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Kundenrezensionen

4,3 von 5 Sternen
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4,3 von 5 Sternen
Die Kreuzzüge
Format: Gebundene Ausgabe|Ändern


am 28. Mai 2016
Dieses Buch besticht durch seine detailreichen Informationen über die Kreuzzüge ebenso wie durch seine spannende Erzählweise.
Es zeigt, dass Sachbücher nicht zwangsläufig langweilig oder unverständlich geschrieben sein müssen. Man wird informiert und gleichzeitig unterhalten. Weil ich viele Sachbücher lesen muss, empfinde ich das als äußerst angenehm. Leider schreiben immer noch viele Autoren von Sachbüchern umständlich, verklausoliert, in Schachtel- und Bandwurmsätzen und haben von Dramatik offenbar noch nie etwas gehört.
Jeder Wissenschaftler, der Sachbücher schreibt, sollte sich von Historikern wie Asbridge eine dicke Scheibe abschneiden!

Wie jedes ordentliche Sachbuch wird auch dieses durch Karten, Bilder, umfangreiche Quellenangaben, ein Stichwortverzeichnis sowie eine Zeittafel im Anhang ergänzt und komplettiert. Einziges kleines Manko: die Reihenfolge der Karten ist für meinen Geschmack etwas durcheinander, und Asbridge verwendet einige Begriffe, die ich erst nachschlagen musste.

Trotz dieser verschwindend kleinen Mängel ist dieses Buch für mich ein absolutes Highlight in der Sachbuchlandschaft und bekommt 5 Sterne.
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TOP 100 REZENSENTam 13. Oktober 2017
Im Jahre 1071 besiegten die Seldschuken die Byzantiner, eroberten ganz Anatolien. Kaiser Alexios I., der den Zusammenbruch seines Reiches fürchtete, bat den Westen um Hilfe. Im Jahre 1095 richtete Papst Urban II. in Clermont einen flammenden Appell an die Ritter Frankreichs, die Heiligen Städten vor den Ungläubigen zu retten. „Deus lo vult – Gott will es“ wurde zum Wahlspruch der Kreuzritter. 60.000 Mann marschierten über den Balkan, Byzanz und Anatolien nach Syrien. Sie eroberten Nikäa und gaben es den Byzantinern zurück. In Anatolien lieferten sie sich Gefechte mit den Seldschuken, wobei viele ihr Leben ließen. Die Überlebenden, etwa 20.000 Mann, eroberten Antiochia, Edessa, Tripolis und Jerusalem, errichteten in der Levante eine Reihe von Kreuzfahrerstaaten, die sich etwa 200 Jahre lang halten konnten.
Die Awaren hatten den Steigbügel in Europa eingeführt. Seitdem konnten sich die Reiter abstützen und den Gegner mit Lanzen aus dem Sattel stoßen. Im Laufe des Mittelalters entwickelten die Europäer daraus die schwere, lanzengestützte Reiterei. Die Kavallerie der Ritter war nun der kriegsentscheidende Truppenteil und walzte alles nieder, was sich ihr in den Weg stellte. Dies erklärt den anfänglichen Erfolg der Kreuzfahrer.
Diese gingen bei ihren Eroberungen äußerst brutal vor, metzelten die Bewohner der eroberten Städte nieder und schreckten sogar vor Kannibalismus nicht zurück, wenn die Nahrung knapp wurde. Im Gedächtnis der damals hoch kultivierten Araber blieben die Kreuzfahrer als unmenschliche Wilde haften.
siehe auch Tantalus Welt: Die Überwindung nationaler Traumata
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am 1. Januar 2011
Jeder der sich für die Kreuzzüge interessiert, wird dieses Buch mit Sicherheit mit dem Monumentalwerk von Steven Runciman vergleichen. Obschon Asbridges Werk weniger detailreich ist wie jenes seines illustren Vorgängers, braucht es sich nicht in den Schatten dieses zu stellen. Der Autor beleuchtet sämtliche Facetten und wichtigen Ereignisse dieser Epoche und geht dabei auf die Wirkungen sowohl in der christlichen als auch in der muslimischen Welt ein.
Die Entwicklung der Kreuzzüge beruht extrem auf dem Charisma der verschiedenen Teilnehmer, aber auch auf dem nötigen Kriegsglück. Einigkeit oder Zerstrittenheit, diplomatisches Fingerspitzengefühl hüben wie drüben sind so zumeist entscheidend, da Territorialstaaten mit organisierten Strukturen im heutigen Sinn zu jener Zeit inexistent waren oder lediglich im Anfangsstadium bestanden.
Die Anführer beiderseits wurden später verherrlicht, seien es Gottfried von Bouillon, Richard Löwenhez oder Ludwig IX auf christlicher oder Saladin, Nur ad-Din oder Baibar auf muslimischer Seite.
Neben den religiösen und militärischen hebt Asbridge ebenfalls die diplomatischen und wirtschaftlichen Aspekte der Kreuzzüge hervor. Am Ende geht er auf die Bedeutung und die Fehlinterpretationen der Kreuzzüge in späterer Zeit ein.
Das Buch ist leicht leserlich und wird so zu einem Lesegenuss für jeden historisch interessierten Leser.
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am 23. Dezember 2010
An den Versuch eine Geschichte der Kreuzzüge vorzulegen haben sich schon viele Historiker herangewagt, doch Thomas Asbridge ist es nicht nur gelungen eine sehr umfangreiche Historiografie der Kreuzzüge vorzulegen, sondern auch eine sehr spannende. Und Asbridges Erzählung bricht nicht einfach nach dem dritten Kreuzzug als Höhepunkt der Bewegung ab, seine Erzählung bleibt kohärent und folgt den Kreuzzügen bis zum Fall Akkons im Jahre 1291. Bis dahin beleuchtet Asbridge die Kreuzzüge nicht nur aus einer lateinisch-christlichen und muslimischen Perspektive, sondern flechtet auch immer wieder die Sichtweise der byzantinischen Kaiser ein. Es sind also zeitweise sogar drei Perspektiven mit denen er den Konflikt verfolgt und dem Leser der ganzen Dramatik und Komplexität der Ereignisse teilhaftig werden lässt.

In aller Deutlichkeit formuliert, Asbridge weiß mit den weit über 700 reinen Textseiten (den Anhang also nicht miteingerechnet) wirklich etwas anzufangen. Er rattert nicht bloß Daten großer Schlachten herunter und bombardiert seine Leser mit zahllosen Namen fränkischer Grafen sondern beschränkt sich durchaus auf die wichtigsten Protagonisten des Krieges um das Heilige Land. Zugleich erzählt er die Geschichte der Kreuzzüge fast wie einen Roman, er beleuchtet stets den Aufstieg und die Ambitionen seiner Protagonisten, wie Richard Löwenherz oder Sultan Saladin. Dadurch vermeidet er nicht bloß die Einseitigkeit sondern kann auch die Quellen besser nutzen, um ein differenzierteres Bild der Ereignisse zu zeichnen. Und ganz nebenbei wird die Lektüre so auch spannender, denn da sich Asbridge Zeit und Raum nimmt die Protagonisten der Kreuzzüge vorzustellen kann man sich auch eher mit diesen identifizieren. DIE KREUZZÜGE ist insofern keine herkömmliche wissenschaftliche Abhandlung des Themas sondern eine durchaus historisch fundierte Historiografie, die sich so problemlos auch einem breiteren Publikum erschließt. Asbridges Stil ist zudem alles andere als belehrend sondern findet die richtige Gewichtung zwischen sachlicher Klarheit und der Kunst eine Geschichte plastisch wie auch spannend zu erzählen.

Asbridge beginnt seine Darstellung der Kreuzzüge zunächst mit der Frage ob diese denn einen konkreten Anlassfall gefolgt wären. Die Pilgerstätten waren bereits vor Jahrhunderten in muslimische Hände gefallen, ein panarabischer Angriffsplan auf den christlichen Westen existierte angesichts der Spannungen zwischen Schiiten, Sunniten und überhaupt den lokalen Emiren, Kriegsherren und Heerführern nicht und die oft als Auslöser angeführten Verfolgungen ereigneten sich bei Führungswechseln immer wieder einmal. Die Mauren rangen zwar in Spanien mit christlichen Königen, aber ihre fernen Glaubensbrüder im Reich der Seldschuken hatten ganz andere Interessen. Die Ausgangslage für eine Invasion durch die Kreuzfahrer war im Grunde genommen ideal, die schiitischen Fatimiden Ägyptens rangen mit den sunnitischen Abbassiden Mesopotaniens und in der Levante herrschten lokale Würdenträger deren persönliche Ambitionen einer kooperativen Nachbarschaftspolitik stets im Wege standen. In Europa wiederum sahen sich Papst Urban II. ganz in der Tradition seines Vorgängers Gregor VII. und des Reformpapsttums welches den Vorrang des Papstes vor allen weltlichen Herrschern zu proklamieren versuchte. Gregor VII. selbst sah sich sogar dazu berufen Kaiser Heinrich IV. wegen des Investiturstreits und der damit verbundenen Missachtung päpstlicher Autorität zu exkommunizieren und sogar als Kaiser für abgesetzt zu erklären. Konkret plante der Papst mit Hilfe des Instruments der Kreuzzüge seine weltliche Macht über Mittelitalien hinaus auszudehnen, um etwa Frankreich in seinen Einflussbereich zu manövrieren.

Das moralische Dilemma der gläubigen abendländischen Ritterschaft die sich einerseits in religiösem Eifer bewies, zugleich aber berufsmäßig dem sündigen Kriegshandwerk nachging kam dem Papst sehr gelegen. Für die Vergebung ihrer Sünden sollten sich die künftigen Kreuzritter in den Dienst des Kreuzes stellen. Diese Ritter waren jedoch nicht wie weitläufig angenommen hauptsächlich die zweit- oder spätergeborenen Abkömmlinge welche keinen Anspruch auf ein Erbe hatten sondern einige der mächtigsten Grafen und Herzöge ihrer Zeit, wie die Grafen von Anjou, Stephan von Blois (dessen gleichnamiger Sohn König von England werden sollte) oder gar Fürst Bohemund von Tarent. Zudem sollte sich die Ausstattung eines Kreuzfahrerheeres als sehr kostspielige Angelegenheit erweisen, weshalb auch kaum mit Schätzen überschüttete Kreuzfahrer aus dem Heiligen Land zurückkamen.

Schon im Ersten Kreuzzug wird sogleich deutlich welch hohen Blutzoll der Zug ins Heilige Land erforderte und das oft weniger wegen der blutigen Schlachten sondern vielmals wegen der entbehrungsreichen Reise, des Klimas oder der aufreibenden Belagerungen. Schwierigkeiten bereitete den ersten Kreuzfahrern auch die Beschaffung von Nachschub, sowie das schon damals vorhandene Misstrauen des byzantinischen Kaisers Alexios I. Komnenos, der in den Kreuzfahrern zwar ein wünschenswertes militärisches Werkzeug sah, zugleich aber den Wankelmut der fränkischen Heerführer fürchtete, je näher sie Konstantinopel kamen. Alexios Nachfolger sollten jedoch noch weit unangenehmere Erfahrungen mit den Franken machen, woran der Kaiser des ersten Kreuzzugs nicht ganz unschuldig war. Zog er doch seine heranrückenden Verstärkungstruppen während der Belagerung Antiochias zurück, nachdem Stephan von Blois ihm gegenüber fälschlicherweise angenommen hat die Kreuzfahrer wären längst von den herannahenden muslimischen Entsatztruppen Kerboga von Mosuls ausgelöscht worden. Kerboga selbst ist bereits ein Beispiel für jene muslimischen Feldherren mit denen es die Lateiner im Outremer zu tun bekommen sollten. Der General plante nämlich seinerseits durch die Befreiung Antiochias zu einer eigenen Herrschaft in der Levante zu gelangen. Als es den Kreuzfahrern jedoch gelang die Stadt einzunehmen ehe Kerboga sie erreichen konnte wendete sich das Blatt noch einmal zu Gunsten der Kreuzfahrer, die schon handstreichartig mit einigen hundert Rittern zuvor die Grafschaft Edessa geschaffen hatten. Der Coup des ersten Kreuzzugs sollte jedoch die Eroberung Jerusalems werden, das zwischenzeitlich von den Truppen des ägyptischen Fatimiden-Kalifats erobert wurde, während man es in Edessa und Antiochia noch mit zumindest nominell den Abbassiden unterstehenden Herrschaften zu tun hatte.

Noch schwieriger als die Eroberung des Outremer präsentierte sich allerdings die Aufgabe dieses auch zu halten. Thomas Asbridge beschreibt diese Aufgabe als die wohl frustrierendste für die ersten Kreuzfahrer, die ihnen mit ihren minimalen Truppenaufgeboten nur gelingen konnte weil ihre Feinde wiederum unter sich zerstritten waren und so zu keinem gemeinsamen Handeln schreiten wollten. Nachdem die Kreuzfahrer Antiochia zudem nicht wie erwartet an das Byzantinische Reich zurückgaben traten erste Spannungen auf, die den noch aus dem Rückzug Alexios I. während der Belagerung Antiochias enstandenen Graben noch weiter vertieften. Selbst aus Europa kommende Verstärkungskontingente erwiesen sich oft nur als Tropfen auf dem heißen Stein, wenn nur ein Bruchteil dieser wie im zweiten Kreuzzug überhaupt im Heiligen Land ankam.

Unter dem muslimischen Feldherrn Zangi schien sich der Krieg bereits wieder zu Ungunsten der Kreuzfahrerstaaten zu entwickeln, als es diesem gelang mit Edessa den ersten der Kreuzfahrerstaaten zu Fall zu bringen. Doch Zangi wie auch sein begabter und gefürchteter Sohn Nur ad-Din sahen ihre Prioritäten nicht in der vollständigen Auslöschung der Franken, sondern der Eroberung des südlich ihrer Bastion Aleppo gelegenen Damaskus. Eine wirkliche Wende im Überlebenskampf des Outremer sollte der Aufstieg des wohl begabtesten Offiziers in Diensten Nur ad-Dins bewirken, eines Manns der uns als Saladin bekannt werden sollte.

Der junge kurdische Offizier der mit einem Heer seines Onkels nach Ägypten beordert wurde sollte dort unerwartet Karriere machen. Sich als leicht zu beeinflussender Kandidat für das Wesirat präsentierend gelangte der Sunnit Saladin so in eine Spitzenposition des schiitischen Fatamiden-Kalifats. Doch anders als erwartet ließ der ambitionierte Saladin schon bald alle Masken fallen und erwies sich als am fatimidischen Hof überlebensfähiger als seine Gegner. Nachdem er begonnen hatte seine Familienmitglieder in einflussreiche Positionen zu hieven und so die Grundlage für seine künftige Macht schuf begann er die Fatimiden zu demontieren und löschte sie sogar aus, um seine eigene Dynastie der Ajjubiden zu den neuen Herren Ägyptens zu machen. Doch auch mit dieser Machtfülle ausgestattet schritt Saladin noch nicht gegen Jerusalem und dessen durch den Lepra-König Balduin IV. einmalig geschwächte Führung ein. Saladins Ziel galt zunächst der Nachfolge Nur ad-Dins in dessen Diensten er sogar noch stand. Während in Jerusalem die politische Zukunft angesichts der Weigerung Balduins zurückzutreten und seiner Entscheidung seinen erst fünfjährigen Neffen als Balduin V. zum Mitregenten zu machen einen Bürgerkrieg heraufzubeschwören begann festigte Saladin um das Outremer herum seine Macht. Die Territorien der einst verfeindeten Emire gelangten unter seine Kontrolle und es ergab sich erstmals eine breite Front gegen die Kreuzfahrerstaaten.

Saladins legendärer Gegenspieler im dritten Kreuzzug scharrte jedoch bereits in den Startlöchern für seinen Versuch Jerusalem zurückzuerobern. Der von Thomas Asbridge vorgestellte Richard I. Löwenherz ist jedoch alles andere als die verklärte englische Heldengestalt. Der angevinische Prinz war sogar nicht für die Thronfolge bestimmt, kämpfte jedoch verbissen darum zumindest in einem Teil des Reichs Heinrichs II. seine Herrschaftsansprüche durchzusetzen. Zu Gunsten kam ihm dabei der Tod seines älteren Bruders und zeitweilige Allianzen mit dem französischen König Philipp II. August. Kaum hatte Richard allerdings die Krone für sich erobert und dabei sogar den von seinem Vater favoritisierten Prinz John umgangen beschloss er jedoch zusammen mit Philipp sich dem neuen Kreuzzug anzuschließen, nachdem Jerusalem als Folge der verheerenden Schlacht von Hattin verloren ging. Innenpolitisch umstritten und außenpolitisch nur schwach gegen Philipp abgesichert sollte sich Richard jedoch als die bedeutendste Führungsfigur des dritten Kreuzzugs erweisen, nachdem der für diese Rolle eigentlich prädestinierte Kaiser Friedrich I. Barbarossa nie im Heiligen Land ankam. Seine innenpolitischen Probleme sollten Richard schließlich auch zu seinem verfrühten Abzug zwingen.

Als totaler Fehlschlag und Eskalation der Spannungen mit dem Byzantinischen Reich erwies sich schließlich der vierte Kreuzzug, in dessen Verlauf nach der Plünderung der Hafenstadt Zara Konstantinopel selbst zur Endstation der Kreuzfahrer wurde. Dort gründeten sie das kurzlebige lateinische Kaiserreich Romania, während die Byzantiner sich in Kleinasien neu organisierten. Der Aufstieg der Mamluken unter ihrem Sultan Baibar sollte schließlich das Ende der Kreuzfahrerstaaten besiegeln, während im Osten durch die Mongolen bereits eine neue Gefahr über den Nahen Osten hereinzubrechen begann.

Warum die Kreuzfahrer scheiterten und die muslimischen Rückeroberer schlussendlich den Sieg davon trugen beleuchtet Thomas Asbridge abschließend im Epilog. Es war ein Grenzkrieg und den Vorteil genossen schließlich jene die näher an dieser Grenze lagerten, wodurch sie einfacheren Zugang zu frischen Truppen hatten. Aber auch die Bedeutung großer Persönlichkeiten wie Nur ad-Din oder Saladin, sowie des grausamen Baibar sollten sich ebenfalls als Vorteil erweisen. Ebenfalls im Epilog beschäftigt sich Asbridge auch mit den modernen Folgen der Kreuzzüge wie 9/11 oder der Renaissance des Dschihad-Gedankens, sowie der Kreuzfahrer-Rhetorik seit dem Aufschwung des arabischen Nationalismus unter Gamal Abdel Nasser.

Fazit:
Eine Gesamtdarstellung der Kreuzzüge die ihresgleichen sucht. Spannend, informativ, ausgewogen und vor allem umfassend.
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am 31. März 2016
Aus reinem Interesse gekauft und gelesen, gerade weil im Nah-Ost-Konflikt allzu oft seitens der Muslime von einem 'modernen Kreuzzug' gesprochen wird - in der Nachbetrachtung des Buches wird dies auch aufgegriffen. Entgegen des anpreisenden Textes auf dem Cover ist dies hier aber keinesfalls eine romanhafte Erzählung der Ereignisse während der Kreuzzüge, es ist viel mehr eine Abhandlung, die zwischen Populärwissenschaft und Geschichtswissenschaft pendelt. Es werden Quellen angegeben, die sehr zahlreich ausfallen, aber gleichzeitig ist der Text in einer angenehmen und leicht verständlichen Sprache verfasst. Wer also kein Geschichte studiert, sich aber für diese Zeit interessiert, kann hier wirklich getrost zugreifen. Wer eine romanhafte und vielleicht romantisierende Darstellung erwartet, wird allerdings enttäuscht.
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am 15. Oktober 2017
Dieses buch ist ist echt ein witz. Ich musste es nach ca. 150 seiten aufgeben, hatte zwischendurch immer noch die Hoffnung das es besser wird. Bei allem Respekt der Autor sollte nicht so viele amerikanische Aktion Serien ansehen den genau so beschreibt er die Kampfhandlungen, eine hand voll Franken besiegen ganze Heere oder einzelne kämpfen im heroischen Kampf dutzende oder hunderte nieder. Einfach nur lächerlich, soll wohl vermitteln wie überlege die Christenheit ist und wahr...... Normaler müsste ich mein Geld zurück verlangen.
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am 29. Dezember 2015
Dem Autor gelingt es hervorragend die Balance zwischen trocken-akademischer Geschichtswissenschaft und vereinfachender Populärwissenschaft zu halten.Er hat sehr gründlich recherchiert und offenbart ein erstaunliches Detailwissen, welches er auch immer durch zeitgenössische Quellen belegen kann.Wenn diese unzuverlässig oder widersprüchlich sind, bennent er dies in der Regel auch.Daurch entfaltet sich ein faszinierendes Geschichtsbild bei dem sich Gedankengänge und Motivationen der zahlreichen Protagonisten gut nachvollziehen lassen.Die zahllosen Details sind geschickt in einem flüssigen und unterhaltsamen Schreibstil integriert, sodaß man sich weder von der Fülle der Informationen erschlagen oder gelangweilt fühlt.
Positiv zu vermerken ist auch, daß sich der Autor soweit als möglich subjektiver und wertender Kommentare enthält.Jeder Mensch ist ein Produkt seiner Zeit und seiner Gesellschaft und die Denkweisen und moralischen Maßstäbe des Mittelalters unterschieden sich nun einmal von den heutigen (leider auch nicht immer und überall!).Der Autor schildert durchaus detailliert die Grausamkeiten und Intrigen aller(!) Beteiligten, setzt sie jedoch immer in den gesamthistorischen Kontext.
Schon allein auf Grund des Umfanges ist das Buch sicher nicht für Leser geeignet, die sich auf die Schnelle einen Überblick über die komplexe Geschichte der Kreuzzüge machen wollen, ebenso wenig für solche, die ein pseudo-historisches Traktat à la "Medicus" usw. erwarten.Auch Ideologen jeglicher Gesinnung werden enttäuscht sein.Wer sich jedoch ausführlich, wissenschaftlich fundiert und weitgehend objektiv über die faszinierende Geschichte der Kreuzzüge informieren will, dem sei dieses wirklich gut zu lesende Buch wärmstens empfohlen.
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am 3. Juni 2016
Die differenzierte Betrachtung der Ereignisse aus unterschiedlichen Blickwinkeln ist sehr hilfreich für eine hoffentlich objektive Betrachtung. Der Ausblick auch auf unsere Zeit ist sehr hilfreich.
Trotz aller Grausamkeiten, die in der Zeit wohl Standard waren, ein aufschlussreiches und nachdenklich stimm endres Werk.
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am 19. September 2016
Liest sich einfach toll, es wird alles sehr gut beschrieben. Am Anfang staunte ich nur so, als ich sah was für ein dickes Buch es ist. Aber fängt man einmal zum lesen an, dann kannst Du nicht aufhören. Kann nur sagen einfach ein tolles, spannendes und interessantes Buch. Danke
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am 4. Juni 2012
Das Buch ist in bester angelsächsischer Historikertradition interessant und modern geschrieben. Asbridge beschreibt und analysiert hervorragend, lenkt seine Interpretationen auch auf eher unbekannte bzw. unbeschriebene Ereignisse und Zusammenhänge und gibt beiden Seiten des Konfliktes Raum. Schön und erfrischend finde ich, dass der Autor des öfteren anmerkt, dass "frühere Historiker" einen konträren Standpunkt vertraten, der heute allerdings unter anderem durch das Studium "neueentdeckter Quellen" widerlegbar sei. Die Referenz Runciman erhält vor diesem Hintergrund bei weitem nicht den Stellenwert, den er in anderen Publikationen fast schon automatisch zugewiesen bekommt.

Im Gegensatz z.B. zu Runciman oder Tyerman und der angelsächsischen Schule ist das vorliegende Werk keine übergreifende Abhandlung zur Gesamtheit der bewaffneten Pilgerfahrten sondern eher eine "Geschichte von Outremer zwischen 1096 und 1200". Der 1. Kreuzzug wird auf etwas weniger als 100 Seiten dargestellt, ohne jedoch die sozialen, religiösen und politischen Vor- und Randbedingungen und damit die grundlegenden Motivationen der Teilnehmer zu analysieren. Die letzten 200 Seiten befassen sich vor allem mit dem V. Kreuzzug von Friedrich II. Das Jahr 1204, die Kinderkreuzzüge, die Kriegsfahrten nach Tunis oder Ägypten oder - im weiteren Sinne der Definition - die Kreuzzüge im Norden Europas und Albigenserkreuzzüge kommen, wenn überhaupt, nur am Rande vor.

Das Buch legt seinen Schwerpunkt folgerichtig auf die Ereignisse zwischen dem Jahr 1099 und dem Jahr 1200, und hier vor allem auf den dritten Kreuzzug. Ob dies mit der Nationalität des Verfassers und dem damals tätigen englischen "Helden" zu tun hat, habe ich nicht abschließend beantworten können.

Vor diesem Hintergrund ist das Buch sehr zu empfehlen, den breiteren Blickwinkel haben aber sicherlich Runciman, Tyerman oder Riley-Smith.
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