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Kundenrezensionen

5,0 von 5 Sternen
5
5,0 von 5 Sternen
Die Gedichte: Tage und Taten
Format: Gebundene Ausgabe|Ändern
Preis:28,00 €+ Kostenfreie Lieferung mit Amazon Prime

am 4. Oktober 2007
"Jeden wahren Künstler hat einmal die Sehnsucht befallen, in einer Sprache sich auszudrücken, deren die unheilige Menge sich nie bedienen würde, oder die Worte so zu stellen, dass nur der Eingeweihte ihre hehre Bestimmung erkenne." (Stefan George)

Wir kennen keine Zeit, da wir nicht waren, schrieb Milton in Paradise Lost. Aus diesem Selbst-Wissen auf der Grundlage der Selbst-Erschaffung gewinnen Dichter eine Wahl-Liebe. Diese kommt aus der gefühlten Erhabenheit, die das Erhabene anderer Dichter spürt und von dem der Dichter sich erwählen lässt. Damit ist er niemals allein.

So geht es auch Stefan George (1868-1933). Er ist Weggefährte von Hofmannsthal, Zweig, Freud, Rilke und in Frankreich von Verlaine, Rimbaud und dem Symbolisten Mallarme, um einige zu nennen. Erhaben im Sinne der Wahl-Liebe sind vor allem Baudelaire (posthum) und Mallarme, die als Begründer des Symbolismus gelten. Deren Einfluss wirkte auch auf Stefan George. Er hat sich erwählen lassen von dem erkannten Erhabenen des anderen in sich.

Seine Gedichte sind geprägt und doch mit dem Willen der Überschreitung der anerkannten Grenzen. Sie werden zum erlesenen Vergnügen im wahren Sinne, sie kombinieren persönliches Gefühl mit einer Folge des Vergangenen, der Vergänglichkeit und entwickeln auch den Leser, in dem sie die Herrschaft über die natürliche Angst und Entfremdung erlangen und diese Attribute verwandeln in das Wissen der Andersheit. In der Anlehnung seiner Mitstreiter erkämpft George einen Geist des Neuanfangs auf höherer Stufe. Die Gedanken sind beeinflusst aus der Philosophie eines Kierkegaards (Der Begriff Angst) und eines Hegels (Phänomenologie; der absolute Geist).

Man könnte meinen, George bekennt sich im Seelenjahr zu den vier Jahreszeiten. Doch es sind nur drei, die verwendet werden: Herbst, Winter und Sommer. Das Wachsen des Frühlings, der Neubeginn obliegt scheinbar den dreien jeweils selbst, damit ihm, der diese Zeilen gebiert als eine Widmung an das Leben, der Liebe und den Tod. Denn ein Anfang: "Komm in den totgesagten Park und schau:" heißt nicht mehr, als das Gerede nichts Endgültiges vermag und das richtiges Sehen Leben erkennt.

Und so verfährt er in seinen Gedichten, wo "Liebe als Geleit ihm schüchtern dargeboten", (vgl: Rimbaud, Sämtliche Dichtungen: Unendliche Liebe gibt mir das Geleit.), wo er in den Hymnen an seine Freunde bedauert, "dass du mich fliehst wie sehr ich in dir bin."

George selbst gab Zeugnis seines Wendepunktes in einem Brief, in dem er beschrieb, dass sein bisheriges Leben von einem anderen abgelöst wird. Sicher sind Gedichte ein Schmerz des Abschieds, doch es sind die wunderbaren Gedichte, die einen Neuanfang gebären.

Zeitlebens hing er an jungen Männern. Hugo von Hofmannsthal war sein Schwarm, aber es war wohl einseitig. "Und er kann tödten, ohne zu berühren", so ist Georges Botschaft in einem Gedicht. Angst und Abwehr paarten sich in deren Verhältnis, das letztendlich dauerhaft zerbrach. "Nie wieder dein Aug in meinem, deine Antwort auf meine Frage. Nie wieder!" schreibt Hofmannsthal im "Jedermann". Ein deutliche Botschaft.

Sehr zu empfehlen.
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am 14. September 2009
Dass Georges Gedichte mir sehr gefallen, habe ich schon gewusst. Ich bin nur sehr dankbar, dass sein Gesamtwerk wieder zu bekommen ist. Die Austattung ist zwar nicht ganz so künstlerisch wie bei der vorigen Bondi-Ausgabe...aber schön genug ist sie doch, und das kleinere Format macht das Buch handlicher und reisefähiger.
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am 17. Februar 2007
In Zeiten des Verfalls von Kultur, Anstand und Sprache ragt das Werk von Stefan George wie eine alte Tempelruine aus der Wüste hervor. Seine größte Gefährdung ist es, einfach nicht mehr verstanden zu werden - weder in sprachlicher Hinsicht noch in Bezug auf den Inhalt. George hat sich ein eigenes sprachliches und wertemäßiges Universum geschaffen. Ein Universum, in dem nur das Bleibende, das Ewige und Absolute einen Platz hat. Er ist sprachlich bis an die Grenzen des in Sprache ausdrückbaren gegangen und hat sie auch gelegentlich überschritten, wo immer er sie an seine Bedürfnisse anpasste. An jeder Stelle seiner Gedichte ist das innere Ringen zu verspüren, das Unsagbare in Worte kleiden zu können. In Georges Universum haben nur diese unsagbaren, weil höchsten, inneren menschlichen Werte Platz. Um sie kreist sein gesamtes Werk. Wer als Mensch nicht nach dem Höchsten strebt, hat genau deshalb seine Qualifikation als Mensch verloren und existiert für George nicht. Seine literarischen Figuren sind Verkörperungen der inneren Wahrheit und Ehre, die normal-menschliche Welt dient ihm nur als Negativkulisse. Es gibt keinen Relativismus in Georges Gedichten. Dies ist der Grund dafür, sie auch einmal zu lesen - in einer Welt des relativen, des "könnte" und "vielleicht" sind sie unendlich wertvoll. Eine Kampfansage an den überbordenden Relativismus, der den Menschen schwach und wankelmütig werden lässt. Im ersten Weltkrieg ist eine ganze Generation mit "Also sprach Zarathustra" im Tornister in die Schlacht gezogen. Welche Generation wird mit dem "Dichter in Zeiten der Wirren" in den Kampf ziehen - für das Absolute und Reine im Menschen - gegen inneren Verfall und Unbewusstheit?
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am 9. November 2009
»Die heutige Jugend liest kein Stefan George mehr« ... »Dem Leser von heute ist Stefan George unbekannt« ... Immer wieder kann ich mich köstlich darüber amüsieren, wenn ich in Zeitungen oder Büchern solche Sätze lese, (z. B. in Karlauf George-»Biographie«). Es scheint, daß jene in jeder Hinsicht veralteten Leute, die dies behaupten, die Jugend von heute nicht kennen und überhaupt nicht allzu selektiv mit den Leuten sind, mit denen sie sich umgeben.

Wenn Sie mit Leuten über Stefan George reden, und es fallen dabei Wendungen wie »elitär«, »homosexuell«, »umstritten« oder »Wegbereiter des National-Sozialismus«, dann wissen Sie, daß Sie es mit Menschen zu tun haben, die weder selbst lesen noch denken, sondern die nur Klischees reproduzieren können. Solche Leute gibt es in allen Kreisen. Selbst altsprachliche Bildung hilft gegen solche Unbildung nicht.

Auch sollten Sie Personen meiden, die von George sofort den »totgesagten Park« zitieren. Tatsächlich gibt es einen Park, der nicht nur totgesagt, sondern der mausetot ist: Jene Medien-, Parteien und »Bildungs«-Ochlokratie, die in Europa ihre korrupte Scheinherrschaft führt; noch.

Gedichte wie »Im windes-weben«, »Wer je die flamme umschritt«, »Die tote stadt«, »Die spange«, »Neuen adel den ihr suchet«, usf. geben uns, der jungen Generation, die Kraft, uns auf die große Abräumarbeit vorzubereiten, die wir in den nächsten Jahren vollbringen müssen. Denn es gibt in unserer Gesellschaft immer noch zuviel Verkrustetes, Undemokratisches.

Ich begrüße die vom Klett-Cotta Verlag vorgelegte Octav-Ausgabe der Gedichte von George. Natürlich ist es kein Problem, im Internet antiquarisch alle Original-Ausgaben zu finden, und dies sehr kostengünstig. Natürlich stehen Original-Ausgaben von George, von der »Fibel« bis zu »Tage und taten«, in meinem Regal. Natürlich habe ich auch die zweibändige Werksausgabe von Bondi (hier bei Amazon antiquarisch für wenig Geld erstanden, vielen Dank!) Das handliche kleine Büchlein von Klett-Cotta dient mir jedoch als Reisebegleiter und wird anderen Menschen auch als Einführung dienen können, selbst wenn man hier nicht den ganzen optischen und haptischen Genuß der Originalausgaben hat.

Was man als Stefan-George Schrift empfindet, ist die Petit, Korpus und Cicero. Verwendet der Klett-Cotta-Verlag sie für sein Büchlein? Nein, man behilft sich mit der Sorbonne, das ist eine schöne Schrift, die aber mehr nach Klett-Cotta aussieht als nach Stefan George. Auch muß man die schmucke kleine Ausgabe leider als halbes Hähnchen bezeichnen, denn die Übertragungen Georges aus anderen Sprachen sind hier nicht vorhanden. Sie sind aber Bestandteil seines dichterischen Werkes und können nicht ungestraft, wie dies hier geschehen ist, von seinen Gedichten getrennt werden. Die Dante- und die Baudelaire-Übertragung z. B. sagen mehr über George aus als manches seiner eigenen Gedichte, isb. wenn man die sie mit den Originalen vergleicht. Sehr viel aufregender als der kleine rote Octav-Band von Klett-Cotta ist der bei Küppers erschienene Reprint der zweibändigen Ausgabe von Georg Bondi. Wenn Sie diese antiquarisch finden, sind Sie ein Glückspilz.

Dennoch ist der Band zu begrüßen, weil er vielen jungen Leuten, auch Schülern und Studenten, nicht nur ein Buch mit schönen Gedichten sein kann, sondern auch eine Waffe für die Zeiten, die bevorstehen.
1414 Kommentare| 14 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 13. Oktober 2016
Als ich mich mit dem deutschen Widerstand gegen den Nationalsozialismus beschäftigte, las ich, der Hitler-Attentäter Claus Schenk Graf von Stauffenberg habe vor seiner Erschießung die Worte „Es lebe das ‚Geheime Deutschland‘!“ ausgerufen. Historisch belegt ist durch Ohrenzeugen der Ausruf „Es lebe das heilige Deutschland!“, dennoch ist unbestritten, dass Stauffenberg zum George-Kreis gehörte und sich dem „Geheimen Deutschland“ zugehörig fühlte.

Das war für mich Anlaß genug, mich endlich mit einem der größten deutschsprachigen Lyriker des 20. Jahrhunderts neben Rilke und Hofmannsthal
zu beschäftigen .

George selbst wählte den Begriff "Geheimes Deutschland in den 1920er Jahren als Titel für eines seiner Gedichte (entstanden frühestens im Sommer 1922), das mit den Zeilen „Reiss mich an deinen rand / Abgrund – doch wirre mich nicht!“ beginnt. 1928 wurde es in seinem letzten Gedichtband Das neue Reich veröffentlicht. (Im vorliegenden Band ab S. 797 ff ).

Dieser schöne, in Leinen gebundene Band aus dem Klett - Cotta Verlag lädt zum Kennenlernen, Lesen und Wiederlesen ein.
Trotz seiner fast 1000 Seiten ist es ein handliches Bändchen, daß sich auch gut auf Reisen mitnehmen lässt.
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