Sale Sale Hier klicken Jetzt informieren Book Spring Store 2017 Cloud Drive Photos UHD TVs Learn More HI_PROJECT Mehr dazu Mehr dazu Shop Kindle AmazonMusicAlexa BundesligaLive wint17



am 22. Juni 2016
Die Erzählungen haben viel Wortwitz, Spannung und sind darüber hinaus besonders, unvergleichlich.
Das beste Buch, das ich in letzter Zeit gelesen habe.
Julia Herman ist für mich zur Zeit die beste Autorin von Kurzgeschichten.
0Kommentar|War diese Rezension für Sie hilfreich? Missbrauch melden
am 17. August 2004
Normalerweise lese ich Erzählungen und Kurzgeschichten nicht besonders gern, und 'Sommerhaus, später' hat mir auch nicht wirklich gut gefallen. 'Nichts als Gespenster' ist meiner Meinung nach aber eine schöne Zusammenstellung von Erzählungen über junge Menschen, die ihren Platz suchen und sich bemühen, ihre eigenen Gefühle einordnen und verstehen zu können.
Dabei passieren ihnen oft Dinge, bei denen man den Kopf schüttelt und sagt: das darf nicht passieren, das darf man nicht tun - aber solche Dinge passieren eben manchmal im Leben (dass man sich in den Freund einer Freundin verliebt, dass man mehr oder weniger absichtlich Menschen falsche Hoffnungen macht...). Jedenfalls glaubt man der Autorin, dass das alles eben einfach so passieren kann.
Und sie erzählt einem davon mit ihrer ganz persönlichen melancholischen und doch sachlichen Erzählstimme in ihrer ganz eigenen Art, so dass man sich ihr nicht entziehen kann.
Ich jedenfalls werde auch das nächste Buch von ihr wieder kaufen und freue mich darauf.
0Kommentar| Eine Person fand diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich? Missbrauch melden
am 20. März 2003
Man muss den Rummel um die Veröffentlichung dieses ziemlich introvertierten Buches verdrängen, wenn man beginnt, es zu lesen. Die Erwartungshaltung, die geweckt wurde, erfüllt sich nämlich ganz anders.
Ich kann nicht behaupten, die Erzählungen seien ohne Handlung und deshalb langweilig. Ich erkenne in den Figuren schon die wort- und gedankenreiche Lethargie einiger Twenty- und Thirtysomethings wieder, mit der sie das Leben als reine Möglichkeit betrachten. Vieles bleibt unausgesprochen, von Aktion gar nicht zu reden. Beziehungen zum Beispiel bleiben so ohne "Szene". An fast Nichts entzünden und reiben sich Gedankenspiele wohlerzogener, die immer wieder verworfen werden. Es gibt keinen Blutdruck in den Leben der "Gespenster".
Die andauernden "ich wusste nicht, warum ich das dachte" oder "ich konnte es nicht sagen, es war auch egal" einiger der Autisten kann einen schon aufregen.
Waren bei Andy Warhol die wahren Abenteuer noch im Kopf, spielt sich bei Judith Herrmanns Figuren nunmehr alles im Kopf ab, aber von Abenteuern kann hier keine Rede sein. Eher vom verpassten Leben, dem durch Intellektualisieren und Abwägen ein Anschein von Kontrolle verpasst wird. Es ist eine pseudointellektuelle Spielart der Unsitte, Jacken und Pullover eine Nummer zu gross zu tragen, um sich einen Freifahrtschein für die Verantwortungslosigkeit dem eigenen Leben gegenüber zu ergattern.
Warum bedarf es verschiedener Schauplätze, in denen die Akteure ihre Lethargie ausleben? Vielleicht weil der Kontrast dann deutlicher wird. Der Kontrast zwischen den Möglichkeiten und der bevorzugten Banalität in der Komfortzone.
Klasse finde ich Judith Herrmans Erzählstile. Ihre Beschreibungen der Landschaften, Städte und Orte sind oft mit dem Charakter der Geschichten verwoben. "Kaltblau" zum Beispiel ist eine Vierecksgeschichte, in der die Gefühle unter dem Deckel gehalten werden. Schauplatz ist die karge, kalte Landschaft Islands. Alles in den Kaltfarben blau, schwarz und weiss. Und darin die Gefühlsregungen, die sich an die Schwelle zur Entschlossenheit vortasten und dann wieder den Rückzieher antreten - und zwar ein für alle mal.
Also, die Gespenstergeschichten sind keine mitreissenden Ströme sondern eher stehende Gewässer. Und die sind tief...
0Kommentar| 11 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich? Missbrauch melden
am 17. Juli 2013
Die verschiedenen Kurzgeschichten bleiben sehr vereinzelt- sind jeweils nicht spannend oder überzeugend-
man müsste vielleicht mehr über die Autorin wissen ?
0Kommentar| Eine Person fand diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich? Missbrauch melden
am 12. Februar 2003
Ich lese selten Kurzgeschichten. Meist sind sie mir zu "kurz"atmig. Aber "Sommerhaus später" hatte mir schon gut gefallen und die Rezensionen zu "Nichts als Gespenster" waren widersprüchlich genug um das Buch zu bestellen.
Die Geschichten gingen mir fast alle unter die Haut. Ein seltenes Phänomen, dass sich mir beim Lesen die Haare aufstellen, aber einige der Stories haben es geschafft. Eine seltsam lakonische Sprache, ratlose Protagonisten auf der Suche nach sich, der Liebe, oder beidem. Wundervolle Beobachtungen alltäglicher Szenen, fremde Welten (Island, USA, Venedig, Prag) - ohne, dass es aufgesetzt wirkt.
Und am Ende der Geschichten jeweils der zündende Absatz oder Satz, der Gänsehaut verursacht - jedenfalls bei mir.
0Kommentar| 10 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich? Missbrauch melden
am 11. Februar 2003
Alle Personen in Judith Hermanns neuem Buch sehen sich von außen, sind distanziert, aus weiter Ferne, leicht. Gefühle haben sie keine, sie haben sie verloren, oder nie gehabt, oder vermuten, da draußen, weit weg, könnten sie liegen, aber besser, wir gehen dort nicht hin.
In allen Geschichten kommt Berlin vor, aber keine der Geschichten spielt in Berlin. Sie spielen in Island und in Nevada, in Tschechien und in Italien, in Norwegen, Prag und einmal sogar in Würzburg. Doch überall ist es gleich. „Es spielte keine Rolle, dass wir in Prag waren. Wir hätten auch in Moskau oder Zagreb oder Kairo sein können."
Wie Raymund Carver betrachtet Judith Hermann ihre Gestalten, wie ein Forscher seine Insekten. Aber bei Carver sehen wir wenigstens in dem, was seine Personen tun und sagen, Andeutungen ihrer Gefühle, bei Judith Hermann fehlt selbst das.
Manchmal glaubt die Ich-Erzählerin, sie habe sich in einen Mann verliebt, aber entdeckt bald, dass das gar nicht geht, dazu müsste sie näher bei sich selbst sein, nicht so entfernt, nicht so tiefgefrostet, nicht so leicht.
Melancholische Schilderungen, detailliert, facettenreich, ein Bilderbogen, aber auch nur ein Bilderbogen, gekonnt gemalt, faszinierend gemalt, aber eben ein Bilderbogen. Manchmal blitzt etwas auf, ein Blick auf eine Person, die etwas wünscht, etwas will, etwas liebt, auf die absurden, witzigen Seiten ihrer Gestalten, ihrer Orte, aber rasch lässt die Autorin es wieder erlöschen. Fürchtet sie, dass sie ihren Figuren, ihren Bildern zu nahe kommen könnte? Ich weiß es nicht.
So ist das Buch faszinierend in seinen Beschreibungen, sieben perfekt ausgemalte Altarbilder - besser gesagt, perfekt ausgemalte Blicke durchs Mikroskop auf eine andere Welt. Aber nichts lebt. Toll geschrieben, aber was hätte die Autorin draus machen können, wenn sie nur manchmal zwischendurch ihren Personen mehr Leben, ihrem Blick einmal Nähe gegönnt hätte.
Hans Peter Roentgen
0Kommentar| 18 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich? Missbrauch melden
am 30. Juni 2012
wenn man auf merkwürdige Geschichten steht(die meiner Meinung nach nicht viel Sinn ergeben, bzw. man einen Sinn erst spät oder gar nicht erkennt), die trotzdem irgendwie fesselnd sind, dann ist dieses Buch perfekt!
0Kommentar|War diese Rezension für Sie hilfreich? Missbrauch melden
am 12. August 2014
Ich hab keine Ahnung, wie ich dieses Buch finde. Und ich weiß auch nicht, ob das nun seine Stärke oder seine Schwäche ist.
Auf der einen Seite mochte ich das meditative Gefühl, die Entspannung, die zurückblieb, nachdem ich darin gelesen hatte. Die Erzählungen plätschern dahin, fokussieren Kleinigkeiten, geben Gedankenfetzen Raum, verschwinden und wiederholen sich auf die ein oder andere Art. Das ist wie ins Feuer gucken oder aufs Meer. Und es wirft auch kurz einen anderen Blick auf den eigenen Alltag. Das war interessant.
Auf der anderen Seite hab ich mich auch wirklich viel gelangweilt. Die Personen erschienen mir austauschbar und irgendwie lieblos. Sie haben mich meist nicht im Geringsten interessiert. Außerdem mochte ich den nöligen, resignativen Unterton nicht und dieses Destruktive, das wie zwanghaft nichts greifbares oder eine wirkliche Geschichte entstehen lassen wolte. Insofern passt der Titel ausgesprochen gut. Es ist nur einfach nicht meins.
0Kommentar| 2 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich? Missbrauch melden
NR. 1 HALL OF FAMETOP 500 REZENSENTam 10. März 2003
Allen Erzählungen gemeinsam ist die ungeheure Tristesse, die von ihnen ausgeht.

Ob die handelnden Personen sich nun in uralten Metropolen, wie etwa Paris, Venedig, Prag oder in irgendeiner unspektakulären nordeuropäischen Stadt oder gar in den Weiten der USA aufhalten, nie lässt sich bei diesen orientierungslos Reisenden auch nur ein Quäntchen Neugierde oder eine Spur Lebensfreude ausmachen. Die Akteure erscheinen freudlos, kommunikationsunwillig, desinteressiert, gesättigt! Obgleich keiner von ihnen älter als dreißig ist, kann demnach von ausgelassener Jugendlichkeit keine Rede sein. Diese frühe Ermattung und Kraftlosigkeit hat etwas Provozierendes. Der überdeutliche Negativismus in der geistigen Haltung dieser Menschen lässt den Leser auf Distanz gehen. Diese Personen wirken befremdend; sie zu mögen fällt nicht leicht.
Die Gleichgültigkeit gegenüber ihrem Umfeld irritiert. Die Akteure hocken in ihnen unvertrauten Räumen, rauchen pausenlos, trinken in erheblichen Mengen Schnaps und andere alkoholische Getränke, nehmen genußunfähig Nahrung auf und grübeln vor sich hin. Ihre Gegenüber sind austauschbar, wie alles andere auch.

Man redet nicht wirklich miteinander, vielleicht weil es in der hier gezeichneten Welt kein Miteinander gibt! Offensichtlich sind den beschriebenen Personen sämtliche soziale Fähigkeiten abhanden gekommen. Sie scheinen so empfindungsarm zu sein, dass sie noch nicht einmal ihren Mangel an Glücksmomenten bemerken.

Indem die Autorin, zumindest der Protagonistin ihrer letzten Erzählung, beim Anblick eines Naturschauspiels ein positives Gefühl zuteil werden läßt, versöhnt sie den Leser mit ihren düsteren Geschichten. So wird diese eine, der von Judith Hermann beinahe gespenstisch angelegten Gestalten durch das "Nordlicht" in ihren Emotionen erhellt und ist für einen Moment, wie sie bekennt, glücklich.

Ungeachtet der generellen Tristesse, ist das Buch in seiner Gesamtheit gleichwohl lesenswert! Ist doch die Autorin stilistisch brillant und verfügt zweifellos über großes schriftstellerisches Können, dass sie in jeder Zeile der vorgelegten Texte neu dokumentiert.
0Kommentar| Eine Person fand diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich? Missbrauch melden
am 1. März 2004
Alltagsgeschichten sind es, die Judith Hermann in diesem Buch erzählt, Geschichten von jungen und alten Menschen, ihren Beziehungen zueinander, ihren Gesprächen und Gedanken. Es sind zumeist locker gefügte Verbindungen, die Personen kommen und gehen, und patchworkartig erschließen sich dem Leser nach und nach Lebensumstände. Sehr behutsam und doch ausgesprochen nuancenreich zeichnet Judith Hermann die Charaktere ihrer Figuren. Ihre Erzählperspektive bleibt distanziert, ohne zu verfremden, die Sprache ist unverstellt, fast schlicht und dabei immer subtil, wenn es darum geht, Gefühle und Empfindungen auszudrücken.
In der ersten der insgesamt sieben Erzählungen ('Ruth') geht es um zwei Freundinnen, zwei Frauen ohne feste Bindungen, beide eingefügt in ein Berufsleben, das ihren tristen Alltag bestimmt. In dieses fein abgestimmte Verhältnis tritt eines Tages ein Mann, und von da an entwickelt diese Dreierbeziehung eine ganz eigene und in ihrer Konsequenz sehr stringente Dynamik.

Ganz ähnlich die anderen Geschichten, ob sie nun von einem Freundestreffen auf Island' handeln ('Kaltblau') oder von einem älteren Ehepaar, das aller Berufs- und Kindersorgen ledig seine Tage auf Reisen verbringt ('Aqua Alta') usw., immer sind es Alltagsgeschichten, die Judith Hermann mit einem feinen Gespür für zarte zwischenmenschliche Beziehungen erzählt. Es geht eine stille Melancholie von diesen Erzählungen aus. Das mag nicht zuletzt auch daran liegen, daß es die Autorin ausgezeichnet versteht, die feinen Zwischentöne bei den Begegnungen der einzelnen Personen vor dem Hintergrund der Natur ('Kaltblau', 'Die Liebe zu Ari Oskarsson'), der tristen Umgebung einer Großstadt mit ihren Hinterhöfen ('Zuhälter', 'Wohin des Wegs') oder der morbiden Atmosphäre der Lagunenstadt Venedig ('Aqua Alta') anklingen zu lassen. In dieser zuletzt genannten Erzählung zeichnet die Autorin in fast pastellartig anmutenden, leicht gebrochenen Tönen das Leben eines älteren Paares: Die Kinder sind erwachsen, längst gehen sie ihre eigenen Wege, der Kontakt zu den Eltern ist auf ein Mindestmaß reduziert, man hat sich nicht mehr viel zu sagen. Zurückgeblieben sind die beiden Alten, die nun von einer ganz eigenartigen rastlosen Geschäftigkeit erfaßt werden
"Nichts als Gespenster" ist ein Buch, das vom Leser die Muße und Stille einer dem Alltag entrückten Stunde fordert, wenn es seinen ganzen Zauber entfalten soll. In Eile gelesen, wirkt es spröde, stellenweise auch fast banal.
0Kommentar| 11 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich? Missbrauch melden

Haben sich auch diese Artikel angesehen

Alice (Hochkaräter)
8,95 €

Brauchen Sie weitere HilfeHier klicken