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am 12. April 2016
Dieser Roman hat beste Chancen, mein Buch des Jahres 2016 zu werden. Eine umwerfende Milieuschilderung mit stark gezeichneten, fehlbaren, glaubhaften Charakteren voll von einer urwüchsigen Lebendigkeit, die den Hochglanzheldinnen und -helden so vieler zeitgenössischer Romane völlig abgeht. Es gefällt mir, dass die Autorin sich nicht ziert, Kraftausdrücke zu verwenden und geschmackloses Machoverhalten in realistischer Form wiederzugeben, ohne dass der Text selbst jemals ins Geschmacklose abdriftet.
Ich bin restlos begeistert und breche mit Vergnügen meinen Vorsatz, keine Bücher mehr zu kaufen, sondern nur noch auszuleihen – dieses muss einfach in meinem Regal stehen.
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am 11. Oktober 2015
Anna und Francesca, zwei 13jährige Mädchen, die in einem italienischen Stahlbau - Ort leben, entdecken in einem heißen Sommer sich und ihre Sexualität. Sie sind aber noch unbefangen und toben mit ihren Freunden am Strand und im Meer. Beobachtet werden sie jederzeit von Francescas gewalttätigem Vater, aber nicht nur von ihm. Auch andere ältere Herren "erfreuen" sich an ihrem Anblick, was diese beiden Mädchen wissen und schamlos ausnutzen, sie stellen sich förmlich zur Schau und finden das anscheinend ganz normal. Alles ändert sich, als Anna sich in einen jungen Mann verliebt und Francesca sich eifersüchtig von ihr ab und der Außenseiterin Lisa zuwendet. Schließlich empfindet Francesca doch mehr als nur Freundschaft für Anna.

Die Autorin beschreibt in ihrem Buch die trostlose Athmosphäre in Piombino, einer italienisch Stadt, die vom Stahlbau lebt und ihren Bewohnern sonst nur sehr wenig zu bieten hat. Die Grundstimmung ist recht verbittert, ist es doch sehr schwer, aus dieser von der Industrie geprägten Stadt herauszukommen ...und dabei ist Elba in Sichtweite! Die meist kurzen Sätze verstärken den trostlosen Eindruck noch, aber dadurch ist das Buch auch sehr schnell und leicht zu lesen. Für meinen Geschmack wurde in diesem Buch ein wenig zuviel über Sex und Gewalt geschrieben, manche Stellen empfinde ich fast schon als abstoßend. Andererseits ist die Stimmung sehr gut eingefangen, der Leser kann sich in einige Charaktere gut hinein versetzen.
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am 27. Juli 2015
flott geschrieben, nachvollziehbar; sprachlich einfach, rau und stark parataktisch, dem Denken der "einfachen" Leute (u.v.a. der Jugend) entsprechend, die wie alle Sehnsüchte und Erwartungen an das "richtige" Leben haben (=Metapher dafür ist die nahe Insel Elba, die sie nie aufsuchen); Italien nicht als touristisch anziehendes, lebenslustiges Urlaubsland, sondern als staubbedecktes, in jeder Hinsicht erstickendes Industrieviertel glaubhaft!
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am 15. Dezember 2014
Ein Buch, dass mir nahe ging. Piombino und die dortige Jugend sind sehr glaubhaft beschrieben. Die Handlung, obwohl fiktiv, ist doch nahe an der Realität. In diesem Buch lernt man Italien kennen, wie man es vielleicht noch nicht kann.
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am 20. Oktober 2014
Die junge Italienerin Silvia Avallone legte mit "Acciaio" ein hervorragendes Debüt hin. Es spielt im Sommer 2001 und handelt von den bereits offenkundigen Problemen Italiens, welche die Jugend ihrer Zukunftschancen berauben wird (Arbeitslosigkeit der 15-24-Jährigen im Herbst 2014: über 40 %).
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am 26. September 2013
Persönliche Zusammenfassung:
Anna und Francesca sind schon seit Kindertagen die besten Freundinnen. Nichts konnte sie bisher trennen und alles haben sie gemeinsam erlebt. In diesem Sommer aber verändert sich das Leben beider: Anna sucht die Freiheit und will Abenteuer erleben; Francesca stellt sich ihren Gefühlen und verliert ihre beste Freundin dadurch. Dieser Sommer ist ein Sommer voller Gefühlschaos, Familiengeschichten und dramatischen Wendungen. Ob die Freundschaft zwischen den beiden Mädchen das aushält?

Rezension/Meinung:
„Ein Sommer aus Stahl“ hat schon eine ganze Weile in meinem Regal verbracht, wurde immer hin und her geschoben und ich konnte mich nie wirklich dazu entschließen, es in die Hand zu nehmen. Durch meine Challenge blieb mir nun aber nichts anderes mehr übrig und nach Einstiegsschwierigkeiten, konnte ich mich der Geschichte positiv zuwenden.

Dieses Buch ist ein Zeugnis der Realität und des Lebens. Es geht hier nicht um die schönen Seiten Italiens, mit denen die Touristen angelockt werden sollen, sondern um das Arbeiterviertel der Via Stalingrado, einem Ort, der weder schön anzusehen ist, noch Berühmtheiten hervorbringt.
Hier leben Anna und Francesca, die von klein auf, im selben Haus aufgewachsen, die besten Freundinnen sind. Alles haben sie miteinander geteilt – auch jeglichen Schmerz. Beide Familien haben ihre eigenen Probleme und nur die beiden Mädchen lassen eine starke Verbindung entstehen.
Während Annas Vater gerne mal ohne ein Wort verschwindet und die Familie fast in den Ruin treibt, muss Francesca mit den regelmäßigen Wutausbrüchen ihres Vaters klar kommen und seine Schläge ertragen. Doch der Schmerz hat die beiden immer mehr zueinander halten lassen – bis zu diesem Sommer, um den sich die Geschichte dreht.
Francesca die immer unbefangen mit Anna umgehen konnte, bemerkt plötzlich, dass ihre Gefühle viel tiefer als Freundschaft gehen – Anna aber ist für so etwas nicht bereit.
Während man verfolgt, wie die Männer des Viertels in der anliegenden Stahlfabrik schwitzen und Annas Bruder den Hochofen „Afo 4“ betreibt, bemerkt man wie die Freundschaft der Mädchen immer mehr zerbricht. Waren die beiden hübschen und außergewöhnlichen Mädchen noch bis vor kurzem täglich am Strand und haben alle Blicke auf sich gezogen, verbringen sie plötzlich immer weniger Zeit miteinander, bis sich beide Leben komplett voneinander trennen und gegeneinander entwicheln. Wo die eine – viel zu jung – auf die schiefe Bahn gerät und ihren Körper der Männerwelt präsentiert, verliebt sich die andere in den Freund ihres Bruders und ihr Leben scheint schon verplant.
Erst als der Sommer sich dem Ende neigt, beide Familien in ihren Wohnungen immer mehr zerfallen, entsinnen sich die beiden Mädchen ihrer Freundschaft. Wie aber können sie nach einem ganze Sommer ohne einander, in dem jede für sich alleine erwachsen geworden ist, wieder zusammen finden?

Silvia Avallone beschreibt in ihrem Roman das einfache Leben – so wie es ist. Sie hält nichts von übertriebenen Worten und schmückt die Geschichte nicht unnötig aus.
Den Einstieg fand ich etwas gewöhnungsbedürftig, da es alles ein bisschen durcheinander wirkt. Die einzelnen Erzählungen über die Personen verschwimmen in diesem ersten Teil miteinander ohne dass man sie richtig fassen kann. Immer wieder bekommt man kleine Einblicke hingeworfen, kann aber nicht nach ihnen greifen, da sie gleich wieder verflogen sind.
Dies hat mich anfangs etwas abgelenkt und ich konnte mich nicht sofort voll auf die Geschichte konzentrieren.
Im Verlauf wird dies aber besser und die Abschnitte immer länger.
So bekommt man auch nach und nach ein gutes Bild der einzelnen Personen. Auf Anna und Francesca liegt das Hauptaugenmerk und die beiden Mädchen sind besser herausgearbeitet als die anderen Figuren. Doch werden auch diese, wie Annas Bruder oder die Väter kurzweilig intensiver beschrieben, aber es scheint dennoch als würde man nur an der Oberfläche dieser Personen kratzen.

Mit dem Ende des ersten Teils, ändert sich auch die Erzählweise und man bekommt von allem mehr mit. Die Geschichten scheinen nun jeweils eigenständig – zeigen erst nach einer Weile ihre Verbindungen und greifen ineinander wie Zahnräder.

Eine Geschichte die ehrlich ist und keine Beschönigungen nötig hat.
Eine Freundschaft, intensiv, berührend und voller Veränderungen.
Ein Roman, den man leben muss, wenn man die andere Seite Italiens einmal kennen lernen möchte, der klare Linien zieht und deren Strand nicht immer sauber und deren Familien nicht immer Verbündete sind.

Trotz der anfänglichen Bedenken hat sich dieses Buch zu einem wunderbaren Roman entwickelt, der fast alle Facetten des Lebens wiederspiegelt und eine Achterbahn der Gefühle, nicht nur in den Protagonisten, sondern auch in dem Leser auslöst.
Ein Roman der durch seine klaren Worte über Freundschaft, Liebe, Sehnsucht, Angst und Tod überzeugt. Ein Buch wie ein Leben, durch das man in wenigen Stunden zieht und das einen trotz allem Schrecken und Schmerz mit einem leichten Lächeln auf den Lippen zurücklässt.
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am 3. Juni 2013
Die 13jährigen Mädchen Anna und Francesca leben in der italienischen Hafenstadt Piombino. Das Leben der heranwachsenden Mädchen spielt sich zwischen dem Strand und der Via Stalingrado ab, hier sind sie umgeben von Stahlarbeitern, Staub und der Sommerhitze. Gerne kokettieren sie mit den älteren Jungs. Und obwohl sich die nur wenige Jahre älteren Mädchen abfällig über die provozierenden Freundinnen unterhalten, müssen Sie sich doch eingestehen, dass sie selbst wenige Jahre zuvor nicht anders waren. Die Väter der beiden Freundinnen sind bzw. waren in dem nahe gelegenen Stahlwerk beschäftigt. Sie sind alles andere als treuliebende Familienväter. Im Gegenteil, Alkohol und Prügel für die Ehefrau als auch für die Kinder stehen auf dem Fahrplan. Da wundert es nicht, dass sich der ältere Bruder von Anna um sie kümmert und auf sie aufpasst. Er hält ein waches Auge auf seine kleine Schwester, damit sie nicht von den Jungs angemacht oder gar geschmälert wird. Anna lässt sich davon trotzdem nicht abhalten, den Jungs schöne Augen zu machen.

Was mich an diesem Roman besonders fasziniert hat, ist die Atmosphäre, die durch die Schriftstellerin und deren Übersetzer Michael von Killisch-Horn, erzeugt wird. Da ist zunächst einmal die Stimmung von Sommer, Sonne, Strand und Ferien. Infolge des nahe befindlichen Stahlwerks kommt aber auch ein Hauch von Dortmund aus den fünfziger und sechziger Jahren des vorigen Jahrhunderts zum Vorschein. Die Atmosphäre in dem Mietshaus brachte bei mir ein Gefühl von Duisburg, Essen oder Köln-Kalk hervor. Die Brutalität in der Familie erinnert an das dümmliche Klischee von Hartz-IV-Familien. Diese dort herrschende drückende Enge belastet die heranwachsenden Freundinnen. Sie wollen ausbrechen aus diesem System. In noch während Francesca keine großen Chancen sieht, jemals den Duft der großen weiten Welt einatmen zu können, ist Anna ganz anderer Meinung und möchte ihr Leben richtig anpacken. Während sie mit den Jungs auf dem Motorroller die Via Stalingrado auf- und abfahren, träumen sie von der Insel Elba, die sie in der Ferne am Horizont sehen können und die für sie schon ein Stück der großen weiten Welt bedeutet. Diese Atmosphäre wird durch unterschiedliche Erzählperspektiven geschaffen, mit denen die Autorin Sylvia Avalone experimentiert. Obwohl es im Wesentlichen um eine Liebesgeschichte geht, ist es weitaus mehr als eine solche. Ein ganz großes Thema sind schließlich die sozialen Spannungen die in dieser Region herrschen, welche von der Stahlindustrie geprägt ist. Dennoch scheint alles mit Leichtigkeit erzählt zu sein. Auch wenn das Leben trotz der blauen Flecke auf den Armen so sorglos scheint und der Leser das Gefühl hat, die Mädel würden einfach nur so in den Tag hinein leben.
Obwohl ich anfangs skeptisch war und das Buch in die Ecke der Jugendliteratur stellen wollte, wurde ich eines Besseren belehrt. Mich hat die Geschichte der Mädchen gepackt. Ich habe sie gerne auf dem Weg ins Erwachsensein begleitet und dabei Spaß gehabt. Ein weiteres Mal habe ich festgestellt, dass mich neben der Spannung der Geschichte auch die Atmosphäre einfangen kann. Wenn dann beides stimmt, um besser. Gerne volle Punktzahl.

© Detlef Knut, Düsseldorf 2013
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am 18. April 2013
Ich habe das Buch auf Italienisch gelesen (nicht meine Muttersprache).
Irgendwie machen mich manche Kommentare hier traurig.
Hey Leute, es gibt keinen Grund, warum eine junge Schriftstellerin aus Italien keinen deftigen sozialkritischen Roman schreiben darf. Sie ist nicht dafür verantwortlich, dass irgend jemand sich Italien als nur hübsch und romantisch vorstellt. Italien ist die Heimat dieser Schriftstellerin.
Zweitens: auf italienisch zumindest ist die Sprache nicht obszön. Ja, die Geschichte spielt sich ab im Arbeitermilieu. Und die Männer dort haben eins vor mit den hübscheren Mädels. Aber die Sprache ist authentisch, sie passt zum beschriebenen Milieu. Wie kommen manche Mimöschen dazu, von diesem Buch zu erwarten, es ginge da NICHT um bestimmte Themen? Wieso nicht?! Die Figuren in diesem Buch sind einfache Menschen, mit einfachen Wünschen. Eine schnelle Karre, Ausflug auf Elba, ein hübscher Partner, raus aus dem Elend.
Eine Bitte an die Leute, die den Umschlag sehen und sich freuen, da ginge es um zuckersüsse erste Liebeserfahrungen am Strand: dieses Buch ist nichts für Euch. Ich finde das total unfair: diese Frau hat Tausende Stunden in dieses Werk investiert, da kommt ein umsatzbewusster Verlag und verpasst ihm einen Umschlag in Pastellfarben, mit Strand und jungen Mädchen und alle Hammel der Welt erwarten wie konditioniert die Ferienromanze.
Silvia Avallone ist für mich die neue Oriana Fallaci, sie kann auf Augenhöhe mit Oksanen reden. Sie hat ein wütendes, ehrliches Buch geschrieben, für LeserInnen, die das verkraften.
Das Buch hat keinen Spannungsbogen. Ja, zum Glück. Es ist keine Unterhaltungsliteratur. War nie die Absicht. Es gibt auch eine Literatur jenseits von Grisham und Mankell, glaubt es mir! Avallone wechselt übrigens auch die Perspektive von einem Satz zum anderen. Völlig unorthodox. Wer keine Lust auf junge experimentierfreudige Autoren hat, bitte, meine heisse Empfehlung für Euch ist Sandra Brown.
Ich kann kaum erwarten, den nächsten Avallone in die Hand zu halten. Ich brauche Monate mit dem Wörterbuch, aber es lohnt sich.
Wir leben in Europa, Leute, und wir sollten uns vielleicht ab und zu dafür interessieren, was für ein Ort das wirklich ist.
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am 22. Dezember 2012
Inhalt

"Ein Sommer aus Stahl" von Silvia Avallone ist die tragische Geschichte zweier Mädchen und deren Familien aus einem der sozialen Brennpunkte Italiens. Anna und Francesca sind dreizehn Jahre alt und leben beide in äußerst schwierigen sozialen und familären Umständen. Während Francesca und ihre Mutter von ihrem brutalen Vater misshandelt werden, ist Annas Vater nie da und ihr älterer Bruder dröhnt sich mit Drogen voll.
Jeder in diesem Viertel hat mit seiner eigenen tragischen Geschichte zu kämpfen.
Als Anna sich jedoch in Mattia verliebt, scheint selbst die Freundschaft zu Francesca Schaden zu nehmen. Diese fühlt sich verraten und beginnt ihr eigenes Leben zu leben, in dem Anna keine Rolle mehr spielt.

Cover/Aufmachung

Das Cover mit seiner Schlichtheit und der Fabrik im Hintergrund drückt die Stimmung des Buches aus. Mir persönlich gefällt es jedoch nicht besonders.

Schreibstil

Der Schreibstil lässt mich zwiegespalten zurück. Auf der einen Seite ist er stellenweise sehr poetisch und regt zum Nachdenken an, auf der anderen Seite ist er voller obszöner Begriffe, die für meinen Geschmack etwas zu viel waren.
Eigentlich stört mich soetwas nicht und im Grunde passen sie auch zu der im Buch beschriebenen Situation, jedoch war diese extreme Mischung sehr ungewohnt.

Charaktere

Die beiden Protagonisten Anna und Francesca erwecken natürlich schon allein durch ihre schwierigen Lebensumstände Mitleid. Trotz allem hat Anna es jedoch aufs Gymnasium geschafft, während Francesca "nur" eine Berufsschule nach dem Sommer besuchen wird. An dieser Stelle werden die ersten Unterschiede deutlich und man merkt direkt, dass Francesca Angst vor dieser Veränderung hat. Anna steht Veränderungen viel offener entgegen und möchte unbedingt dem Arbeiterviertel entfliehen.
Alle Charaktere in diesem Buch sind mit viel Tiefgang und Einfühlungsvermögen beschrieben. Man kann sich im Grunde in jeden hineinversetzen, was jedoch nicht bedeutet, dass man auch für alle Verständnis aufbringen kann.

Umgebung

Die Geschichte spielt in einem Arbeiterviertel, welches direkt am Strand in Italien liegt. Diese Schattenseite Italiens werden die meisten Touristen wohl nie zu Gesicht bekommen. Während man das Buch liest, scheint man die Hitze und den Staub geradezu selbst zu spüren. Ich für meinen Teil hatte oft ein flaues Gefühl im Magen, wenn die Umgebung genauer beschrieben wurde. Es ist scwer vorstellbar ein solches Viertel in der Nähe eines sehr schönen Strandes zu sehen. Auch der Begriff "Mietskasernen" der für die Plattenbauten verwendet wird scheint mehr als passend und beschreibt das Gefühl eingesperrt zu sein, welches Anna und Francesca dort gehabt haben müssen wohl sehr gut.

Fazit

"Ein Sommer aus Stahl" lässt mich zwiegespalten zurück. Irgendwie schien das Buch keine richtige Handlung zu haben. Es waren eher Situationsbeschreibungen.
Natürlich hab ich mit den Menschen dort mitgelitten, aber trotzdem war ich froh, als das Buch endlich zu Ende war. Der Schreibstil konnte bei mir letztendlich auch nicht punkten. Zwar waren manche Sätze sehr schön aber alles in allem schien diese Mischung für meine Begriffe nicht richtig zu sein.
Insgesammt lässt mich das Buch nachdenklich und irgendwie auch bedrückt zurück. Ich würde es aber kein zweites Mal lesen.
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am 16. November 2012
Und Elba so nah. Nur wenige Kilometer Piombino von der Insel, von der Anna und Francesca immer träumen. Doch sie verbringen ihren Sommer am Strand der Via Stalingrado, zwischen Stahlarbeitern, Staub und Hitze. Sie scheinen glücklich, spielen mit ihrer Schönheit und genießen das Leben. Aber hinter der Fassade geschehen Dinge, die man den beiden Mädchen nicht direkt ansieht. Francesca wird von ihrem Vater misshandelt und ihre beste Freundin Anna und ihre Schönheit sind ihr einziger Halt. Seit Kindertagen sind die beiden Mädchen unzertrennlich. Sie erforschen sich und die Welt und die Jungs um sich herum. Sie lernen Gefühle kennen, mit denen sie nicht gerechnet hätten und leben. Anna und Francesca - für immer zusammen. Bis die Liebe alles verändert.

Handlung & Stil.
Anfangs hätte ich auf gar keinen Fall erwartet, dass das Buch so viel Gefühl und traurige Überraschungen bereithält. Ich hätte mit einem lockeren Roman gerechnet, der über zwei italienische Mädchen erzählt, die sich in Jungs verlieben und keine Zeit mehr füreinander haben und es irgendwann bereuen. Aber ganz im Gegenteil. Dies ist ein Italien, das man sich als Tourist nicht vorstellt. Die warme Sonne Italiens wirkt in diesem Buch stickig und überdrüssig, sie wirkt hart und die Familien der Via Stalingrado sind keine reichen Leute. Das Leben in dem Viertel erscheint ein wenig trostlos. Annas Vater kümmert sich wenig um die Familie, er ist ein Spieler und die Mutter ist frustriert. Francescas Vater misshandelt sie und ihre Mutter Rosa. Er beobachtet seine Tochter den ganzen Tag mit dem Fernglas und beschimpft sie als Nutte, weil der Bikini verrutscht oder weil sie mit einem Jungen redet. Der Umgangston in der Via Stalingrado ist stets sehr rau. Ich denke nicht, dass man dies mit italienischem Temperament entschuldigen kann. Zeitweise ist es wirklich hart. Kapitel für Kapitel lernt man mehrere Charaktere kennen, die mit den Familien in Verbindung stehen.
Der Stil ist sehr eigen. Man switcht praktisch immer von einem Charakter zum anderen, oder es wird immer mal wieder erzählt, was der eine gerade tut, während der andere das macht, was er macht. Anfangs braucht man ein wenig Zeit, bis man sich in das Buch hineingefunden hat, aber wenn man mit dem Stil mal zurecht kommt, ist er wirklich sehr schön. Er ist detailreich, man lernt Menschen kennen und ihre Denkweisen, moralische und unmoralische Handlungen, Gefühle. Die Spannung vergeht nicht, der Stil hat etwas bedrückendes an sich, auch wenn es zwischendrin viele aufmunternde Momente gibt. Es ist auch eine Schreibweise, für die man Zeit braucht. Wenn man da mal ein paar Sätze überliest oder nicht aufpasst, weiß man nicht mehr, um wen es gerade ging, weil die Autorin, wie gesagt, auf viele Personen mehr oder weniger gleichzeitig eingeht.
Dabei werden auch viele Gedanken der Menschen einfach so in den Text geworfen, ohne kursive Schrift oder Anführungszeichen. Manchmal war das etwas verwirrend, aber man gewöhnte sich dran.
Ich bin mir auch nicht so ganz sicher, ob das Buch etwas für die junge Jugend ist. Die Probleme die angesprochen werden, werden auf eine Art und Weise angesprochen, die man erst in einem gewissen Alter auffassen wird. Für das Buch braucht man Lebenserfahrung. Ich würde es selbst höchstens ab fünfzehn empfehlen.

Charaktere & Setting.
Die Charaktere waren allesamt interessant. Jeder hatte so eine gute und eine böse Seite an sich, wie das im wahren Leben auch meist der Fall ist. Es gibt, glaube ich, fast keinen Menschen, der immer nur gute Gedanken oder gute Absichten hat, wenn er etwas sagt oder tut. Jeder hat den Teufel in sich, bei manchen zeigt er sich, bei manchen eben nicht so sehr. In diesem Buch werden die Charaktere mit realistischen und alltäglichen Problemen aufgeführt, was das ganze eben so echt macht. Es gibt viele Personen in dem Buch, aber letztendlich war für mich Anna die Hauptperson des Romans geblieben. Und mit ihr konnte ich mich auch recht gut identifizieren.
Das Buch zeigt dem Leser auch sehr gut, dass ein Mensch nicht immer das ist, was er vorgibt zu sein. Manche Menschen möchten sich beweisen, manche verstecken sich hinter einer Maske, versuchen etwas zu verbergen, die Glückliche zu spielen, damit keiner hinter die Geheimnisse kommt und entdeckt, wie mies es einem eigentlich geht. Unsicherheit. Ein großes Thema.
Der Schauplatz ist ohne Frage gut beschrieben. Man konnte die Hitze spüren, das Stahl riechen, die Menschen sehen. Es war unglaublich. Die Autorin hat mit Worten wirklich eine Welt erschaffen.

Sonstiges.
Wie ihr wohl gemerkt habt, bin ich wirklich angetan von dem Buch. Allerdings hat es mich stets ein wenig bedrückt zurückgelassen. Es war diese Atmosphäre, die mich während des Lesens vollkommen eingehüllt hat. Ich bin froh, das Buch endlich gelesen zu haben, nachdem es ein gutes Jahr bei mir im Regal stand, wenn nicht sogar länger. Ich bin immer wieder begeistert, welche Schätze man außerhalb des Mainstream findet. Ich kann euch das Buch nur empfehlen, wenn ihr bereit seit, euch für einiges an Gefühlen zu öffnen. Es wird weiß Gott nicht immer positiv sein, ihr werdet mitfühlen und vielleicht auch traurig sein. Aber am Ende des Buches, wird es sich irgendwie gelohnt haben. Denn man hat in einer ganz seltsamen Form etwas über das Leben gelernt. Über das Leben und das, was darin am wichtigsten ist.

Die Autorin hat übrigens Philosophie studiert.
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