petrus“) und den späteren Werdegang der „Privatperson“.

Und bildet immer wieder, aus teils auch rudimentären Quellen rekonstruiert (und natürlich auch interpretiert ob teils dann doch auch schwacher Quellenlage) das Menschliche ab.
Bei dem Karl der Große, die Atmosphäre der Zeit, die politischen Linien immer wieder mit in den Blickpunkt rücken.

So, wie Einhard über Karl schreibt: „Bei Freundschaften wahrte er nämlich exakt das richte Maß, so dass er sie sowohl leicht schloss, als auch aufs Festeste wahrte, und er hielt all diejenigen hochheilig in Ehren, die sich durch diese enge Beziehung verbunden hatten“.

Ein flüssig und gut zu lesendes Buch, dass viel über die zentralen Personen und ihre Zeit, die Kämpfe, die Politik, das „Klima“ bei Hofe und die Haltungen Karls des Großen, Ludwigs des Frommen und Einhards selbst vor Augen führt.
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am 1. September 2014
ein gut geschriebenes Buch, flüssig zu lesen, eine interessante Perspektive, die Karolinger aus der Sicht Einhards, empfehlenswert. Würde ich jederzeit wieder kaufen.
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am 3. Juni 2016
Sehri interessantes Buch über das Leben Einhards und seine Neziehung zu Seligenstadt. Eine der wenigen Biographien dieses Beraters von Karl dem Großen.
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VINE-PRODUKTTESTERam 22. Dezember 2013
Achtung: Es handelt sich nicht um einen Mittelalterroman!
Sondern um ein gutes, mit größtem Engagement verfasstes Buch eines Tübinger Gelehrten zur höheren Erbauung eines adäquat gebildeten Kreises. Es ist gegenüber "normalen" Lesern eine Unverschämtheit, wenn z.B. die Begriffe "monastisch", "Mediävist" und "Paränese" benutzt und als bekannt vorausgesetzt werden. Dieses sich-weigern, ohne Not allgemeinverständlich zu sein, transportiert entweder Autoreneitelkeit oder kennzeichnet Insiderliteratur. Man sollte also mit dem Buch gleich ein Fremdwörterlexikon kaufen.
Der Preis ist abgehoben. Was in gebildeten Kreisen der Region Frankfurt-Fulda, wo Einhard lebte, kein Hindernis sein dürfte.
Es stört das häufige "vielleicht war es auch ganz anders....", was man sich wohl denken kann. Vielleicht war Einhard ein anderer, der auch so hieß?
Autor wird wahrscheinlich von "monastisch-mediävistischen Paränetikern" kritisch unter die Lupe genommen, - auf der anderen Seite von ungebildeten Lesevergnügen Suchenden, die sich ärgern, wenn ihnen unbekannte Fremdwörter vor die Augen kommen und sich ein Professor vor lauter Wissenschaftlichkeit nicht traut, seiner Fantasie mal die Sporen geben: Fachliteratur eben.
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