Amazon-Fashion Öle & Betriebsstoffe für Ihr Auto hasbro nerf Calendar Promo Cloud Drive Photos UHD TVs Learn More Mehr dazu Fire Shop Kindle AmazonMusicUnlimited Autorip GC HW16

Kundenrezensionen

3,8 von 5 Sternen
54
3,8 von 5 Sternen
Format: Taschenbuch|Ändern
Preis:9,99 €+ Kostenfreie Lieferung mit Amazon Prime
Ihre Bewertung(Löschen)Ihre Bewertung


Derzeit tritt ein Problem beim Filtern der Rezensionen auf. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.

am 25. November 2015
Habt Ihr sie noch alle? Was ist das? Ein Google Übersetzer Test Programm? Hat Euch der Babelfisch in den Allerwertesten gebissen?
Wer bitte ist Uta Strätling? Ein Mensch? Wohl kaum, wenn man das hier liest? Das stammt bestenfalls von einem mittelmäßigen Übersetzungsprogramm. Oder ist das Ganze doch eher ein verdammt clever gemachter Wink mit dem Zaunpfahl?

Ganz erhlich Fischer Klassik - wollt ihr uns verar***** ? Warum übersetzt man "winterlich" mit "wintrichkeit"?
Ist das ganze Buch ein Test? Ein Test unserer Aufmerksamkeit, dass wir uns doch gegen die schöne neue Welt langsam wehren sollten?
Ist das Ganze ein metaphorisches Wachrütteln einer weichgespülten und gehirngewaschenen Gesellschaft? Oder schreibt man 2015 jetzt einfach so? Am Ende habt ihr das Ganze einem Praktikanten mit dem IQ eines Zwiebacks hingeworfen. Wegen shareholder value und so.
Doch der war schlau genug und hat per copy paste mal kurz die google Wolke gefüttert.

Hilfe. Ich bin aufrichtig entsetzt. Jetzt hole ich erstmal meine dicke Lesebrille und eine starke Lampe. Die gedruckte Version von 1960 hat leider keine Hintergrundbeleuchtung und variable Buchstabengröße. Dafür ist es das was es auch in der Originalsprache war - ein großartiges Werk.
11 Kommentar| 27 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 6. Dezember 2013
Ich habe "Schöne neue Welt" zum ersten Mal 1987 erschienen im Fischer Taschenbuch Verlag gelesen. Mein gedrucktes Exemplar ist vom August 1987 in einer revidierten Übersetzung von Juni 1981 von Herberth E. Herlitschka.

Vor einigen Wochen motiviert durch die Ereignisse rund um den NSA Abhörskandal habe ich beschlossen, das Buch wieder einmal zu lesen und in meiner gedruckten Ausgabe begonnen. Ich wollte aber auch meinen neuen Kindle nicht verstauben lassen und so habe ich kurz nach dem Erscheinen des Titels auf "Kaufen" geklickt.

Selbstverständlich ist das Buch nach wie vor fantastisch und eine unbedingte Leseempfehlung, aber die Übersetzung ist katastrophal. Abschnittsweise klingt der deutsche Text so, als hätte Google Translate Pate gestanden. Sprachlich eine echte Enttäuschung.

Gedruckte Ausgabe: "Und dies", sagte der Direktor, die Tür öffnend, "ist der Befruchtungsraum." Dreihundert Befruchter standen über ihre Instrumente gebeugt, als der Brut- und Normdirektor den Saal betrat. Kaum ein Atemzug unterbrach die Stille, kaum ein gedankenverlorenes Vor-sich-hin-Summen oder -Pfeifen störte die allgemeine angespannte Vertieftheit.

Kindle Ausgabe: "Und dies", sagte der Direktor, indem er die Tür aufstieß, "ist die Fertilisationsstation". Tief über ihre Instrumente gebeugt, waren die dreihundert Fertilisatoren ganz bei der Sache, als der Direktor City-Brüter und Konditionierungscenter den Raum betrat - mit angehaltenem Atem oder unter abwesendem, einem Selbstgespräch ähnelnden Pfeifen beziehungsweise dem Summen höchster Konzentration.

Diese beiden Auszüge sind 1:1 aus den jeweiligen Ausgaben. Ich habe weder etwas weggelassen noch etwas hinzugefügt, sondern Wort für Wort, Buchstabe für Buchstabe abgetippt. Und diese Auszüge sind noch nicht einmal die schlimmsten, sondern einfach nur die von der ersten Seite.
1717 Kommentare| 171 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
So fraglich viele Rankings auch sein mögen, wenn verschiedene Listen zu einem ähnlichen Ergebnis kommen, ist das Urteil wohl nicht ganz zufällig. Jedenfalls zählt Aldous Huxleys „Brave New World“ zu Recht bei den meisten Literaturkritikern zu den besten Romanen des 20. Jahrhunderts. Und wenn nicht alle Schüler, die den Roman im Unterricht lesen mussten, zur gleichen Einschätzung kamen, liegt dies wahrscheinlich eher am Lehrer als am Werk. Denn Aldous Huxley schrieb seine negative Zukunftsvision nicht als Prüfungsstoff oder um ihn analytisch so in Einzelteile aufzulösen, dass am Schluss das Ganze verloren geht. Wer eine ähnliche Erfahrung machte, bekommt nun mit dem Hörbuch eine gute Gelegenheit, diesem wichtigen Roman anders und vielleicht ganz neu zu begegnen.

Matthias Brandt, der jüngste Sohn des früheren deutschen Bundeskanzlers Willy Brandt liest die Neuübersetzung von Uda Strätling genau so, wie man Huxley wohl lesen muss. Ohne übertriebene Theatralik und hörbar erhobenem Zeigefinger erzählt der bekannte Schauspieler eine Geschichte, die eigentlich ein Bericht ist. Aldous Huxley beschreibt eine Gesellschaft, die ihren Mitgliedern Stabilität, Frieden und Freiheit garantiert. Allerdings nur, wenn man dazu bereit ist, die individuelle Freiheit aufzugeben. Und wenn man bedenkt, dass dieser „Bericht“ 1932 erschien, hat der 1894 in England geborene Schriftsteller vorweggenommen, was damals nur wenige für möglich hielten.

Obwohl das Dritte Reiche seine proklamierte Lebensdauer zum Glück nicht erreicht hatte, büßte Huxleys Roman nichts von seiner Aktualität ein. Denn um kritischen Denken zu verhindern, verabreicht man den Bürgern noch immer die gleiche Beruhigungspille wie 1932. Ihre Zusammensetzung lautet: Konsum, Sex und Drogen. Gewandelt haben sich lediglich die Kulissen und die Formen der Mächte, die nach totalitärer Beherrschung streben. Und da „Schöne neue Welt“ an vielen Schulen noch immer zur Pflichtlektüre gehört, könnte man auch über Zuckerberg, Banker oder den NSA sprechen.

Mein Fazit: Zu den Kennzeichen bedeutender Romane gehört, dass ihre Autoren überzeitliche und überregionale Themen ansprechen, vom Kampf des Guten gegen das Böse berichten, die Sehnsucht nach Freiheit personalisieren und ein tiefes Unbehagen gegen Perfektionismus haben. Aber es braucht Erzähler und Interpreten wie Matthias Brand, um solche Romane vom Staub alter Zeiten zu befreien.
0Kommentar| 19 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 16. März 2016
In 6 Jahren ist "Soylent Green"-Jahr und in 16 Jahren ist es 100 Jahre her, seit Huxley sein Werk veröffentlicht hat. Der Spannungsbogen reißt gemessen an aktuellen Action-Krachern einen nicht unbedingt vom Hocker. Unter den aktuellen neoliberalen Tendenzen allerdings möchte ich ihn als Visionär bezeichnen. Genderwahn, Effizienzkult, political correctnes, Mikroagressionen... Da kann einem schon übel werden. Man könnte fast den Eindruck gewinnen, es gäbe hier zwei Werke (dieses plus 1984), die richtungsweisend für die nahe Zukunft der westlichen Welt sind.
33 Kommentare| 6 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 10. Februar 2015
In diesem Roman werden die Menschen nicht mehr natürlich geboren, sondern in Reagenzgläsern gezogen, in Flaschen abgefüllt und verkorkt. An die Stelle der Geburt tritt die Entkorkung der Flaschen.
Anfangs habe ich versucht, das Buch in der neuesten Fassung von 2013 zu lesen, mir nach zwei Kapiteln allerdings die erste Fassung von 1932 besorgt, da ich diese besser lesbar (und viel verständlicher) finde. Die nächsten zwei Kapitel habe ich parallel in beiden Fassungen gelesen, um die Neufassung dann nach dem 4. Kapitel ganz beiseite zu legen.
Beispiele: Die Zeit vor der Entkorkung (Dekantierung) wird in der alten Fassung als "Zeiten des Lebendgebärens" und in der neuen Übersetzung als "Ära viviparer Reproduktion" bezeichnet, empfängnisfreie (unfruchtbar gemachte) Embryonen werden in der neuen Übersetzung zu "zu Freemartins prädestinierte Embrionen", aus Abstammung wird Heredität, aus Fruchtbarkeit Fertilität. Aus den Brutöfen werden Inkubatoren und aus dem Befruchtungsvorgang wird ein Fertilisationsprozess ...
Während in der Urfassung die Flaschen mit den Empryonen bei Bedarf entkorkt werden, heißt es in der Neufassung: "Wir dekantieren unsere Babys"! - Ok, einige der neuen Ausdrücke habe ich auch verstanden, zu Alpha-Plus-Kaste hätte es bei mir aber sicher nicht gereicht.
Mein Fazit zum neuen Buch: Unglaublich, wie man ein Buch durch eine neue Übersetzung derart verhunzen kann, die Urfassung ist allerdings erschreckend realistisch und durchaus empfehlenswert.
0Kommentar| 7 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 4. November 2016
Redaktioneller Hinweis: Ich danke dem Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplares.

Cover
Wie ein Licht, dass einem entgegen strahlt, präsentiert sich die vollständige Lesung. Ein wenig mag es erinnern an das Licht, dass ein Sterbender wohl erblickt, wenn er in seine neue Welt übergeht. Dies mag hineininterpretiert sein oder lag dieser Grundgedanke gar dem Covergestalter zugrunde?

Inhalt und Aufteilung des Buches
Was Aldous Huxley vor Jahrzehnten ersann, nämlich die menschliche Zukunft vor dem Hintergrund der Optimierungen und der Möglichkeiten wissenschaftlicher Erkenntnisse, bringt diese Lesung zu Gehör. Gezielt gezüchtete Menschen werden auf ihre künftigen Aufgaben vorbereitet, ‚konditioniert‘, wie es so schön heißt. Da helfen wiederkehrende Stromschläge oder die Droge mit Namen Soma, um die neue Zivilisation am Leben zu halten. Das Reservat mit der ‚Vor-Zivilisation‘, den Wilden, ist auf Antrag durchaus besuchbar. Und da finden wir uns wieder, die Menschen der heutigen Zeit, selbst wenn das Buch vor etlichen Jahren geschrieben wurde.
Was passiert, wenn sich die Einflüsse vermischen? Dieser interessanten Frage folgt das Buch und mit erstauntem Ohr der Hörer. Was hat sich der Autor seinerzeit ausgedacht und wie denkbar und nachvollziehbar sind die Reaktionen, ja die ganze Handlung!
Manche Begriffe wie „Fertilisationsstation“ und „Fertilisatoren“ sind wohl dem visionären Charakter geschuldet und passen zur Geschichte.

Zielgruppe
Durchaus immer noch als Schullektüre empfehlenswert wird es alle erfreuen, bzw. betroffen machen, die gern Auswirkungen menschlicher Handlungen analysieren. Begriffe werden erklärt, die Handlung dermaßen gut betont dargestellt, dass es sicher auch gern von Älteren gehört werden wird.

Stil
Das Werk ist als Hörbuch umgesetzt.

Umfang
Das Werk von Aldous Huxley als vollständige Lesung ist in der Hörbuchversion mit 8 Stunden Dauer vertont. Die braucht es auch, um die Nuancen erfassen zu können.

Hörspiel / Hörbuch
Als Hörbuch umgesetzt, vermag es der Sprecher mit seiner klaren Aussprache, eindeutigen Betonung und Dynamik den Leser mitzureißen.

Fazit
Wer nicht moderne „Knaller“ und Action mag, sondern eine sich entwickelnde Geschichte, wird das Hörbuch lieben.
0Kommentar|War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
TOP 500 REZENSENTam 28. Oktober 2015
"Schöne Neue Welt" ist Huxleys bekanntester Roman. Eine Utopie wie Th. Morus "Utopia" oder H.G. Well "Zeitmaschine" zu schreiben war das Anliegen Huxleys aus den Erfahrungen des I. Weltkrieges mit dem Ziel des Entwurfs einer friedlichen Gesellschaft. Dabei legt er von vornherein fest, dass dieses von ihm beschriebene Gesellschaftsmodell, beruhend auf 5 Kasten, in denen sich industriell erzeugte Menschen einordnen, die je nach der ihnen zugedachten Aufgabe im Gemeinwesen mehr oder weniger Fähigkeiten über gezielte Eingriffe in die embrionale Entwicklung angezüchtet bekommen, ein erfolgreiches weil friedliches und beständiges ist. Schon aus der mehr als 500jährigen Geschichte, die dem Romangeschehen vorausgegangen sein soll, erwächst dieser Eindruck der Beständigkeit. Die Regulierung der gesellschaftlichen Mechanismen des Zusammenlebens erfolgt über das Lernen im Schlaf der vielhundertfachen Wiederholung von Axiomen als eindeutig eine Gehirnwäsche darstellende Konditionierung, so dass jedes Individuum sich seiner Kaste bereitwillig ohne Murren, Zweifeln oder Klagen zuordnen läßt.

Gegenentwurf dazu ist der "Halbwilde" John Savage. Seine Mutter blieb bei einem Ausflug in ein Indianerreservat in dem die Menschen noch althergebracht leben als Verschollene dort zurück und gebar dort einen Sohn, John. In Huxleys schöner neuen Welt war die natürliche Geburt ein Tabubruch ganz anders als die Promiskuität und Förderung sexueller Handlungen Minderjähriger die nach unseren Vorstellungen tabuisiert sind. Dieses damit stigmatisierte Kind war so ein Fremder im Reservat und wurde aus diesem Gesellschaftsverband ausgeschlossen. Als John und seine Mutter bei einer weiteren Expedition ins Reservat zufällig angetroffen werden und ihnen gestattet wird, in die "zivilisierte Welt" zurückzukehren, bleiben beide, Johns Mutter als von den Lebensumständen gezeichnete, fette, vorzeitig gealterte Frau und ihr ohne die zwanghafte Erziehung aufgewachsener Sohn Außenseiter. Johns Mutter richtet sich binnen kurzer Zeit mit permanenter Überdosierung von Soma, der flächendeckend eingesetzten staatlich verordneten Glücksdroge zu Grunde. John bricht aus der Gesellschaft aus, kann sich den Papparazzi und neugierigen Gaffern jedoch nicht dauerhaft entziehen. Der Konflikt wird nicht gelöst. Huxley läßt John in den Freitod gehen. Damit gibt es keinen Gegenentwurf zu seiner utopischen Gesellschaft. Aus der Darstellung ist auch eine kritische Distanz Huxleys zu seiner, individuelle Freiheit vollständig negierende Darstellung der neuen Welt nicht zu erkennen. "Schöne Neue Welt" ist ernstgemeint. Huxley selbst hat nach den Erfahrungen des II. Weltkrieges und der in dieser Zeit stattfindenden massenhaften industriell organisierten Vernichtung von Menschen selbst in der Weise zu seinem Roman Stellung bezogen, dass er ihn ändern müßte, dies jedoch in Anbetracht des Umfangs dieser Aufgabe nicht umsetzen könne. Damit ist der Roman keine Dystopie, wie z.B. Julie Zehs "Corpus Delicti" aber auch keine positiv überzeugende Utopie. Solche positiven, die menschliche Kultur fördernden und bewahrenden Utopien brauchen wir aber, wie Kurt Biedenkopf im Gespräch mit Christa Wolf 1990 z. B. ausführte, damit dieses durchaus belastbare, dennoch aber fragile Konstrukt unserer hochorganisierten Gesellschaft nicht auseinanderbricht (nachzulesen in "Sinn und Form 1990 "Soziale Marktwirtschaft, Kultur und Utopie" S. 1037 ff.)

Die Aktualisierung der Sprache ist dem Buch letztlich auch nicht bekommen. Einen Roman, der schon so weit aus der Zeit gefallen scheint, sprachlich zu aktualisieren, wirkt so fremd, wie das Versenden von Liebesbriefen auf "Twitter".
Lediglich die Ergänzungen des Romans mit dem Nachwort Huxleys von 1946, die umfassende Begriffserklärung, die Herstellung der Bezüge zu den wissenschaftlichen Erkenntnissen zur Zeit der Romanentstehung und ein um Aktualisierung bemühtes Nachwort lassen es noch zu, mehr als nur einen Stern zu vergeben.
33 Kommentare| 4 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 9. November 2016
Nach „1984“ nun also auch noch „Schöne Neue Welt“ von Huxley, welches als utopische Erzählung in die Geschichte einging. Allerdings verbirgt sich dahinter ein sehr wohl dystopischer Weltansatz.

Wenn ein paar von euch sich jetzt denken: Was ist denn in sie gefahren, dass sie auf einmal so viele Science Fiction Klassiker liest?

Antwort: Ich habe keine Ahnung. Mich hat eine gewisse Klassiker-Wut überfallen und daraufhin habe ich beide einfach so nacheinander weg gelesen.

Man muss sagen, dass man den Unterschied zwischen 1984 und Schöne Neue Welt sehr deutlich spürt. 1984 ist um Welten düsterer und sieht weit mehr böses oder schlechtes Potenzial im Menschen, als Schöne Neue Welt es tut.

Schöne Neue Welt erkennt, dass es noch viele Dinge gibt, die uns das Leben erleichtern können und uns Freude oder Glück bereiten werden.

Allerdings blickt es auch auf die Kehrseite dieser Medaille, denn dies kann, wie in Schöne Neue Welt dargestellt, zu erheblichen Problemen führen und uns im wahrsten Sinne des Wortes unsere Menschlichkeit rauben.

Das dargestellte „System“ nach dem die Menschen leben ist bei weitem detailreicher als das in 1984 in konzentriert sich auch mehr auf das Erleben und das Leben der Menschen, als auf die politische Situation oder Funktionsweise.

Angefangen bei den Gesellschaftsstruktur, die sich in Alphas, Betas, Gammas und Deltas aufteilt, und dementsprechend auch die Aufgaben verteilt. Dabei gibt es auch verschiedene Teilgruppen, aber die Essenz ist, dass Alphas die anspruchsvollste Aufgabe zugeordnet wird und Deltas die simpelste.

Das lässt sich auch an den Farben erkennen, denn jeder Stand trägt seine eigene Farbe.

Wo jemand arbeitet, wird schon vor seiner Geburt festgelegt, wenn in Fertilisationsstationen hunderte von Klonen angefertigt werden und schon als Embryo so beeinflusst werden, dass sie gar nichts anderes tun können, als das, was für sie vorgesehen ist.

Von ihrer frühesten Kindheit an werden diese identische aussehenden Kinder im Schlaf beeinflusst und es werden ihnen die Maxime des Weltbildes und ihre Denkweise eingetrichtert, sodass sie später gar nicht mehr anders können, als so zu denken.

Und es geht immer so weiter. Zu jeder Zeit wird den Menschen alles mit auf den Weg gegeben, sie sind wunschlos glücklich und möchten nichts anderes sein, als sie sind, weil es ihnen so gesagt wurde.

Diese Welt wird mit erstaunlich viel Ironie und Selbsterkenntnis von Huxley gezeichnet und man wundert sich, warum denn nicht dieses oder jenes Ereignis wirklich bei uns eingetreten ist.

Der bildhafte und sehr wissenschaftlich anmutende Schreibstil tut sein Übriges und veranschaulicht alles mit erstaunlicher Präzision.

Den versteckten Wortwitz zu suchen und zu finden, ist der eigentliche Spaß beim Lesen dieses Buches.

Faszinierend ist auch, dass die Geschichte an sich keinen Protagonisten besitzt, sondern der Protagonist in der Geschichte immer wieder wechselt und somit dem Leser einen umfassenden Blick gewährt.

Am meisten an diesem Buch hat mich ja das Ende gefreut.

Denn das war zwar kein Happy End, wie sollte es dies bei einem solchen Buch auch geben, aber es kam so erschreckend plötzlich und doch so logisch, dass es schon fast lustig wirkte.

Zwei Gedanken wollte ich aber noch zu der Philosophie dieser neuen Welt loswerden:

Jeder gehört jedem
Eine Welt in der Monogamie, wie wir sie heute praktizieren, verrucht und verboten ist, ist für uns unvorstellbar und doch ziemlich nah an uns dran.

Denn wenn jeder jeden haben kann und man auch nicht um Erlaubnis fragen muss, sondern einfach zum Sport einlädt und klar ist, was danach geschehen wird, ist ja alles gut.

Jeder gehört jedem und kann daher auch mit jedem schlafen. Und jeder wird dies mit sich machen lassen.

Das erscheint uns perplex und unrealistisch, kann aber erschreckend real sein.

Und warum das Ganze?

2. Keine Emotionen

Dieses verschriebene und sofortige Glück, beziehungsweise sofortige Wunscherfüllung führt dazu, dass sich bei den Menschen keine Emotionen mehr aufstauen können.

Aufgrund des konsumbestätigten Glücks und der sofortigen Bedürfnisbefriedigung kennt niemand dieser Menschen Frustration, Liebe, Hass oder auch Muße.

Keine Emotionen können sich aufstauen und dementsprechend leben alle diese Menschen in einem oberflächlichen Glück, dass sie nicht durchschauen können, da für sie kein Grund dazu besteht.

Um dies zu erkennen, muss es erst jemanden von außen geben, der auch nicht sieht, was ihm da eigentlich vorgespielt wird, denn auch die Lektüre der gesammelten Werke von Shakespeare macht nicht schlauer, wenn man nicht verstehen kann, was da genau steht.

Und so ist es auch keine Verwunderung, dass dieser Außenstehende am Ende weder dieser Welt etwas entgegen zu setzen hat, noch sich gegen diese Welt auflehnen kann.

Zusammengefasst ist dieses Buch ebenso ein Klassiker und hat es verdient, einer zu sein, wie Orwells „1984“.

Allerdings macht dieser in anderer Weise und nicht so pessimistisch auf die Probleme der heutigen Welt aufmerksam und verpackt dies in einer utopischen Welt, von der nicht klar ist, ob sie denn nun utopisch oder dystopisch ist.
0Kommentar|War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 21. Juli 2014
Zugegeben, das Zitat, das in der die neue Übersetzung kritisierenden Rezension als Beispiel gebracht wird, ist schlimm - aber das war's auch schon, schlimmere hab ich nicht gefunden. Ich habe, durch die vernichtende Kritik neugierig gemacht, die erwähnte Übersetzung von Herlitschka teilweise gegengelesen - und diese liest sich mittlerweile doch etwas angestaubt. Ein Beispiel: "Gemeinschaftlichkeit, Einheitlichkeit, Beständigkeit" wird zu "Kollektivität, Identität, Stabilität", was der heutigen Zeit mehr entspricht.
Also lesen und sich selbst ein Urteil bilden!
55 Kommentare| 7 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 3. Januar 2016
Ich habe von Lesen dieses Buches Kopfschmerzen bekommen. Da ist eine aus dem Chinesischen über albanisch nach ungefähr deutsch übersetzte Anleitung über eine Rechtschreibprüfung gezerrt besser. Teilweise musste ich einen Satz zwei mal lesen, um den Sinn dahinter zu verstehen, was den "Film" im Kopf völlig zum Abriss bringt.
Schade. Im englischen Original ist dieses Buch wesentlich besser.
0Kommentar| Eine Person fand diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden

Haben sich auch diese Artikel angesehen

9,95 €
6,99 €

Benötigen sie kundenservice? Hier klicken