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am 5. August 2013
Aufgrund der zahlreichen negativen (und für mich haarsträubenden)Rezensionen in der letzten Zeit, muss ich mich jetzt hier auch einmal zu Wort melden. Ich habe dieses Buch im Rahmen meines Lehramt-Studiums gelesen und habe gelacht und geweint, aber die meiste Zeit saß ich einfach nur mit offenem Mund da und konnte es nicht fassen, was ich da lese.

Das Buch ist NICHT für Kinder geeignet. Die Geschichte lebt von der Kluft, die zwischen dem, was Bruno denkt und dem Wissen das jugendlichen/erwachsenen Lesers um die wahren Geschehnisse, entsteht. Das Thema Nationalsozialismus und Holocaust wird in der Schule etwa ab der 7. Klasse thematisiert, ich würde das Buch mit einer Klasse jedoch niemals vor dem 8./9. Schuljahr bearbeiten. Der Leser muss wissen, was wirklich passiert ist, das macht den Reiz der zahlreichen Leerstellen (oder wie manche es hier nennen: "Auslassungen"), aus. Leerstellen sind dazu da, damit der Leser interpretieren und aktiv am Sinnbildungsprozess teilnehmen kann. Übrigens erwähnt der Autor explizit im Prolog, dass Bruno zwar 9 Jahre alt ist, das Buch aber nicht für 9jährige geschrieben ist.

Der Autor will die Situation weder total realistisch (natürlich ist es unrealistisch, dass die beiden Jungen sich am Zaun treffen), noch geschichtlich 100 Prozent korrekt darstellen. Dafür gibt es bereits genügend andere Bücher über den Holocaust. Wie bereits oben erwähnt, sollte der Leser dieses Wissen bereits haben, wenn er dieses Buch liest. Es vermittelt also auch kein falsches Bild. Meiner Meinung nach wird hier überhaupt nichts verharmlost, ganz im Gegenteil: Alles Schreckliche, was in den Lagern passiert ist, wird dargestellt: Hunger, Misshandlung, Mord. Naürlich ist Bruno so naiv, wie es kein anderes Kind ist und wahrscheinlich auch kein Kind während des NS war. Natürlich mussten die Kinder der Nationalsozialisten die Ideologie ihrer Eltern übernehmen und haben bereits in der Schule eingebläut bekommen, was Sache ist. Aber würde dieses Buch funktionieren, wenn Bruno all das gewusst hätte? Dann wäre es ein Buch wie all die anderen auch. Auch das erwähnt der Autor im Nachwort ("[...], und zwar durch die Augen eines sehr naiven Kindes, das die schrecklichen Geschehnisse um es herum nicht versteht.") Dabei ist es egal, ob Bruno 5 Jahre alt oder 9 Jahre alt ist.

Die Aussage im letzten Satz des letzten Kapitels ist natürlich ebenfalls ironisch gemeint und soll den Leser "provozieren". Natürlich weiß der Autor, dass so etwas immer wieder passieren kann.

Er kritisiert auch den Umgang vieler Erwachsenen mit ihren Kindern, die ihren Kindern die Welt nicht erklären. Am Ende stellt sich heraus, dass Bruno gar nicht so dumm und naiv war, wie man vielleicht annimmt. Er hat etwas, dass die Erwachsenen verloren haben: Für ihn sind alle Menschen gleich, egal wie sie aussehen oder wo sie herkommen. Letztendlich wurde er zum Opfer der Leichtgläubigkeit seiner Eltern, die davon ausgegangen sind, dass er all das Leid, dass er vor Augen hatte, nicht wahrnimmt, dass er keine Fragen stellt. Bruno hat sehr viele Fragen gestellt, er hat aber keine Antworten bekommen. Also hat er sich seine Welt auf eigene Art erklärt- und das ist ihm zum Verhängnis geworden.

Mich ärgert, dass meine "Vorschreiber" scheinbar keine Sekunde überlegt haben, welche Wirkung der Autor hier überhaupt erzielen will, bzw. was dieses Buch aussagen soll. Mich jedenfalls hat er erreicht.
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am 13. Mai 2016
Der neunjährige Bruno muss mit seiner Schwester Gretel, seiner Mutter und seinem Vater von Berlin nach Auschwitz ziehen, da sein Vater zu einem SS-Kommandant befördert wurde. Schnell merkt Bruno, dass es dort gar nicht so schön ist, wie er anfangs gedacht hat. Er entdeckt einen merkwürdigen Zaun, hinter dem seltsame Menschen in "gestreiften Pyjamas" leben.....

Nachdem ich "Haus der Geister" von John Boyne gelesen habe, musste ich sofort noch ein anderes Werk von diesem grandiosen Autor lesen. "Der Junge im gestreiften Pyjama" hat mich von der ersten Seite an begeistern können.

Bruno ist 9 Jahre alt, als sein Vater befördert wird. Somit muss er mit seiner ganzen Familie nach Auschwitz ziehen. Bruno versteht Auschwitz nicht und nennt den Ort immer "Aus-Wisch". Er versteht auch viel nicht, was die Arbeit seines Vaters betrifft. Doch er beginnt mit der Zeit immer mehr Fragen zu stellen, aber niemand gibt ihm eine ehrliche Antwort. Dieses Fehlverhalten wird ihm am Ende der Geschichte zum Verhängnis. Er wundert sich sehr, wieso die Menschen hinter dem Zaun alle gleich angezogen sind und alle einen "gestreiften Pyjama" anhaben. Er denkt immer es sei ein riesiger Bauernhof.

Das Buch lässt sich sehr flüssig lesen, aber ich würde es auf keinen Fall jüngeren Lesern empfehlen, da mich die Geschichte sehr mitgenommen hat. Ich habe mich sehr in die Geschichte hineingesteigert, wahrscheinlich weil der Hauptcharakter noch ein Kind ist.

Bruno erkundet aus Langeweile die Gegend und spaziert am Zaun entlang. Dort lernt er dann einen Jungen in seinem Alter kennen. Dieser lebt hinter dem Zaun und heißt Schmuel. Die beiden entwickeln mit der Zeit eine enge Freundschaft. Seinen Eltern erzählt Bruno aber nichts davon, aus Angst sie könnten ihm den einzigen Freund den er in Auschwitz hat, verbieten. Bruno hat eine freche Art und zudem ist er auch noch auf Schmuel neidisch, da er soviele "Freunde" hat. Man merkt sehr oft in der Geschichte, dass Bruno eigentlich gar nicht weiß, was los ist.

Ich kann euch dieses Buch nur ans Herz legen!
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am 19. November 2015
Die Geschichte von "Der Junge im gestreiften Pyjama" ist schwer zu beschreiben. Normalerweise geben wir an dieser Stelle ein paar Hinweise auf den Inhalt, aber bei diesem Buch - so glauben wir - ist es besser, wenn man vorher nicht weiß, worum es geht. Wer zu lesen beginnt, begibt sich auf eine Reise mit einem neunjährigen Jungen namens Bruno. (Und doch ist es kein Buch für Neunjährige.) Früher oder später kommt er mit Bruno an einen Zaun. Zäune wie dieser existieren auf der ganzen Welt.

DIE GESCHICHTE ÜBER EINE UNGEWÖHNLICHE FREUNDSCHAFT

Der Klappentext gibt wenig her bei diesem Buch. Im Grunde geht es um die Freundschaft zweier 9-jähriger Jungen, die aus Welten stammen, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Bruno ist der Sohn eines ranghohen Nazi-Offiziers, der von Hitler höchstpersönlich nach Auschwitz versetzt wird. Bruno, seine ältere Schwester und die Mutter müssen mit und die ganze Familie zieht in ein Haus direkt am Lagerzaun. Da es dort sonst niemanden gibt, mit dem Bruno sich anfreunden kann und sein größter Wunsch es ist, Forscher zu werden, beginnt Bruno am Zaun entlang zu spazieren und trifft dort auf Schmuel, einen Jungen, der auf der anderen Zaunseite sitzt.

Bruno ist wohlbehütet aufgewachsen, der eine oder andere Leser würde ihn wahrscheinlich als naiv bezeichnen. Doch er ist ein aufgeweckter Kerl, nur nicht gut informiert. Er ahnt nichts von Hitler, der Nazi-Herrschaft oder Konzentrationslagern. Natürlich kann man sich fragen, ob diese Unwissenheit für einen Jungen in seinem Alter realistisch ist oder nicht, doch um die Geschichte so zu erzählen, wie John Boyne es tut, ist es unabdingbare Voraussetzung, dass Bruno eben nicht versteht, was auf der anderen Seite des Zauns vor sich geht.

EIN EINSAMER JUNGE AUF DER SUCHE NACH EINEM FREUND

Genau deshalb ist Bruno immer etwas neidisch auf seinen kleinen Freund Schmuel. Denn der hat auf seiner Zaunseite einen ganzen Haufen Jungen, mit denen er spielen kann und außerdem darf er den ganzen Tag im Schlafanzug rumlaufen. Wenn man diese Stellen liest, sitzt einem ein riesen Kloß im Hals, denn der Leser weiß natürlich um die geschichtlichen Hintergründe. Denn Bruno hat noch diese Eigenschaft, die ihn von den Erwachsenen unterscheidet: er glaubt fest daran, dass alle Menschen gleich sind.

Im Nachwort kommt der Autor selbst zu Wort und da erklärt er auch, dass er Bruno extra so naiv gestaltet hat. Es geht nicht darum, die Geschichte nachzuerzählen, sondern auch darum, aufzurütteln und das Vergessen zu verhindern. Dieses Buch erzählt zwar die Geschichte von zwei 9-Jährigen, doch es ist absolut kein Buch für Kinder. Man benötigt schon einige geschichtliche Kenntnisse, wenn man die Geschichte verstehen will und was vielleicht viel wichtiger ist: auch um zu verstehen, was die Geschichte transportieren will. Und obwohl das Buch nichts für zu kleine Kinder ist, kann es vielleicht Heranwachsenden die Augen öffnen über die schrecklichen Dinge, die in unserem eigenen Land vor nicht allzu langer Zeit geschehen sind.

EIN BUCH ZUM NACHDENKEN UND ERINNERN

Gerade in unserer Zeit, in der immer weniger Zeitzeugen leben, ist dieses Buch so wichtig. John Boyne hat hat es selbst am besten formuliert: wir leben alle auf der anderen Zaunseite und schauen von der sicheren Seite auf die Verbrechen, die begangen wurden. Und obwohl diese Geschichte einen auch an manchen Stellen schmunzeln lässt, hängt über allem immer ein dunkler Schatten, den man als Leser nicht los wird.

Trotzdem geht diese Geschichte auch aufgrund der beiden Protagnonisten unglaublich ans Herz und vor allem zum Schluss hin, musste ich mir das eine oder andere Tränchen sehr verkneifen, um nicht hemmungslos loszuheulen.

SOLLTE MAN GELESEN HABEN

"Der Junge im gestreiften Pyjama" ist vielleicht nicht das historisch korrekteste Buch zu diesem Thema, doch trotzdem hat es eine Message. Es kämpft gegen das Vergessen an und bildet gleichzeitig eine unglaublich schöne und genauso traurige Geschichte über eine Freundschaft, die es so vielleicht nie geben konnte. Wenn man über die vielleicht zu krass ausgestaltete Naivität des Protagonisten hinwegsehen kann, wird man in eine Welt gezogen, die auch noch lange nach der letzten Seite nachhallt.
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am 18. Januar 2016
Bruno, der neunjährige Protagonist des Romans, zieht mit seiner Familie von Berlin nach „Auswisch“. Bruno gefällt sein neues Zuhause zunächst gar nicht. Doch beim Forschen in dem riesigen, für ihn eigentlich verbotenen Garten, trifft er auf Schmuel, welcher auf der anderen Seite des großen Stacheldrahtzauns lebt. Bruno und Schmuel freunden sich schnell an und Bruno schleicht sich jeden Tag aus dem Haus, um seinen Freund zu besuchen. Beide Jungen verstehen nicht, warum sie durch einen Zaun voneinander getrennt sind.
Der Roman, welcher 2006 erschienen ist, erweckt zunächst den Eindruck, dass es ein nettes Kinder- bzw. Jugendbuch für zwischendurch ist. Dass dem nicht so ist, wird ziemlich schnell klar, denn die NS-Zeit ist kein einfaches Thema. Da das Buch aus der Sicht eines Neunjährigen geschrieben ist, ist der irische Autor John Boyne noch ein weiteres Risiko eingegangen. Obwohl der Roman nicht aus der Ich-Perspektive geschrieben ist, konzentriert sich die Geschichte auf die Figur Bruno. Er versteht noch nicht alles richtig, Auschwitz wird zu „Auswisch“ und er bezeichnet den Führer als „Furor“.
Im Großen und Ganzen ein sehr gelungenes Buch, das die NS-Zeit mal aus einem anderen Blickwinkel darstellt, nämlich aus der Sicht eines Kindes. Dafür, dass Bruno bereits neun Jahre alt ist, wird er leider etwas zu naiv dargestellt. Er scheint keine Ahnung davon zu haben, in was für einer Zeit er lebt. Hitler ist ihm kein Begriff, obgleich sein Vater Lagerkommandant ist. Anscheinend ist es weder in seiner Schule noch bei seinen Eltern ein Thema.
Abschließend kann man sagen, dass es ein sehr gutes Buch ist, für das man allerdings Hintergrundwissen über den Holocaust benötigt, um es richtig zu verstehen. Meiner Meinung nach verliert das Buch durch Brunos unlogisch naive Darstellung leider etwas an Wert.
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am 20. März 2010
Wer ein Buch über den Holocaust aus der Sicht eines 9-jährigen Kindes schreibt, der sollte sich natürlich auch in die geistige Entwicklungsstufe eines 9-jährigen hineinversetzen können, welche der Autor hier aber klar mit der eines 5-jährigen verwechselt hat.
Vor allem aber sollte er mehr als nur Grundkenntnisse von seinem Thema haben.

Durch unzählige Augenzeugenberichte, Literatur, Internetseiten, TV-Dokus, Gedenkstätten, Museen, und und und... ist es wohl bei kaum einem anderen Thema so leicht an gute Informationen heranzukommen, wie gerade beim Holocaust.
Warum hat John Boyne keine dieser Möglichkeiten genutzt?

Rein sachlich betrachtet ist das Buch einfach katastrophal schlecht recherchiert und mit so haarsträubendem Unsinn angefüllt, dass der Untertitel "Fabel" die Sache am Schluss auch nicht retten kann. Vor allem wird eine Geschichte aber auch nicht deshalb zur Fabel, weil der Autor es nunmal so auf den Buchdeckel geschrieben hat. Und ihm dieses Wort einfach nur stumm aus der Hand zu fressen, ist sicher auch nicht der richtige Weg.

Eine Fabel ist es ja schonmal gar nicht, da die handelnden Figuren einer solchen eben keine Menschen sind - wodurch sie sich ja überhaupt erst definiert. Sie ist eine klare ABSTRAKTION im Bezug auf ihre Charaktere, die in der Fabel vollkommen wertneutral als Tiere, manchmal auch als Gegenstände dargestellt werden.
Wenn überhaupt, so müsste es sich hier um eine Parabel handeln. Die Parabel nutzt FIKTIVE Inhalte um damit allgemeingültige Regeln im Bezug auf soziale und moralische Werte zu transportieren.
Doch genau hier liegt der Hase im Pfeffer.

Der Völkermord in Auschwitz ist eben keineswegs FIKTION oder ABSTRAKTION, und eignet sich daher auch nicht als Basis für eine Fabel oder Parabel.
Vor allem ist aber auch unklar welche Botschaft denn hier eigentlich übermittelt werden soll - oder kann mir irgendjemand plausibel erklären, was die moralische Kernaussage der Geschichte ist?

In vielen Rezensionen und Kommentaren ist zu lesen, dass Brunos Naivität als Analogie zu sehen sei für die Millionen von Deutschen die weggeschaut haben, oder die nichts gewusst haben wollen. Dies alleine wäre aber noch gar keine Botschaft, sondern lediglich ein Vergleich. Es spielt aber auch keine besondere Rolle, da solch ein Erklärungsversuch ja ohnehin schon im Ansatz scheitern muss. Brunos Unwissenheit wird ja hier schließlich nicht als Schutzbehauptung dargestellt, sondern als absolut ehrlich und real. Er hätte ja sonst in dieser Analogie wegschauen und mit der Masse mitschwimmen müssen. Dann wäre er niemals so unvoreingenommen auf Schmuel zugegangen oder hätte sich gar mit ihm angefreundet. Und vor allem hätte er auch niemals die andere Zaunseite betreten.
Nein, Bruno verkörpert hier keinesfalls die damalige deutsche Bevölkerung.

Vielleicht leistet Bruno aber irgendeine Art von Widerstand, und kann deshalb für diese Gruppe stehen?
Nein, denn alles was er tut, tut er aus reiner Unkenntnis heraus. Er handelt weder aus ethischen oder moralischen Gründen, noch bricht er jemals aktiv irgendwelche Regeln um das System zu untergraben. Er geht keinerlei Risiko ein dessen er sich vorher bewusst gewesen wäre, daher kann er auch nicht symbolisch für die Widerstandsbewegung angesehen werden.

Vielleicht ein Täter?
Obwohl er als deutscher (und noch dazu mit diesem Vater) natürlich auf der Seite der Täter steht, zeigt er nicht die geringsten Tendenzen zu Hass, Gewalt oder Antisemitismus. Ein Täter ist er daher ganz klar auch nicht.

Also was bleibt ???

Am Ende ist Bruno einfach nur ein Naivling, der durch seine eigene Beschränktheit irgendwie in die Schusslinie gestolpert ist. Mit anderen Worten, er ist ein Individuum, das kaum stellvertretend für irgendeine größere Personengruppe stehen kann. Aus diesem Grunde erschließt sich mir hier auch kein tieferer Sinn.

Sollte sich (wie in einigen Rezensionen zu lesen ist) die Moral der Geschichte aber tatsächlich einzig und allein auf die Freundschaft beider Jungen beziehen und gar keine wirkliche Verbindung mit dem KZ-Auschwitz haben, so wäre dies eine fast noch größere Frechheit von John Boyne. Der Holocaust forderte immerhin über 6 Millionen Opfer - eine unvorstellbare Zahl, die noch nicht einmal die Überlebenden beinhaltet, welche kaum weniger zu bedauern sind. Diese dann für eine solch stümperhaft konstruierte Geschichte über "Freundschaft" herzunehmen, könnte ich dann wirklich nur noch als "Verkaufsfördernde Maßnahme" bezeichnen.

Natürlich - in jeder Geschichte, so auch in dieser, gibt ein paar Dinge am Rande die so etwas wie eine "Botschaft" darstellen könnten. Im Bezug auf Brunos Vater kann man beispielsweise sagen: "Wer anderen eine Grube gräbt, fällt selbst hinein." Schließlich wird der am Ende ja auch irgendwie selbst zum indirekten Opfer seines eigenen Massenmordes.
Solche oder ähnliche Dinge sind in dieser Geschichte aber Nebensächlichkeiten. Das ist nicht die Kernaussage, und auf keinen Fall macht eine solche Botschaft das Buch zur Fabel. Wie gesagt, etwas ähnliches kann aus fast jeder Geschichte herausgelesen werden, selbst aus Winnetou, Harry Potter oder dem Struwwelpeter.
Es ist auch leider etwas zu kurz gedacht wenn man annimmt, dass eine Holocaust-Geschichte alleine schon deswegen eine wertvolle Aussage haben müsste, nur weil sie eben den Holocaust zum Inhalt hat - obwohl es natürlich schön wäre, wenn man diesen Zusammenhang tatsächlich voraussetzen dürfte. So ist es aber leider nicht.

Doch selbst was den literarischen Wert angeht, so steckt in diesem Buch wie ich finde nicht allzuviel Lesenswertes.
Die Charaktere sind allesamt oberflächlich und entwicklungsunfähig. Der Schreibstil ist extrem simpel und bietet kaum Spannungsbögen. Die ständigen Wiederholungen, die der Autor offenbar für eine kindlichen Denk- und Sprechweise hält, nerven kolossal ab, und die unglaubliche Einfältigkeit des Protagonisten Bruno ist kaum zu ertragen.

Bruno (immerhin der Sohn des Lagerkommandanten von Auschwitz), der wie kaum ein anderer Junge nationalsozialistisch gedrillt sein müsste,
- kennt Adolf Hitler nicht.
- kann selbst nach mehrfachem Vorsagen das Wort "Auschwitz" nicht aussprechen, obwohl er seit einem Jahr dort wohnt und es auf einer Parkbank sogar geschrieben gesehen hat.
- hat auch noch nichts davon gehört, dass Juden "Volksschädlinge" seien, und ist offenbar in seinem ganzen Leben (1933 bis 1943) noch mit keiner Form von Propaganda in Kontakt gekommen - weder zu Hause, noch in der Schule oder auf der Straße.
- weiß gar nicht was ein Jude überhaupt ist, oder ob er sogar selber einer ist.
- kann sich auch nicht den geringsten Reim auf die Vorgänge in seiner direkten Umgebung machen und hinterfragt auch nichts davon ... (wer selber Kinder hat der weiß, was für Löcher die einem in den Bauch fragen können).

Selbst nach einem Jahr intensiver Gespräche am Zaun, wundert er sich über das Fehlen von Straßencafés und Gemüseläden im Lager !!!

DAS ALLES IST IM HÖCHSTEN MAßE UNGLAUBWÜRDIG.

Was dem Ganzen aber die Krone aufsetzt ist die enorme Fülle an Absurditäten. Manche davon widersprechen nicht nur den historischen Fakten, sondern auch noch ganz krass dem gesunden Menschenverstand.

- Da klingeln eines Abends Adolf Hitler und Eva Braun bei Familie Höß an der Tür, weil sie zum Abendessen eingeladen sind ...
- Da kann ein jüdisches Kind, das offenbar mit keiner Art von Zwangsarbeit beschäftigt ist, ein ganzes Jahr lang in Auschwitz-Birkenau überleben und Tag für Tag am Zaun sitzen ...
- Da ist der kleine Schmuel, der im Gegensatz zu seinem Freund Bruno ganz genau weiß, was es bedeutet auf der inneren Zaunseite zu stehen. Und trotzdem konzentriert er sich nicht etwa darauf, wie er selbst (vielleicht mit seiner Familie) aus dem Lager entfliehen könnte, sondern wie er seinen besten Freund hineinbringen kann ...
- Dann ist da dieser vollkommen ungesicherte Zaun. Starkstrom und Schießbefehl zum Trotz, kann der kleine Bruno ihn völlig ungehindert und unbeobachtet jeden Tag hochheben, Essen drunter durchschieben oder selber drunter her kriechen, obwohl doch genau dieser Zaun für tausende von Häftlingen eine unüberwindliche Barriere ist ...

Diese Liste lässt sich noch lange fortführen. Es reicht aber sicher zu sagen, dass ein persönlich Betroffener (also ein Augenzeuge, der tatsächlich die Hölle von Auschwitz überlebt hat) diese Darstellung wohl nur wie HOHN empfinden kann.

Dass nun gerade in Deutschland das Thema Holocaust einen ganz besonderen und unantastbaren Stellenwert hat, ist natürlich bekannt, und auch vollkommen richtig so. Ich würde auch niemals einen Augenzeugenbericht schlecht rezensieren - selbst dann nicht, wenn ich die Umsetzung irgendwie misslungen fände.
Mein Respekt vor den Opfern, vor dem Thema im Allgemeinen, und vor der enormen Verantwortung die wir deutschen seither tragen, verbietet da einfach jede Kritik. Ganz besonders von Personen wie mir oder Mr. Boyne, die wir beide Jahrgang '71 sind und daher nicht aus eigener Erfahrung sprechen können.
Für ein derart hergeholtes Hirngespinst wie dieses Buch, gilt mein selbst auferlegtes Kritikverbot aber nicht. Im Gegenteil.
Ich sehe hier die Möglichkeit nochmal daran zu erinnern, dass wir auch gegenüber zukünftiger Generationen die Verpflichtung haben, alle historischen Tatsachen genau, unverfälscht, und vor allem nicht verharmlost an die nach uns kommenden weiterzugeben. Gerade Kinder und Jugendliche sind auf eine richtige historische Darstellung angewiesen um einen verantwortungsvollen Umgang mit der deutschen Geschichte zu lernen. Ganz abgesehen davon, dass es einem Kind dieser Altersgruppe auch kaum zuzumuten ist, sich beim lesen auf das geistige Niveau von Bruno herab zu begeben.

FAZIT - auch auf die Gefahr hin, dass ich mir hier nicht allzu viele Freunde mache ...

Dieses Buch ist bestenfalls für diejenigen Leser zu empfehlen, deren literarische Ansprüche sich bereits damit erschöpfen, dass sie am Ende reichlich Tränen wegen der herzzerreißenden Kinderschicksale vergießen können. Da braucht man sich nur die vielen positiven Rezensionen, und vor allem die haarsträubenden Begründungen dazu anzuschauen.
Wer einfach nur emotionale Unterhaltung mit viel Herzschmerz und einem rührenden Finale sucht, der ist mit diesem Buch sicher gut bedient - vorausgesetzt er hat nicht allzu viele Vorkenntnisse im Bezug auf den Holocaust, und kann sich deshalb auch nicht an all dem Unsinn in dieser Geschichte stören.

Es tut mir ja sehr Leid, aber allen anderen ist wirklich abzuraten.
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am 22. Juni 2016
Navier kleiner Junge der vieles nicht versteht jedoch aus seinem Blickwinkel durch seine Neugier in diverse Situationen kommt. Ein So genanntes KINDERBUCH würde ich nicht sagen das es ist da man schon verstehen sollte was damals wirklich passiert ist.
Resume Spannend, Interessant und Traurig

Hat mir gut gefallen Danke
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VINE-PRODUKTTESTERam 9. September 2009
Ich bin nach der Lektüre dieses Buches hin und her gerissen. Ich fand, dass der eigentlich wichtige Teil erst zu spät eingesetzt hat. Die Freundschaft mit Schmuel begann ja erst zur Mitte des Buches hin und bis zu diesem Zeitpunkt tat sich eigentlich nicht sehr viel in der Geschichte. Brunos grenzenlose Naivität fand ich unglaubwürdig. Ich denke, dass ein 9-jähriges Kind deutlich besser über sein Umfeld Bescheid weiß als man es Bruno hier attestiert. Dass er nicht in der Lage war, die Wörter Auschwitz und Führer richtig auszusprechen und es selbst nach mehreren Korrekturen seitens seiner Schwester oder anderen Personen nicht auf die Reihe bekommen hat, fand ich überzogen.
Dieses Bild wird für mich noch unglaubwürdiger, wenn ich an die Erzählungen meines Vaters denke, der Jahrgang 1932 ist und damit zur Zeit, in der dieses Buch spielt, zwei Jahre älter als Bruno. Kein Kind war zu dieser Zeit so blauäugig wie Bruno, jedes Kind kannte den Unterschied zwischen Juden und "der Gegenseite", wie es hier im Buch ausgedrückt wird. Rassenkunde war Bestandteil des Schulunterrichtes. Des Weiteren fällt es mir schwer mir vorzustellen, dass Bruno nicht erkennt, dass er ein hungerndes Kind vor sich hat und sich statt dessen fragt, warum Schmuel so grau und so dünn aussieht.

An der Art des Erzählens haben mich die ständigen Auslassungen geärgert. Als hätte der Autor Angst gehabt, die "bösen" Wörter zu nennen. Ich denke, dass man auch Kinder, die ja Zielgruppe dieses Buches sind, für solche Dinge sensibilisieren kann. Wie will dieses Buch etwas vermitteln, wenn die Dinge, um die es geht, nicht ausgesprochen werden?

Highlight dieses Buches war für mich Schmuel, der trotz der unerträglichen Situation, in der er sich befindet, nie verzweifelt oder sich aufgibt. Den Schluss fand ich überraschend und hätte ein solches Ende nicht vermutet.
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am 2. Mai 2011
Wir haben "Der Junge im gestreiften Pyjama" in der Schule (9. Klasse Gymnasium) gelesen und ich hatte zuvor schon viel Gutes über das Buch gehört und wurde bitter enttäuscht.
Die Geschichte ist unrealistischer als jeder Fantasy-Film und auch wenn Boyne einen gut gemeinten Versuch gestartet hat, die Menschen aus ihrer langsam aufkommenden Gleichgültigkeit gegenüber dem Nationalsozialismus, da man in Büchern und Filmen zu diesem Thema geradezu erstickt, mit seiner eigenen Art herauszureißen, der allerdings gehörig nach hinten los gegangen ist.
Nicht nur, dass Brunos Naivität (und auch genauso die seiner älteren Schwester Gretel) vollkommen unrealistisch un überzogen ist. (Bruno geht ja mit seinen 9 Jahren immerhin schon zur Schule, wo die Schüler im 3. Reich ja bereits in der Grundschule nationalsozialistisch erzogen wurden, und hat als Sohn eines überzeugten Nazis keine Ahnung von der Nazi-Ideologie, was absolut unrealistisch ist.)
Auch sind schlichtweg einige historische Fehler drin.
Die Geschichte spielt 1942, als Auschwitz bereits ein Vernichtungslager schon fast im industriellen Sinne war und es niemals eine Stelle im Zaun gegeben hätte, die 1. unbewacht und 2. an der der Zaun locker genug gewesen wäre, als dass ein Junge da hindurch klettern hätte können.
Außerdem ist Gretels Weltfremdheit am Anfang schlichweg unmöglich, da sie mit ihren zwölf Jahren bereits Mitglied in der Hitlerjugend hätte sein müssen und somit nicht mehr hätte vermuten können, dass das KZ ein Bauernhof ist.

Alles in allem hat mich an dem Buch dieses unglaublich Realitätsferne bei so einem wichtigen Thema fürchterlich gestört. Und zwar nicht nur das Ende, sondern durchgehend.
Auch ist Brunos naive Perspektive nicht interssant, sondern nur nervig, weil man so das Gefühl bekommt, Boyne wäre sich nicht sicher gewesen, ob er jetzt nun von den Grausamkeiten der Nazis schreiben soll oder nicht. (Diese Perspektive schafft es auch nicht, dass die wahren Grausamkeiten eher subtil ausgedrückt werden, was es ja bestimmt zu einem ganz besonderen Lesegenuss gemacht hätte, sondern nimmt der Geschichte wichtige Luft zum atmen.)
Eigentlich liebe ich historische Romane und habe z.B. "Die Bücherdiebin" mit Begeisterung verschlungen, aber "Der Junge im gestreiften Pyjama" ist einfach nur schlecht.
Nicht einmal durch schöne Alltagsbeschreibungen macht Boyne die unrealistische Storyline wieder wett, deshalb verdient es bei mir nicht mehr als zwei Sterne, wobei der zweite Stern allein darauf beruht, dass die Szenen im einzelnen oft nicht das mieseste sind, das ich jemals gelesen habe, und die Storyline zumindest halbwegs logisch, wenn auch wie gesagt absolut unrealistisch, aufgebaut ist.

Von diesem Thema hätte Boyne eindeutig besser die Finger gelassen und das jemand anderem überlassen.
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am 16. Oktober 2016
In diesem Roman wird aus Kinderaugen der Nationalsozialismus erlebt und ansatzweise kennen gelernt. Anders als die meisten Bücher aus dem Holocaust ist der 9 jährige Bruno Sohn eines deutschen Offiziers, der mit seiner Familie nach Auschwitz zieht und dessen Vater dort die Führung des Vernichtungslagers übernimmt. Die Geschichte wird also aus der Sicht eines deutschen arischen Jungen erzählt und nicht aus der Jüdischen.

Bruno ist in einer sehr gehobenen Gegend in Berlin aufgewachsen und kennt es gut umsorgt zu werden. Es gab schon immer Haushälterinnen, Kindermädchen und Köche, die die Familie unterstützt haben. Er liebt sein Zuhause, seine Freunde und die gewohnte Freiheit. Als Brunos Vater die Beförderung erhält, das KZ in Auschwitz zu leiten, kann Bruno dies ganz und gar nicht gutheißen. Er findet das neue Haus nicht groß genug, sehr grau und überall sind Zäune, wo soll man denn da spielen und dann noch ohne Freunde? Der neue Job seines Vaters ist doch sicherlich ein Missverständnis.

Die Umgebung scheint Bruno gar nicht zu gefallen, auch die „Bauern in ihren Schlafanzügen“, die er von seinem Zimmer aus beobachten kann, sind irgendwie komisch. Bruno ist ein sehr naiver und gutgläubiger Junge, der die politischen Zustände zu der Zeit überhaupt nicht versteht bzw. nicht einmal kennt. Jegliche Aufklärung oder Hintergründe zur Art der Arbeit seines Vaters werden ihm verschwiegen.

Nach einigen Monaten schleicht sich Bruno etwas vom Haus davon um Spielkameraden zu suchen und findet sich an dem großen Stacheldrahtzaun wieder. Dort sitzt Schmuel auf der anderen schmutzigen Seite des Zaunes auf dem Boden, ein Junge in seinem Alter in einem gestreiften Pyjama. Hier beginnt eine sehr interessante und nicht unbedingt ebenbürtige Freundschaft der beiden Jungen. Auf der einen Seite ist da Bruno, der doch nur mit Schmuel spielen und ihn zum Essen einladen möchte, der nicht begreift warum keiner der beiden auf die andere Seite des Zaunes darf. Auf der anderen ist da der hagere und sehr traurige Schmuel, der Brunos Ahnungslosigkeit nicht nachvollziehen kann, sich aber dennoch über einen neuen Freund und die täglichen Begegnungen freut und damit Ablenkung von der grausamen Realität bekommt.

Insgesamt muss ich sagen, dass das Buch sehr schnell und angenehm zu lesen ist, da man sich wirklich in Bruno hineinversetzt fühlt und alles aus Kinderaugen erlebt. Es ist sehr echt geschrieben, allerdings war ich manchmal doch sehr geschockt, wie naiv und unwissend Bruno scheint. Die Emotionen kamen für mich nicht ganz gelungen rüber, wie es normalerweise bei diesem Thema der Fall ist. Durch Brunos Augen wird alles eher rational beleuchtet, ohne viel Empathie und Verständnis.

Sehr interessant war für mich dann der Vergleich zum Film: Zu meiner Überraschung kann ich nur sagen, dass der Film vielleicht sogar zum ersten Mal in so einem Vergleich richtig gut ist, ja sogar das Buch um einiges übertrifft! Die ganzen Emotionen, das Verhältnis von Bruno zu seiner Mutter, die Nähe des Hauses zum KZ sowie die beständige Trauer und Grausamkeit dieser Zeit werden sehr gut wiedergegeben. Einfach eine tolle Umsetzung!

Als Fazit kann ich dieses Mal wirklich sehr den Film empfehlen! Auch das Buch ist eine gute Abwechslung zur Lektüre über den Holocaust, es hat mich jedoch leider nicht ganz so überzeugt wie ich gehofft habe.

Mehr Rezensionen findet ihr unter 26stories.de! Schaut doch gerne auf unserem Blog vorbei :)
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am 30. Juli 2007
Eigentlich habe ich etwas gegen Bücher, die aus kindlicher Perspektive ein ernstes Thema behandeln, weil durch die naive Erzählperspektive oft auf etwas "billige" Weise Mitleid erzeugt wird. Das ist hier aber nicht der Fall, ganz im Gegenteil, der Erzählstil ist zwar kindlich-naiv, aber dennoch unsentimental. Auf den moralischen Zeigefinger wird verzichtet; er ist auch gar nicht nötig, denn die Antworten, die der 9-jährige Bruno auf seine Fragen nach den "Menschen hinter dem Zaun erhält" (Antwort des Vaters: "Das sind gar keine Menschen") sind auch so erschreckend genug. Besonders glaubhaft wird die Erzählung dadurch, dass Bruno trotz allem daran glaubt, dass sein Vater ein guter Mensch ist und niemals anderen Menschen Schaden zufügen könnte. Wie könnte auch ein Kind begreifen, welche Leiden den Menschen auf der falschen Seite des Zauns (der Begriff "Jude" taucht erst ganz am Schluss des Buches auf) gerade von der Person zugefügt werden, die es am meisten respektiert? Auch das Ende der Geschichte ist daher folgerichtig ...
Eine einfache, aber äußerst eingängige und bewegende Lektüre.
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