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am 28. August 2008
Der Mensch darf eben nicht das Maß aller Dinge sein. Weil er es nämlich nicht ist. Maßt er sich diese Hybris an, so begibt er sich in Gefahr.
Wer "Sein und Zeit" grundsätzlich verstanden hat, hält mit dieser kleinen Schrift gewissermaßen eine Anwendung der grundsätzlichen Gedanken Heideggers in der Hand. Aber selbst in Unkenntnis des Hauptwerkes ist der Text Lesern zugänglich, die sich konzentriert auf Heideggers Gedanken einzulassen vermögen und mit der typischen heideggerschen Eigenart zurechtkommen, denkerischer Präzision mit neu generierten Begriffen aufzuhelfen - nicht selten im etymologischen Lotungsverfahren.
Mindestens wird man einer Grundkenntnis zur "ontologischen Differenz" zwischen Sein" und Seiendem" bedürfen und sollte verstehen können, was Heideggers Forderung, nicht aus dem Seienden, sondern aus dem Sein heraus zu leben, meint.
Heidegger fragt zunächst nach dem Wesen der Technik. Sie liegt für ihn im "Versuch des Entbergens" von Sein. Dabei reicht sie in das Entbergen des Verborgenen nicht hinein, meint aber im Sinne moderner Naturwissenschaft fatalerweise, die Welt schon als Ganzes erfasst zu haben.
Wesentlich erscheint der Begriff des "Gestells": Es handelt sich dabei nicht um das Technische der Handhabung selbst, sondern das gedankliche und dazu technische Instrumentarium oder eher Verfahren, mit dem der Mensch die Welt sachlich und versachlicht, gleichsam säkularisierend ausforscht, ihre Tiefe, das verborgene Sein, aber gerade nicht zu erschließen vermag. Das Gestell verstellt in seinem technisch-rechnenden Vorstellen das sich verbergende Sein. Allenfalls moderne Physik mag dazu einen gewissen Zugang entwickeln: Heidegger erwähnt in diesem Zusammenhang Heisenberg.
Im Entbergen des Eigentlichen, des Seins, mindestens im Weg dahin liegt nach Heidegger Freiheit.
Im Gegensatz dazu sieht Heidegger im "Gestell" vor allem Gefahr: Sobald das Unverborgene nicht einmal mehr als Gegenstand, sondern ausschließlich als Bestand den Menschen angeht und der Mensch innerhalb des Gegenstandslosen nur noch die Bestellung des Bestandes ist, - geht der Mensch am äußersten Rand des Absturzes, dorthin nämlich, wo er selber nur noch als Bestand genommen werden soll. Indessen spreizt sich gerade der so bedrohte Mensch in Gestalt des Herren der Erde auf. Dadurch macht sich der Anschein breit, alles was begegne, bestehe nur, insofern es ein Gemächte des Menschen sei. Dieser Anschein zeitigt einen letzten trügerischen Schein. Nach ihm sieht es so aus, als begegne der Mensch überall nur sich selbst. Indessen begegnet der Mensch heute in Wahrheit gerade nirgends mehr sich selber, d. h. seinem Wesen." Das Gestell also verbirgt das Entbergen" und leistet damit einer technoiden, fragmentarischen, apparathaften, pragmatischen und säkularisierten Weltsicht Vorschub, die den Menschen von seinem eigenem Wesen und dem eigentlichen Sein entfernt. Aber: Wenn das Gestell in seinem Wesen und Verfahren einerseits die Gefahr darstellt, so liegt in ihm andererseits Rettung: Indem sich der Mensch nämlich auf die Gefährdung durch das Gestell mindestens besinnt, diese erkennt, insofern also wohl demütig oder kritisch damit umgeht, wächst ihm Rettung zu: Je mehr wir uns der Gefahr nähern, um so heller beginnen die Wege ins Rettende zu leuchten, um so fragender werden wir. Denn das Fragen ist die Frömmigkeit des Daseins." Abschließend verweist Heiddeger auf die Kunst: Sie bringe das Wesen im Akt besonderen Entbergens hervor: "... dichterisch wohnet der Mensch auf dieser Erde."
Die Kehre besteht nun in der Überwindung der Seinsvergessenheit. Sie ermöglicht dem Menschen, "in die Weite seines Wesenraumes zurückzufinden." Schon die klare Sprache öffnet ein Tor zum Sein. Ebenso das Denken: "Solange wir nicht denkend erfahren, was ist, können wir nie dem gehören, was sein wird." Eigentümlich: Nach Heidegger ereignet sich die Kehre plötzlich, blitzartig, jäh. Die Gefahr, wesend, im Gestell, scheint ihm Vorbote dessen zu sein.
Die Erkenntnisse Heideggers verbinden sich also mit konservativen Konsequenzen; sie offenbaren eine Beziehung zum Platonismus und zur philosophischen Mystik, sind also wohltuend unmodern und jedem Allmachtsanspruch des Menschen, allen simplen Pragmatismen und dem Ökonomismus bzw. Konsumismus entgegen, mithin kulturkritisch und von warnender Diktion. Das erinnert an Hans Jonas, hat aber einen metaphysischeren Hintergrund. Heidegger erteilt allem technischen Positivismus eine Absage. Alle Versuche, das bestehende Wirkliche morphologisch, psychologisch auf Verfall und Verlust, auf Verhängnis und Katastrophe, auf Untergang zu verrechnen, sind nur ein technisches Gebaren. (...) Kein historisches Vorstellen der Geschichte als Geschehen bringt in den schicklichen Bezug zum Geschick und vollends nicht zu dessen Wesenherkunft im Ereignis der Wahrheit des Seins." Es gilt also, sich dem Verstellen zu verweigern, sogar "Funk und Film", also den Medien. Primär bleibt die Konstellation des Seins, das aus sich wirkt, aber so eben auch den Menschen trägt, der im Seienden versteht, aber im Sein Wohnung hat.
Problematisch finde ich: Heidegger sieht in der alles durchdringenden Rationalität die "Machenschaften" am Werk, die auf reine Vernutzung aus sind. In den "Schwarzen Heften" redet er von einem "Zeitalter, das durch und durch von der Technik getragen und bestimmt ist und somit den Mechanismus in seiner ausbündigsten Form verwirklicht". Dies genau fürchte er, die alles dominierende Herrschaft der Zahl, also durchgängige Quantifizierung, die alles eininivelliert und den Zugang zum Sein versperrt. Dies als Dämonie anzusehen und auf transzendente Geistigkeit zu beharren ist wohl oder übel der Weg in eine Art kulturphilosophischen Faschismus, mindestens in Richtung einer metaphysischen Radikalisierung.
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am 6. Dezember 2010
Wer sich die Mühe macht in Heideggers Sprache einzutauchen und seine Untersuchung über das Wesen der Technik Schritt für Schritt begleitet, der wird belohnt durch Einsichten in Bereiche, die weit hinter unserer alltäglichen Wirklichkeitswahrnehmung liegen, die aber unser Denken bedingen.
Die Technik so zu verstehen, als lediglich eine von mindestens zwei möglichen Weisen des "Entbergens der Wirklichkeit" kann ein "Aha-Erlebnis" verursachen. In unserer Zeit, in der sich alles um BIP, Rohstoffe, Humankapital, Technologie, Wettbewerb usw dreht, tut es einfach gut zu erkennen, dass wir als Menschen fähig sind, die Welt anders wahrzunehmen. So bekommen wir den nötigen (und gesunden) Abstand zu dieser technisch dominierten Denkweise, die alles zu beherrschen scheint.
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am 15. Februar 2012
mein Mann hat sich dieses Buch gewünscht und ist von Martin Heidegger begeistert. Er liest sich gerne seine Werke durch und erforscht sie jedeglich
11 Kommentar| 2 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden

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