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am 15. April 2014
Thomas Mann ist immer wieder eine Neu-Entdeckung für mich.

Er sollte jedem Deutschen in die Hände gelegt werden. Erstklassig geschrieben und
voller Psychologie. Wo sind die heutigen Schriftsteller mit dieser Qualität?
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am 21. Februar 2014
Mein Großvater hat im großen Krieg gegen die Deutschen gekämpft. Mein Vater war 1940 in Dünkirchen dabei, als wir wie die Hasen vor den Deutschen geflohen sind. Ich selbst kannte jemanden, der bei er Befreiung Bergen-Belsens dabei war. Alle drei Männer hat die Frage nie losgelassen, wie dies alles passieren konnte. Alle drei haben Deutschland bewundert - irgendwie sogar geliebt. Alle drei hat dabei die Frage nie losgelassen, wie ein solch hochkultiviertes Volk sich an den Anstreicher aus Braunau verlieren konnte, wie ein so begabtes Volk in diesen Abgrund der Bestialität fallen konnte. Nun, es gibt viele kluge Arbeiten zu diesem Buch, es gibt noch viel mehr kluge Rezensionen dazu - alle besser wie die, die ich hier reingestellt habe. Ich möchte den persönlichen Bezug zu diesem Buch betonen. Dieses Buch gibt keinen Antworten, es stellt nicht einmal viele Fragen, es erklärt nichts. Aber, und das ist aus meiner Sicht das Wunderbare an diesem unvergleichlichen Werk, es stellt einen Ozean des Erinnerns bereit, in den man eintauchen kann.

Ich bin Anfang der 60er Jahre geboren - lange nach der Katastrophe von 1914, lange nach dem Untergang einer alten Welt, lange nach dem Abfall Deutschlands in die Barbarei. Aber dieses Buch hat mich immer beunruhigt, weil ich wie mein Großvater und mein Vater zu dem Schluß kam, dass Deutschland diesen Weg in die Barbarei genommen hat, WEIL es eben so glänzend in allen Bereichen war: Vor '33 - egal was es war - die Deutschen waren immer die Besten. Die kulturellen Leistungen dieses Volkes vor 1945 lassen sich vielleicht nur mit dem perikleischen Zeitalter vergleichen. Aber all das, all diese Blüte hat dieses Volk nicht davor bewahrt in einen Abgrund zu steigen, dessen Schlund von schwärzesten Schwarz war. Dieses Buch hat mich von einem überzeugt: Es gibt einen Zusammenhang zwischen Kultur und Gewalt. Ich weiß nicht, beinhaltet vielleicht jede kulturelle Höchstleistung ein moralisches Versagen in sich? Und ja, man kann abends die Winterreise von Schubert hören und am nächsten Tag Unschuldige ins Gas schicken. Davor bewahrt die Kultur einen nicht. Aber wenn dem so ist, welchen Sinn hat Kultur dann überhaupt? Das sind die Fragen, die aus der Lektüre dieses gewaltigen und - ich kann es nicht anders schreiben - solitären Werkes entstehen. Mein Vater und mein Großvater waren einfache Männer. Aber auch sie haben dieses Buch gelesen, und meinem Großvater half beispielsweise das 14. Kapitel - Leverkühns Gespräche mit den völkischen Studenten - besser, die Mentalität der Eliten vor 1914 zu verstehen, wie jedes andere Buch. Was ich sagen will: Mit einer gewissen Lebenserfahrung (Krieg, Gewalt, Terror etc.) und bestimmten Fragestellungen ist dieses Buch eine Offenbarung. Nicht, das es irgendetwas erklärt, aber man fängt an Fragen zu stellen, auf die man so niemals gekommen wäre.

Dieses Buch ist eine Meditation über Kultur und Gewalt, über die Verflechtung des Einzelnen mit seiner Zeit, es ist eine ewige Rebellion gegen den Zeitgeist. Eines der besten Bücher die je geschrieben wurden.
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am 9. Januar 2017
Dies ist meine zweite Ausgabe von Doktor Faustus. Die erste ins Rumänische übersetzt, aber ich denke,dass der Originalversion mehr zuzutrauen ist.Es sind einige Jahre vergangen, seit ich den Roman zum ersten mal las, so ich freue mich riesig, den deutschen Originaltext zu lesen. Ich behalte normalerweise lange, was ich gelesen habe, so ein Vergleich mit dem Ersten wird wohl unvermeidlicherweise vorgenommen werden
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am 21. August 2016
Ein opulenter, faszinierender Roman.
Großartige Personen- und Milieubeschreibungen, erstaunliche Einblicke in Kunst (Musik!) und Künstlertum. Am besten kapitelweise zu lesen.
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am 19. August 2011
Ich bin während einer mehrmonatigen Krankheitsphase mit den Romanen Thomas Manns in Kontakt gekommen. Es fing an mit dem Zauberberg, den Buddenbrooks, den Bekenntnissen des Hochstaplers Felix Krull, sowie mit einigen Erzählungen. Aus beruflichem Interesse - ich bin Theologe - habe ich mich dann mit Dr. Faustus beschäftigt. Ein Nebenaspekt der vielen im Buche enthaltenen Themen hat mich besonders interessiert: die Verführung und die Theologie. Zuerst habe ich das Buch gelesen, was nicht immer leicht war. Danach bin ich auf die Hörpielreihe gestoßen, die ich in Kombination mit dem Buch, immer wieder sehr genossen habe. Ein Werk mit absoluter Tiefenwirkung und wichtigen Botschaften für Deutschland. Begeistert bin ich immer wieder von der Wortwahl und Ausdrucksfähigkeit Thomas Manns, ein Faktum sehr im Kontrast zu dem stehend, was heute so angeboten wird. Dr. Faustus, als Buch und Hörspiel, empfehle ich jedem, der Literatur mit Gehalt sucht.
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am 3. August 2011
Faust Versionen gibt es unzählige, aber nur bei wenigen hat man den Eindruck, der Verfasser hätte selbst einen Mephistopheles gebraucht, um sein Werk zu erstellen. Hier drängt sich dieser jedoch durchaus auf; unzweifelhaft das Glanzstück Mann's. Die künstlerischen Orgien in düsteren Stunden werden eindrucksvoll geschildert, unter grandioser Ausführung musiktheoretischer Details, geschickt mit künstlerischen Sprachelementen und Analogien ausgeführt, wird hier der Pathomechanismus einer globalen Gewaltorgie, einer zutiefst denkwürdigen Epoche deutscher Geschichte, gezeichnet, ohne historische Details großartig auszuführen. Dieser "Mann" steht für die Abgründe einer ganzen Generation, vielleicht der gesamten Menschheit, sowohl in ihrer übermenschlichen Genialität als auch animalischen Bestialität. Diese Brücke, dieser Übergang, den Nietzsche forderte, scheint Mann in der Kunst seiner faszinierenden sprachlichen Stilistik verwirklicht zu haben; so wie Leverkühn die Klaviatur der Musik beherrscht, reizt Mann diejenige der sprachlichen Kunst so weit aus, dass die damit verbundene Schönheit und Faszination fast schmerzt.
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am 18. Juli 2014
Super Buch! Endlich auch als E-Book. Schade das diese hochwertige Literatur immer weniger Freunde findet. Das sollte eigentlich Pflichtlektüre in den Schulen sein.
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am 2. Juli 2005
Einem Roman von Thomas Mann etwas anderes als 5 Sterne zu geben wäre anmaßend.
Für die inhaltliche Bewertung des vorliegenden Werkes möge der interessierte Leser die vielfachen Rezensionen der Buchversion hier nachlesen.
Bliebe aus meiner Sicht an dieser Stelle lediglich noch folgendes hinzuzufügen:
a) Ganz gleich, was Gert Westphal vorliest, ist dies immer höchstes (Hör-) Vergnügen.
b) Ich schließe mich nicht der Meinung eines Buchrezensenten an, "Doktor Faustus" sei der beste Roman Thomas Manns. Die Buddenbrooks, der Zauberberg, besonders aber der Joseph-Roman haben meines Erachtens mehr zu bieten. Dennoch verdient auch dieser Roman allemal 5 Sterne - auf der leider nicht weiter nach oben offenen amazon-Skala.
c) Thomas Mann ist in allen seinen Werken nicht nur ein präziser Beobachter und Beschreiber auf hohem stilistischen Niveau gewesen, sondern so manches Mal in negativer Übersteigerung eben dieser Fähigkeiten auch ein Schwadroneur und Causeur. Seine Schwatzhaftigkeit fällt ganz besonders in diesem Werk auf und kann über weite Strecken die Grenze des Erträglichen überschreiten.
d) Auch in diesem Werk fällt dem aufmerksamen Leser der oftmals zu beobachtenden modulare Aufbau auf. Th. Mann versteht es, Versatzelemente, schriftstellerische Fingerübungen oder Gedankenausflüge zu gänzlich anderen Themen aus Politik, Wissenschaft oder Kunst Seiten füllend und ohne jeglichen inhaltlichen Zusammenhang in seine Werke so zu integrieren, dass es dem Leser nur sehr schwer auffällt.
e) Besonderes Vergnügen hat der Leser, dem es auch in diesem Roman gelingt, jene Abschnitte zu entdecken, die eindeutig autobiographische Züge haben oder Verarbeitungen Manns eigenen (Er-) Lebens sind.
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HALL OF FAMEam 8. November 2006
Kein anderer Text Thomas Manns ist derart kontrovers diskutiert worden wie "Doktor Faustus". Selbst heute, Jahrzehnte nach seiner Erstveröffentlichung, stellt Manns Neubearbeitung des alten Faust-Stoffes noch eine Herausforderung dar - sowohl für den Leser als auch für die literarische Forschung. Vor dem Hintergrund der letzten Tage des Zweiten Weltkriegs und des zerfallenden Nazi-Deutschlands lässt Mann seinen Erzähler Serenus Zeitblom vom Leben des Komponisten Adrian Leverkühn berichten: von der frühen Syphilis-Erkrankung, dem Pakt mit dem Teufel, den großen kompositorischen Erfolgen, von einem Leben ohne Liebe und dem Ende in geistiger Umnachtung. Unter Verwendung einer virtuosen Montagetechnik baut Mann zahlreiche philosophische und kulturtheoretische Ansätze des frühen 20. Jahrhunderts in seinen Großroman ein, so etwa die Zwölftonmusik Schönbergs und deren Analyse durch Theodor W. Adorno. "Doktor Faustus" ist zugleich ein Künstler- und ein Epochenroman, eine epische Parabel von der Verstrickung des Genies in die Katastrophe des Nationalsozialismus.
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am 21. November 2007
»Was werden die Deutschen meinen?« fragte sich Thomas Mann 1947, als er seinen, im kalifornischen Exil geschriebenen, Roman »Doktor Faustus« abschloss. Er ist sein vielschichtigstes Werk geworden. Es handelt vom Denken, von den Sehnsüchten und von der Musik des sogenannten Kulturvolks der Deutschen, das den Teufelsbund mit dem Faschismus einging. Thomas Mann hat hierfür der Deutschen Volksbuch, den Faust, zum Vexierstoff eines Zeitromans gewählt. Es ist der Faustus des Mittelalters, der Reformation bis hin zu seiner Gestaltung im Drama Goethes, den Mann hier als den deutschen Mythos über die Jahrhunderte hinweg herbeizitiert.

Sein »Faust« erschien am 17. Oktober 1947 in Stockholm, 1948 in den USA, im selben Jahr, aber zuletzt in Deutschland. Dort wurde er zur proklamierten »Stunde Null« als unangemessene Darstellung des deutschen »Schicksals« heftig kritisiert. Bis heute dürfte die Auflage sich jedoch weltweit auf eine Million Exemplare belaufen. Ein Longseller also seither ? aber ein Lieblingsbuch der Deutschen wurde der Roman nicht.

Thomas Manns Diktum, es gebe nicht zwei Deutschland, ein böses und ein gutes, sondern nur eines, »dem sein Bestes durch Teufelslist zum Bösen ausschlug«, wird im »Faustus« durchgespielt, was vielen Lesern im Nachkriegsdeutschland mißviel. Darüber hinaus gilt der Roman als Thomas Mann schwierigstes und komplexestes Werk: Hinter der klassischen Ich-Erzählform verbirgt sich eine moderne Montagetechnik, die in die Monologe und Gesellschaftsszenen theologische Diskurse, Schönbergs Kompositionslehre, Adornos Musiktheorie, Nietzsches Leben sowie konservativ-revolutionäre Moralideologie des frühen 20. Jahrhunderts einarbeitet. Der Germanist Heinrich Detering vermerkte: »Dieser Roman tut enorm vieles und Kompliziertes auf einmal. Kann man ihn verschlingen wie die Buddenbrooks? Man kann nicht nur, man sollte unbedingt!« Mann hat hier ein »Geschichten- und Unterhaltungsbuch« geschrieben, das in lebenssatter Fabulierlust den Künstler- und Deutschlandroman mit Elementen von Psycho-Thriller, Liebesdrama und Horrorgeschichte verknüpft.

Und verschlingen kann man dieses sperrige Literatur-Möbel nun unbedingt. Der fast vierzehnstündigen Hörspielfassung von Thomas Manns Roman Doktor Faustus darf man vieles nachrühmen. Sie ist mit großer Sorgfalt und souveränem Stilgefühl erarbeitet, sie ist texttreu und setzt dennoch eine Fülle eigener Akzente, sie ist zurückhaltend inszeniert und gleichwohl höchst originell, sie findet für die Klangräume dieser Komponistentragödie überzeugende, dabei nie auftrumpfende Lösungen - und sie versteht es, das gute halbe Hundert an Sprechrollen mit einem Ensemble zu besetzen, das noch für die kleinsten Nebenpartien unverwechselbare Sprachmasken bereithält. Klug hält das Hörspiel die Mitte zwischen Sprechoper und szenischer Lesung, zwischen Kargheit also und Opulenz. Wenn es mit rechten Dingen zugeht, dürfte, ja müsste diese Produktion dem spätesten und schwierigsten der vier Großromane von Thomas Mann ein Publikum erschließen, das den puren Minderheitenstatus, den derart anspruchsvolle Hörfunk-Unternehmungen üblicherweise bedienen, merklich hinter sich lässt.
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