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Kundenrezensionen

3,0 von 5 Sternen
6
3,0 von 5 Sternen
Das große Lesebuch (Fischer Klassik)
Format: Taschenbuch|Ändern
Preis:9,99 €+ 3,00 € Versandkosten


am 18. Januar 2014
Hey Arno,
heute wärst Du 100 Jahre alt geworden. Grund genug, sich Deiner zu erinnern und einen Kurzen auf Dich zu trinken.
Geboren am 18.01.1914, nachmittags zwischen 14 und 15 Uhr, an einem kalten Wintersonntag in den öden Vorstadtwüsten Hamburg-Hamms (Rumpffsweg 27). Aufgewachsen wie viele damals in Armut und Kleinbürgerlichkeit, traumatisiert durch Krieg und Existenzängste, wurdest Du nach zähem Ringen Schriftsteller. Dein Schrapnell war die Schreibmaschine. Dein Gegner in erster Linie Du selbst. Deine Helden vor allem Kollegen aus dem 18. und 19. Jahrhundert. Der große Durchbruch kam mit ZT 1970. Was für'n komischer Vogel -dachte ich, als ich Dich kurz vor Erscheinen Deines MammutRomanes zum ersten Mal wahrnahm. Sahst aus wie aus der Zeit gefallen. Der Solipsist in der Heide. Schon nach einigen Leseproben aber merkte ich, der hat ja -literarisch gesehen- einen richtigen Arsch in der Hose. Legtest Dich mit Gott und der Welt an und schriebst wie keiner zuvor, mal abgesehen von Joyce. Ich bin ein Anhänger Deines Spätwerks, in dem Du den Schleier lüftest und alle Masken fallen läßt. Ein Paradies für Langstreckenleser mit Vorkenntnissen und vor allem Humor. Da dieses vorzügliche Lesebuch fast ausnahmslos Texte aus den 50er- und 60er-Jahren enthält, ist mein Beitrag zu Deinem 100. Geburtstag eine kleine Auswahl schöner, lustiger oder bedeutender Stellen Deines Spätwerks, nicht in Form eines Rankings, sondern einfach so. Here they are:

1. 'Die Alten sahen, alles Lebende, in 2 Geschlechter zerspalten-: wenn sie also, in einer übergeordneten Vorstellung, die KraftSumme des Ganzen=Belebten ziehen wolltn- stelltn sie das Resultat überraschnd oft Bi=Sexuell, als Hermaphroditn, dar: gar nich so=untiefsinnich, wie ?- (ZT 766)

2. ...und es zeigt sich auch hier,laufend,wieder: daß der Deutsche alles Fremde sich aneigne, um es in einer neuen&vollendeteren Form so hervortreten zu lassen, daß es wahrhaft seine persönliche Schöpfung wird. (schule 32)

3. Tukker: Das Wichdichste im Lebm iss imma: rechtzeitich in'n Sack haun. (schule 147)

4. Verfluchte ZeitN! (d's wär Mein=Titl!(Für meine SelbstBio)) (schule130)

5. Un Häi danzt gans alleen op de achtersten Been. (abend 166)

6. Jhering (besonders ruhig): Wenn ich nicht unbedingt muß, dränge ich mich Niemandem mehr auf: ich habe im Zimmer weit größere Freiheit, als draußen; und die Welt der Kunst&Fantasie ist die wahre, the rest is a nightmare. Besäß ich hunderttausend Thaler Rente, ich hätte mich Euch niemals aufgetischt. (julia 4)

7. Jhering: daß ich keinerlei 'Besitzergefühl' kenne, oder daß mir etwas 'gehöre': Haus,Garten,Geräte,Alles ist mir imgrunde fremd. Ich fühle oft, daß ich es verlassen könnte, ergeben=ungerührt, ohne mich sonderlich nach was umzusehen. Ebenso merkwürdig, daß ich nicht das Gefühl habe 'erwachsen', geschweige denn ein Greis zu sein. Ich komme mir eigentlich wie ein (intelligentes) Kind vor; und kann 30-40- jährige Männer, mit ihrem (mir unbegreiflichen)ruhigen entschiedenen Wesen, für eine Art 'Lehrer=Onkel=PolizistenVater' halten- Gleichaltrige=Weißhaarige kommen mir wie meine GroßEltern vor; die Schulkameraden haben sich in Bosse&Geheimräte verwandelt ... (julia 70)

8. P zu W: Du hättsD getrost schonn einsehn könn', wie die Etyms keinerlei Interesse (oder Spaß) dran habm, unvereinbare Bedeutungen zusammzuzwingn;(daß aufgrund des begrentzn BuchstabmMaterials- 26 Zeichn!- ooch ma Bedeutungn zum Vorschwein komm', die 'unbrauchbar' sind, iss, nach der WArschweinlichkeitsRechnung seppverständlich!). Natürlich haltn se (die Etyms) den ihn'n widerwärtijn PersönlichkeitsInstanzn, Prüderie&PappRitz, gerne n EntZerrSpiegl vor: als bohämische UnterMieterchen beschummeln se ihre ehrbaren Wirtsworte ...? (ZT 824)

9. 22.4.63, 17h 15m: 2 Störche - ch weiß noch, wie die sich ansiedln wolltn;war rührend zu seh'n: wie se ne halbe Stunde lang die Dächer probiertn ...ch stand obm am Fenster; und sie kamen 5m entfernt vorbei=geflogn: n doller Anblick!, diese mächtijen Fögel! (ZT 530)

10. Ein schlesischer Stammbaum schlägt aus! - Der Naatscher (=Heulsuse, von schlesisch naatschen=weinen): A&O: Meine Großmutter war eine vielgeliebte Frau: 3mal verheiratet&zwischendurch einige wilde Ehen, wie man damals sagte. In zweiter Ehe heiratete sie meinen Großvater. Er war nach der Lehrzeit noch auf gut altdeutsch 'gewandert'. Hatte sämtliche Kriege seiner Zeit wacker mitgefochten. Kam Freitagabends blau nach Hause gestolpert, noch sein 'Schtabortl'(=Flachmann) in der Tasche: 'Zentschabissl' trällernd; bis er dann endlich sein 'Naatschlied' sang - (das LeibLied, bei dem Angeheiterte grds. zu weinen begann'n)- nocheinmal die lohfarbene Faust auf den Tisch donnerte, und dazu schrie: 'Wenns blitzt, wenns dunnert, und wenns kracht: wenns Blut aus unsern Wundn fließt-: MIR SEIN DA! - worauf er endlich ins Bett abgeführt werdn konnte. (Immerhin scheint er von der Löhnung grds. soviel übrig gelassen zu habm, daß es für die kommende Woche notdürftig reichte - vorausgesetzt, daß die Frau mit Taschentücher nähte) (abend 162)

11. Butt: Wir tanzn Alle unter wunderlichn Gebärdn den TodesWeg hinunter. (schule 152)

12. A&O: Ich war, in jedem Sinne, der geborene Autodidakt. (abend 168)

13. Ich will wie eine Fackel durch die Städte rennen: Lest doch! Lest doch ... A&O: Ch könnt mich übrijens verlesen haben (s'iss übertippt); vielleicht steht auch 'Lebt doch! - obwohl das einen weit schlechteren Sinn gäbe. (abend 190)

14. Der wirkliche Mensch hat einer Elle Maß nur. Zu Seiten der Zangen zwei, herbeizuziehen des lungernden Leibes täglich erneuten Bedarf. Dann unten, der Stelzen zwei, zu tragen die Last, auf daß sie wandeln möge, hierhin, und dorthin; und oben ein Kürbislaternchen, wie Knaben es schnitzen, damit der Mensch nit fall' und blind an die Wand renne! (julia 48)

15. Ach, so ein feines Stimmchen: als würd' in einem verwunschenem Wald eine Geige gestrichen. Ihr schlanker Mund, like the wooing of the wind; (julia 50)

16. Jeder wurmisiert in seiner eigenen SackGasse. (julia 91)

17. ich han vil abende al min schouwen uz venstren über heide verlorn!? (julia 93)

18. Kinder, Wir ham die Zitate aber ooch paraat! (ZT 682)

19. (: zu was ICH auf der Welt bin, hab ICH in Mein' erstn 50 Jahr'n auch noch nich ausfindich machn könn'; (und murx eigntlich nur deswegn fürder, damit der Unsinn ganz=komplett werde!)) (ZT 751)

20. Der golt=greber (mhd) nickte schläfrig; er sprüzzlte mit dem Schlauch hint'nach; (& der RüsselSchleim glitzerte ihm überm Maul; dazu gelbe Brauen & n Atem wie'n outHaus; (ZT 787)

21. Beim Klang der Abmdsonne will Ich den Bart mir putzn. (ZT 961)

22. Der Wolfram macht das Zinn musig. (ZT 973)

23. Suse: Gesicht bis zum Rand voller TraumFlausn. (schule 5)

24. Nipperlein: Ich denk immer, beim Einschlafn,: mein Gesicht müßt' im Dunkln leuchten! (schule 91)

25. Wenn die Muschi sich puzzD, kommt bald Besuch! (ZT 1289)

26. Kolderup zu ISIS, als er ihr ZT als Geschenk überreicht:- das verzogene Kind einer Fantasie. (Auch unartig; wie verzogene Kinder meist). Dennoch ein rechter SACHSENSPIEG'L; ein Beitrag zur (Kultur)Historije: preserving a vanished civilisation - (schule 224)

27. Wilma: Wenn Ich bloß 1% Deiner Teorien zu verantwortn hätte Dän: I could never sleep straight in my coffin! (ZT 1248)

28. Aus der Abteilung Kalau: Europa - Eur Opa (ZT 354) Es ist schwer, einen leeren Sack zum Stehen zu bringen (ZT 887) Meine Haare werden weißer, und das Leb'm immer scheißer, Prost. (abend 209) hot cockles (ZT 985)

29. It will return in dreams-: so long:! (schule 87) Excellenz fliegn am ganzn Leibe! (ZT 1330) Smells like a he=roe, eh? (schule 101)

30. Butt: 'Au revoir - (In einem bessern Äther) -' (schule 265) (:wo der Weinbrand steht weißde? (Hinterm ALEXANDERLIED; that's right ...)) (ZT 903)

Lieber Arno, herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag, alles Gute im Dichter-Elysium und viele Grüße an Tina und die unsterblichen Kolleginnen und Kollegen,

Flügelmann
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am 8. Oktober 2015
Natürlich ist der wundersame Arno Schmidt keineswegs ein Nichts und seine Werke ganz gewiss kein Mist. Andrerseits und hier in aller gewiss auch überzogener, gar böser Kürze: Das Studium dieses dann doch eher zu bemitleidenden Schreibers hat für mich nur noch Randbedeutung. So sehr auch ich ihn mal zuerst gar bewundernd verschlungen habe...nein und wieder "Nein": Da hat sich einer zum Kauz des deutschen Literatur-Betriebs gemacht. Mit viel entsprechendem Geschick gewiss, doch wo - sagt es mir bitte -, steht sein „Meisterwerk“ geschrieben? Wo hat dieser große Schreiber je mein Herz gerührt, wo mich so mitgerissen, dass ich gar nicht mehr beachtete, wie er schrieb, sondern längst mit ihm bei der Sache, seiner Geschichte, seiner Klage, seinem Leid mich befand, bereit mit ihm und seinen Figuren zu leiden? Kurzum, das ist es, was mir bei Arno Schmidt fehlte...Schade.

Also merke: kauzig schreiben zu können, ist noch kein, jedenfalls kein ausreichendes Merkmal für wahre Schreib-Kunst…Gewiss doch schimmert zwischen den Schmidt`schen Zeilen immer dieses gewisses Etwas, das ein Sprachgenie vermuten lässt. Doch wofür…?
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am 21. November 2015
Dem Wortmetz näher zu treten findet sich hier wohl Gelegenheit.

Hätte man auch anders machen können. Ich habe mich ja damals durch die Bestände der Bibliotheken geackert und wollte nun eine Auswahl, damit meine Jugend vielleicht auch mal zu Schmidt greift.

Außerdem: "jeder, der mehr als 3 'gesammelte Werke' besitzt, ist ein Scharlatan oder hat sie nicht gelesen!"

Auch wenn ich A.S. viel verdanke: statt dieses Unbildes hätte es eine Abbildung seiner Lieblingssorte Schnaps eher getan....
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am 30. Januar 2014
Zu Arno Schmidt muss man nichts sagen; der bedeutendste Autor deutscher Zunge nach dem 2. Weltkrieg! Das Lesebuch vereinigt ohne Frage Texte, die als Einstieg zu AS taugen und ist daher jedem Beflissenen ans Herz und unter die Augen zu legen. Aber so sehr ich auch das Problem Platz und Format verstehe; ohne Kostproben aus dem Spätwerk kann man die Publikation nicht Lesebuch nennen. So fehlt ja allein schon rein quantitativ die Hälfte des Gesamtwerks!
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am 4. März 2014
der mir mit seinem Lesebuch mein eigene Erlebiswelt erschließt und mich erinnert, dass wer seine Vergangenheit nciht begreift und reflektiert, weder seine Gegenwart, geschweige denn seine Zukunft verstehen oder klug lenken kann
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am 20. Februar 2014
Ich habe selten so einen Quatsch gelesen.
Wenn das ein bedeutender Literat sein soll, dann bin ich Einstein.
2 Wörter fehlen noch: Großer Mist.
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