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am 27. August 2004
Florentino Ariza wird von seiner Jugendliebe Fermina Daza abgewiesen. Erst 51 Jahre, 9 Monate und 4 Tage später, nach dem Tod von Ferminas Ehemann, erklärt Florentino ihr erneut seine Liebe. Der Roman beginnt mit dem Tod des eben erwähnten Ehemanns. Dies stellt also die Rahmenhandlung dar, denn nach diesem Beginn besteht das Buch nur aus Rückblenden die dann, gut 100 Seiten vor Ende bei der Rahmenhandlung weitermachen. In dieses Rückblenden erfährt man dann sehr viel über die sorgfältig ausgestalteten Charktere dieses Romans. Man begleitet Florentino, dessen Leben nur einem Zweck dient, nämlich irgendwann Fermina zurück zu gewinnen. Alles was er macht, macht er nur für sie. Er verliert einen guten Posten in der Firma seines Onkels, weil er keine vernünftigen, sachlichen Geschäftsbriefe verfassen kann, da sein gesamtes Denken durchtränkt ist von der Liebe zu Fermina. Was die eigentlichen Geschäftsbriefe beinahe zu Liebesbriefen werden lässt. Er stürzt sich von einem sexuellen Abenteuer ins nächste, in der Hoffnung so seine Herzensdame vergessen zu können...und noch vieles mehr. Man wird auch Zeuge von Ferminas Vernunftehe und ihrer, teilweise auftretenden, inneren Zerissenheit. Die Ehe beruht zwar auf gegenseitigem Respekt, von Liebe kann man dabei aber nicht sprechen. Nebenbei schweift der Erzähler immer mal wieder ab, man erfährt vieles über die geschichtlichen und kulturellen Gegebenheiten in der karibischen Stadt zur Zeit des Übergangs vom 19. zum 20. Jahrhundert. Und genau das macht das Buch zu viel mehr als nur einem Liebesroman!! Natürlich ist diese ewige Liebe, die soviele Jahre überdauert und sich auch im hohen Alter nicht vermindert die Basis dieses Romans, aber die ganze Geschichte drum herum macht es erst (für meine Begriffe) zu einem Gesamtkunstwerk.
Gabriel Garcia Marquez ist ein grossartiger Erzähler, fängt man das Buch einmal an, legt man es so schnell nicht weg. Die Rückblenden sind nicht immer chronologisch, mache Sachen werde teilweise vorweggenommen (jemand stirbt, ist dann wenige Seiten später doch wieder lebendig) was die Sache für ungeübte Leser vielleicht nicht ganz einfach macht. Ich finde aber, dass man sich schnell in den Schreibstil eingelesen hat.
Ich bin immer noch sehr überrascht von diesem Buch, habe ich es anfangs auch einfach nur für einen Liebesroman gehalten (und ich mag eigentlich keine Liebesromane!), aber dieses Werk ist überwältigend. Hätte Garcia Marquez nicht bereits 3 Jahre vor dem Erscheinen dieses Buches den Literaturnobelpreis bekommen - spätestens bei "Die Liebe in den Zeiten der Cholera" wäre er fällig gewesen. Ein Klassiker! LESEN!!
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TOP 500 REZENSENTam 8. März 2008
Es wird kaum jemanden geben, der sich nicht an seine erste Liebe erinnert, an dieses unglaublich evidente Gefühl, dass sich im Hinblick auf die Geliebte jetzt und für immer das Leben entschieden habe und dass sich niemals mehr etwas ändern könnte. Leider ist es dann bei 99,9 % der Menschen doch ganz anders gekommen, und was am Anfang nach Ewigkeit klang, ist nach Jahrzehnten nur noch eine halb nostalgisch, halb kuriose Erinnerung.
Was aber geschieht, wenn ein Mensch diese erste Liebe sein Leben lang bewahrt, wenn er nicht weniger als 51 Jahre auf die Frau seines Lebens wartet und am Ende, wenn der Ehemann eben dieser Frau von der Leiter gefallen und verstorben ist, seine Werbung als 74jähriger genau da fortsetzt, wo er sie als 23jähriger hat abbrechen müssen? Das ist der Plot des weltberühmten Romans von Garcia Marquez, den die schon als Student gelesen habe und den ich mir im Anschluss an die wunderbare aktuelle Verfilmung wieder vorgenommen habe. Da waren sie wieder, Fernando Ariza, der schöne Doktor Urbino, fast bewundernswert in seiner stupenden Selbstverliebtheit, die schöne Fermina Daza, der statusgeile Vater, die bizarre Mutter Arizas und das ganze wunderbare Personal des karibischen Cartagena. Und auch das Garcia Marquez Feeling war wieder da, die Verzauberung durch eine Sprache, der es gelingt, die Welt, wie sie zwischen den Buchdeckeln existiert, fast noch farbiger erscheinen zu lassen als sie in der Wirklichkeit ist. Jeder wird an dem vorliegenden Roman seine besonderen Passagen lieben, die einen schätzen die hochromantischen Exaltationen der jungen Liebe zwischen Ariza und Fermina Daza, die anderen lieben die Telegraphenstaffette durch die Urwälder des kolumbianischen Dschungels im Dienste der Liebe, wieder andere bevorzugen atmosphärischen Schilderungen des karibischen Lebens im Umfeld Doktor Urbinos, der nicht die Cholera in Cartagena besiegte sondern auch noch den ersten Ballonflug Südamerikas organisierte. Und wie wunderbar ist das Bild vom stillstehendden Schiff auf dem Magdalena mit der aufgezogenen Cholerafahne als Metapher dafür, dass die zeit stillsteht, wenn sich die Liebe erfüllt. Mich aber haben schon bei der ersten Lektüre die Szenen fasziniert, in denen Ariza und Fermina Daza nach einem halben Jahrhundert endlich zueinander finden, sich mit schrumpeligen Händen berühren und sich gegenseitig an ihren verwelkten Körpern laben. Das hört sich morbide an, ist aber im Roman mit großem Takt und Einfühlungsvermögen geschildert.
Das Buch aber erschöpft aber sich in keiner dieser Passagen, es ist viel mehr als das, ein großer Reigen des Menschlichen, in jedem Lebensalter mit Gewinn und Genuss zu lesen. Uneingeschränkt fünf Punkte für eine Sternstunde der Literatur.
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am 26. Januar 2012
Aus meiner Sicht hat Gabriel Garcia Marquez eine der schönsten Liebesgeschichten der Menschheit geschrieben.

Der junge Florentino Ariza verliebt sich in Fermina Daza, deren Aufmerksamkeit er mit seiner Feinfühligkeit und poetischen Briefen gewinnt. Der Vater Ferminas verheiratet seine Tochter jedoch mit dem aufstrebenden Arzt Dr. Juvenal Urbino. Florentino hält jedoch an seiner Liebe fest und wartet - ich liebe diesen Teil - 51 Jahre 9 Monate und 4 Tage bis er seine nächste Chance erhält.....

Was mit dem Tod Urbinos beginnt, führt über zahlreiche Rückblicke zur Auflösung der eigentlichen Frage, ob Florentino und Fermina doch noch zusammenkommen. 622 Liebschaften dokumentiert Florentino während der mehr als fünfzigjährigen Ehe Ferminas mit Juvenal Urbino. Recht skurril, was sich Marquez hier ausgedacht hat.

Ich mag vor allem den Erzählstil, der Detailreichtum mit feinen Formulierungen verbindet, was in der heutigen schnelllebigen Zeit nicht immer gefragt ist. Aus meiner Sicht passen jedoch Erzählstil und der zeitliche Rahmen, in dem die Geschichte eingebettet ist (Anfang 20. Jahrhundert). Schön altmodisch, feinfühlig, ohne jedoch abzuschweifen - eben eines Nobelpreisträgers würdig!

Und auch die Lebensweisheiten und -fragen, die Marquez in diesen Roman packt, bezaubern. Wenn er Schrullen aus den über 50 Jahren Eheleben erzählt, die uns nicht ganz unbekannt vorkommen. Ich zitiere: "Doch wenn sie etwas zusammen gelernt hatten, so war es, dass wir Weisheit erst erlangen, wenn sie uns nichts mehr nützt." Und wenn dann Urbino seiner Frau vorschlägt, der Erzbischof möge einen Ehestreit schlichten, und Fermina mit einem emotionalen "Scheiß auf den Herrn Erzbischof!" antwortet, dann erkennt man vielleicht, dass Marquez Roman mit einem Augenzwinkern "lebt" und "menschelt".

Die Frage, ob Florentinos Beharrlichkeit nun wahre Liebe oder eine psychische Störung ist, muss jeder Leser für sich beantworten. Eine Liebesgeschichte ist es jedenfalls, und was für eine!

Mit dem Taschenbibliothek-Format ist dem Fischer Verlag übrigens ein großer Wurf gelungen. Praktische Größe, eine schöner Hardcover-Einband mit geflochtenem Lesezeichen - sehr stilvoll!
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am 8. Juli 1999
Wie der Titel bereits vermuten läßt, ist Gabriel Garcia Marquez „Liebe in den Zeiten der Cholera" eine Liebesgeschichte. Fernab alles Konventionellen wird die Geschichte des schüchternen Emporkömmlings Florentino Ariza erzählt, der in heftiger Liebe zur neureichen höheren Tochter Fermina Daza entbrennt, deren Glück sich aber aufgrund der Standesunterschiede solange auf reinen Briefwechsel beschränkt, bis sie ihm bei ihrem ersten Treffen einen Korb gibt. Sie ehelicht den omnipotenten Gutmenschen Dr. Juvenal Urbino de la Calle, er vergeht vor Sehnsucht. Anstatt sich die Niederlage einzugestehen, richtet er sein Leben und seine Karriere darauf aus, durch Beständigkeit und Geduld doch noch sein Ziel zu erreichen und die Liebe der hochmütigen Schönheit zu gewinnen. Diese Geduld währt ziemlich genau 50 Jahre - bis zum plötzlichen Tod des Gatten - ist aber selbst da noch nicht zuende. Garcia Marquez arbeitet mit allen stilistischen Tricks: um das Wirrwarr der Vielzahl der beteiligten Personen zu entflechten, auf Details der komplexen Beziehung aber nicht verzichten zu müssen - er wechselt beständig die Perspektive. Er schreibt aus der Sicht des einen, des anderen, zeigt Beziehungen und Verwandtschaften auf, springt nach Belieben in die Vergangenheit, bewertet und beurteilt jede Einzelepisode und reiht so wunderbarerweise eine Vielzahl von Kleingeschichten in die große Handlung ein. Seine wortgewaltigen, liebevoll geschächtelten Sätze, die detailfreudige Schilderung der Personen, ihrer Wesenszüge und ihrer Gefühle schaffen einen Roman, der genußvoll zu lesen ist. Es ist ein Roman der wahren, aber nicht der großen Gefühle, eine Schilderung von Menschen und ihrer Einstellung zum Leben, und es wird wenig geknutscht. Und die Cholera zeigt sich auch nur spärlich und dann hauptsächlich in Form treibender Leichen. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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am 3. Januar 2016
Klappentext und Rezessionen singen das Hohelied einer einseitigen, nie versiegenden Liebe. Unerwähnt bleibt, dass die Geschichte sich in akribischen Details mit der des Alterns, der Vergänglichkeit, des biologischen Zerfalls und Siechtum beschäftigt.

Der Autor, Literaturnobelpreisträger, auch aus anderen Essays bekannt für seine makaber-bissige Ironie, häufig als 'Magischer Realist' beschrieben, ist schwer zu begreifen: Stetige Gedankensprünge, einerseits Schilderungen bis in kleinste (banale) Details, andererseits, ohne Überleitung, Themenwechsel und Abdriften in eine neue Gedankenwelt, die das 'große Ganze' betrachtet.

Zwischendurch: Reichliche Lektionen in kolumbianischer Landeskunde und Politik im Wechselbad mit Öko-Katastrophen und nie enden wollenden Krankheits-Epidemien, jener unsäglichen Cholera sowie Bürgerkriegen. Nicht zu vergessen: Der Fluss Río Magdalena als Haupthandlungsort, der mal als das Tropenparadies schlechthin geschildert wird und dann wieder als stinkende, abgeholzte Kloake mit dahintreibenden aufgedunsenen Leichen (Cholera- oder Bürgerkriegsopfer). Zwar geht es im weitesten Sinn um Karibik, jedoch ohne Sehnsuchtsweckung.

Und obwohl die Handlung um 1880 (+51 Jahre) dreht, erscheinen just in der Tagespresse des Dezember 2015 die Berichte über den spektakulären Schiffswrack-Fund einer am 8. Juni 1708 gesunkenen, mit Schätzen beladenen spanischen Galeone. Auch diese kommt in Gabriel García Márquez' Werk reichlich vor.

Fazit: Am Ende beschleicht den Leser die Sehnsucht einer Seifenoper. Einerseits könnte es auch noch 500 Seiten so weiter gehen, andererseits >Besser ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende<.
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am 19. April 2016
Nach dem jahrelangen Austausch schriftlicher Liebesbezeugungen und einer räumlichen Trennung genügt Femina Daza ein Blick um zu wissen, das die Florentino Daza nicht liebt und sie bricht die Beziehung ab.
Im Anschluss richtet Florentino sein ganzes Leben darauf aus, Femina eines Tages zurück zu gewinnen. Er betäubt seinen Schmerz mit unzähligen Affären, die für zwei Frauen sogar tödlich enden.
Ein großartiger Liebesroman? Vielleicht, denn er schildert die bürgerliche Ehe der Femina Dazu mit Dr. Juvenal Urbino, die vielleicht mittelmäßig ist, aber geprägt von Zuwendung zwischen zwei Menschen.
Die verzehrende Liebe, die von Florentino Besitz ergriffen hat, ist selbstsüchtig und rücksichtslos. Sie zerstört Frauen, die zu Randfiguren degradieren. Die Liebe des Florentino zu Fermina kennt gegenüber diesen Frauen keine Gnade.
Am Ende finden Florentino und Fermina auf einem Schiff zusammen. Finden sie dort auch das Glück?
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am 21. Mai 2013
tolles buch. vorwarnung: marquez schreibt nicht einfach, er beschreibt viel. aber so schafft er es, dass man sich die buchwelt bestens vorstellen kann. als die verfilmung - übrigens sehr gute - mit xavier bardem kam, habe ich es sogar nochmal gelesen. und ich habe stellen in diesem buch mit textmarker mackiert. denn u.a. ist diese zeile daraus: "unser leben ist nicht das, was geschah, sondern das, woran wir uns erinnern."
die story: der hauptcharakter ist nicht so eindeutig als gut oder böse festzulegen. er ist sehr hartnäckig.
gutes buch, perfekt für die wiese im sommer.
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am 16. November 2012
Vielleicht hat ja der Literatur-Nobelpreis von 1982 für den Roman »Hundert Jahre Einsamkeit« den geehrten Autor Gabriel García Márques zu seinem berühmten Liebesroman mit dem neugierig machenden Titel »Die Liebe in den Zeiten der Cholera« animiert. Ich habe beide Bücher gelesen und finde den drei Jahre nach der Preisverleihung erschienenen Liebesroman, um den es im Folgenden geht, mindestens ebenso nobelpreiswürdig.

Es ist dies ein sehr romantischer Roman über eine Liebe zwischen Mann und Frau, die sich über die Zeit und alle Hindernisse hinwegsetzt und erst nach unvorstellbar langer Wartezeit von mehr als fünfzig Jahren ihre Erfüllung findet. Man kann das Buch als eine Allegorie für den abstrakten Begriff der Liebe verstehen, die nach der Lektüre rational fassbarer wird. Denn es gelingt dem Autor, das Phänomen Liebe mit seiner bildhaften, wunderschön klaren Sprache feinfühlig und phantasiereich darzustellen und zu konkretisieren. Und nicht nur das, Márquez widmet sich dem gesamten Thema Liebe zwischen den Geschlechtern sehr gründlich, in allen seinen reichlich vorhandenen Facetten.

Da ist zunächst die unschuldige Verliebtheit der beiden Protagonisten, die zickige, unnahbare Hermina und der tollpatschige, verrückt-romantische Florentino, denen die unheilvolle Statusversessenheit des Vaters, seine Hoffnung auf eine gute Partie für seine Tochter, jedwede Chance auf eine gemeinsame Zukunft verbaut.

Ebenso wird das Wachsen der Liebe in der Vernunftehe Herminas mit der ersehnten guten Partie geschildert, einem angesehenen Arzt, der sich nach der Hochzeit bei der Entjungferung als ungewöhnlich einfühlsamer, behutsamer Liebhaber erweist und nicht zuletzt damit das Herz seiner Frau gewinnt, unbeirrbar und für ein ganzes Leben lang.

Geschildert werden aber auch diverse eher liebesferne Sexabenteuer des verschmähten Protagonisten Florentino, der noch im hohen Alter selbst vor einer ihm anvertrauten 14jährigen Verwandten nicht haltmacht. Er ist ein Macho, der seine Liebschaften wie ein Buchhalter dokumentiert, 622 an der Zahl, und dabei mag manchmal sogar auch Liebe im Spiel gewesen sein. Márquez erzählt vom prallen Leben in der Karibik, ohne je anstößig zu werden, aber er schreibt alles das aus einer unverkennbar männlichen Sicht. Amüsant ist es trotzdem!

Sogar dass zwischen Mann und Frau auch eine reine Kameradschaft möglich ist wird glaubwürdig erzählt, eine Farbige erweist sich als Glücksfall für die Firma des Onkels von Florentino und wird zur echten Freundin, die er aufrichtig liebt, ganz ohne Sex.

Und schließlich wird das heikle Thema der Altersliebe einschließlich später sexueller Erfüllung äußerst subtil erzählt, wenn sich die Protagonisten endlich näher kommen, sich mit faltigen Händen berühren, sich an ihren verwelkten Körpern laben, ohne dass es peinlich wird für den Leser.

Florentinos Liebe grenzt an Obsession, ob da nun von wahrer Liebe erzählt wird in diesem Roman oder von einer psychischen Störung, das sei dahingestellt. Máquez erreicht durch Rückblenden, durch eine sehr geschickt aufgebaute, nicht chronologisch erzählte Handlung eine Spannung, die den Leser bis zur letzten Seite gefangen hält.

Auf dem Weg dorthin erfährt man viel über das Leben im postkolonialen Kolumbien, wird mit allerlei genüsslich erzählten Begebenheiten und Ereignissen unterhalten und mit diversen Personen konfrontiert, ohne dass man den Überblick verliert, ganz einfach weil der Autor sie sehr einprägsam beschreibt und immer deutlich zuordnet, man findet sich bestens zurecht. Alle diese Menschen werden einem schnell sympathisch, wie der Fotograf am Anfang oder der Kapitän am Schluss des Romans, um nur zwei zu nennen. Und der Kapitän ist es dann auch, der die Cholerafahne aufzieht als Metapher für eine Liebe, die der Welt total entrückt ist.
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am 23. Juni 2005
García Márquez widmet sich in diesem Roman ganz der Liebe und orientiert sich dabei teilweise autobiographisch am Leben seiner Eltern.
Er beschreibt die prickelnde jugendliche Liebe ohne Zukunft, die verbotenen Liebe zweier Kinder unterschiedlichen Standes. Er beschreibt die Liebe, die im Laufe der Zeit in einer Vernunftehe entflammen kann und zu vielen glücklichen gemeinsamen Ehejahren voller Sicherheit führen kann. Er beschreibt die rein sexuelle Liebe, das Bed-Hopping am Ende des 19. Jahrhunderts im Rahmen des Fin de Siècle, das für den Moment über alle Ängste und Sehnsüchte hinwegtäuscht. Und zuletzt zeigt Márquez, dass auch im hohen Alter noch geliebt wird.
Man spürt die Hitze Kolumbiens, das staubige vergangene Jahrhundert mit all seinen kriegerischen Aktivitäten, der aufkeimenden Industrialisierung und der breiten Gesellschaftsschere, dem Drang der Menschen, sich zu emanzipieren.
Ein anschaulich geschriebener Roman mit einem immer aktuellen Thema, die Liebe. Die einzelnen Situationen des Buches werden in literarisch kunstvollen Übergängen von den verschiedenen Romanfiguren beleuchtet. Teilweise ein wenig langatmig, aber auf jeden Fall lesenswert.
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am 5. Dezember 2015
Wow, für mich eines der besten Bücher, das ich je lesen durfte. Und ich habe einige gelesen. Was für eine wunderbare Sprache, das "Kino im Kopf" springt sofort an. Was für eine wundervolle Beschreibung der handelnden Personen, was für eine wundervolle Geschichte. Bezaubernd.
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