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Kundenrezensionen

3,0 von 5 Sternen
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Format: Taschenbuch|Ändern
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am 22. Juni 2016
Der Roman greift ein interessantes Thema auf - die Lotte aus dem Werther will in fortgeschrittenem Alter nochmals den Meister Goethe treffen und reist deshalb nach Weimar. Nur in kurzen Passagen blitzt das Amüsante an dieser Vorstellung auf. Bisweilen erfreut man sich auch an gelungenen Seitenhieben auf den eitlen alten Mann, gekonnt vorgetragen von seinen Mitlebenden und Mitstreitern. Das rettet das Buch aber leider nicht. Die allerlängste Zeit bewegt sich Mann in historischen Nebengeleisen und Details und fadisiert so den Leser in einem Maße, dass man entweder aufgibt oder seitenlang nur mehr querliest. Den Rest dazu tut eine gespreizte, mühsam zu lesende Sprache. Wenn Mann, dann andere Werke von ihm. Dies ist die Zeit für die Lektüre des umfangreichen Buches nicht wert.
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VINE-PRODUKTTESTERam 23. Oktober 2012
Lotte ist einfach wunderbar dargestellt. Die alternde Muse, die voller Hoffnung auf das Wiedersehen mit ihrem weltberühmten Liebhaber in Weimar Hof hält. Sie ist jedoch eine Kunstfigur, kein echter Mensch. Jeder, der den "Werther" gelesen hat, ehrt sie, möchte sie besuchen, kennenlernen, mit ihr reden. Nur der eine, der ihr das Denkmal geschaffen hat, der einzige, der sie als Mensch kennt - er kommt und kommt nicht. Ein herrliches Werk über die menschliche Eitelkeit.
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am 19. Juli 2016
Als 18-jähriger war ich von diesem Roman beeindruckt. Da gab es so viele Dinge aus dem Leben Goethes zu erfahren. Und dann die Prächtigkeit des Stils, die ausladenden Satzperioden, die immer wieder eingestreuten seltenen Vokabeln und Wortschöpfungen. Das schien mir hohe Kunst. Die wirklich großen Romane des 19ten und 20ten Jahrhunderts wie die von Flaubert, Kafka, Döblin oder Joyce kannte ich damals noch nicht.
Heute, 50 Jahre später, lese ich den Text als einen Exzess an stilistischen Übertreibungen. Die Virtuosität im Sprachgebrauch scheint sich augenzwinkernd über sich selbst lustig zu machen. Das ist die berühmte Ironie bei Thomas Mann, sein Ausweichen in die Parodie, weil ihm ein eigener Stil nicht gelingen will. Die Zwanghaftigkeit dieses Sprachduktus zeigt sich z.B. darin, dass alle Personen in diesem Roman sprechen wie Thomas Mann schreibt. Gleichgültig ob es sich um den Hausdiener, Charlotte, Dr. Riemer, Adele Schopenhauer oder um August von Goethe handelt, alle sprechen sie ganz ungeniert im gleichen Thomas-Mann-Ton. Dabei ist es noch eine wohlwollende Charakterisierung überhaupt von einem Thomas-Mann-Ton zu sprechen. Es ist der von Mann imitierte Stil der gebildeten Stände des 19tnen Jahrhunderts. Mehr als diesen Stil perfekt zu beherrschen und ihn zuweilen durch Übertreibung kenntlich zu machen vermag der Schriftsteller Thomas Mann aber nicht zu leisten. Sogar ein bekennender Thomas-Mann-Fan wie Friedrich Sieburg schrieb „daß man sich schließlich berechtigt fühlt, von dem größten deutschen Stilisten zu denken, er habe überhaupt nie das gehabt, was man eigenen Stil nennt […].“ Alles nur Parodie, alles nur eine Neuabmischung alter Ausdrucksformen.
Freilich wird der Schriftsteller nicht müde, diese Schwäche zur Stärke umzudeuten, sie sozusagen mit einem ideologischen Überbau zu versehen. Schon im Roman selbst wird da Immunisierungsarbeit geleistet. Thomas Mann legt Goethe die Worte in den Mund „alle Kultur ist Parodie“. Dieses Thema beschäftigte Mann sehr lange. Denn wenn das Kulturelle, das Künstlerische nicht notwendigerweise nur noch als Parodie daherkommen kann, dann ist der künstlerische Rang seines ganzen Werkes in Frage gestellt. Bei Thomas Mann nennt Goethe die Parodie die „seltsam-heiterste und zärtlichste“ von den „Besinnlichkeiten, die die Kunst begleiten“. Sie ist für ihn „fromme Zerstörung, lächelnd Abschiednehmen … Bewahrende Nachfolge, die schon Scherz und Schimpf ist“. So möchte er es wohl gerne verstanden haben. Aber es sind eben „Besinnlichkeiten, die die Kunst begleiten“ und nicht die Kunst selbst.

Die ersten sechs Kapitel des Romans handeln von den Besuchen, die Charlotte Kestner, geb. Buff am ersten Tag ihres Besuchs in Weimar empfängt. Immer geht es bei diesen Gesprächen um Goethe. Charlottes Besuch ist nur ein Vorwand um verschieden Perspektiven auf Goethe darstellen zu können. Erst im siebten Kapitel tritt Goethe selbst auf. Wir hören einem morgendlichen Selbstgespräch des Meisters zu, einem inneren Monolog. Hier ändert sich der Ton, vom geschliffenen, repräsentativen Konversationsstil hin zu einem assoziativen Sprachduktus. Der Goethe Thomas Manns springt, halb Rhapsode halb Rapper, von einem Lieblingsthema Goethes zum nächsten. Das ganze wird angereichert mit Goethe Schnipseln und Äußerungen, die nach Goethe klingen, die Thomas Mann aber seiner Figur in den Mund legt. Goethe war für Thomas Mann immer der Übervater, eine Figur, in der er seine eigene phantasierte Größe vorweggenommen sah. An mehreren Stellen spricht er, bezogen auf Goethe, von einer „unio mystica mit dem Vater“, d.h. einer geistigen Vereinigung mit dem göttlichen Goethe (z.B. in einem Brief an Ferdinand Lion im Jahre 1938). Und wie der Mystiker seine höchste Erfüllung im Verschmelzen mit Gott erlebt, so muss es Thomas Mann bei seiner nachahmenden Darstellung der Gedankenströme Goethes ergangen sein: „Seht her: Ich bin es. Ich bin Goethe!“. In modernerem Vokabular formuliert: Thomas Mann liefert uns einen Goethe-Remix, im dem bekannte Melodiefetzen gesampelt und mit einigen eigenen Elementen angereichter neu aufgenommen werden. Was sind nun diese eigenen Elemente? Inhaltlich auffällig sind die Passagen, die so nicht von Goethe stammen können. Thomas Mann verwendet Goethe als nationalpädagogisches Sprachrohr, um aus dem Exil seinen Landsleuten die Leviten zu lesen. Da lässt Thomas Mann seinen Goethe ausrufen „ Dass sie [= die Deutschen] den Reiz der Wahrheit nicht kennen, ist zu beklagen – daß ihnen Dunst und Rausch und all berserkerisches Unmaß so teuer, ist widerwärtig, – daß sie sich jedem verzückten Schurken gläubig hingeben, der ihr Niedrigste aufruft [ …] ist miserabel. [ …] Sie meinen sie seien Deutschland, aber ich bins.“ Dabei scheint Thomas Mann völlig vergessen zu haben, dass er sich früher selbst sehr vernehmlich in den Chor der Demokratiefeinde eingereiht hat. 1914 schreibt er, nicht ganz frei von „Dunst und Rausch“: "Wie hätte der Künstler, der Soldat im Künstler nicht Gott loben sollen für den Zusammenbruch einer Friedenswelt, die er so satt, so überaus satt hatte! Krieg! Es war Reinigung, Befreiung, was wir empfanden." Klingt das nicht sehr nach dem Ungeist, den er 1939 so vehement von sich weist? Und noch 1918 schreibt er „Fort also mit dem landfremden und abstoßenden Schlagwort ›demokratisch‹! Nie wird der mechanisch-demokratische Staat des Westens Heimatrecht bei uns erlangen.“ Da ist der Abstand zu ähnlichen Parolen der Nazis kaum noch auszumachen. Aber für Thomas Mann gilt wohl auch das Wort des deutschen Dichters F. W. Bernstein „Die schärfsten Kritiker der Elche / waren früher selber welche.“
In dem morgendlichen Monolog spricht Goethe auch davon, dass viele seiner Werke einfach „schicklicher Quark“ seien. Er meint damit wohl die vielen Gelegenheitsgedicht, die zu produzieren er sich genötigt sah. Mag sein, dass bei Goethe das eine oder andere „schicklicher Quark“ ist; bei „Lotte in Weimar“ kommt unser verehrter Großdichter aber mit Sicherheit nicht aus dem stilistischen Retro-Quark heraus.
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am 7. Februar 2013
Ein wunderbarer Klassiker der in dieser Ausgabe sehr von den Kommentaren und der Vollständigkeit profitiert. Habe es nach ca. 20 Jahren wieder gelesen und bin immernoch entzückt über die Erzählung, ihre Aktualität, Universalität und Liebe zum (amüsanten) Detail.
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am 30. Januar 2013
Es ist nicht einfach zu lesen. Ich weiß nicht, ob ich es irgendwann aufgebe. Da ich aber gerade in Weimar war, versuche ich es durch zu lesen. Gut, dass ich einiges schon gehört habe.
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