Hier klicken Amazon-Fashion Hier klicken Jetzt informieren 30 Tage lang gratis testen Cloud Drive Photos UHD TVs Learn More WAR Die neuen Geschirrspüler von Bosch und Siemens im Angebot Hier klicken Mehr dazu Fire Shop Kindle AmazonMusicUnlimitedDTH Autorip WS HW16

Kundenrezensionen

3,7 von 5 Sternen
84
3,7 von 5 Sternen
Format: Gebundene Ausgabe|Ändern
Preis:30,00 €+ Kostenfreie Lieferung mit Amazon Prime
Ihre Bewertung(Löschen)Ihre Bewertung


Derzeit tritt ein Problem beim Filtern der Rezensionen auf. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.

am 7. Mai 2010
Als ich dieses Buch hier entdeckte, war ich sofort fasziniert. Die Beschreibungen über die Drucksetzung haben mich angesprochen und herausgefordert. Aber ich war skeptisch, da es hieß, es soll so verworren sein. Monate später habe ich es mir dann mal im Buchladen angeschaut - und letztendlich entschieden, dass ich es kaufe. Nun habe ich es innerhalb von einer Woche gelesen. Es geht mir so ähnlich wie Johnny Truant mit dem Manuskript von Zampano. Es hat sich in mich hinein gefressen. Ich kann nicht davon lassen. Immer wieder denke ich darüber nach. Es verfolgt mich in meine Träume. Es gruselt mich im Dunkeln, denn ich muss an die endlosen dunklen Flure und Räume denken. Und nicht zuletzt entwickle ich eigene Theorien dazu, was der Autor uns sagen will. Ich weiß schon jetzt, dass ich es wieder und wieder aufschlagen werde, um die merkwürdigen Textstellen zu untersuchen. Z. B. eine in ein blaues Kästchen gesetzte Liste von allen normalen Hausintarsien, die NICHT in dem dunklen Labyrinth zu finden sind. Diese Liste zieht sich über viele Seiten hin, die jeweils rechts richtig herum gedruckt sind und wenn man umblättert, auf der Rückseite spiegelverkehrt zu lesen ist. Ich habe mich gestern abend über eine Stunde damit abgemüht, einen der Briefe von Johnnys Mutter zu "entschlüsseln", da sich in dem Buch ein Hinweis darauf findet, dass dieser Brief eine weitere Botschaft enthält. Ich habe sie gefunden und kann nichts damit anfangen. Nun grüble ich, wie ich auf des Rätsels Lösung kommen kann.
Tja, wie man sieht, ist das Buch quasi eine Adaption auf das Haus. Es ist endlos. Man geht von Raum zu Raum, öffnet eine Tür und sieht dahinter einen Raum mit einer weiteren Tür.
Die darin erzählten Geschichten von dem Haus und Johnny Truant sind kurz zusammengefasst. Zampano ist ein alter Mann gewesen, der an einem Manuskript über einen angeblich existierenden Videofilm arbeitete, der wiederum den Einzug der Familie Navidson in das Haus dokumentiert, sowie die Veränderungen des Hauses und die Erforschung seiner unendlichen Tiefen. Nach Zampanos Tod reißt sich Johnny die Truhe mit Zampanos Notizen unter den Nagel, beginnt zu lesen und sich in diesem Wirrwarr aus Zetteln zu verlieren, sowie seine eigene Geschichte zu entdecken.
Nun zu meiner Einschätzung:
Entgegen meiner Befürchtungen sind beide Handlungsstränge gut nachvollziehbar, nicht zuletzt wegen der unterschiedlichen Schriftarten.
Die Geschichte um das Haus an sich - also wie wörtliche Wiedergabe des Videofilms - ging mir unter die Haut, wie ich oben schon beschrieb. Obwohl eigentlich nichts passiert, habe ich mich schrecklich gefürchtet.
Die optische Aufmachung ist grandios. Mag sein, dass belesenere Leute als ich es als Kopie von anderen Autoren empfinden. Ich kannte dieses Stilmittel nicht und bin hellauf begeistert: Text, der ganz klein und eng zusammengesetzt in der Mitte der Seite steht, um zu verdeutlichen, wie eng der Tunnel ist, durch den Will Navidson kriecht. Oder es finden sich nur wenige Zeilen am unteren Rand der Seite, um zu zeigen, dass der Suchtrupp nun ganz unten am Ende der Treppe angekommen ist.
Vor allem aber muss ich mich tief verneigen vor dem Autor für diese meisterhaft ausgeklügelte Komposition, sowie vor der Übersetzerin, die sich an dieses Monster rangewagt hat. Ich möchte lieber nicht wissen, wie schwierig es war, den Glossar zu übersetzen und dann zuzusehen, dass die angegebenen Seitenzahlen auch wirklich stimmen.
Einziger, winziger Minuspunkt für mich war, dass man für die deutsche Ausgabe den Videofilm "Der Navidson Record" genannt hat. Das klingt total steif und hölzern und nicht zuletzt falsch. Denn record bedeutet Aufnahme / aufnehmen oder auch Akte. "Der Navidson Film" oder "Die Navidson Dokumentation" oder "Die Navidson Akte" wären da eine bessere Wahl gewesen.
Fazit: Das Buch lässt mich unbefriedigt zurück. Was ist mit Johnny? Wo sind die fehlenden Seiten? Wie kann ein blinder Mann einen Film sehen? Ich bin sicher, die Antworten finden sich in diesem Buch. Ich werde sie suchen.
55 Kommentare| 46 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 3. November 2007
Ganz klar, dieses Buch polarisiert, das sieht man schon an den bisherigen Rezensionen. Entweder, der Leser findet es einfach nur genial und hat es regelrecht verschlungen, oder aber, er kann absolut nichts damit anfangen.
Ich gebe zu, ich habe mir das Buch aus reiner Neugier gekauft weil ich mir einen außergewöhnlichen Roman erwartet hatte, der noch dazu auch spannend sein sollte. Allerdings war ich bereits enttäuscht, als ich es dann in Händen hielt und durchblätterte. Ich habe mich tapfer durchgekämpft, aber wirkliche Spannung wollte bei mir leider nicht aufkommen, weil ich mich ständig über das "Chaos" im Buch geärgert habe, und mich dadurch wahrscheinlich nur bedingt auf die komplexe und zweifellos sehr gut durchdachte Doppelhandlung einzulassen. Ich finde es nicht spannend, wenn ein aufregender Satz (der sogar recht kurz ist) sich über viele Seiten lang hinzieht, auf denen bestenfalls drei Wörter stehen. Es gibt z.B. auch eine Seite, die komplett leer ist, weil davor das Wort: "weiße", und danach das Wort: "Leinwand", steht. Mich nervt das, und ich halte das auch für Papierverschwendung, aber auch dies ist Ansichtssache.
Ich denke, der Autor wollte durch die abenteuerliche Textgestaltung auf die Struktur des Hauses hinweisen, die scheinbar keinen Regeln zu folgen scheint, und letzten Endes ist das Buch wohl Kunst, aber eben keine Kunst, die mir zusagt.

Ich möchte niemanden davon abhalten, das Buch zu lesen, das für ihn vielleicht ein wahres Meisterwerk sein könnte, ich möchte nur den wohlgemeinten Rat geben (vor allem in Anbetracht des Preises), das Buch vorher ein wenig durchzublättern und sich zu entscheiden, ob man selbst es lesen und sich auf die Handlung einlassen wird können.
Ich gebe drei Sterne, nicht weil mir das Buch gefallen hat, sondern weil ich durchaus anerkennen kann, welch enorme Arbeit dieser Roman den Autor gekostet haben muss.
22 Kommentare| 51 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 8. Juli 2015
Das letzte Mal, dass ich so einen dicken Schinken in den Händen gehalten habe, ist schon etwas her. Und ehrlich gesagt musste ich auch erstmal meinen inneren Schweinehund dazu überwinden, das Buch überhaupt in die Hand zu nehmen und anzufangen. Ich war gespannt auf die Story und nach dem ersten Durchblättern wollte ich auch unbedingt wissen, was es mit dem doch sehr speziellen Layout auf sich hat.

Der Roman besteht aus ganz normalen Kapiteln, doch der Textfluss ist nicht wie bei jedem anderen Buch auch (regelmäßig) sondern durcheinander. Das heißt, dass Worte teilweise z.B. spiegelverkehrt in Kästchen, auf dem Kopf oder von oben nach unten stehen. Auf manchen Seiten passen sich die Worte auch der Spannung oder dem Inhalt an. Diese Idee fand ich sehr originell und sie hat alles auch ein wenig anschaulicher gestaltet. Zwischendurch findet man ab und an auch Seiten, auf denen nur ein Wort oder sogar nur ein Buchstabe steht.

Ein wesentlicher Bestandteil, der noch dazu gehört sind die unzähligen Fußnoten. Manche sind in kurzen Zeilen am Seitenende zusammengefasst, andere erstrecken sich aber auch über mehrere Seiten hin. Meistens handelt es sich aber bloß um Namen oder Quellenangaben, bei denen sicherlich sehr viele fiktiv sind. Kurz: Uninteressant für denjenigen, der das Buch einfach nur lesen und nicht analysieren will.

So gut mir die Gestaltung auch gefällt, muss ich leider zugeben, dass sie mich hin und wieder von der eigentlichen Story abgelenkt hat. Die Spannung, die leider an nur wenigen Stellen wirklich hoch war, wurde durch lange Anmerkungen etc. unterbrochen. Wenn dann wirklich etwas aufregendes passiert ist, brachte der Autor im folgenden Kapitel sofort wieder ellenlange Ausschweifungen und Studien von Personen ins Spiel, die die Geschehnisse im Haus analysiert haben.

Danielewski hat seinen Roman in vier verschiedenen Erzählebenen aufgebaut. Die erste wäre die von Will Navidson, dem Schriftsteller der einen Film ("Navidson-Record") über das Haus dreht. Danach wiederum widmet sich ein blinder Mann mit dem Namen Zampano dem Skript und lässt alles nochmal neu aufschreiben. Als Zampano dann aber aus unerklärlichen Gründen stirbt, findet ein gewisser Jonny Truant die Unterlagen und entziffert Wort für Wort die Aufzeichnungen des Blinden. Truant ist also derjenige, der die Geschichte am Ende für den Leser wirklich (nach)erzählt. Die vierte Ebene wäre die der Herausgeber der Aufzeichnungen von Jonny Truant, die aber nur ab und an einige Ergänzungen hinzugefügt haben.
Das alles wirkte sehr verwirrend auf mich, doch glaube ich, dass es der Autor extra darauf abgezielt hat: Den Leser zu irritieren und zum Nachdenken anzuregen.

Alles in allem denke ich, dass der Autor mit ein bisschen weniger Text vielleicht genauso viel, wenn nicht noch mehr hätte erreichen können (was er mit dem Roman überhaupt erreichen will, habe ich noch nicht begriffen und ich bin mir auch sicher, dass ich nie dahintersteigen werde). Fußnoten, in denen der junge Junkie Truant aus seinem Leben erzählt, hätte er für meinen Geschmack auch einfach drastig kürzen können, da man durch sie immer wieder vom eigentlichen Handlungsstrang abgelenkt wird.

FAZIT
"Das Haus" ist schon gar kein Buch mehr. Man kann es eher als literarisches Kunstwerk betrachten. Deshalb muss ich auch jeden enttäuschen, der sich eine spannende Story erhofft, denn es wird euch keine liefern. Es ist wie eine Horrorgeschichte, die etwas versteckt die Abgründe der menschlichen Seele aufzeigt und den Leser endlos darüber nachgrübeln lässt, was er da eigentlich gerade gelesen hat.
0Kommentar| 6 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 3. September 2007
Unter dem im Titel angegenen Vorwort wird die Geschichte eines Films erzählt: "Der Navidson Record". Die Geschichte stammt von einem alten blinden Mann, Zampanó, dessen Texte nach seinem Tod von Johnny Truant gefunden, mit Kommentaren versehen und veröffentlicht wurden.
Der Film handelt von einem Haus in der Ash Tree Lane, das von Will Navidson und seiner Familie bezogen wird. Anfänglicher Idylle folgt der blanke Horror, das Haus verändert sich: neue Zimmer, dunkle Flure und Gänge tun sich auf; Navidson, der überall selbstauslösende Filmkameras aufgestellt hat, beginnt das Haus zu vermessen und zu erforschen. Die Ergebnisse sind erschütternd.

Das unheimliche Haus erweist sich dabei wie die Texte und Geschichten, ja wie das ganze Buch: Verschachtelt, unheimlich und unergründlich...

Der Text springt von der Hauptgeschichte des Films immer wieder zu skurillen, teilweise unter Drogen und/oder Wahnvorstellungen geschilderten Erlebnissen des Johnny Truant. Eine Fülle von Fußnoten
führt immer wieder in neue Richtungen.Teilweise sind ganze wissenschaftliche Abhandlungen vorhanden, z. B. über das Echo.

Das Buch selbst ist kurios: Texte stehen auf dem Kopf, ganze Seiten sind leer bzw. nur mit wenigen Worten oder Sätzen versehen. Textteile sind gestrichen oder unleserlich, man muß es einfach selbst gesehen haben.

Spannend, hochinteressant und kultig! Sehr empfehlenswert!
0Kommentar| 34 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 19. Oktober 2007
Natz71 "NH" aus Freiburg gibt gleich zu, dass er noch ganz am Anfang ist mit diesem großartigen Buch, aber er macht es schon mal runter. Ist das wirklich fair, ist es seriös, eine negative Rezension zu schreiben zu einem Buch, das man noch gar nicht ausgelesen hat? Ich finde, nein.

Allen positiven Meinungen kann ich nur heftig zustimmen, und, um Denis Scheck zu zitieren: "Vertrauen Sie mir, ich weiß, wovon ich rede!" - ich habe "Das Haus" übersetzt, und ich finde es absolut phantastisch. Da hat jemand eine völlig neue Form des Geschichtenerzählens entwickelt, die ihre Wirkung auf andere Autoren nicht verfehlen wird. "Das Haus" ist das ungeheuer kühne Experiment eines bewundernswert mutigen Autors. Und, was das Beste ist: Das Experiment ist gelungen, es funktioniert!

Ich hatte das Glück, Mark Z. Danielewski auf einem Teil seiner soeben abgeschlossenen Lesereise durch mehrere deutsche Städte begleiten zu dürfen, ich habe erlebt, wie begeistert die Leser in Berlin, Göttingen und Stuttgart reagiert haben. Ich war beeindruckt davon, wie tief viele Leser bereits in das Buch eingedrungen waren, was für kluge Fragen nach den Lesungen gestellt wurden. Und meine Freunde, die die Lesungen in Hannover und Köln besucht haben, bestätigen mir, dass es dort genauso war.

Nein, dieses Buch fordert den Leser - es fordert ihn heraus, aber es fordert ihn auch dazu auf, aktiv zu lesen, gleichsam selber mitzumachen. Es bereitet uns eine ganz einmalige Lese-Erfahrung und bietet Stoff zu endlosem Nachdenken. Es wiegt 1,5 Kilo, und das ist nichts, wenn man bedenkt, dass darin mindestens sieben Bücher verborgen sind.
55 Kommentare| 45 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
Ich habe vorhin dieses riesen Werk von Mark Z. Danielewski beendet und bin auch froh darüber. Es ist erleichternd dieses Buch, nicht nur wegen seines Gewichtes, nicht mehr mit sich rumschleppen zu müssen.
Dieses Buch nimmt einen gefangen; man kann nicht mehr entrinnen und MUSS einfach lesen.

Den Inhalt dieses Romans/dieser Abhandlung/etc. zusammenzufassen ist auch sehr schwierig:
Es existiert ein Video, der "Navidson-Report", der dokumentiert, welches Grauen eine Familie in dem besagten Haus durchmachen muss. Dieses Video wiederrum wird von einem blinden Mann, mit Namen Zampano schriftlich wiedergegeben und analysiert. Diese Abhandlung von Zampano bekommt der junge Johnny in seine Hände und arbeitet diese wieder auf.
Nebenbei sind die Niederschriften mit eigenen persönlichen Ereignissen von Johnny gespickt, die verstörender kaum sein können.

Der Autor spielt förmlich mit dem Leser. Der Leser geht mit auf die Expedition durch das Haus und ergründet dessen Schrecken als stummer Tourist.
Es kommt selten vor, das ein Buch mir regelrecht Angst macht, aber das ist bei diesem Buch passiert.
Die Sequenzen, in den Johnny "zu uns spricht" sind mehr als beängstigend und aufreibend.
Wahnsinn!

Mark Z. Danielewski lässt den Leser in Fallen tappen, lässt ihn miträtseln und -raten; wobei der Leser weiß, dass nichts so ist, wie es scheint.

Die Typographie ist in diesem Roman komplett auf den Kopf gestellt; und das im wahrsten Sinne des Wortes.
Manche Textpassagen sind auf dem Kopf geschrieben, viele Seiten sind in Spiegelschrift und eingige Abschnitte in Blindenschrift verfasst.
Der Leser muss sich zudem durch 450 (!!!) Fußnoten kämpfen, die wirr angeordnet und teilweise komplett aus dem Zusammenhang gegriffen sind.

Das Buch kann ich Ihnen nun leider nicht empfehlen! Genau so wenig, wie ich Ihnen zu dem Buch raten kann.
Probieren Sie es aus; leihen Sie es sich von einem Bekannten oder einem Freund/In und lesen sie es stichprobenartig. Und wenn es Ihnen gefällt, sollten Sie es sich kaufen.

Ein beängstigendes Machwerk! Ein Wahnsinn! Ein (Vor)-Rezensent schrieb: "Es lebt." Und ja, das tut es.
0Kommentar| 14 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
VINE-PRODUKTTESTERam 5. Dezember 2010
Der Einzug in das Haus. Türen, wo vorher keine waren. Ein Labyrinth, das sich stetig zu verändern scheint. Eine Erkundung, die zur Katastrophe verkommt.

Es dürfte zweifellos eines der innovativsten Hörspiel-Projekte der letzten Zeit sein: Das Haus. Ursprünglich für das Medium Radio konzipiert, liegt dieses Hörspiel nun auch in einer schmucken DVD-Box vor.
Auf drei Ebenen soll hier ein Hörspiel erzählt werden, bei dem man problemlos zwischen den einzelnen Ebenen hin und her schalten und sich so seine ganz persönliche Version des Hörspiels kreiieren kann. Natürlich ist es aber genauso möglich einfach jede Ebene für sich zu konsumieren.

Soweit die Idee des ganzen. Wie stellt sich das ganze denn nun in der Praxis konkret dar?

Die DVD startet mit einem stimmungsvollen Intro inklusive Bildern. Anschließend bekommt man als Hörer die Möglichkeit, sich auszusuchen, welchen Weg man gehen möchte. Dabei stehen einem drei Optionen offen:

"One Way" - die drei Hörspielteile nacheinander
"Own Way" - seinen eigenen Weg zusammenstellen
"Follow Way" - sich durch einen zufälligen Pfad leiten lassen

Das Hörspiel besteht aus drei Teilen, die jeweils ein eigenes vollwertiges Hörspiel mit einer Spieldauer von jeweils etwa 53 Minuten darstellen: Labyrinth, Fäden und Dunkelkammer.
Wie aber sind diese konkret gestaltet? Immerhin soll es ja möglich sein, zwischen diesen hin und her zu wechseln. (Randbemerkung: die Hörspiele selbst werden nicht wie beim Intro durch Bilder untermalt. Man bekommt es also mit einer rein akkustischen Darbietung zu tun.)

Ich habe mich bei meinem ersten Ausflug in da Haus für die "One Way"-Variante entschieden. Begrüßt wird man zunächst durch einen Prolog, der einem eröffnet, was man in den drei Ebenen zu erwarten hat. Und dann geht es auch schon los:

"Labyrinth" liefert einen Bericht der Ereignisse von Zampano. Zwar orientiert sich dieser am zeitlichen Verlauf der Ereignisse, fällt aber dennoch alles andere als linear aus. Vielmehr ist er gezeichnet von länger andauernden, allgemeinen Erzählpassagen mit Gedankenspielen, immer wieder unterbrochen von weiteren verschiedenartigen Einsprengseln. Sei es das Einblenden der aktiven Rückblicke der Ereignisse in dem Haus, oder die Darstellung einer zweiten Metaebene.
Dabei ist das Ganze in verschiedene Kapitel eingeteilt und erklärt so letztlich auch, wie es möglich ist, zwischen den verschiedenen Ebenen zu wechseln. Denn trotz unterschiedlicher Schwerpunkte bei der Darstellung gibt es verschiedene Punkte, die sich mit den gleichen Geschehnissen beschäftigen - vor allem beim Einbinden der aktiven Rückblenden.

In diesem Wechselspiel wirkt die Inszenierung trotz des großen Anteils der Erzählerpassagen erstaunlich lebendig. Allerdings bleibt inhaltlich vieles äußerst rätselhaft. Zwar wird einem einiges klarer, wenn man alle drei Ebenen kennengelernt hat, es bleibt jedoch selbst dann noch genug an ungelösten Mysterien.
Nur mit allerhöchsten Konzentration wird es einem hier gelingen, das Gesamtbild zu durchdringen. Einfache Kost ist das Haus wahrhaftig nicht. Die Darstellung trägt für mein Empfinden bisweilen gar schon Lovecraftsche Züge.

Zampano spielt auch in den beiden anderen Teilen eine bedeutsame Rolle. Die zweite Ebene "Fäden" gehört jedoch beinahe ganz dem Aushilfsarbeiter Johnnny Truant, dem das Schicksal wahrhaftig übel mitgespielt hat. Für mich war dies aber dennoch diejenige Ebene, die mich am wenigsten mitreißen konnte. Was möglicherweise mit daran gelegen haben mag, dass man sich hier etwas stärker vom Zentrum der Handlung entfernt hat.
Den wahren Kern - das akkustische "Originalmaterial" aus dem Film "The Navidson record" nimmt man sich dagegen in der dritten Ebene "Dunkelkammer" vor. Hier werden einem die Ereignisse von Anfang bis Ende in Form der äußerst intensiven Livemitschnitt samt eines zusätzlichen Erzählers und immer wieder mal eingestreuter Randkommentare vorgestellt. Auszüge aus diesen Aufzeichnungen gibt es in allen drei Ebenen zu hören - und jeweils erfährt man ein wenig mehr vom großen Ganzen. So erweist sich die dritte Ebene als die eindeutig erhellendste.

Die akkustische Inszenierung ist eindrucksvoll und absolut auf der Höhe der Zeit. Die Arbeit mit Musik und Geräuschen erinnert nicht selten an den Stil modernen Horrorfilme. Zwar ist "Das Haus" weit mehr als eine simple Horrorgeschichte, nichtsdestotrotz passt diese Klangkulisse, die sich zudem auch von Ebene zu Ebene unterscheidet ohne dabei stilstisch zu brechen, wie die Faust aufs Auge.
Exemplarisch benannt sei ein Stilmittel, das mir hier ziemlich gut gefallen hat: die Verfremdung des Wortes "Haus" hin zu einem unmenschlichen, überirdischen Zischen.

Die Sprecherriege ist umfangreich und man bekommt sogar einige bekanntere Stimmen zu hören. Unter anderem sind Wolfram Koch, Sascha Icks, Anna Thalbach und Tom Schilling mit von der Partie. Die Rolle Zampanos (Robert Ciulli) ist dabei jedoch fast die markanteste. Anfangs durchaus etwas gewöhnungsbedürftig, aber insgesamt einfach genial.

Allein die optische Gestaltung unterstreicht das Besondere dieser Produktion. Wann bekommt man neben der DVD schon ein ganzes (Notiz)Buch mitgeliefert, welches das Konzept somit auf einer vierten Ebene weiterführt?

Fazit: "Das Haus" ist ein Gesamtkunstwerk, welches auf dem Hörspielsektor so bisher absolut einmalig ist. Die Idee ist allemal interessant und insbesondere die akkustische Umsetzung erstklassig. Die Geschichte selbst ist dabei mit ihrer Vielfalt an Ebenen (tatsächlich weit mehr als die erwähnten drei) allerdings auch sehr komplex, rätselhaft und damit nicht immer ganz einfach. Hierfür muss man sich zweifellos Zeit nehmen und hochkonzentriert bei der Sache sein.

P.S.: Einen interessanten Einblick in den Entstehungsprozess bieten die filmischen Extras auf der DVD.
0Kommentar| 14 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 17. März 2011
Ich habe dieses Buch als Geschenk bekommen, las den Klappentext - und war voll freudiger Erwartung auf einen spannenden und unheimlichen Roman. Noch dazu in einem solchen Umfang.

Leider hat sich das Ganze aber als total verworrenes und unausgegorenes Misch Masch entpuppt, das ohne jeglichen Erzählfluss auskommt. "ROMAN" steht auf dem Einband zu lesen. Ein Roman ist für mich etwas Anderes...
Das eigentliche Thema dieses Hauses - die Story an sich - wäre in den Händen eines wirklich talentierten Geschichtenerzählers zu einem guten und bisweilen verstörenden, sicher auch schockierenden Roman geworden, den man nach Stunden fiebrigen Lesens nur ungern beiseite legt, um sich den Dingen zu widmen, die man vernachlässigt hat.

Aber es finden sich in dem ganzen Wälzer nur Versatzstücke, Bruchstücke, immer wieder eingestreutes endloses und furchtbar unwichtiges - und anödendes - Geschwafel, das anscheinend eine nicht vorhandene Authentizität des ganzes Werkes vorgaukeln soll. Querverweise auf nicht existierende Bücher und Studien, Seitenweise Erklärungen, denen vielleicht die intellektuellsten der Intellektuellen mit großem Interesse folgen können (und wollen) - die aber den "normalen" Leser einfach bloß langweilen.

Auf mich wirkt das Buch wie der Erstlingsversuch eines Kunststudenten, der auf Teufel komm raus unbedingt originell sein möchte.
Wer Filme wie "Blair Witch Projekt" für die Krone der filmischen Kunst hält, der mag sich an Büchern wie diesem erfreuen. Für alle anderen ist es eine Qual und eine herbe Enttäuschung.

Für mich einer der größten Flops, der mir je unterkam.
Bloß nicht einfach so blind kaufen, ohne vorher wenigstens mal hineinzulesen!
22 Kommentare| 7 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 9. März 2010
"Das Haus" ist ein Buch, das zuallererst rein optisch völlig aus dem Rahmen fällt. Damit ist nicht nur das stimmungsvolle Titelbild, sondern vor allem der außergewöhnliche Druck gemeint. Verschiedene Schriftarten und eine mehr als unorthodoxe Setzung (die Texte stehen gerne mal kopfüber oder Spiegelverkehrt) lassen die Kreativität und die Sorgfalt, mit der der Autor eine bestimmte Stimmung schaffen wollte, erahnen. Ähnlich vielseitig wie die Aufmachung gibt sich auch der Inhalt, der sich auf mehreren Ebenen abspielt.

Zum Einen gibt es natürlich das physisch vorhandene, von Mark Z. Danielewski, eigenen Angaben zufolge, in langer Kleinarbeit geschriebene Buch "House of Leaves - Das Haus". Dahinter bzw. darunter verbergen sich mehrere weitere Ebenen. Erstens wird das Ganze als ein von einem fiktiven Verlag herausgegebenes Werk dargestellt, das von einem ebenso fiktiven Autor ("Johnny Truant") verfasst wurde. Dieser Verfasser seinerseits hat das Buch aus den losen Notizen eines anderen Mannes ("Zampanó") zusammengestellt, die zufällig in seinen Besitz kamen und diese mit eigenen Anmerkungen und Fußnoten versehen. Diese Fußnoten wiederum beinhalten eine eigene Geschichte, nämlich die von "Johnny Truant" selbst. Die nächste Ebene bezieht sich auf den ursprünglichen, von "Zampanó" geschriebenen Inhalt, der eine Analyse eines fiktiven Filmes zum Thema hat - inklusive Quellenangaben und allem, was dazugehört. Dieser Film, der "Navidson-Record" ist die letzte Ebene und erzählt die eigentlichen unheimlichen Geschehnisse in einem Haus in Virginia.

Wenn man sich diese Verschachtelung vor Augen führt, bekommt man einen guten Eindruck von der Komplexität, die der Autor zu erreichen versuchte. Das Ergebnis lässt aus meiner Sicht an eine Vielzahl anderer Werke denken, ohne jemals deren Klasse ganz zu erreichen. Als Beispiel sei der Film "Blair Witch Project" genannt - der erwähnte "Navidson-Rekord" ist der Versuch, einen solchen Film in schriftlicher Form umzusetzen (was, meiner Meinung nach, recht gut gelungen ist). Das ist aber bei weitem nicht die einzige Assoziation, die beim Lesen dieses Mammut-Werkes aufkommen. Auch das Genre ist praktisch unmöglich zu bestimmen - vom klassischen Horror-Roman über eine Filmanalyse bis hin zu psychologischen und philosophischen Betrachtungen werden viele Themen angerissen. Leider - und hier werden sicher viele Leser anderer Ansicht sein - verbindet sich das alles für mich nicht zu einem stimmigen Ganzen. Vieles wirkt unfertig, anderes so verworren, dass man kaum folgen kann.

Überhaupt ist der Inhalt sehr ambivalent. Betrachtet man die dem Ganzen prinzipiell zugrunde liegende Geschichte über das Haus an sich, haben wir es mit einer recht gut gelungenen, aber nicht sonderlich aufregenden, klassischen Horror-Story zu tun. Die Charaktere wirken durch die fiktiven Quellenangaben und Beschreibungen trotz kaum vorhandener Interaktion relativ vielschichtig, jedoch bleibt das unbestimmte Gefühl, dass es sich hierbei nur um Oberflächenmakulatur handelt. Die Handlung selbst ist für den großen Umfang des Buches relativ kurz gehalten und kitzelt die Nerven des Lesers nur an wenigen Stellen. Gleiches gilt für die Auflösung der Geschichte, die zwar ansprechend ist, aber dennoch nicht das große Aha-Erlebnis bietet. Ein wenig anders sieht es bei der zweiten, hauptsächlich in langen bis überlangen Fußnoten erzählten Geschichte von "Johnny Truant" aus. Diese ist - dem Sinn des Buches entsprechend - in einem völlig anderen Stil gehalten. Stellenweise liest sich das angenehm und spannend, aber ungefähr ab der Hälfte beginnt man sich zu wundern und gerät in Versuchung, ganze Abschnitte zu überspringen. Scheinbar um den geistigen Zustand seines "Johnny Truant" darzulegen, werden die Anmerkungen ab einem gewissen Zeitpunkt nämlich immer wirrer und ergeben wenig bis gar keinen Sinn. Die immer öfter auftretenden Wortgebilde, dargeboten ohne Interpunktion und ähnliche Hilfen, strengen beim Lesen sehr stark an und konnten - zumindest von mir - so gut wie nicht enträtselt werden.

Im "Anhang" des Buches gibt es dann noch eine Anzahl von Gedichten und fiktiven Briefen zu lesen, die aus meiner Sicht größtenteils verzichtbar gewesen wären. Dieser Versuch des Autors "Johnny Truant" weitere Tiefer zu verleihen mag zwar gut gedacht sein, scheitert meiner Ansicht nach aber bereits im Ansatz. Hier wäre etwas weniger wohl mehr gewesen (um ein altes Klischee zu bedienen...).

Erstaunlich ist - und das muss Danielewski zugute gehalten werden - dass sich das Buch trotz aller optischen Zerfahrenheit recht flüssig liest und man den groben Handlungssträngen zumeist problemlos folgen kann. Insgesamt ist "Das Haus" ein ambitioniertes Werk, das aber ein wenig an seinen eigenen Ansprüchen scheitert. Die Kreativität des Autors muss gelobt werden (wobei fraglich ist, ob es als "kreativ" gelten kann, seinen Roman als wissenschaftliche Arbeit zu "tarnen"), aber er kann alles in allem nicht verbergen, dass dem ganzen Werk einiges an Tiefe fehlt. Hier helfen auch noch so viele Fußnoten nichts, der Gesamtkomplex ist zu anstrengend, ohne wirklich mitreißen und Aha-Erlebnisse bieten zu können. Dazu kommt, dass mir für diesen großen Umfang einfach ein wenig Substanz fehlt. Somit reicht es bei mir leider nur für 2 Sterne.
44 Kommentare| 33 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
VINE-PRODUKTTESTERam 28. Oktober 2009
Ein so komplexes Buch knapp zu besprechen, ist fast nicht möglich. Danielewski hat ein Buch geschrieben, das außen die Maße eines 800 Seiten-Kloppers hat, innen aber viel größere Ausmaße annimmt und mindestens drei Bücher dick ist: bei "Tristram Shandy" entlehnt es die Geschwätzigkeit und Formenvielfalt bis hin zum Fehlen von Seiten, bei Umberto Ecos "Name der Rose" entlehnt es die sich überlagernden Erzählerebenen und stellt allein damit die Authentizität des Gesagten in Frage (das Internet und selbst die Bibel haben übrigens ähnliche Legitimationsprobleme, um nur eine von x denkbaren Assoziationsketten zu benennen), von Eco entlehnt ist ferner, dass alles mit Metaphorik aufgeladen ist oder aufgeladen zu sein scheint (und von Ecos blindem Bibliothekar ist es nicht weit zu Jorge Luis Borges, der ganz offenbar Pate stand). Und bei "Blair Witch Project" wird die Videoästhetik des Grauens entliehen, die hier genial auf Papier übertragen wird.

Kurz zur Handlung: Ein Fotograf und Pulitzer-Preisträger wagt den Neuanfang nach dem Ruhm. Er zieht sich mit seiner Familie von der Welt zurück und will einen kleinen Dokumentarfilm darüber drehen, wie ein neu erworbenes Haus in Besitz genommen wird. So wird eher zufällig dokumentiert, wie dieses Haus sich verändert und die Gesetze der Physik außer Kraft setzt. Zunächst ist es innen nur wenige Millimeter größer als außen, schließlich beherbergt es ein Labyrinth von gigantischen Ausmaßen, das in tagelangen Expeditionen nicht zu Ende erforscht werden kann. - Ein blinder (!) alter Mann namens Zampanó schreibt eine wissenschaftliche Analyse des fertigen Dokumentarfilmes (The Navidson Record) inklusive über vierhundert Fußnoten, seine Abhandlung bildet den Kern des Buches; ein Hilfstätowierer namens Johnny Truant sichtet und ordnet dieses Material und versieht es mit weiteren Fußnoten, die Details zum Anlass nehmend, weitschweifig das eigene Leben zu reflektieren. Zu guter letzt gibt es noch "die Herausgeber", die sich im Hintergrund halten und nur behutsam lenken und korrigieren.

Ein Buch mit sieben Siegeln für Liebhaber des Konspirativen, eine Travestie auf wissenschaftliche Analysen, deren Fußnoten nicht selten völlig sinnlos sind, dort aber, wo sie ganz offensichtlich sinnlos scheinen, oft versteckte Botschaften enthalten, wenn man z. B. die Anfangsbuchstaben aufgelisteter Nachnamen zusammenzieht, doch was sollen die Botschaften sagen? Oder der Index, der neben möglicherweise sinnvollen Stichwörtern wie "Braille" hauptsächlich Nonsens gewissenhaft auflistet, so die Wörter "alles", "aus" oder "Kaffee".

Das Grauenhafte liegt wie so oft im Alltäglichen. Interessant und genial an diesem Buch ist, dass das Grauen langsam - immer wieder aber angekündigt, um den Leser bei der Stange zu halten - und in Form einer seriösen Filmanalyse daherkommt. Genial auf Papier übertragen wird auch die Art, wie mit dem Text visuelle Labyrinthe oder Korridore entstehen, die ellenlang oder klaustrophobisch eng sind. Dadurch ändert sich ständig das Lesetempo, auch muss man das Buch öfter mal drehen, um weiterlesen zu können; Randnotizen schweifen zehn Seiten voraus, nur um in einer weiteren Fußnote wieder an den Ausgangspunkt zurückzuführen.

Nix ist fix. Raum und Zeit nicht (der Fotograf Navidson liest z. B. das Buch, das von ihm handelt, und Gesteinsproben aus dem Labyrinth datieren älter als die Erde), und auch die Assoziationsketten sind es nicht. Vieles führt ins Nichts wie ein Irrgarten. Und vieles wird möglicherweise mit Bedeutung aufgeblasen, wo keine ist, und kann damit immer noch Bedeutung erhalten als moderne Kunstkritik. Besonders perfide Truants Hinweis gleich am Anfang: über zwei Seiten warnt er, was das Buch mit dem Leser anstellen kann. Erst wird man nichts spüren, irgendwann aber einmal wird etwas ganz Banales eintreten, und der Leser wird erkennen, dass schon die ganze Zeit über nichts so war, wie er dachte, dass das Buch bereits Macht über ihn hat und ihn in den Wahnsinn treibt wie alle, die sich damit beschäftigt haben. Und wer möchte das Eintreten solcher Banalitäten für sich ausschließen? So trägt der Roman seine Botschaft ins Leben des verunsicherten oder amüsierten Lesers: alles könnte Bedeutung haben.
22 Kommentare| 36 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden


Brauchen Sie weitere HilfeHier klicken