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Kundenrezensionen

5,0 von 5 Sternen
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5,0 von 5 Sternen
Dein Gesicht morgen. Bd. 2: Tanz und Traum
Format: Gebundene Ausgabe|Ändern
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am 25. Juli 2008
"Wollte Gott, daß niemand uns jemals um etwas bittet oder auch nur fragt, weder um einen Rat noch um einen Gefallen oder ein Darlehen, nicht einmal um Aufmerksamkeit, wollte Gott, die anderen bäten uns nicht, ihnen zuzuhören, ihren jämmelichen Problemen und ihren peinlichen Konflikten, die den unseren so sehr gleichen, ihren unbegreiflichen Zweifeln und ihren bloßen Geschichten die so austauschbar und immer schon geschrieben sind..."

Mit diesen Worten beginnt der 2. Teil der Trilogie "Tu rostro manana - Dein Gesicht morgen". Es geht um die Geschichte von Jaquez Deza, der über die (im Buch eher unspektakulär dargestellte )Fähigkeit verfügt, zu erkennen, wie sich ein Mensch in der Zukunft verhalten wird, wie sein Gesicht morgen sein wird und der aufgrund dieser Fähigkeit im britischen Geheimdienst MI6 arbeitet.

Marias' Bücher sind fast immer, mehr oder weniger, "harte Kost", ein kurzer Handlungsabschnitt (hier:ein Abend in einer Disco) wird manchmal endlos lange und detailliert geschildert - allerdings auf einem sprachlich sehr hohen, fast poetischen Niveau. Marias durchbricht damit altvertraute Lesegewohnheiten; wenn es jedoch gelingt, sich auf ihn und seine Kunst einzulassen, wird man reich beschenkt: Die sehr eigene Melodie, die Schönheit und Eleganz seiner Sprache klingt noch sehr lange nach.

Mir persönlich bedeuten die beiden Bände von "Dein Gesicht morgen" auch mehr als seine von der Kritik so gerühmten "Shakespeare-Romane" "Mein Herz so weiß" und "Morgen in der Schlacht"...; es scheint mir, als würde Marias in seinen letzten Werken viel mehr von sich, von seiner Traurigkeit und seiner Resignation in seine Protagonisten hineinlegen (Vielleicht täusche ich mich, aber die Bücher klingen für mich sehr persönlich)
Schade nur, dass die Übersetzung des dritten Bandes so lange dauert...
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am 2. Februar 2010
Javier Mariás(JM)' sogenannte Spionagetrilogie ist von Kritikern in aller Welt mit Blumen überladen und er ist bereits gewählt als zukünftigen Nobelpreisgewinner. Von Käufern und Lesern wurden seine Bücher jedoch bisher ziemlich ignoriert. Warum?
Es gibt viel Positives zu melden: viele der Themen sind neu und haben Tiefwirkung. Z.B., Schweigen ist Gold, Sprechen ist Silber, besonders in Kriegszeit. Soll man Fragen stellen über Ereignisse dessen Antworte man fürchtet? Ist alles erlaubt in Liebe und Krieg? Und wie rücksichtslos muss man sein um zu siegen in Liebe und Krieg? Total rücksichtslos, sagt diese Trilogie.
Jacques (etc.) Deza (JD), spanischer Flüchtling eines Ehebruchs lebt und arbeitet zum zweiten Mal in England, diesmal in London, in ein kleines, namenloses Büros. Dort interpretiert er Menschen und kann ziemlich genau vorhersagen wie sie unter Umständen agieren werden (wird der venezolanische Kolonel/Putschist durchpacken? Ist das älternde Popidol noch eine verlässliche Investition?). Seine Talente und Kompetenzen werden in diesem 2.Teil der Trilogie auf der Probe gestellt: er muss sein mysteriöser Boss Bertram Tupra behilflich sein während dessen Rendezvous in einem Nachtclub mit einem Italiener. JD soll die Ehefrau des Italieners unterdessen heiter und fröhlich unterhalten, aber er wird abgelenkt, und letztendlich versagt er. Was sich dann im Club ereignet ist kaum zu filmen... Das muss man lesen.
Am Ende des turbulenten Abends nimmt Chef Tupra sein Mitarbeiter Deza zum ersten Mal mit nach Hause um ihn weiter zu unterrichten und zu zeigen worauf es ankommt um heutzutage zu überleben, und die Zukunft von alles was man liebt und für wichtig hält, zu verteidigen, sicher zu stellen. Was dort geschieht liest man im 3.Teil.
Dieses zweite Teil bringt viel Gewalt und wie in Teil 1 ein Flut von Gedanken, Ideen, spontane Assoziationen, Rückblenden und schöne Silben von Shakespeare, Marlowe und andere Dichter seitens Deza und seines Schöpfers, Javier Mariás. Leser könnten sich fragen: Ist Deza ein liebenswürdiger Mensch? Wird er sich im 3. Teil versöhnen mit seiner Ehefrau in Madrid? Was wird Tupra Deza erzählen oder zeigen um nie wieder zu versagen wenn es darauf ankommt? Die 2 erste Teile der Trilogie bieten ein Auftakt für ein furioses und schicksalhaftes drittes, abschließendes Teil.
Wer wirklich an Spionage interessiert ist, soll John Le Carre und Len Deighton lesen. Diese Trilogie hat kaum etwas zu tun mit Spionage als Aktivität. Jedoch, als Beschreibung von privatisierten Formen von Datensammlung und dessen unkontrollierten Auswertung, ist diese Trilogie eine beängstigende Vorhersage.
Für Leute mit Geduld und Neugier ein Meisterwerk.
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