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am 19. Juli 2014
Zu der Handlung von Tolkiens Meisterwerk wird keine Rezension mehr nötig sein, darum widme ich mich in diesen Zeilen ganz den deutschen Übersetzungen, in der Hoffnung, dem geneigten Leser, der auf gleich mehrere deutschsprachige Editionen stoßen kann, eine Entscheidungshilfe an die Hand zu geben.

Der Übersetzer der vorliegenden Ausgabe dürfte weitenteils „unten durch“, und das Ausmaß der Redigierung vielen Interessierten nicht klar sein. Mancher Leser wird sich ohnehin fragen, was es mit diesen Übersetzungen auf sich hat und woher die Diskussion rührt, die auch in einige Rezensionen auf Amazon.de Eingang gefunden hat.

Mir bekannt sind drei deutsche Ausgaben von ‚Der Herr der Ringe‘:

▪ Die ursprüngliche, übersetzt von Margeret Carroux,
▪ zwei Ausgaben von Wolfgang Krege aus den Jahren 2001
▪ und 2012, erarbeitet von Lisa Kuppler auf der Basis von Kreges Arbeit,

alle erschienen bei Klett–Cotta.

Nun wird in manchen Internetforen Zeter und Mordio geschrien, die Neuübersetzung habe das Werk Tolkiens, auf die deutsche Sprache bezogen, zerstört. Diverse Feuilletonisten tuteten in das gleiche Horn (z.B. der ‚Spiegel‘ vom 03.11.2000), Krege habe „lieblos“ übersetzt, die Geschichte um den Hobbit Frodo Beutlin gar „verstümmelt“.
Aber auf die Gefahr hin, mir den Groll der Tolkienianer zuziehen: Die Übersetzung von Krege erscheint mir als die Bessere. In der redigierten Ausgabe von 2012, wohlgemerkt. Und zwar aus den folgenden Gründen:

Zweifellos hat der ursprüngliche Krege Fehler gemacht, haarsträubende teils nicht nur für Sprachpuristen oder eingefleischte Fans; und es mag daher kommen, dass sich Klett–Cotta zur Jahrtausendwende das Ziel gesetzt hatte, die vermeintlich veraltete Übersetzung aufzupeppen, ohne den Beweis zu erbringen, dass dies überhaupt nötig war.

Für mich als vergleichenden Leser war stets unverständlich, wieso Krege in dem Bestreben, die hie und da schwerfällige Carroux–Übersetzung zu entschlacken, passende Formulierungen durch unpassende ersetzte und im Gegentum unpassende Formulierungen manchmal unangetastet ließ.

<07.02.2016>
Wer Fehler begeht, muss sie auch eingestehen können. In einer früheren Version dieser Rezension mokierte ich mich an dieser Stelle über den Gebrauch des Wortes „Post“ als Synonym für Nachrichten bzw. Neuigkeiten: „Dies ist schlimme Post!, rief Celeborn“, heißt es in der 2001er Ausgabe. Diesen Gebrauch des Wortes bezeichnete ich als falsch und glaubte, der ‚Duden‘ und das Wörterbuch der Brüder Grimm sekundierten mir dabei. Tatsächlich bin ich seither in Büchern von vor 1950 auf mehrere entsprechende Beispiele gestoßen, z.B. in den Übersetzungen von Korfiz Holm: „Schlechte Post!, schrie der kleine Kosak vom Prahm herüber“. Falsch kann ich es also nicht mehr nennen.
<07.02.2016>

Gleichwohl hat sich auch Margeret Carroux gelegentlich im Wörterbuch vergriffen. Einige Male wirken ihre Übersetzungen ebenfalls unfreiwillig komisch. So bezeichneten schon die Gebrüder Grimm die Verwendung des Adjektivs „köstlich“ im Sinne von „wertvoll“ als veraltet. Ein „köstliches Schmuckstück“ soll der Eine Ring laut Carroux sein — für mich ein Fehler, wie ihn viele Fans vor allem bei Krege finden. Und das „dalli dalli“ Kreges, das es bis auf die Titelseiten der Feuilletons schaffte, ist auch kein Alleinstellungsmerkmal: denn etwa mit „basta!“ gebrauchte auch Carroux eine Umgangssprache, die man als deplatziert empfinden mag.

Zweifellos entdeckt man solche Macken häufiger bei Krege — in der Ausgabe von 2001. Was dieser indes sonst noch an sprachlichen Schnitzern abliefert („Chef“ anstatt Carrouxs „Herr“, „dalli dalli“ anstelle von Carrouxs „schneller, schneller“), damit wartet Letztere insofern auf, als ihre Übersetzung gelegentlich zu nahe am englischen Original bleibt. Wie jedem, der diese Sprache beherrscht, bekannt sein wird, lassen sich im Deutschen wortreiche Formulierungen im Englischen in aller Kürze zu Papier bringen. Der Umkehrschluss darf aber nicht darin bestehen, knappmöglichste Übersetzungen abzuliefern. Sie erscheinen allzu hölzern, dazu gleich mehr.

Im Folgenden findet man weitere vergleichende Beispiele zur Veranschaulichung dessen, woran die Geister sich scheiden:

▌(Eigen–)Namen▐

▪ Tolkien = «Nob and Bob»
▪ Carroux = «Hinz und Kunz»
▪ Krege = «Nob und Bob»

▪ Tolkien = «Bill Ferny»
▪ Carroux = «Lutz Farning»
▪ Krege = «Lutz Farnrich»

▪ Tolkien = «Goblin»
▪ Carroux = «Bilwiss»
▪ Krege = variierend: manchmal «Ork», manchmal auch «Schurke» u.Ä.

▌Anrede▐

▪ Tolkien = «Lady»
▪ Carroux = «Herrin»
▪ Krege = «hohe Frau» bezgl. Éowyn auch: «Jungfrau»

▪ Tolkien = «Master» bzw. «Sir»
▪ Carroux = «Herr»
▪ Krege 2001 = «Chef»
▪ Krege 2012 = «Herr, Master»
(„Master“ in der Bedeutung der veralteten englischen Anrede für Männer bürgerlicher Herkunft — wohingegen „Sir“ ursprünglich auf den höheren Rang des Angeredeten hinweist)

└ Dieses Beispiel steht stellvertretend für die oft nicht glücklichen Versuche Kreges, den Variationen in Tolkiens Sprache gerecht zu werden (siehe unten). Der „Chef“ soll auf Sam Gamdschies einfache Gemütsart hindeuten (wenn man hier die Servilität und Obrigkeitshörigkeit einfacher Gemüter erwarten soll, wäre ein ehrerbietiges „Herr“ jedoch treffender gewesen); das Ausweichen der redigierten Ausgabe auf „Master“ (man hat sich wohl nicht getraut, „Meister Frodo“ zu übersetzen) weist darauf hin, dass auch diese nicht alle Schnitzer beseitigen konnte.

▪ Tolkien = «Prince»
▪ Carroux = «Fürst»
▪ Krege = «Prinz»

▌Zufällig ausgewählte Formulierungen▐

▪ Tolkien = «Parlour»
▪ Carroux = «Gaststube»
▪ Krege 2001 = «Clubzimmer»
▪ Krege 2012 = «Hinterstübchen»

▪ Tolkien = «Come, dear folks!“
▪ Carroux = «Kommt, liebe Leute!“
▪ Krege = «Kommt, ihr Kerlchen!»

▪ Tolkien = «the mark Dale»
▪ Carroux = «Herkunftsbezeichnung Thal»
▪ Krege 2001 = «Made in Thal»
▪ Krege 2012 = «Herkunftszeichen von Thal»

▪ Tolkien = «He seldom talks: not but what he can tell a rare tale when he has the mind.»
▪ Carroux = «Er redet selten, es sei denn, er erzählt, wenn ihm der Sinn danach steht, eine ungewöhnliche Geschichte.»
▪ Krege 2001 = «Er redet nicht viel; nur ab und zu mal, wenn ihm danach zumute ist, erzählt er irgend so eine verrückte Geschichte.»
▪ Krege 2012 = «Er redet nicht viel; nur ab und zu mal, wenn ihm danach zumute ist, erzählt er eine ganz besondere Geschichte.»

▪ Tolkien = «S is for Sauron, said Gimli. That is easy to read.»
▪ Carroux = «S steht für Sauron, sagte Gimli. Das ist leicht zu lesen.»
▪ Krege = «S steht für Sauron, sagte Gimli. Nicht schwer zu erraten.»

└ Dieses Beispiel steht stellvertretend für den etwas hölzernen Stil der ältesten Übersetzung: Carroux ist wortwörtlich gefasst, aber unpräzise. „Read“ in der Bedeutung „herauslesen“ oder „deuten“ trifft besser den Sinn der Aussage Gimlis.

▪ Tolkien = «a draught of cooks, from every inn and eating–house for miles around»
▪ Carroux = «ein ganzer Schwarm Köche aus allen Gast– und Wirtshäusern auf Meilen im Umkreis»
▪ Krege 2001 = «die Köche aus allen Wirtshäusern und Imbissstuben auf Meilen im Umkreis»
▪ Krege 2012 = «die Köche aus allen Wirtshäusern und Speiselokalen auf Meilen im Umkreis»

Diese Variationen sind in der Regel also nicht per se falsch, wiewohl manche arg konstruiert wirken (bspw.: „hohe Frau“). Was ich hoffentlich aufzeigen konnte: Übersetzungen, die zu wünschen übrig lassen, stellen jedoch für keine Edition ein Alleinstellungsmerkmal dar. Wenn Krege zu Formulierungen griff wie „Made in Thal“ und „Clubzimmer“, wirken diese wie Fremdkörper, sie stehen im Konflikt zu dem sozusagen feierlichen Flair des Epos, das wir gewohnt sind. Allerdings: Krege hat nicht grundlos behauptet, sich dem Stil des Originals angenähert zu haben. Denn auch Tolkien schrieb bspw. etwas von einer Feuerwerksrakete, die „passed like an express train“: Nun gibt es aber in ganz Mittelerde keine Schnellzüge!
Der Autor gab den Übersetzern damit gewissermaßen ein Mandat, Formulierungen nicht zu verschmähen, zu welchen die Leser selbst gegriffen hätten; und das wirft die Frage auf, ob nicht ein Teil der Kritik an der Krege–Übersetzung schlechterdings daher rührt, dass sie an zweiter Stelle kam, oder wie Cineasten sagen würden: ob nicht das Remake-Syndrom zuschlägt (Neuverfilmungen gelten Fans des ursprünglichen Werkes ja oft generell als schlecht).
Besonders bei Ortsbezeichnungen und Personennamen gibt es im Übrigen keine an sich richtige Übersetzung; folgerichtig, freilich unschön wäre es sogar gewesen, diese Namen unverändert aus dem Englischen zu übernehmen. Aber auch das hätte das Lesevergnügen m.E.n. getrübt.

Die Moral von der Geschicht’, alle Übersetzungen haben sich teils große Freiheiten genommen. Alle Übersetzungen bedienen sich stellenweise Formulierungen, die nicht immer die besondere Atmosphäre von Tolkiens Werk zu tragen vermögen.

Dennoch, Klett–Cotta hat in der redigierten Ausgabe von 2012 viele Makel von 2001 beseitigt. Sie ist wirklich erstaunlich gut gelungen, obwohl die krege’sche Neigung, am Gesunden zu verarzten, immer noch nicht vollständig ausgetrieben ist. Die neue Ausgabe enthält jetzt aber, da auch Krege teils auf Carroux aufbaute, gewissermaßen die besseren Werkteile beider Übersetzer in einem Buch.

Beide Übersetzungen sind gut lesbar und machen Freude, Carrouxs von 1969/1970 und Kreges 2012er, aber ich finde, man begeht keinen unverzeihlichen Fehler dabei, den Krege zuerst zu lesen.
Freilich: Wer Englisch spricht und sich mit altenglischen Begriffen auskennt („Wither goest thou?“ anstatt „Where are you going?“), sollte freilich die Originalausgabe aus Tolkiens Feder gelesen haben. J.R.R. Tolkien war Sprachwissenschaftler, dies schlägt sich in seiner Feder deutlich nieder!

Fazit: Eine recht gelungene Vereinigung der beiden großen Übersetzungen. → ■■■■□
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am 19. Februar 2013
Ich habe den Herrn der Ringe vor knapp 20 Jahren das erste Mal in der alten Übersetzung von Frau Carroux gelesen. Das Buch hat mich vollkommen faziniert und ich konnte in eine völlig andere, mittelalterliche Welt eintauchen. Die altertümliche und leicht umständliche Sprache war dabei ein wichtiges Kriterium und hat einen großen Teil zu meiner Begeisterung beigetragen.

Jahre später kam die Übersetzung von Herrn Krege auf den Buchmarkt und ein gequälter Aufschrei ging durch die Reihen der Tolkien-Fans. Alte Übersetzungen wurden zu Horrorpreisen verkauft und was lernt daraus der Verlag? Er lässt die grausige, jugendsprachliche Übersetzung von Herrn Krege in 2012 nochmals überarbeiten??????

Ich habe alle verfügbaren Leseproben der Neubearbeitungen fleissig studiert und empfinde die Übersetzungen immer noch als absolut störend und auf das Niveau der heutigen Jugendsprache abgestumpft. Wenn man Wikipedia glauben darf, war Tolkien eben gerade eine Übersetzung wichtig, die seinem Werk gerecht wurde und er hatte mit den ersten Übersetzern der deutschen und dänischen Ausgabe noch direkt zusammengearbeitet. Wie kann man diesen Wunsch und diese Arbeit des Autors dann heute einfach ignorieren?

Schade, dass der Klett-Verlag die große Chance nicht erkannt hat die alte Übersetzung in einer schönen 3 bändigen, gebundenen Form auf den Markt zu bringen. Die alte Übersetzung ist weiterhin nur in einem Band zu bekommen. Das Papier extrem dünn und das Buch doch extrem schwer. Und trotzdem würde ich jedem die Carroux-Übersetzung wärmstens ans Herz legen!!

Ich persönlich werde mir nun wohl die englische, gebundene Ausgabe zulegen, ganz ohne Übersetzungsärger und mit einigen Extras.
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am 2. Juni 2014
Krege hat hier wirklich eine furchtbare Übersetzung eines fantastischen Werkes abgeliefert, die das Potential hat, den besonderen Charme des Originals vollkommen zu zerstören. In vielen Rezensionen und Berichten werden Beispiele für misslunge Sätze und Worte aus dieser Übesetzung im Vergleich mit der alten Übersetzung aufgezeigt. Daher will ich an dieser Stelle keine Auflistung von Beispielen machen.
Ich will hier nur meinen Eindruck schildern, dass Krege vermutlich beim Auftrag eine Neuübersetzung zu realisieren, die alte Übersetzung und ein Synonymwörterbuch zu Rate gezogen hat und meiner Meinung nach eher wenig Eigenleistung erbracht hat. Viele Sätze wirken bei Krege so, als hätte er die alte Übersetzung krampfhaft umformuliert und dabei neben Satzumstellungen auch Synonyme für bereits verwendete Worte von der alten Übersetzung verwendet. Das mag gängige Praxis sein - wirkt aber hier auffallend. Das hierbei in den meisten Fällen teilweise merkwürdige Satzkonstruktionen und Worte auftauchen ist zwangsläufig. Ein einheitlicher Stil ist fatalerweise auch nicht zu erkennen.

Ein Beispiel:
Manche Sätze scheinen auf den ersten Blick originalgetreuer zu sein, wirken sich jedoch negativ auf die Dramatik einzelner Szenen aus. Der vorhandene Grusel in der Szene mit den "Barrows Wights" geht verloren, wenn Krege diese wortwörtlich korrekt mit "Grabwichte" übersetzt. Dies wirkt stark verniedlichend. Das alte "Grabunholde" bedient sich eines älteren, vergleichbaren (Stichwort Konnotation) aber wesentlich dramatisierenderen Wortes, was diesbezüglich eine unzweifelhaft bessere Wortwahl darstellt. Obwohl Krege sich darüber ggf. bewusst war, wollte er hier aber meiner Meinung nach umformulieren, um eine gewisse Eigenleistung in der Übersetzung zu erreichen.

Sinniger wäre wohl eine Überarbeitung der alten Übersetzung gewesen. Naja, vielleicht kommt das ja noch irgendwann...

Mir fehlt die Motivation mich mehr mit dieser schlechten Übersetzung zu beschäftigen. Um das Buch wirklich zu lesen, muss man entweder das Orginal oder (zumindest) die alte Übersetzung (M. Carroux) lesen.
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am 18. Dezember 2014
Ich kenne noch die Carroux Version, das Buch das einer Bibel gleichkommt^^, aber da ich dieses schwere und unhandliche Ding mir nicht zumuten wollte und ich dachte die neue Übersetzung von Krege würde mir auch gefallen, hab ich mir eben diese zugelegt. So ein bisschen hatte ich noch die Zeilen von Carroux Übersetzung in Erinnerung und konnte somit ein wenig vergleichen. Zu Anfang gefiel mir schon der Schreibstil, auch wenn man sofort bemerkt das die Ausdrucksweise etwas direkter ist und nicht wie bei Carroux schön ausgeschmückt und flüssig. Aber später sah ich dann doch das, was mich und andere Leser wieder störte. Zwar wurde das Wort "Chef" hier ganz rausgenommen und es durch "Herr" ersetzt, dafür wechselt aber der Ausdruck zwischen Herr und Meister. Dann störte mich das Gespräch zwischen Frodo und Galadriel. Auf einmal duzt man sich und so wie die Elbenkönigin spricht, redet doch keine so hochangesehene Frau.
Also mit diesen Kauf hab ich mir selbst kein gefallen getan und werd wohl zu der echten Übersetzung zurückgreifen. Das Cover sieht zwar schick aus, ein Grund weshalb ich mich letzten Endes dafür entschieden hab, auch wegen der neuen Übersetzung von Krege und ihn somit noch eine Chance geben zu wollen, ist diese Ausgabe kein wirklicher Kauf wert. Zum Glück war er nicht zu teuer und das Geld ist zu verschmerzen. Schade schade. Teilweise liest sich das Buch recht gut, aber manche Stellen sind wie bei seinen ersten Versuch nicht gut gelungen und passen nicht in die Welt von Mittelerde.
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am 31. Mai 2015
Ich habe, als die Jackson-Filme in die Kinos kamen, die Bücher in der Übersetzung von Krege erhalten. Ich habe mich ein Jahr lang gequält, "Die Gefährten" zu lesen, weil der Grundkonsens hieß: Klasse Bücher, die man gelesen haben muss! Nun ja, ich empfand dies nicht und habe die Krege-Version nach dem ersten Buch nicht mehr berührt, sogar verschenkt. 2012 habe ich von der Carroux-Übersetzung gehört, die ich mir auch zulegte - und siehe da: "Der Herr der Ringe" ist mein Lieblingsbuch geworden. Es vergeht kein Tag, an dem ich an Tolkiens Welt denke (auch wenn dies vielmehr beunruhigend erscheinen mag); Krege schafft es nicht, die Atmosphäre Tolkiens einzufangen. Madame Carroux schafft dies, hat Tolkien bei der Übersetzung sogar mitgeholfen! Ich träume von einer Taschenbuchausgabe von Carroux-Übersetzung, auch wenn dies eher Wunschdenken bleiben wird. Sei es drum: Bitte fasst euch ans Herz, lasst die Krege-Übersetzung unbeachtet (auch wenn sie gut anzuschauen ist) und kauft / leiht euch die Carroux-Übersetzung; die Taschenbuchausgabe gibt es auch für rund 25 Euro gebraucht zu kaufen - allerdings die Ausgabe aus den 70ern.

Mittlerweile besitze ich eine tolle Sammlung aus Tolkien-Büchern, Originalsprache und ins Deutsche übersetzt; Krege besitze ich aber nicht, zumindest nicht im Rahmen der "Der Herr der Ringe"-Bücher, so wird es auch bleiben.

Viel Spaß mit der Carroux-Übersetzung! ;-)
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am 23. März 2015
Nachdem es zu diesem Klassiker der Fantasy-Literatur schon lange ein Hörspiel gab, war es eigentlich schon lange überfällig, dass es endlich auch eine ungekürzte Lesung gibt. Da die Geschichte wohl den meisten schon bekannt ist und es dazu auch schon viele Rezensionen gibt, will ich mich hier ausschließlich mit der Hörbuchumsetzung befassen:
Beim Herrn der Ringe ist es so, dass die meisten Menschen die Geschichte lieben oder hassen. Das Hörbuch kommt natürlich dann nur für die erste Gruppe in Betracht, zu der ich auch gehöre. Ich gehe deshalb anhand der aus meiner Sicht überragenden Geschichte von 5 Punkten aus, die eine super Lesung erreichen könnte. Trotzdem lande ich im Ergebnis bei nur einem Stern.
Zunächst ist hier der Leser zu erwähnen. Es handelte sich um Achim Höppner, der in der Verfilmung dem Gandalf seine Stimme lieh. Höppner liest auch sehr ausdrucksvoll und stimmig. Bei Lesungen gibt es grundsätzlich 2 Arten: Der eine Leser versucht, jedem Charakter eine eigene Stimme zu verleihen, die sich von allen anderen unterscheiden soll. So geschehen z.B. bei den Harry-Potter-Lesungen von Rufus Beck. Diese Lesungen sind recht schräg und passen nicht zu jedem Buch. Anderer Sprecher geben den einzelnen Charakteren in der Tonlage nur leichte Nuancen und versuchen nicht, den Eindruck von vielen verschiedenen Sprechern zu erzeugen. So macht es Höppner. Dabei fällt aber negativ auf, dass seine Stimme nunmal total mit Gandalf assoziiert wird und zu vielen anderen Charakteren nicht wirklich passt. Insbesondere wenn er Hobbits wie Bilbo Beutlin spricht, klingt das eher wie ein hysterischer Magier, der einem Roman von Terry Pratchett entsprungen ist. Hier wäre einfach eine neutralere Stimme sinnvoller gewesen wie z.B. die von Sascha Rotermund. So wird oft die Atmosphäre verdorben. Andererseits erzeugt natürlich Höppner gerade bei Gandalf eine einzigartige Atmosphäre.
Da diese aber natürlich nicht durchgängig ist, wäre die Lesung an sich bei drei Sternen gelandet.
Zwei weitere Sterne Abzug gibt es aber von mir dafür, dass man bei der Lesung nicht die schöne Übersetzung von Margret Carroux genommen hat, sondern die total verhunztre moderne Krege-Übersetzung. Szenen wie "Made in..." aufdrucke auf Gegenständen machen die Atmosphäre der Geschichte endgültig tot (oder der Umstand, dass Sam seinen Herrn Frodo immer zu mit "Chef" anspricht). Wieso sowohl der Klett Verlag wie jetzt auch der Hörverlag trotz der überwältigenden Ablehnung der Fans an dieser furchtbaren Übersetzung festhalten, erschließt sich mir nicht. Wie heißt es so schön: "Garstiger Krege, verdirbt guten Text!".
So bleibt leider die resignierte Feststellung, dass dieses Hörbuch kaum eine sinnvolle Ergänzung oder gar Alternative zur Lektüre des Buches ist.
Schade!
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am 5. Januar 2014
Was wurde nun schon alles zum Besten gegeben zu der grauenhaften "Übersetzung" Wolfgang Kreges... und ich kann mich diesen Rezensenten nur anschließen!
Welch eine Idee, den Herrn der Ringe in eine moderne Sprache übersetzen zu wollen. Für mich unverständlich, denn so geht der Großteil der Magie Mittelerdes verloren.

Nun aber ein paar Worte zur 2012 veröffentlichten Überarbeitung dieser "Übersetzung" (-> ich bin davon überzeugt, dass Krege nicht das englische Original zu Vorlage nahm,
sonder lediglich die Übersetzung von Margaret Carroux "modernisierte"):

Passagen wie das vielzitierte "G für geil!" (s. Kapitel 1: Ein langerwartetes Fest) wurden zwar wieder in "G wie großartig!" geändert, doch hat man gerade durch diese teilweise
Rückbesinnung auf die alte Übersetzung den Eindruck, dass hier tatsächlich einfach zwei Übersetzungen übereinander gelegt wurden, sodass das Buch durch die Überarbeitung noch "unrunder" klingt, als es durch die Krege-Übersetzung sowieso schon der Fall ist.

Ein Beispiel dazu: Ende des Siebten Kapitels (Galadriels Spiegel). Galadriel spricht mit Frodo und Sam.

Dort heisst es bei Carroux: ">Das würde ich< sagte sie. >So würde es anfangen. Aber damit würde es nicht aufhören, leider! Wir wollen nicht mehr davon reden. Laßt uns gehen!<"
In der überabeiteten Fassung der Krege-Übersetzung: ">Ja, das würde ich!<, sagte sie. >Damit finge es an. Aber ach, dabei bliebe es nicht! Reden wir nicht mehr davon! Gehn wir!<"

(Davon, dass Frodo und Sam Galadriel im Vorfeld dieser Unterredung duzen(!!!), muss ich wohl nichts mehr schreiben... Das haben andere vor mir zu Genüge getan)

Ich denke, dass man anhand des Beispiels einsehen wird, was ich hier bemängele. Der Erste Teil der Unterredung wurde zurückversetzt in ein eher altertümliches und erhabenes Sprechen ("finge", "bliebe"), während der letzte Satz wieder voll auf modern getrimmt ist und einfach das zweite "e" in "gehen" weggelassen wurde ("Gehn"). Absolut unpassend und kaum minder blödsinnig, als einfach bei der Übersetzung Kreges zu bleiben.

Trotzdem will ich an dieser Stelle zumindest den Versuch der Verbesserung durch Lisa Kuppler und Stephan Askani positiv bemerken!

Fazit: Sollte man ehrliches Interesse haben, den Herrn der Ringe in anähernd der Form, die Professor Tolkien seinem Werk geben wollte, zu lesen, sollte man auf KEINEN Fall eine Version mit der Übersetzung von Wolfgang Krege kaufen -AUCH nicht die überabeitete Fassung (!!!)-, sondern sich die Übersetzung von Margaret Carroux zulegen oder noch besser natürlich: Das Original auf Englisch lesen.

Mit freundlichen Grüßen
JEB
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am 17. September 2013
Trotz vieler schlechter Bewertungen, und Kritiken muss ich sagen, dass mir dieses Buch total gefällt.
Anfangs war ich sehr erschrocken, als ich die schlechte Kritik an Wolfgang Kreges Übersetzung gelesen habe, dann aber habe ich die Trilogie selbst durch gehabt und ich kann nur sagen ich bin sprachlos!
Diese Bücher sollte wirklich jeder einmal gelesen haben! (unabhängig von wem sie übersetzt wurden)
Aber wenn man sich dann für diese Bücher hat begeistern lassen, dann kann man dem noch die Krönung geben und wirklich M.Carroux Übersetzung lesen.
Viel Spaß dabei ;D
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am 14. Dezember 2006
Schade, dass amazon für diese mp3-Ausgabe derzeit deutlich mehr Geld verlangt, als für dieselbe Einspielung auf Audio-CD, obwohl sie in der Produktion und im Handling mit nur zwei statt 17 CDs doch eigentlich einfacher ist.

Ich empfehle eindeutig die Audio-CD-Fassung. Mit der kann man nämlich die Qualität der mp3-Files beim Überspielen auf den heimischen Player dann auch selbst einstellen, denn bei 1280 Minuten auf den nur zwei CDs der mp3-Fassung muss die Datenreduktion doch schon recht massiv sein.

Über das Hörbuch an sich ist bei der Audio-CD-Fassung eigentlich alles gesagt.
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am 11. Januar 2016
Mittelerde wird von Sauron bedroht. Um ihn zu stoppen, macht sich der Hobbit Frodo zusammen mit acht Begleitern auf den Weg, Saurons Ring der Macht zu zerstören.

„Der Herr der Ringe“ ist seit meiner ersten Begegnung mit der Geschichte im Jahr 2001 eine meiner allerliebsten Buchreihen. Auch wenn ich mich durch die Bücher und Filme mittlerweile schon mindestens 20 Mal nach Mittelerde begeben habe, bekomme ich einfach nicht genug davon. Daher wollte ich die Reise nun zum ersten Mal mit dem Hörbuch antreten. Der erste Band der Trilogie kümmert sich natürlich um die Einleitung. Die Welt, in die Geschichte spielt, wird vorgestellt, ebenso wie die Protagonisten. Hier merkt man gut, dass die Leidenschaft des Autors J.R.R. Tolkien eigentlich eher bei der Erschaffung neuer Welten und Rassen lag, als bei der Charakterisierung einzelner Individuen. Obschon die einzelnen Figuren sich genügend unterscheiden, sind sie in sich doch nicht so fein ausgearbeitet, wie die Landschaft oder die Rassen der Elben, Hobbits etc. als solche.

So sehr ich die Trilogie liebe, so wenig kann ich ihre Schwachstellen vergessen, die sich vor allem hier im ersten Band zeigen. Die Einleitung zieht sich ewig hin, es dauert Stunden, bis die Geschichte wirklich beginnt. Und auch dann zieht sie sich an vielen Stellen relativ zäh, weil Tolkien mehr Zeit mit Landschaftsbeschreibungen verbringt als damit, die Handlung voranzutreiben. Auch die vielen Lieder und Gedichte machen die uns fremde Welt Mittelerde zwar plastischer, drücken aber das Erzähltempo in Schneckengleiche Richtungen. Hier muss ich ausdrücklich Peter Jacksons Verfilmung loben, die diese zähen Längen geschickt gestrichen hat, ohne allzu viel von der Handlung aussen vor zu lassen.

In meinen Rezensionen äussere ich mich nur selten zur Übersetzung. Dies liegt daran, dass ich mir dazu auch nur selten wirklich Gedanken mache. Hier ist sie mir aber ins Auge, respektive ins Ohr gestochen. Obschon ich mich in den letzten eineinhalb Jahrzehnten wiederholt intensiv mit dem Herrn der Ringe beschäftigt habe, sowohl in der Buch- wie auch in der Filmversion, ist das Hörbuch erst mein zweiter Kontakt mit der deutschen Übersetzung. Sonst kenne ich nur das englischsprachige Original, als Buch und als Film. Als ich die Trilogie zum ersten Mal gelesen habe, tat ich dies in der deutschen Version. Ich hatte die Bücher von meiner Mutter ausgeliehen, die Ausgabe war aus den 1970ern, und dementsprechend noch die alte Übersetzung von Margaret Carroux. Mit der neuen Übersetzung von Wolfgang Krege hatte ich nun erst mit diesem Hörbuch Kontakt, und ich muss direkt festhalten, dass ich sie nicht mag. Und zwar gar nicht. Wie kann man auf die Idee kommen, Frodo von Sam als „Chef“ anreden zu lassen? Auch „tidings“ mit „Post“ zu übersetzen finde ich sehr unpassend, „Post zu überbringen“ oder „dies ist schlimme Post!“ passt schon von der Stimmung her überhaupt nicht nach Mittelerde (ich sah vor meinem inneren Auge einen Elben mit Mütze und einer gelben Umhängetasche vor mir…). Ebenso fand ich die Wahl der Du- und Sie-Form nicht immer stimmig.

Der Sprecher Achim Höppner gefiel mir hingegen ganz gut. Er gab der Geschichte die richtigen Emotionen mit und versuchte auch, den verschiedenen Charakteren ihre eigenen Stimmen zu geben, damit sie besser auseinanderzuhalten sind. Nur die hohe Piepsstimme, mit der er Pippin gesprochen hat, ging mir sehr auf die Nerven. Dass Höppner als Synchronsprecher von Gandalf bekannt ist, ist mir nicht negativ aufgefallen. Da ich die Filme immer nur auf Englisch gesehen habe, fehlte mir die feste Verknüpfung der Stimme mit Gandalf, die bei anderen Hörern anscheinend teilweise zu Verwirrung geführt hat.

Mein Fazit

Auch wenn ich die Trilogie liebe, der Einstiegsband ist etwas gar zäh. Die Hörbuchversion gefällt mir grundsätzlich ganz gut, die Übersetzung versaut jedoch vieles.
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