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Kundenrezensionen

4,4 von 5 Sternen
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am 5. März 2001
Im Mittelpunkt von Werfels "Roman der Oper" stehen ganz gewiß die Selbstzweifel des alten Verdi. Dieser befindet sich zur Karnevalszeit des Jahres 1883 in Venedig, wo sich auch Richard Wagner gerade aufhält (Verdis Aufenthalt ist allerdings rein fiktiv). An der Gestalt seines "Gegenpols" Wagner sowie des jungen deutschen Komponisten Fischböck entzünden sich immer wieder quälende Selbstreflexionen Verdis über sein eigenes Schaffen, das sich zur Zeit in einer Krise befindet. Neben den inneren Konflikten des Maestro kommt aber auch die äußere Handlung nicht zu kurz: dafür sorgen Gestalten wie der hundertjährige Sammler Gritti, das Liebespaar Bianca und Renzo sowie zahlreiche andere Charaktere in der Umgebung des Komponisten, in denen sich das Italien des 19. Jh.s authentisch widerspiegelt. Werfel schreibt auf sehr hohem Stilniveau, sein Roman ist ein echter Genuß! Allerdings sollte man sich vor der Lektüre schon etwas mit der Oper beschäftigt haben.
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am 21. August 2005
Das Buch beginnt mit der Ankunft Verdis in Venedig zu Beginn des Jahres 1883. Der Maestro leidet an einer kreativen Paralyse. Mit "Aida" scheint er am Ende einer musikalischen Ära und gleichzeitig seiner Karriere als Komponist angelangt zu sein. In der Lagunenstadt wird er konfrontiert mit dem Erfolg seines Antipoden: Richard Wagner. Ausgerechnet Wagner, der die Jungen mit seinen Musikepen verzaubert, lebt seit kurzem in Venedig (in der Ca' Vendramin Calergi, wo er am 13. Februar 1883 stirbt). Verdi schleicht sich in das Entrée des Teatro La Fenice, wo er einige seiner grössten Triumphe gefeiert hatte. Nun verklingt dort ein Finale von Wagner, und das Publikum ist begeistert.
Kein anderer als Werfel, dem mit atemberaubender Einfühlungs- und Fabulierkraft begabten Meister deutscher Prosa, ist besser in der Lage, einen tiefen Einblick in die Psyche Verdis zu verschaffen und die Gründe für seine "Auferstehung" aus der Verzweiflung mit dem Spätwerk Otello zu ergründen.
Werfel, der viele Opern Verdis ins Deutsche übertrug, eine Sammlung seiner Briefe herausgab und die Wiener Literatenszene spätnachts mit perfekt gesungenen Verdi-Tenorarien zu überraschen pflegte, zeichnet ein lebendiges Bild von Venedig und seiner Gesellschaft in den 80er Jahren des 19. Jahrhunderts, in das er 240 Jahren Operngeschichte verwebt.
Sehr zu empfehlen für alle Opernliebhaber (auch oder speziell für Wagnerianer)!
Daten korrigiert (siehe Kommentar).
11 Kommentar| 15 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
Der Aspekt dieser kleinen Besprechung bezieht sich auf die Meinung anderer Rezensenten, dass Werfel in "Verdi" eine "unsinnige Kontroverse" (Zitat) zwischen Verdi und Wagner angestrebt habe.

Ich halte die Wahrnehmung eines "Auseinanderdividierens" von Verdi und Wagner durch Werfel für an dessen Absicht vorbeigehend. Dreht es sich in der Geschichte doch eher um die Mysterien der Kreativität (z.B. eines Komponisten), welche durchaus auch durch eine selbstkritischen Sicht und "Konkurrenz" befeuert werden kann - egal ob dieses Bild vom Vorbild, Feind, Konkurrenten nur subjektiv "real" wahrgenommen oder tatsächlich existent ist. Es gibt im Menschlichen keine objektive Wahrheit, alle Wahrnehmung ist subjektiv und genau das zeigt Werfel in dieser Erzählung mit all den widersprüchlichen Protagonisten um Verdi wunderbar auf.

Zudem spüre ich ein tiefes Nachempfinden in die Veränderungen eines (schöpferischen) alternden Menschen, der sich bewusst ist, den Zenit seines Lebens weit überschritten zu haben und der eine Wandlung in der Bewertung seines bisherigen und weiteren Lebens vollzieht. Auch hier stehen wieder subjektive Wahrnehmungen im Vordergrund - als ein Spiegel zu der sich wandelnden Sicht auf den "imaginären" Wagner.

Ein sehr vielschichtiges Buch - und keineswegs "geschichtlich" ... zum Glück!

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Über ein Feedback (Kommentare) zu meinen Bemühungen des Rezensierens würde ich mich freuen! Lesen Sie gern auch andere meiner weit über 200 Klassik-Besprechungen mit Schwerpunkt "romantische Orchestermusik" (viel Bruckner und Mahler), "wenig bekannte nationale Komponisten" (z.B. aus Skandinavien), "historische Aufnahmen" und immer wieder Interpretationsvergleiche und für den Kenner bzw. Interessierten meist Anmerkungen zum Remastering!
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am 25. Oktober 2004
Dieser Roman, der eine Art Biografie vermischt mit Fiktion ist, erzählt von der Schaffenskrise des großen italienischen Opernkomponisten Giuseppe Verdi. Speziell die Zeit aus der Erschaffung des "King Lear" befindet sich im Blickwinkel des Autors, als auch sein Verhältnis zu Richard Wagner.
Auch wenn die Handlung größtenteils erfunden ist (Werfel selbst wies Kritik an der Genauigkeit der Handlung aufgrund des von ihm gesetzten Schwerpunktes als Roman zurück), zeigt dieses Werk Eindrucksvoll die Leiden eines großartigen Künstlers in einer Lebens- und Schaffenskrise.
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am 28. Juni 2016
Ein Glücksfall dieses Buch in dieser oft poetischen Sprache, dessen Autor in die Person des Maestro Verdi schier hineingekrochen zu sein scheint. Keine strenge Biographie, gewiss, aber Werfel gibt den Affen reichlich Zucker.
Die Selbstzweifel, Schreib u Schaffenshemmung bis zur Zerstörungswut am eigenen Werk, alles Merkmale des kreativen Umtriebs. Sich immer neu am eigen Schopf aus dem Untiefen des Erfolges ziehn, die Sau nicht beachtend die man grade wieder durchs Dorf treibt..oh wie ich das alles kenne u mitleide..
Der Sprecher ist die Krone dieses Glücksfalls.
Geschichte-Form-Thema und dessen Kommunikation.(Hörbuchfassung)
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am 27. Oktober 2013
Nicht nur in diesem Jubiläumsjahr sollten Verehrer des Komponisten und Menschen zu diesem wunderschön geschriebenen Buch greifen. Franz Werfel schrieb seinen Roman mit viel Liebe und Detailkenntnis.
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am 11. Juli 2010
Es geht zunächst um die Aueinandersetzung Verdi-Wagener. Werfels Sprache ist kühn, wortschöpferisch und nicht leicht zu lesen Man braucht Geduld
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am 25. August 2006
Werfel läßt den Roman in Venedig im Februar 1883 spielen. Die beiden großen Konkurrenten unter den Opernkomponisten des 19. Jahrhunderts, Wagner und Verdi, befinden sich beide in der Stadt. Eine Begegnung, ein Kennenlernen läge nahe, kommt aber nicht zustande, da Wagner stirbt. Werfel baut um die beiden Komponisten und ihre Werke eine Kontroverse auf und will es - wie viele seiner Zeitgenossen - so sehen, daß man zwischen Wagner und Verdi wählen muß. Irrtum! MAN MUSS NICHT! Es gibt Musikliebhaber und -kenner, die die Werke beider Komponisten mögen und ebensolche, die zu beiden keinen Bezug finden. Also eine unsinnige Kontroverse! Die sprachliche Gestaltung und die Handlungsführung sind gut, aber das Thema leuchtet nicht ganz ein. Aus diesem Grund nur 3 Sterne.
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